Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting

Behavioral Finance und die Anlageentscheidung eines privaten Aktionärs

Title: Behavioral Finance und die Anlageentscheidung eines privaten Aktionärs

Diploma Thesis , 2006 , 88 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Diplom Betriebswirt (FH) , Dipl. Handel. Alexander Thomas (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Problemstellung und Zielsetzung der Diplomarbeit
Das Interesse der Anleger an der Börse und am Erwerb von Aktien ist nach der übertriebenen Boomphase Ende der 90er Jahre und einer der schwersten Baissen aller Zeiten im März 2000 nach wie vor vorhanden. Nachdem sich in empirischen Untersuchungen gezeigt hat, dass Aktien im langfristigen Vergleich der Renditen eindeutig besser abschneiden als festverzinsliche Wertpapiere, sollte diese Form der Kapitalanlage in Zukunft auch weiterhin für Kleinanleger an Bedeutung gewinnen.

Bei der Erklärung des Börsengeschehens ist die Psychologie einer der meistgenannten Begriffe. So weisen die Kurse teilweise ökonomisch kaum nachvollziehbare Schwankungen auf und Studien gelangen zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen Kursen und Fundamentaldaten relativ gering ist. Investieren auf Aktienmärkten ist also weitaus komplizierter als es die Traditionelle Finance suggeriert. Folglich kann es durchaus rational sein, sich als Marktteilnehmer ebenso irrational wie der Markt zu verhalten. Während die Traditionelle Finance auf einem vollkommen rational handelnden Investor aufbaut, hat die experimentelle Finanzmarktforschung eine ganze Reihe von Verhaltensanomalien aufgedeckt.

Es sind bereits zahlreiche Werke zum Thema ?Kapitalmarkt und Aktien? erschienen. Es gelang den Autoren dem interessierten Leser und Anleger sowohl einen Überblick als auch fundierte Kenntnisse über die Kapitalmärkte, Börsen und deren Produkte zu vermitteln. Die für die Aktienauswahl große Bedeutung der Fundamentalen Analyse und der Technischen Analyse von Wertpapieren erfährt in der Literatur in ausreichendem Maße Berücksichtigung.

Analysen oder gar empirische Untersuchungen bezüglich psychologischer Einflussfaktoren auf das Verhalten von Anlegern findet man jedoch nur in unzureichendem Maße, obwohl die Psychologie unumstritten großen Einfluss auf das Geschehen an den Wertpapiermärkten ausübt. Insbesondere die Motive und die Erwartungen der Anleger wurden bislang wenig als Gegenstand zur Forschung herangezogen. Im Oktober 2002 sind mit Kahnemann und Smith erstmals Psychologen mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundsätzliches zur Aktienanalyse

2.1 Fundamentale Analyse

2.2 Technische Analyse

3 Inhalte der vorherrschenden Kapitalmarktmodelle

3.1 Theoretische Grundlagen

3.2 Erklärung des Zufalls durch Rationalität

3.3 Markteffizienzhypothese (EMH)

3.4 Portfoliotheorie von Markowitz

3.5 Capital Asset Pricing Modell (CAPM)

3.6 Arbitrage Pricing Theory (APT)

4 Behavioral Finance als möglicher Erklärungsansatz

4.1 Behavioral Finance im Überblick

4.2 Behavioral Finance als neuer Zweig der Kapitalmarkttheorie

4.3 Ursprünge der Behavioral Finance

4.4 Ziel und Aufgabe der Behavioral Finance

5 Anomalien am Aktienmarkt

5.1 Spekulationsblase („Bubble“)

5.2 Saisonale Effekte

5.3 Arten von Anomalien

5.3.1 Informationswahrnehmungsanomalien

5.3.1.1 Selektive Wahrnehmung („Selective Perception“)

5.3.1.2 Verfügbarkeit („Availability“)

5.3.2 Informationsverarbeitungsanomalien

5.3.2.1 Ankerbildung („Anchoring“)

5.3.2.2 Repräsentativität („Representativeness“)

5.3.2.3 Spielerirrtum („Gambler´s fallacy“)

5.3.2.4 Selbstüberschätzung („Overconfidence Bias“)

5.3.2.5 Kontrollillusion („Illusion of control“)

5.3.2.6 Prospect-Theorie („Prospect theory“)

5.3.2.7 Verlustaversion („Loss aversion“)

5.3.2.8 Mentale Kontenführung („Mental accounting“)

5.3.2.9 Ambiguitätsaversion („Ambiguity aversion“)

5.3.3 Entscheidungsanomalien

5.3.3.1 Dispositionseffekt („Disposition effect“)

5.3.3.2 Reueaversion („Regret avoidance“)

5.3.3.3 Präferenz für inländische Wertpapiere („Home Bias“)

6 Behavioral Finance im Vermögensmanagement

6.1 Diverse Behavioral Finance Modelle

6.2 Auswirkungen der Behavioral Finance auf die Forschung

6.3 Behavioral Finance in der Praxis

6.4 Vorteile der Behavioral Finance in der Praxis

6.5 Behavioral Finance-Produkte

6.6 Worauf der Vermögensberater achten sollte

7 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern die Behavioral Finance eine Bereicherung für die bestehende Finanzmarkttheorie darstellt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob psychologische Faktoren und Verhaltensanomalien von Anlegern systematisch genug sind, um als Ergänzung zu den klassischen Modellen bei der Analyse des Finanzmarktgeschehens zu dienen.

  • Analyse klassischer Kapitalmarktmodelle (u.a. Markteffizienzhypothese, CAPM)
  • Grundlagen und Entstehung der Behavioral Finance als interdisziplinärer Ansatz
  • Untersuchung systematischer Verhaltensanomalien bei der Informationswahrnehmung und -verarbeitung
  • Konsequenzen für die Vermögensberatung und Praxis

Auszug aus dem Buch

5.3.1.1 Selektive Wahrnehmung („Selective Perception“)

Bei umfangreichem Informationsangebot werden vorwiegend die Informationen wahrgenommen, die den eigenen Vorstellungen entsprechen. Informationen, die dazu im Widerspruch stehen, werden dagegen verdrängt oder vernachlässigt. Wird z.B. an einem Verlustengagement festgehalten, tritt das Phänomen der selektiven Wahrnehmung in Erscheinung. Um die Dissonanz zu reduzieren, werden innerhalb eines umfangreichen Informationsangebots vorwiegend diejenigen Inhalte wahrgenommen, die im Einklang mit bereits vorgefassten Meinungen und Überzeugungen stehen. Da jeder Mensch natürlich unterschiedliche Vorgefasste Meinungen und Überzeugungen hat, wird er auf ein und dieselbe Information unterschiedlich reagieren.

In der Regel handeln Anleger ihre Glaubenssätze über die Börse, und wenn sie diese erst einmal verinnerlicht haben, ändern sie ihre Meinung kaum noch. Wenn Anleger an den Märkten investieren, nehmen sie an, sie täten dies unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen. Auf dem Weg der selektiven Wahrnehmung könnten ihre Glaubenssätze aber die nützlichsten Informationen eliminiert haben. Das ist auch der Grund, warum neu eintreffende Informationen an den Finanzmärkten nicht, wie in der Theorie unterstellt, gleichgerichtete Erwartungen, sondern eine Vielzahl unterschiedlichster Reaktionen und Handlungsweisen der Marktteilnehmer auslösen. Eine Zunahme der Einzelhandelsumsätze beispielsweise wird der eigenen Markterwartung entsprechend interpretiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Relevanz psychologischer Aspekte bei der Aktienanlage sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Grundsätzliches zur Aktienanalyse: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die traditionellen Methoden der Fundamental- und Technischen Aktienanalyse.

3 Inhalte der vorherrschenden Kapitalmarktmodelle: Hier werden die theoretischen Konzepte der Traditionellen Finance wie Markteffizienz, Portfoliotheorie und Preisbildungsmodelle dargelegt.

4 Behavioral Finance als möglicher Erklärungsansatz: Das Kapitel definiert Behavioral Finance als neuen Zweig, der psychologische Erkenntnisse nutzt, um die Schwächen traditioneller Theorien zu erweitern.

5 Anomalien am Aktienmarkt: Hier werden diverse psychologisch bedingte Marktverzerrungen und Verhaltensanomalien von Anlegern detailliert analysiert.

6 Behavioral Finance im Vermögensmanagement: Dieses Kapitel diskutiert die praktische Relevanz der Behavioral Finance, konkrete Modelle und deren Anwendung in der Anlageberatung.

7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet das Potenzial der Behavioral Finance als Ergänzung zur Finanzmarkttheorie.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Aktienanalyse, Kapitalmarkttheorie, Verhaltensanomalien, Markteffizienz, Homo oeconomicus, Prospect-Theorie, Verlustaversion, Selbstüberschätzung, Ankerbildung, Vermögensberatung, Diversifikation, Psychologie, Entscheidungsfindung, Selektive Wahrnehmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie psychologische Faktoren das Anlageverhalten von privaten Aktionären beeinflussen und ob Behavioral Finance eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Finanzmarktmodellen darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von klassischer Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance, die Untersuchung von Markt- und Entscheidungsanomalien sowie deren Auswirkungen auf die Vermögensberatung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verhaltensanomalien das Handeln von Anlegern systematisch verzerren und ob diese Erkenntnisse für eine rationalere Entscheidungsfindung genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der Erkenntnisse aus der Psychologie und Soziologie mit finanzwirtschaftlichen Modellen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert bestehende Kapitalmarktmodelle, führt in die Behavioral Finance ein und kategorisiert verschiedene Anomalien, wie z.B. Verlustaversion oder den Dispositionseffekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Behavioral Finance, Verhaltensanomalien, Kapitalmarkt, Anlegerverhalten und psychologische Investitionsforschung beschreiben.

Warum ist das "Logbuch-Führen" für Anleger so wichtig?

Ein Börsentagebuch oder Logbuch dient dazu, die eigene Entscheidungsfindung kritisch zu reflektieren, psychologische Fehlmuster zu erkennen und die eigene Disziplin beim Handeln zu erhöhen.

Was besagt die „Plus-Minus-Null-Sucht“?

Dies bezeichnet das psychologische Phänomen, dass Anleger dazu neigen, Verlustpositionen so lange zu halten, bis sie zumindest ihren Einstandspreis wieder erreicht haben, um das Gefühl einer Fehlentscheidung zu vermeiden.

Excerpt out of 88 pages  - scroll top

Details

Title
Behavioral Finance und die Anlageentscheidung eines privaten Aktionärs
College
Nürtingen University
Grade
1.3
Author
Diplom Betriebswirt (FH) , Dipl. Handel. Alexander Thomas (Author)
Publication Year
2006
Pages
88
Catalog Number
V186419
ISBN (eBook)
9783656997634
ISBN (Book)
9783869431741
Language
German
Tags
behavioral finance anlageentscheidung aktionärs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Betriebswirt (FH) , Dipl. Handel. Alexander Thomas (Author), 2006, Behavioral Finance und die Anlageentscheidung eines privaten Aktionärs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186419
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  88  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint