Über das Thema Arbeitszufriedenheit existiert eine unüberschaubare Anzahl von Forschungsarbeiten. Die Beziehung zwischen Arbeitszufriedenheit und Lebenszufriedenheit stand dabei lange Zeit nicht an erster Stelle des Erkenntnisinteresses, da andere Themen, wie z.B. der Zusammenhang mit der Arbeitsleistung, wichtiger erschienen. In der vorliegenden Arbeit nun wird bilanziert, was bisher über den Zusammenhang von Arbeits- und Lebenszufriedenheit herausgefunden wurde. Einleitend wird darauf eingegangen, welche Rolle die Arbeit in unserer Gesellschaft spielt. Im Zuge dessen werden wichtige Aspekte des Wertewandels diskutiert, was zu dem Ergebnis führt, dass Selbstentfaltungswerte eine größere Rolle spielen, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Nach einer ausführlichen Darstellung über die Arbeitszufriedenheitsforschung, in der sowohl ein Überblick über die Forschungshistorie, eine Definition, als auch ausgewählte Theorien zu diesem Konstrukt aufgeführt werden, folgt ein genauerer Blick auf die Lebenszufriedenheit. Hier wird ebenso ein Definitionsversuch unternommen, einige Komponentenmodelle, in denen Lebenszufriedenheit enthalten ist, dargestellt und Determinanten aufgezeigt. Schließlich werden exemplarisch verschiedene Untersuchungsergebnisse zum Zusammenhang von Arbeits- und Lebenszufriedenheit präsentiert. Dazu konnten drei Hypothesen gefunden werden: Die Spillover-, die Kompensations- und die Segmentationshypothese. Letztlich stellte sich heraus, dass der Zusammenhang komplexer ist, als zunächst angenommen und Faktoren, wie etwa die Persönlichkeit, einen maßgeblichen Einfluss auf den Zusammenhang haben. Abschließend wird diskutiert welche Implikationen die referierten Ergebnisse für die Praxis enthalten und ein kurzer Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsarbeiten gewagt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Bedeutung der Arbeit
2.1 Die Arbeitsauffassung im historischen Verlauf
2.2 Der Wert der Arbeit
2.3 Die unterschiedlichen Funktionen der Arbeit
3 Arbeitszufriedenheit
3.1 Einführung und Forschungsüberblick
3.2 Forschungshistorie: Der humanistische Ansatz
3.3 Der Begriff Arbeitszufriedenheit
3.3.1 Abgrenzung zu Motivation
3.3.2 Definition
3.4 Theoretische Zugänge zur Arbeitszufriedenheit
3.4.1 Die Motivationstheorie von Maslow
3.4.2 Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
3.4.3 Die Equity-Inequity-Theorie von Adams
3.4.4 Die VIE-Theorie von Vroom
3.4.5 Das Arbeitszufriedenheitsmodell von Bruggemann
4 Lebenszufriedenheit
4.1 Einführung
4.2 Vielfalt der Begriffe
4.3 Definition
4.4 Komponentenmodelle
4.4.1 Das Modell von Diener
4.4.2 Das Modell von Becker
4.4.3 Das Modell von Mayring
4.5 Determinanten der Lebenszufriedenheit
5 Der Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Lebenszufriedenheit
5.1 Bestandsaufnahme von ersten Forschungsansätzen zum Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Lebenszufriedenheit
5.2 Diskussion der Ergebnisse und neueste Forschungsansätze
5.3 Implikationen für die Praxis
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und allgemeiner Lebenszufriedenheit. Ziel ist es, den Forschungsstand zu bilanzieren, theoretische Grundlagen zu beleuchten und zu klären, inwieweit berufliche Zufriedenheit die Lebensqualität beeinflusst oder durch diese determiniert wird, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Bedeutung und Wandel der Arbeit in der Gesellschaft
- Theoretische Modelle zur Arbeitszufriedenheit (z.B. Maslow, Herzberg, Bruggemann)
- Struktur und Einflussfaktoren der allgemeinen Lebenszufriedenheit
- Empirische Untersuchung des Wirkungszusammenhangs (Spillover-, Kompensations-, Segmentationshypothese)
- Praktische Implikationen für das betriebliche Gesundheits- und Personalmanagement
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Die Motivationstheorie von Maslow
Maslow (1954/1981) geht davon aus, dass der Mensch verschiedene Grundbedürfnisse hat, nach deren Befriedigung er strebt. Er klassifiziert in seiner Theorie fünf verschiedene Bedürfnisklassen und beschreibt wie diese zueinander stehen. Durch Lernerfahrungen und kulturelle Einflüsse kann die Ausgestaltung zwar beeinflusst werden, jedoch sind diese Grundbedürfnisse im Grundsatz universell und nicht zu ändern. Diese Grundbedürfnisse hebt Maslow in fünf Gruppen voneinander ab, die hierarchisch aufeinander aufbauen. Seine Theorie wird auch als hierarchisches Bedürfnismodell bezeichnet (Kühn, Platte & Wottawa, 2006, S. 124), welches sich in Form einer „Bedürfnispyramide“ veranschaulichen lässt (vgl. Abbildung 1).
Die erste Stufe beinhaltet die physiologischen Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse dienen dazu, den Organismuskreislauf aufrecht zu erhalten, wie z.B. das Bedürfnis nach Essen, Trinken und Schlaf. Bedürfnisse dieser Art werden als körperlicher Mangelzustand erlebt und dominieren das Denken des Menschen solange sie nicht befriedigt sind. Sobald diese Bedürfnisse hinreichend befriedigt sind, rücken die Bedürfnisse der nächsten Stufe in den Fokus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Arbeitszufriedenheit und skizziert die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Die Bedeutung der Arbeit: Dieses Kapitel behandelt den historischen Wandel des Arbeitsbegriffs, diskutiert den Wert der Arbeit in der heutigen Gesellschaft und analysiert deren psychosoziale Funktionen.
3 Arbeitszufriedenheit: Hier werden die Forschungshistorie, die begriffliche Abgrenzung zur Motivation und die zentralen theoretischen Ansätze der Arbeitszufriedenheit detailliert dargestellt.
4 Lebenszufriedenheit: Dieses Kapitel widmet sich der Definition der Lebenszufriedenheit, stellt verschiedene Komponentenmodelle vor und analysiert deren Determinanten.
5 Der Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Lebenszufriedenheit: Es erfolgt eine Analyse der empirischen Befunde zum Wechselspiel zwischen beiden Konstrukten, inklusive der Diskussion verschiedener Hypothesen und praktischer Implikationen.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Arbeitszufriedenheit, Lebenszufriedenheit, Wertewandel, Motivation, Selbstverwirklichung, Human Relations, Spillover-Hypothese, Kompensationshypothese, Arbeitsmotivation, Persönlichkeit, Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, Organisationspsychologie, Berufszufriedenheit, Produktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen der Zufriedenheit am Arbeitsplatz und der allgemeinen Lebenszufriedenheit der Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der historische Wandel des Stellenwerts der Arbeit, theoretische Motivationstheorien, Konzepte der Lebenszufriedenheit sowie der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und Arbeitsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Forschungsstand zur Kopplung von Arbeits- und Lebenszufriedenheit zu systematisieren und zu bewerten, um praktische Empfehlungen für eine humanere Gestaltung von Arbeitsplätzen zu formulieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung zahlreicher empirischer Studien aus den letzten 50 Jahren basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Theorien zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit) und die Analyse des Zusammenhangs (Spillover- vs. Kompensationseffekte) sowie eine abschließende Diskussion praktischer Implikationen für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arbeitszufriedenheit, Lebenszufriedenheit, Motivationsmodelle, Wertewandel und Spillover-Hypothese charakterisieren.
Was versteht man in dieser Arbeit unter dem "downshifting"-Trend?
Damit wird das Bestreben beschrieben, das Arbeitspensum zugunsten von mehr Lebensqualität zu reduzieren ("einen Gang runterschalten"), was als Indiz für einen Wertewandel interpretiert wird.
Welche Rolle spielen Persönlichkeitsmerkmale für die Zufriedenheit?
Die Arbeit stellt heraus, dass Persönlichkeitsfaktoren, wie etwa die Selbstwahrnehmung (Core Self-Evaluations), einen signifikanten Einfluss darauf haben, wie Menschen ihre Arbeits- und Lebenssituation bewerten, unabhängig von objektiven Bedingungen.
- Arbeit zitieren
- Mona Bierbaum (Autor:in), 2007, Berufliche Arbeitszufriedenheit und ihre Bedeutung für die allgemeine Lebenszufriedenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186432