Die vorliegende Arbeit beinhaltet eine empirische Untersuchung zum Status Quo des Risikomanagements in KMUs. Die Tatsache, dass es aktuell noch wenige Erkenntnisse zum Verbreitungsgrad des Risikomanagements in KMUs gibt, wurde als Anlass für die Untersuchung genommen. Es werden sowohl Fragen zum strategischen sowie operativen Risikomanagement gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Abgrenzung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund des Risikomanagement
2.1 Motivation
2.1.1 Externe Einflussfaktoren
2.1.1.1 Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
2.1.1.2 Der zweite Baseler Eigenkapitalakkord (Basel II)
2.1.1.3 Herausforderung Internationalisierung
2.1.1.4 Gefahr der Insolvenz
2.1.2 Interne Einflussfaktoren
2.1.2.1 Der Prozess der Leistungserstellung
2.1.2.2 Die finanzwirtschaftliche Situation
2.1.2.3 Management und Organisation
2.2 Risikobegriff
2.3 Risikomanagement und Risikocontrolling
2.3.1 Strategische versus operative Ebene
2.3.2 Phasen und Vorgehensweise des operativen Risikomanagement-Prozesses
2.3.2.1 Risikoidentifikation
2.3.2.2 Risikobewertung und -aggregation
2.3.2.3 Risikobehandlung
3. Stand des Risikomanagements in KMUs
3.1 Bisherige Untersuchungen
3.1.1 Auflistung der empirischen Untersuchungen
3.1.2 Wesentliche Erkenntnisse
3.2 Eigene Untersuchung
3.2.1 Aufbau der Studie
3.2.1.1 Stichprobenauswahl und Durchführung der empirischen Untersuchung
3.2.1.2 Aufbau des Online-Fragebogens
3.2.2 Ergebnisse der Studie
3.2.2.1 Allgemeiner Teil
3.2.2.2 Risikokultur
3.2.2.3 Risikoidentifikation
3.2.2.4 Risikobewertung/-aggregation
3.2.2.5 Risikobehandlung
3.2.2.6 Zusammenfassung
3.3 Zwischenfazit
4. Implikationen
4.1 Mögliche Barrieren für ein Risikomanagement in KMUs
4.2 Lösungsansätze
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, den aktuellen Status Quo des Risikomanagements (RM) in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu ermitteln und darauf aufbauend fundierte Handlungs- sowie Gestaltungsempfehlungen für die Einführung und den Betrieb eines Risikomanagementsystems (RMS) in diesem Wirtschaftssektor abzuleiten.
- Motivation und Notwendigkeit von Risikomanagement in KMUs
- Empirische Analyse des aktuellen Umsetzungsgrades in KMUs
- Identifikation von Barrieren bei der Etablierung eines systematischen RMS
- Erarbeitung von praxisorientierten Lösungsansätzen und Erfolgsfaktoren
Auszug aus dem Buch
2.1.1.2 Der zweite Baseler Eigenkapitalakkord (Basel II)
Verstärkt wird die Notwendigkeit zur Einführung eines RMS speziell in KMUs durch das Inkrafttreten von Basel II im Januar 2007. Gemäß dem Anfang 2001 veröffentlichten zweiten Baseler Konsultationspapier werden Banken in Zukunft stärker als in der Vergangenheit die Kreditkonditionen und Kreditspielräume von der Bonität ihrer Kunden abhängig machen. Diese wird durch ein sogenanntes Rating der Unternehmen abgeschätzt. Rating wird allgemein verstanden als eine Bewertung der Bonität und damit der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens und stellt eine Bewertung dar, die die Fähigkeit eines Kreditnehmers beschreibt, seinen eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Hintergrund der neuen Regelung bildet die Verpflichtung der Banken, für risikobehaftete Kredite zukünftig ein höheres Eigenkapital zu hinterlegen. Der starke Einfluss von Basel II auf KMUs lässt sich auf die vorwiegende Fremdkapitalfinanzierung durch konventionelle Bankkredite zurückführen. Bisher sind Banken verpflichtet, ihre ausgeliehenen Kredite pauschal mit 8 % ihres Eigenkapitals zu unterlegen. Somit hat jedes Kreditrisiko den gleichen Preis. Eine Kreditpreisdifferenzierung erfolgt nur durch die vorhandenen Kreditsicherheiten des Kreditnehmers. Mit der Einführung von Basel II soll zukünftig dem individuellen Kreditrisiko mehr Rechnung getragen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Risikomanagement aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und definiert den Untersuchungsrahmen für KMUs.
2. Theoretischer Hintergrund des Risikomanagement: Dieses Kapitel erläutert die Motive, Begrifflichkeiten und Prozesse eines Risikomanagementsystems sowie die theoretischen Phasen der Risikoidentifikation, -bewertung und -behandlung.
3. Stand des Risikomanagements in KMUs: Der Hauptteil präsentiert eine Literaturrecherche bisheriger Studien sowie die Ergebnisse einer eigenen empirischen Untersuchung zum Risikomanagement-Status in KMUs.
4. Implikationen: Hier werden Barrieren für das Risikomanagement in KMUs analysiert und konkrete Empfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung erarbeitet.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernerkenntnisse der Studie zusammen und verdeutlicht die Notwendigkeit, Risikomanagement als integralen Wettbewerbsvorteil zu verstehen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, KMU, Basel II, KonTraG, Risikokultur, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikoaggregation, Risikobehandlung, Unternehmenssimulation, Mittelstand, Kreditrating, Risikocontrolling, Risikopolitik, Unternehmensplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation des Risikomanagements in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und untersucht, inwieweit diese Unternehmen systematische Instrumente zur Risikosteuerung einsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements, die Auswirkungen externer regulatorischer Anforderungen wie Basel II und KonTraG sowie die praktische Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses in KMUs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel besteht darin, den derzeitigen Status Quo des Risikomanagements in KMUs empirisch zu ermitteln und Handlungsempfehlungen für deren Einführung und Betrieb zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche und einer eigenen empirischen Untersuchung durch, bei der ein Online-Fragebogen an KMUs des verarbeitenden Gewerbes in Nordrhein-Westfalen versendet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Risikomanagement-Phasen und eine detaillierte Auswertung der empirischen Studie, die unter anderem Risikokultur, Identifikation, Bewertung und Behandlung von Risiken in den Zielunternehmen beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Risikomanagement, KMU, Basel II, Risikokultur, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikobehandlung und Unternehmenssimulation.
Wie bewerten die untersuchten KMUs den Nutzen eines Risikomanagementsystems?
Der Großteil der Unternehmen erkennt den Nutzen eines systematischen Risikomanagements grundsätzlich an, wobei ein signifikanter Teil den hohen zeitlichen und personellen Aufwand als Barriere bei der konkreten Umsetzung wahrnimmt.
Welche Rolle spielt die IT-Unterstützung bei der Umsetzung in KMUs?
In der Praxis dominieren Standard-Büroprogramme wie Microsoft Excel. Der Autor empfiehlt für eine bessere Risikobewertung und -aggregation den Einsatz spezialisierter Software-Erweiterungen (Add-Ins), um die Aussagekraft der Analysen zu erhöhen.
Warum wird die Risikoaggregation in den meisten KMUs nicht durchgeführt?
Die Untersuchung zeigt, dass viele KMUs Risiken überwiegend subjektiv einschätzen und die Methodenkenntnis für eine quantitative Risikoaggregation fehlt, weshalb dieser wichtige Schritt zur Ermittlung einer Gesamtrisikoposition oft unterbleibt.
Wie beeinflusst Basel II die Risikobereitschaft der Unternehmen?
Die Anforderungen durch Basel II zwingen KMUs dazu, sich präventiv intensiver mit den eigenen Risiken auseinanderzusetzen, da eine gute Risikolage direkt in ein besseres Rating und damit in günstigere Finanzierungskonditionen mündet.
- Arbeit zitieren
- Dipl. - Kfm. Christian Wurm (Autor:in), 2007, Risikomanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) - Motivation, Entwicklungsstand und Implikationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186379