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Die Grundbestimmungen der Natur nach Aristoteles' Physik, Buch II, Kapitel 1

Title: Die Grundbestimmungen der Natur nach Aristoteles' Physik, Buch II, Kapitel 1

Term Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: sehr gut (-)

Autor:in: Friedrich Fiebiger (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist die Bearbeitung des ersten Kapitels des zweiten Buches der
„Physik“1 des Aristoteles. Vorausgegangen ist diesem Kapitel das erste Buch mit
insgesamt neun Kapiteln, worin Aristoteles sich mit einigen Naturdenkern der
Vorsokratik2 auseinandersetzt, einige widerlegt und andere modifiziert. Außerdem
erläutert er dort die Notwendigkeit der Prinzipienbestimmung für die
Naturwissenschaften. Hauptanliegen des ersten Buches aber ist es, eine Lehre von
den Gegensätzen und deren Verhältnis zueinander bereit zu stellen, um zu
ergründen, was die Anfänge des Seienden sind.
Mit der hier vorliegenden Arbeit wird versucht, das im Fokus befindliche Kapitel so zu
erläutern, dass auch der Leser, der nur geringe Vorkenntnisse3 hat, zumindest einen
kleinen – wenn auch für das Gesamtverständnis wohl nie ausreichenden - Einblick in
dieses Werk des griechischen Philosophen erhaschen kann.
So geht es also um die Bearbeitung eines speziellen aristotelischen Problems, und
zwar in Form einer erläuternden Zusammenfassung eines einführenden Kapitels: Die
Frage nach Stellenwert und Verhältnis von Stoff und Form steht dabei im Mittelpunkt.
Dazu wird allerdings zunächst die Frage nach der Naturbeschaffenheit und dem
eigentlichen Wesen der Dinge4 beantwortet werden müssen. In dieser Arbeit wird
dazu das zugrunde liegende Kapitel in sinnvoll erscheinende
Argumentationsabschnitte eingeteilt, die somit strukturbestimmend für diese Arbeit
sind. Im Rahmen der Bearbeitung des zweiten Buches wird es zuweilen auch
notwendig sein auf das erste Buch der „Physik“ zurückzugreifen, weil dort
Gedankengänge entweder ihren Ursprung haben oder fortgeführt werden. Zunächst
soll hieran anschließend aber der Versuch unternommen werden, das in Frage
stehende Kapitel kurz zusammenzufassen.

1 Zugrunde liegt die beim Felix Meiner Verlag Hamburg erschienene zweisprachige Ausgabe der
ersten vier Bücher der „Physik“ in der Übersetzung von Hans Günter Zekl aus dem Jahr 1987.
2 Nach dem Philosophie-Lexikon (siehe Literaturverzeichnis) werden unter den Vorsokratikern die
griechischen Philosophen, die etwa im Zeitraum von 470 – 399 v. Chr, also vor Sokrates, tätig waren
verstanden. [...] Alles
Wissen über die Vorsokratiker beruht in der Hauptsache auf den Berichten späterer Philosophen.
3 Die Basis zum Verständnis zumindest dieses Kapitels wird im ersten Buch ausgebreitet.
4 Von Ding oder Dingen wird in dieser Arbeit dann gesprochen, wenn damit schon irgendwie geformter
Stoff gemeint ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

a. In dieser Arbeit verwendete Zeichen

I. Einleitung, Ziel, Methode

I.1 Überblick

II. Natur- und Nicht-Naturdinge

II.1 Naturbeschaffenheit

II.1.1 Wesen

III. Rede und Antwort

III.1 Der Stoff

III.2 Die Form

IV. Werden

IV.1 fehlende Bestimmung und Gegensatz

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse des ersten Kapitels des zweiten Buches von Aristoteles' "Physik". Das primäre Ziel ist es, dem Leser ein Verständnis für die aristotelische Untersuchung der Naturbeschaffenheit zu vermitteln, wobei insbesondere das Verhältnis von Stoff und Form sowie der Werdensprozess im Mittelpunkt der Forschungsfrage stehen.

  • Unterscheidung zwischen Naturdingen und Nicht-Naturdingen
  • Das Wesen der Dinge und der Begriff der Naturbeschaffenheit
  • Verhältnis von Stoff und Form als zentrale Problemstellung
  • Die aristotelische Sicht auf den Werdensprozess und die Entelechie
  • Auseinandersetzung mit der Position Antiphons

Auszug aus dem Buch

II.1 Naturbeschaffenheit

Die Naturbeschaffenheit ist „eine Art Anfang und Ursache von Bewegung und Ruhe an dem Ding, dem sie im eigentlichen Sinne, an und für sich, nicht nur nebenbei, zukommt“14. Trifft eine Bestimmung nur nebenbei für ein Ding zu (z. B. dass jenes Holz die Bestimmung aufgeprägt bekommt, diese Liege da zu sein), so heißt dies, dass der Grund seiner Form bspw. eine Liege zu sein, nicht in dem Ding selbst enthalten ist, sondern ihm von außen, in diesem Bsp. durch einen Schreiner, allgemein also durch einen Hersteller, aufgeprägt wird. So ist die Liege zwar aus Holz, die Bestimmung des Holzes eine Liege zu sein, trifft auf dieses aber nur nebenbei zu, nämlich in der Hinsicht, als dass es auch zu einem Boot oder sonst irgendeinem Gegenstand gemacht werden könnte und nicht den Drang hat, ausschließlich eine Liege zu sein15. Die Form der Liege tritt hinsichtlich des verwendeten Stoffes, nämlich Holz, streng genommen nur getrennt von ihm auf und ist keine natürliche Folge. Naturbeschaffenheit, kann Aristoteles also nun sagen, kommt an Hergestelltem nur nebenbei vor, denn Hergestelltes enthält den Anfangsgrund16 seiner Herstellung nicht in sich selbst17.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung, Ziel, Methode: Hinführung zum Thema und Erläuterung der Zielsetzung, das erste Kapitel des zweiten Buches der „Physik“ für den Leser verständlich aufzuarbeiten.

I.1 Überblick: Kurze Zusammenfassung der aristotelischen Unterscheidung zwischen Natur- und Nicht-Naturdingen sowie der Einführung der Begriffe Stoff und Form.

II. Natur- und Nicht-Naturdinge: Differenzierung zwischen Dingen, die von Natur aus sind, und solchen, die durch andere Ursachen bestimmt werden.

II.1 Naturbeschaffenheit: Definition der Naturbeschaffenheit als innerer Ursprung von Bewegung und Ruhe, im Gegensatz zu bloß äußerer Zuschreibung.

II.1.1 Wesen: Erläuterung des Wesensbegriffs und der immanenten Bestimmung von Naturdingen.

III. Rede und Antwort: Darstellung des kritischen Diskurses von Aristoteles mit anderen Philosophen, insbesondere der Vorsokratik.

III.1 Der Stoff: Kritische Auseinandersetzung mit der Position Antiphons, der das Wesen im stofflichen Untergrund verortet.

III.2 Die Form: Darstellung der eigenen Position des Aristoteles, welche der Form den Vorrang gegenüber dem Stoff einräumt.

IV. Werden: Untersuchung des Werdensprozesses unter Fokus auf das Ziel der Formwerdung und die Vollendung der Anlage.

IV.1 fehlende Bestimmung und Gegensatz: Analyse der Bedeutung von Gegensätzen und fehlender Bestimmung im Entstehungsprozess.

V. Schlussbetrachtung: Resümee der zentralen Ergebnisse zur Stoff-Form-Beziehung und Einordnung der Bedeutung der aristotelischen Naturphilosophie.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Physik, Natur, Stoff, Form, Naturbeschaffenheit, Wesen, Werdensprozess, Entelechie, Antiphon, Vorsokratiker, Bewegung, Sein, Ursache, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine erläuternde Zusammenfassung des ersten Kapitels des zweiten Buches der aristotelischen „Physik“, um auch Lesern mit geringen Vorkenntnissen einen Zugang zur antiken Naturphilosophie zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Unterscheidung zwischen Naturdingen und künstlich hergestellten Dingen sowie das Verhältnis von Stoff und Form als grundlegende Prinzipien der aristotelischen Naturerklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der aristotelischen Begriffe von Naturbeschaffenheit und Wesen, um zu verstehen, warum Aristoteles der Form einen höheren Stellenwert einräumt als dem Stoff.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode besteht in einer textnahen, interpretierenden Analyse des aristotelischen Originals, ergänzt durch historische Einordnungen und die Diskussion der Auseinandersetzung des Autors mit anderen Philosophen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Naturbeschaffenheit, die kritische Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Positionen (insb. Antiphon), die Analyse der Form-Stoff-Hierarchie sowie die Betrachtung des Werdensprozesses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Aristoteles und „Physik“ vor allem die Konzepte Stoff, Form, Naturbeschaffenheit, Wesen, Entelechie und Werdensprozess.

Wie unterscheidet Aristoteles zwischen Naturdingen und Nicht-Naturdingen?

Nach Aristoteles wohnt den Naturdingen ein innerer, nicht nur nebenbei anhaftender Drang nach Veränderung inne, während Nicht-Naturdinge ihre Form von außen erhalten.

Was meint Aristoteles mit dem Vorrang der Form vor dem Stoff?

Die Form ist nach Aristoteles das eigentliche Wesen, da nur Formen begriffsbestimmend sind und Dinge erst durch ihre „zweckhaft erreichte Form“ verständlich und definierbar werden.

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Details

Title
Die Grundbestimmungen der Natur nach Aristoteles' Physik, Buch II, Kapitel 1
College
University of Wuppertal  (Fachbereich Philosophie)
Course
Vorlesung
Grade
sehr gut (-)
Author
Friedrich Fiebiger (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V18639
ISBN (eBook)
9783638229395
Language
German
Tags
Grundbestimmungen Natur Aristoteles Physik Buch Kapitel Vorlesung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedrich Fiebiger (Author), 2003, Die Grundbestimmungen der Natur nach Aristoteles' Physik, Buch II, Kapitel 1, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18639
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