Analyse der Berichterstattung über das Hedge Accounting in den Geschäftsberichten deutscher Unternehmen


Seminararbeit, 2003
22 Seiten, Note: 2

Leseprobe

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Analyse der Berichterstattung über das Hedge Accounting in den Geschäftsberichten deutscher

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Frankfurt am Main, den 22.04.03

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Analyse der Berichterstattung über das Hedge Accounting in den Geschäftsberichten deutscher Unternehmen

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

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2. Bilanzierung von Hedge Accounting 2.1 Überblick 4

2.2 Anforderungen an die Grundgeschäfte 4

2.3 Anforderungen an Sicherungsinstrumente 5

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2.4 Voraussetzungen an die Dokumentation von Hedge Accounting 2.5 Bilanzierung bei verschiedenen Arten des Hedge Accounting 2.5.1 Fair Value Hedge Accounting 6

2.5.2 Cash Flow Hedge Accounting 6

2.5.2 Foreign Currency Hedge Accounting 7

3. Berichterstattung über das Hedge Accounting 7

3.1 Publizitätspflicht nach IAS 39 und Berichterstattung 7

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3.2 Publizitätspflicht nach SFAS 133 und Berichterstattung

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Deutsche Bank

4. Zusammenfassung 21

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1. Einleitung

Der verantwortungsvolle Umgang mit globalen Unsicherheiten muß Gegenstand des Risikomanagement-Systems jedes Unternehmens sein. Ziel solcher Systeme ist eine Marktwertsteigerung des Unternehmens auf Basis einer aktiven und bewußten Steuerung aller Risiken. „Nur Risiken, die man nicht steuern kann, sind wirklich

riskant“ 1 .

Neben anderen Risiken sind Unternehmen dem Marktrisiko durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Güterpreisen ausgesetzt. Diese können durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente gesteuert werden. Der unkontrollierte Einsatz von Finanzderivaten führte aber in der Vergangenheit zu zahlreichen Finanzskandalen. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit von Risikosteuerungs- und Kontrollsystemen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Adressaten des Jahresabschlusses mehr Transparenz und eine bessere Darstellung der Derivate durch detaillierte Informationen den Einsatz derivativer Finanzinstrumente und zugehöriger Absicherungsgeschäfte. Der US-amerikanische Standard SFAS 133 sowie der nach internationalen Regeln gebildete Standard IAS 39 sehen für den Fall, daß Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt werden, die Möglichkeit eines speziellen Hedge Accounting vor. Die Notwendigkeit einer gesonderten bilanziellen Behandlung der Sicherungsbeziehungen wird aus den Ansatz- und Bewertungsunterschieden der einzelnen Grund- und Sicherungsgeschäfte abgeleitet. Diese Unterschiede würden

ohne die Möglichkeit eines Hedge Accounting 2 dazu führen, daß die Erfolgswirkungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte in unterschiedlichen Perioden erfaßt würden. Die Standards lassen ein Hedge Accounting nur zu, wenn die zum Teil strengen Voraussetzungen erfüllt sind. Auch müssen die Unternehmen in Ihren Geschäftsberichten bestimmte Angaben machen.

In folgenden wird die bilanzielle Abbildung von Sicherungszusammenhängen erläutert. In einem zweiten Schritt wird anhand der Publizitätspflichten nach IAS 39 und SFAS 133 die Berichterstattung über das Hedge Accounting in ausgewählten deutschen Unternehmen nach Umfang und Qualität analysiert.

1 Volkswagen (2002), S. 39.

2 Vgl. Gebhardt (2000), S.70.

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2. Bilanzierung von Hedge Accounting 2.1 Überblick

Ein Hedge Accounting ist nach IAS 39 und SFAS 133 nur dann zugelassen, wenn sowohl das Grundgeschäft als auch das Sicherungsinstrument unterschiedlichen Ansatz- und Bewertungsgrundsätzen folgen. Wenn beispielsweise beide Positionen zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ist ein Hedge Accounting nicht möglich, da sich die Sicherungswirkung in der gleiche Periode in der GuV zeigt wie

die Marktwertänderung aus dem Grundgeschäft 3 . Nach IAS 39 und SFAS 133 sind folgende drei Arten von Hedge Accounting möglich:

a) Fair Value Hedge

b) Cash Flow Hedge

c) Foreign Currency Hedge

2.2 Anforderungen an die Grundgeschäfte

Als absicherbare Positionen können bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, nicht bilanzierte feste vertragliche Verpflichtungen mit Dritten (Firm Commitments) sowie nichtbilanzierte erwartete Transaktionen (Forecasted Transactions) deklariert werden. Die erwartete Transaktion oder die Gruppe von Transaktionen mit gleichen Risiken müssen genau identifiziert sein und deren

Eintritt muss sehr wahrscheinlich sein 4 . Grundsätzlich sind nur Transaktionen mit Dritten zulässig. Konzerninterne Transaktionen können nur in Rahmen von Foreign Currency Cash Flow Hedges als Grundgeschäft betrachtet werden. Bei den gesicherten Grundgeschäften kann es sich um einen einzelnen Vermögenswert, eine einzelne Verbindlichkeit, ein einzelnes schwebendes Geschäft oder eine einzelne erwartete Transaktion handeln. Portfolio-Hedges dürfen nur aus einander ähnlichen Positionen gebildet werden und nur, wenn alle

Portfoliobestandteile dem abgesichertem Risiko ausgesetzt sind 5 . Die Änderung des beizulegendem Zeitwerts der einzelnen Posten muss sich proportional zur Änderung

des beizulegenden Zeitwerts des gesamten Portfolios verhalten 6 . Die Absicherung von Nettorisikopositionen ist nicht erlaubt.

3 Vlg. Gebhardt/Naumann (1999), S.1467.

4 vgl. SFAS 133.462.

5 vgl. SFAS 133.21a und.29a und IAS 39.127

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2.3 Anforderungen an Sicherungsinstrumente

Als Sicherungsinstrumente sind grundsätzlich nur derivative Finanzinstrumente zugelassen. Nicht-derivative finanzielle Instrumente können nur bei der

Absicherung von Währungsrisiken in Betracht kommen 7 . Zusätzlich muss nach IAS 39.126 deren Fremdwährungskomponente verlässlich bestimmbar sein. Ein Sicherungsinstrument wird i.d.R. nur als Ganzes bewertet und zur Absicherung herangezogen. Als Ausnahme kann beispielsweise der innere Wert einer Option als Sicherungsinstrument betrachtet werden, nicht aber der Zeitwert. IAS 39.134 stellt klar, dass nur derivative Instrumente mit fremden Dritten kontrahiert werden. Stillhalterpositionen aus geschriebenen Optionen sind nur unter strengen Voraussetzungen akzeptiert.

2.4 Voraussetzungen an die Dokumentation von Hedge Accounting Ein Hedge Accounting ist nur dann zugelassen, wenn spätestens bei Beginn des Absicherungszeitraumes die Dokumentation der Sicherungsbeziehung erfolgt und eine hohe Effektivität der Absicherung gewährleistet ist. Sicherungsbeziehungen zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft, Risikomanagementziele und- strategien müssen dokumentiert werden. Das Sicherungsinstrument und das Grundgeschäft müssen identifiziert, das Risiko benannt und die Methode zur Bestimmung der Effektivität der Sicherung beschrieben

werden 8 . SFAS 133.20a(1) fordert bei der Absicherung eines Firm Commitment die Angabe, nach welcher vertretbaren Methode die Bilanz-position, welche den Gewinn oder Verlust repräsentiert, im Periodenerfolg ausgewiesen werden soll. Die Dokumentation einer erwarteten Transaktion soll alle richtigen Angaben, wie Zeitpunkt bzw. Zeitraum des Eintritts des antizipierten Geschäftes, Art des einbezogenen Vermögenswertes oder der Verbindlichkeit, umfassen. Die Effektivität ist gegeben, wenn die Änderung des Sicherungsinstrument die Änderung des gesicherten Grundgeschäft in einer Bandbreite von 80 bis 125 Prozent kompensiert. Marktwertänderungen von Sicherung- und Grundgeschäft

6 vgl. SFAS 133.21c und IAS 39.132.

7 vgl. SFAS 133.20 und IAS 39.122.

8 vgl. SFAS 133.20a,.28a und IAS 39.142.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Analyse der Berichterstattung über das Hedge Accounting in den Geschäftsberichten deutscher Unternehmen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V186267
ISBN (eBook)
9783656995562
ISBN (Buch)
9783656995616
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, berichterstattung, hedge, accounting, geschäftsberichten, unternehmen
Arbeit zitieren
Dipl.-Kauffrau Lidia Patru (Autor), 2003, Analyse der Berichterstattung über das Hedge Accounting in den Geschäftsberichten deutscher Unternehmen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186267

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