Was zeichnet eine qualitativ hochwertige Tageszeitung aus? Welche sprachlichen Kriterien müssen erfüllt werden? Dürfen Metaphern verwendet werden und wie sieht es mit dem Gebrauch von Redewendungen aus? Ist Politainment ein Zeichen schlechter journalistischer Qualität?
Die Magisterarbeit behandelt das Thema Qualität in der Politikberichterstattung. Die zentrale Fragestellung ist, wie qualitätvoll die innenpolitische Berichterstattung der österreichischen Tageszeitungen Presse, Kurier, Standard und Salzburger Nachrichten ist. Neben der theoretischen Beschreibung des Journalismus als soziales System und der Qualität im Journalismus wird eine ausführliche Analyse der innenpolitischen Berichterstattung der vier österreichischen Tageszeitungen vorgenommen. Die Ergebnisse sind verblüffend und interessant zugleich.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER TEIL
2.1 JOURNALISMUS ALS SOZIALES SYSTEM
2.2 QUALITÄT UND QUALITÄTSSICHERUNG IM JOURNALISMUS
2.2.1 Methoden der Qualitätsbewertung
2.2.2 Qualitätssicherung
2.3 VERHÄLTNIS ZWISCHEN MEDIEN UND POLITIK
2.3.1 Mediatisierung der Politik
2.3.2 Instrumentalisierungen der Medien
2.3.3 „Symbiose“ zwischen Medien und Politik
2.3.4 EXKURS: MEDIENGESELLSCHAFT
2.4 ENTWICKLUNG DES POLITISCHEN JOURNALISMUS
2.4.1 Die präjournalistische Periode
2.4.2 Der korrespondierende Journalismus
2.4.3 Der schriftstellerische Journalismus
2.4.4 Der redaktionelle Journalismus
2.4.5 Redaktionstechnischer Journalismus
2.5 QUALITÄTSMERKMALE DER POLITIKBERICHTERSTATTUNG
2.5.1 Ausbildung und Selbstbild politischer Journalisten
2.5.2 Funktion der Politikberichterstattung
2.6 QUALITÄTSKRITERIEN DER POLITIKBERICHTERSTATTUNG
2.6.1 Unabhängigkeit / Autonomie der politischen Journalisten
2.6.2 Vielfalt der Berichterstattung
2.7 TRENDS DER AKTUELLEN POLITIKBERICHTERSTATTUNG
3 EMPIRISCHER TEIL
3.1 GRUNDLAGEN DER UNTERSUCHUNG
3.2 FORSCHUNGSFRAGE UND HYPOTHESEN
3.3 FORSCHUNGSMETHODE
3.4 DATENAUSWERTUNG UND -INTERPRETATION
3.4.1 Teaser
3.4.2 Vielfalt
3.4.2.1 Journalistische Darstellungsform
3.4.2.2 Politikebenen
3.4.2.3 Vielfalt der Perspektiven
3.4.3 Verständlichkeit
3.4.3.1 Abkürzung und Fremdwörter
3.4.3.2 Trennung von Nachricht und Meinung (EB-Anteil)
3.4.3.3 Verständlichkeit der Sätze
3.4.4 Unterhaltung
3.4.4.1 Emotionalisierende Überschriften
3.4.4.2 Politainment
3.4.4.3 Anlass der Berichterstattung (Ereignis)
3.4.5 Transparenz
3.4.6 Richtigkeit
3.4.7 Orientierung
3.4.8 Ausgewogenheit
3.4.9 Sprachliche Qualitätsmängel
3.4.9.1 Metaphern
3.4.9.2 Affektiver Wortschatz
3.4.9.3 Superlativ
3.4.9.4 Bemalte Begriffe
3.4.9.5 Ironie
3.4.9.6 Wortkomposita
3.4.9.7 Rhetorische Fragen/Appellfiguren
3.4.9.8 Umgangssprache
3.4.9.9 Spitznamen
3.4.9.10 Zusammenfassung sprachliche Qualitätsmängel
3.4.10 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität der politischen Berichterstattung in vier österreichischen Tageszeitungen (Presse, Standard, Kurier, Salzburger Nachrichten), um zu klären, wie Medien ihren normativen Auftrag zur Information, Kritik und Kontrolle erfüllen und welche Rückschlüsse dies auf die Qualität der Politikvermittlung zulässt.
- Qualitätssicherung im Journalismus
- Verhältnis zwischen Politik und Medien
- Historische Entwicklung des politischen Journalismus
- Einfluss von Personalisierung und Politainment auf die Berichterstattung
- Empirische Analyse von Qualitätskriterien (Vielfalt, Transparenz, Sprachstil)
Auszug aus dem Buch
2.4.1 DIE PRÄJOURNALISTISCHE PERIODE
Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit konnte man noch nicht von einem berufs mäßig bedingten Botenwesen sprechen. Die Nachrichtenvermittlung der damaligen be schränkte sich auf die Privatkorrespondenz der Fürsten oder auf Gesangsberichte. Das wichtigste Medium stellte der Brief dar, der sich später zur „brieflichen Zeitung“ (Pü rer/Raabe 2002: 409) entwickelte. Die Übermittler dieser Botschaften waren wandernde Spielleute oder berufsmäßige Sänger und Dichter sowie fürstliche Sekretäre, Stadtschrei ber oder Historiografen. Erst durch das steigende Bedürfnis einiger Standesgruppen wie Fürsten und Beamten nach einem regelmäßigen Nachrichtenverkehr, errichtete man ständige Verkehrsrouten und ein regelmäßiges Botenwesen. Aufgrund der Zensur war die Nachrichtenverbreitung jedoch eingeschränkt, sodass die Berichterstattung hauptsächlich auf Gerüchten und Sensationen beruhte. (Vgl. Pürer/Raabe 2002: 408f)
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik journalistischer Qualitätsstandards bei Tageszeitungen ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Politikjournalismus.
2 THEORETISCHER TEIL: Dieser Teil legt die systemtheoretischen Grundlagen, definiert Qualitätsbegriffe und erläutert die komplexe Wechselbeziehung zwischen Politik, Medien und Journalismus.
3 EMPIRISCHER TEIL: Der empirische Teil stellt das methodische Design der Inhaltsanalyse von vier österreichischen Tageszeitungen vor und präsentiert die Ergebnisse der Untersuchung verschiedener Qualitätskriterien.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse und die Ergebnisse der empirischen Fallstudie zusammen und bewertet die festgestellten Qualitätstrends im politischen Journalismus.
Schlüsselwörter
Journalismus, Politikberichterstattung, Qualitätsmedien, Mediatisierung, Politainment, Systemtheorie, Medienqualität, Inhaltsanalyse, Tageszeitungen, Parteipolitik, Medien und Politik, Presse, Standard, Kurier, Salzburger Nachrichten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Qualität der innenpolitischen Berichterstattung in vier österreichischen Tageszeitungen (Presse, Standard, Kurier, Salzburger Nachrichten) vor dem Hintergrund normativer journalistischer Standards.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Systemtheorie des Journalismus, das Verhältnis von Medien und Politik, die Entwicklung des politischen Journalismus sowie die messbare Qualität von Nachrichten in Bezug auf Kriterien wie Vielfalt, Verständlichkeit und Sprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu ergründen, wie Medien ihren zugewiesenen Politikvermittlungsauftrag (Information, Kritik, Kontrolle) wahrnehmen und welche Schlüsse daraus auf die Qualität der Berichterstattung gezogen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von vier österreichischen Tageszeitungen anhand eines entwickelten Kategoriensystems mit Hilfe eines Kodierbogens durchgeführt.
Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?
Der Theorie-Teil beleuchtet Journalismus als soziales System, definiert journalistische Qualität und analysiert die historische Entwicklung der politischen Berichterstattung sowie die Interaktionsdynamik zwischen Mediensystem und Politik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Politikjournalismus, Medienqualität, Mediatisierung, Politainment, Objektivität, Transparenz und die Analyse sprachlicher Qualitätsmängel.
Warum wurde die Untersuchung der Politikebenen aus der Gesamtbewertung ausgeschlossen?
Die Autorin stellt fest, dass eine qualitative Bewertung der behandelten Politikebenen kaum durchführbar ist, da keine parteipolitische Verteilung als inhaltlich "besser" oder "schlechter" definiert werden kann.
Welche Bedeutung kommt der Personalisierung in der Politikberichterstattung zu?
Die Arbeit identifiziert eine starke Zunahme der Personalisierung von Politik, was als Ausdruck von Politainment und einer Strategie zur Steigerung der Publikumsattraktivität gedeutet wird, aber das Verständnis komplexer Sachverhalte erschweren kann.
- Arbeit zitieren
- Mag. Birgit Koxeder (Autor:in), 2006, Qualitätskriterien der Politikberichterstattung - eine Inhaltsanalyse der innenpolitischen Berichterstattung von Presse, Standard, Kurier und Salzburger Nachrichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186326