Nordische Mythologie in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts


Magisterarbeit, 2004

113 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mythos

3. Der Nordische Mythos
3.1 Fabelwesen der Nordischen Mythologie
3.3 Heldenmythen

4. Überlieferung der Mythen
4.1 Die Lieder-Edda
4.2 Die Prosa-Edda
4.3 Die Skaldendichtung
4.4 Die Sagas

5. Wiederbelebung der nordischen Mythologie in Literatur und Musik

6. Nordische Motive in der Englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts
6.1 ‘Secondary World Fantasy’
6.2 ‚Metaphysical Fantasy’
6.3 ‚Emotive Fantasy’
6.4 ‚Comic Fantasy’
6.5 ‚Subversive Fantasy’

7. Analysebeispiele
7.1 Eric Rucker Eddison Styrbjörn der Starke
7.1.1 Inhaltswiedergabe
7.1.2 Nordische Mythen im Styrbjörn und deren Verarbeitung
7.1.3 Sprachliche und stilistische Elemente
7.2 Douglas Adams The Long Dark Tea-Time of the Soul
7.2.1 Inhaltswiedergabe
7.2.2 Nordische Mythen und ihre Verarbeitung bei Adams
7.2.3 Sprachliche und stilistische Umsetzung
7.3.1 Exkurs: Beowulf
7.3.2 Grendel: Inhaltswiedergabe
7.3.3 Nordische Mythen im Grendel
7.3.4 Sprachliche und stilistische Umsetzung

8. Zusammenfassung

9. Bibliographie
9.1 Primärliteratur
9.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung

Die moderne Gesellschaft, die sich technisch immer schneller zu Höchstleistungen entwickelt und das Leben immer schnelllebiger werden lässt, gewährt kaum noch Raum für Märchen und Sagen. Vielleicht ist gerade deswegen das Interesse, ja sie Sehnsucht der Menschen, sich ab und zu in eine solche Märchenwelt zu flüchten, gestiegen. Auch Künstler, wie Schriftsteller, Musiker und Regisseure beschäftigen sich wieder zunehmend mit derartigen Themen. Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert existieren heutzutage wieder eine Reihe von Romanen, Erzählungen, Filmen und sogar Comics, die dem Publikum fantastische Geschichten präsentieren. Sie handeln von Fabelwesen oder Helden, die nicht zum alltäglichen Bild unserer Welt gehören. Nicht immer entspringen diese Inhalte der puren Phantasie des Künstlers. Oftmals bediente sich der Urheber anderer Vorlagen, die meistens schon sehr viel älter sind. Bei solchen Vorlagen handelt es sich nicht selten um Mythen und Volkssagen, die durch ihre unglaublichen Elemente die Menschen faszinieren.

In jedem Sagenkreis, ob es sich dabei um den griechischen, den orientalischen, den keltischen oder den germanischen handelt, spielen Zauberwesen, Helden und Ungeheuer eine herausragende Rolle. Besonders düster und furchteinflößend erscheinen in diesem Zusammenhang die Geschichten, die uns die germanische, insbesondere die nordische Mythologie erzählt. Eine Ursache für die Entstehung solcher Erzählungen, die die Menschen erschaudern lassen, liegt u.a. in der Umgebung und den Erfahren der Nordgermanen begründet. So schufen die heidnischen Skandinavier sich eine Mythenwelt, die sowohl Naturerscheinungen, wie endlos dichte Wälder, übermächtig erscheinende Berge und lange dunkle Winter, als auch die alltägliche Schwierigkeiten im Zusammenleben, erklären sollten. Die daraus entstandene Mystik dieses Sagenkreises ist wahrscheinlich ein Grund dafür, dass auf Gestalten der nordischen Mythologie, wie z.B. Hexen, Trollen, Riesen und Elfen, sowohl in der Märchenerzählung, als auch in der Kunst immer wieder zurückgegriffen wird.

Diese Arbeit hat sich zum Ziel gemacht, herauzustellen, inwiefern die Stoffe nordischer Mythen Eingang in die Literatur gefunden haben. Mitte des 20. Jahrhunderts begann sich in England die Fantasyliteratur, die bis dahin nur als Strömung existierte, u.a. auch durch die Werke des J.R.R. Tolkien als Genre zu festigen. Obwohl eine Beschäftigung mit den germanischen Sagen nach dem II. Weltkrieg keinen guten Ruf besaß, wagte sich Tolkien trotzdem u.a. diese Themen in sein Kinderbuch The Hobbit und seine Trilogie

Lord of the Rings mit einzubeziehen. Im Folgenden werde ich untersuchen, inwiefern sich auch andere englischsprachige Autoren des 20. Jahrhunderts in ihren Werken mit den alten Sagen auseinandersetzten. Als Analysebeispiele werden mir hierzu Eric Rucker Eddisons Styrbiornthe Strong, Douglas Adams The long dark Tea-Time of theSoul und John Gardners Grendel dienen.

Als erstes werde ich den Begriff des Mythos im Allgemeinen klären um anhand daran näher auf die nordische Mythen eingehen zu können. Zum besseren Verständnis stelle ich im weiteren die bekanntesten und für die Literaturanalyse wichtigsten Gestalten, also die Fabelwesen, die Götter und die Helden, und die daran geknüpften Geschichten vor. Weiterhin werde ich die Quellen beleuchten, von denen unser heutiges Wissen über die alten Sagen stammt. In diesem Zusammenhang versuche ich die Frage zu beantworten, inwiefern die Überlieferungen den Glauben und das Leben der heidnischen germanischen Stämme noch authentisch widergeben und mich dabei hauptsächlich auf die Inhalte beider Eddas, der älteren und der jüngeren, die Lieder der Skalden und die isländischen Sagas beziehen. Daraufhin folgt ein Einblick in die Verarbeitung der vorgestellten Stoffe und Motive in der Literatur und der Musik, wobei ich mich in erster Linie auf die literaturgeschichtliche Epoche der Romantik und auf die Thematik bei Wagner stützen werde. Bevor ich nun die Werke Eddisons, Adams und Gardners analysiere, werde ich im Folgenden die Einteilung der englischen Fantasyliteratur nach Colin Manlove1 darlegen um so unterschiedliche Art und Weisen der Verarbeitung der Mythen herauszustellen. Die nun folgende Literaturanalyse der drei oben genannten Werken soll in erster Linie deren Inhalte auf die Verwendung nordischer Mythen untersuchen. Hierbei werde ich stets auf die zuvor beschriebene Untergliederung der Fantasyliteratur zurückgreifen und diese an den Werken belegen um so die Verknüpfung uralter Motive mit modernen Techniken der literarischen Verarbeitung zu untersuchen. Das Ziel dieser Arbeit soll also sein, anhand der Analyse dieser drei genannten Werke zu beweisen, dass die nordischen Mythen durch eine zeitnahe Anpassung immer noch aktuell für heutige Autoren und Leser sein können.

2. Der Mythos

Vor der Herausbildung der großen Weltreligionen, einschließlich des Christentums, hatten die menschlichen Gemeinschaften und Kulturen religiöse Vorstellungen, die in jeder Region unterschiedliche Ausprägungen fanden. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten Mythen, die die kultischen Handlungen der Menschen prägten. Die bekanntesten dieser Geschichten handeln von Göttern, Fabelwesen und Helden, die zum Teil später den Stoff von Märchen und Sagen bildeten. Ihre Inhalte sind sowohl phantastischer als auch realistischer Natur, das heißt sie zeichnen ein historisches Abbild des damaligen Lebens, in das unglaubliche und phantasievolle Elemente verwoben sind. Deshalb ist die Grenze zwischen Geschichte und Mythologie auch oftmals sehr verschwommen.

Religionsethnologen wie Frazer und Cassirer bezeichnen Mythen als Erklärungsversuche für unerklärliche Naturphänomene. Ihnen zufolge erfüllten sie damit den Zweck, ein Ordnungssystem aufzubauen, das zwar keine Erklärbarkeit gewisser Ereignisse herstellt, sie jedoch durch Einordnung in Kategorien fassbarer macht. Hierbei wird das Unerklärbare mit dem Erklärbaren verbunden (Pesch 1984: 49). Nachdem diese Ansichten den Mythos eher als Weltsicht beschreiben, betrachten ihn Scholes und Rabkin in ihrem Werk ScienceFiction: History - Science -Vision als literarische Gattung, die den Anfang der Literaturgeschichte in der Entwicklung bis zum Realismus widerspiegelt. Sie sind also fiktionale Literatur, die allerdings nicht schriftlich fixierbar und dem zufolge auch keinem einzelnen Autor zuordenbar ist (1984: 48). Mythen sind also durch das Zusammentragen individueller Erzählungen eines Kollektivs entstanden. Frye geht sogar soweit, Mythen als eigenständige Erzählungen zu begreifen, die in der Literatur stets wieder als Handlungsmuster erscheinen, wie z.B. der Mythos des Drachentöters in J.R.R.Tolkiens The Hobbit, dessen seine Ursprünge sowohl aus dem angelsächsischen Beowulf als auch aus dem südgermanischen Nibelungenstoff und der nordgermanischen Völsunga Saga stammen könnten (1984: 49). Geschichten, die vor langer Zeit als eine Urform der literarischen Gattung durch das Fehlen von wissenschaftlichen Erklärungen entstanden sind, finden sich also durch das Mittel der Intertextualität immer wieder in anderen literarischen Gattungen wieder, wie die folgenden Kapitel dieser Arbeit zeigen werden.

Einige wichtige Punkte zur Theorie der Mythen sollen nun genauer dargestellt werden. In den Mythen „sind die ganze Glaubenslehre, die Ethik und der Kult festgelegt“ (Thiel 1984 : 76). In Anlehnung an die Religionswissenschaftler Mircea Eliade und Hermann Baumann betont Thiel, dass im Mythos die Weltanschauung einer Gemeinschaft oder Kultur zum Ausdruck kommt und unterscheidet damit den Mythos vom Märchen. Im Märchen komme dieser weltanschauliche Gehalt zwar vor, sei aber nicht entscheidend für den Wert und die Bedeutung des Mythos im Leben und in der Kultur der jeweiligen Gemeinschaft (Thiel 1984 : 77). Thiel führt folgende Merkmale auf, die nach Eliade entscheidend für einen Mythos sind (1984:77):

„- Er erzählt eine wahre Geschichte,
- die Geschichte ist sakral und heilig,
- sie handelt von der Urzeit der Schöpfung,
- sie ist exemplarisch für die Jetztzeit,
- sie ist wiederholbar (damit sie wirksam wird),
- die in ihr handelnden Personen sind übernatürliche Wesen.“

Dabei ist zu erläutern, dass die Wahrheit eines Mythos nicht als historische oder Tatsachenwahrheit verstanden werden darf, sondern eben als religiöse oder weltanschauliche Wahrheit. Der Mythos ist wahr, weil er bspw. von etwas erzählt, was für die Menschen von grundsätzlicher Bedeutung ist (wie Mythen über den Tod oder über die Himmelskörper, die den Rhythmus von Tag und Nacht oder der Jahreszeiten bestimmen). Insofern diese Mythen von den Ursprüngen grundsätzlicher Gegebenheiten der Welt berichten, sind sie sakral, d.h. heilig und handeln von der Urzeit, und zwar entweder von der Urzeit der Schöpfung oder der Urzeit der Entstehung einer bestimmten Volks- oder Kulturgemeinschaft oder einer bestimmten Sitte. Bestimmte Ereignisse oder Handlungen der Mythen werden im Kult wiederholt oder nachgestellt, bzw. werden in kultischen Handlungen wie Opferungen die Beziehungen zu den in den Mythen dargestellten Göttern oder Mächten wiederhergestellt. Schließlich sind die handelnden Personen eines Mythos „keine Menschen mehr, sondern Götter, Heroen oder doch Übermenschen“ (Thiel 1984 : 78). Legt man diese Kriterien zu Grunde, so haben nach Thiel, der sich hier an Eliade orientiert, „die Mythen der Griechen, wie sie uns Homer, Hesiod oder auch spätere die griechischen Klassiker vermitteln, keinen mythischen Charakter mehr“ (Thiel 1984 : 79). Denn diese Mythen seien bereits rational durchdacht und die Hörer und Zuschauer glaubten nicht mehr an die Wirkung der Mythen: „Sie werden nicht mehr zelebriert, sondern nur mehr erzählt“ (Thiel 1984 : 82). Dieser Einwand könnte auch für die germanischen Mythen gelten, da diese in der heute bekannten Form erst schriftlich überliefert wurden, als das Christentum bereits zu den heidnischen Religionen in Konkurrenz getreten war und so der Glaube an die ursprünglichen Mythen schon nicht mehr ursprünglich oder ungebrochen war.

Nichtsdestoweniger behalten diese Mythen mit ihrer Beziehung auf das Übernatürliche und Sakrale einen mythischen Gehalt, der sie immer noch von bloßen Erzählungen oder Märchen unterscheidet. Besonders die Geschichte des Christentums zeigt, dass die Völker, die zum Christentum missioniert wurden, lange Zeit noch an bestimmten Gewohnheiten oder Glaubensvorstellungen ihrer ursprünglichen Religion festhielten. So wurden Kirchen „oft auf den alten Kultplätzen errichtet“ (Ejerfeldt 1971 : 340) oder die Eigenschaften der alten Götter auf den christlichen Gott oder die Heiligen übertragen. Schließlich gibt es noch im Volksglauben der heutigen Zeit in Skandinavien „noch Momente, die ihre Wurzeln in heutiger Zeit haben, sie sind natürlich stark verdünnt, vermischt und umgedeutet“ (Ejerfeldt 1971 : 341). Das dürfte auch auf die Nachwirkungen der Mythen zurückzuführen sein, die als Geschichten ja weiterhin erzählt wurden.

Nach Ernst Cassirer ist das Entscheidende des Mythos seine Funktion. Zwar wird der Mythos oft allegorisch gedeutet und als Erklärung für ansonsten womöglich unerklärliche Phänomene herangezogen, wie bspw. die Erklärung kosmologischer Mythen über den Ursprung der Welt oder die Bewegungen der Himmelskörper, doch meint Cassirer, dass diese Erklärung nicht die primäre Funktion des Mythos sei. Vielmehr drückt sich im Mythos ein bestimmtes Lebensgefühl aus. So wird im Falle des Animismus die Welt nicht deswegen als beseelt angesehen, weil sich ansonsten die Bewegungen von Bäumen im Wind oder das Verhalten von Tieren nicht erklären ließe, sondern weil sich das mythische Bewusstsein eins mit seiner Umwelt fühlt. Wenn also das mythische Bewusstsein sich selbst als beseelt ansieht oder fühlt, so wird auch die Welt insgesamt als beseelt aufgefasst. Demzufolge wird auch das Bedrohliche und Freundliche in der Welt als Wirken bedrohlicher oder freundlicher Mächte aufgefasst. „Der Mythos ist ein Abkömmling der Emotion, und sein emotionaler Kontext durchtränkt seine Hervorbringungen mit seiner spezifischen Färbung.“ (Cassirer 1996 : 131.) Da nun diese Mächte tätig sind bzw. so wahrgenommen werden, ist die Welt des Mythos auch wesentlich dramatisch: „eine Welt des Handelns, der Kräfte, der widerstreitenden Mächte“ (Cassirer 1996 : 123). Und weil der Mythos eben nicht erfunden wurde, um etwas zu erklären, sondern eher um die emotionale Stimmung einer bestimmten Situation, eines besonderen Phänomens oder eines Ereignisses auszudrücken, ist er fiktiv und darf nicht mit einer wissenschaftlichen Erklärung verwechselt werden (Cassirer 1996 : 119). Über die emotionale Funktion hinaus ordnet der Mythos die Welt in bestimmte Kategorien, etwa Lebensbereiche, Handlungen oder Orte in ‘Heilig’ und ,Profan’; oder ordnet bestimmte Lebensbereiche bspw. in Analogie zu den natürlichen Himmelsrichtungen an, so dass es Bereiche gibt, die dem Norden angehören und andere, die den anderen Himmelsrichtungen entsprechen. Für die Göttergestalten in den Mythen gilt nach Cassirer, dass diese nicht nur Projektionen der Eigenschaften sind, die die Menschen bei sich selbst vorfinden, sondern dass hier eine Wechselwirkung vorliegt. Dadurch dass bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen auf die Götter projiziert werden, erkennt sich der mythisch denkende Mensch auch selbst in diesen Göttern und ihren Handlungen wieder (Graeser 1994 : 73 f.). Dies ist besonders wichtig, wenn man nicht nur die Mythen der sogenannten primitiven Völker betrachtet, sondern außer den Götter- und Schöpfungsmythen auch Heldenmythen wie bspw. in der Germanischen Mythologie. Auch für die Heldenmythen kann man sagen, dass der emotionale Aspekt eine wichtige Funktion spielt, da sich in ihnen eine Gemeinschaft mit den Helden ihrer Vorzeit emotional identifiziert und bestimmte Hoffnungen oder gesellschaftliche oder historische Erfahrungen auf diese Helden projiziert und dann möglicherweise die eigenen Werte und Verhaltensweisen an diesen Mythen orientiert.

3. Der Nordische Mythos

Nachdem der vorangegangene Abschnitt herausgestellt hat, was den Mythos im Allgemeinen kennzeichnet, wird dieser sich speziell mit dem heidnischen, d.h. vorchristlichen Glauben der Germanen beschäftigen. Keine andere Mythologie beeinflusste die Entstehung von Märchen- und Phantasiegestalten derart, wie es der Nordische Mythos2 tat. Um eine klare Eingrenzung der heidnischen Glaubens der Germanen zu erreichen, muss man sich als erstes die Frage stellen, in welcher Zeitspanne man von heidnischen Mythen in Nordeuropa sprechen kann und welche Bevölkerungsgruppen diesen verehrten.

Die Nordmänner waren, im Gegensatz zu den Mitteleuropäern, erst ab dem 8.Jahrhundert in der Lage, Geschichten aufzuschreiben. Bis kurz vor Beginn der Wikingerzeit, welchen man mit dem Jahr 793 datiert, waren die Runen im älteren Futhark zusammengefasst und fungierten nur als Symbolzeichen. Im jüngeren Futhark kam ihnen teilweise die Bedeutung als Schriftzeichen zu. Erst ab dem 11. Jahrhundert wurde das Runenalphabet auch Gebrauchsschrift. Diese Tatsache hat zur Folge, dass sich kaum ältere schriftliche Überlieferungen über den Glauben der Skandinavier finden lassen. Jedoch existieren derzeit ca. 200 Funde von Runeninschriften mit Symbolzeichen aus der Periode des Urnordischen, die ältesten datieren um 300 n.Chr., die bereits mythischen Inhalts waren. Otto Hantl zufolge existierte der Urglaube bereits vor 250 000 Jahren in einer etwas veränderten Form, worauf die uralten Externsteine am Idafeld hindeuten (1983: 12). Nach und nach passte er sich dann den Gegebenheiten des menschlichen Lebens an. Als z.B. um 3000 v.Chr. der Ackerbau entstand, entwickelten sich auch Opferrituale für Fruchtbarkeitsgötter, wie Freyr ausführt (Turville-Petre 1964:

3). Die Entwicklung des germanischen Heidentums muss also viele tausend Jahre vor ihrer schriftlichen Überlieferung begonnen haben, auch wenn man bis heute nicht weiß, wie alt dieser Glaube wirklich war.

Eben so schwierig ist es, denn Zeitpunkt zu datieren, an dem man in Skandinavien den heidnischen Glauben zugunsten des christlichen aufgab. Die ersten schriftlichen Überlieferungen, die uns ein umfassendes Bild über die nordische Götter- und Heldenwelt erschließen, stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Ihre Verfasser schrieben über heidnische Mythologie, als Skandinavien schon rund 200 Jahre dem Christentum angehörte. Jedoch gibt es keine zeitlich genaue Begrenzung, an der das Heidentum aufhörte zu existieren. Später und langsamer als im restlichen Europa begann das Christentum Anfang des 8. Jahrhunderts in Skandinavien Einzug zu halten. Dies geschah durch den Missionsauftrag des westfälischen Mönches Ansgar. Allerdings ging dieser Prozess sehr schleppend voran. In Norwegen und Dänemark vollzog sich die Missionierung am schnellsten, was nicht zuletzt durch die Kontakte zu England zu erklären ist. So wurden der dänische König Harald Blauzahn und der Norweger Harald Schönhaar um 960 getauft. Die Bevölkerung hingegen weigerte sich noch lange Zeit, ihre heidnischen Rituale aufzugeben. Langsam vermischten sich der alte mit dem neuen Glauben, das heißt, während das Christentum schon als offizielle Religion praktiziert wurde, fanden noch heimlich heidnische Opferungen statt. Diesen Prozess des allmählichen friedlichen Übergangs bezeichnet man als Synkretismus, dem wahrscheinlich zum Teil auch noch die Autoren der Überlieferungen unterlagen. Hinzu kam, dass die skandinavischen Länder sich unterschiedlich schnell dem Christentum anschlossen. Während Island und Norwegen bereits 1000 bzw. 1030 n.Chr. gänzlich christianisiert waren, konnte sich in Schweden das Christentum erst 1083/ 84 durchsetzten. Trotzdem wurden dort nach wie vor noch heidnische Opfer in Tempeln dargebracht. Wie man an den Ausführungen unschwer erkennen kann, ist es durch die Zeit des Synkretismus unmöglich einen genauen Endzeitpunkt für den Glauben an die germanische bzw. altnordische Mythologie festzulegen.

Die territoriale Ausdehnung des germanischen Glaubens reichte anfangs nur bis Dänemark, Norwegen und Schweden, wobei Norwegen als Mittelpunkt der nordischen Kultur galt. Zwischen 860 und 870 starteten drei zufällige Entdeckungsfahrten, die spätere Besiedlung Islands zur Folge hatten. Mit der Herrschaft Harald Schönhaars Unzufriedene brachten die norwegische Kultur und den Glauben mit, in dem sie sich auf der Insel niederließen (Herrmann 2002: 9). Dort sollte sich dann später die Hochburg der Sagadichtung entwickeln. Die Norweger brachten ihren Glauben allerdings nicht nur nach Island. Seit Beginn der Wikingerzeit konnte er durch diverse Eroberungsfahrten der berüchtigten Seemänner auch auf die Britischen Inseln transportiert werden. Wenn auch die Angelsachsen nicht dieselben Götter und Helden wie die Skandinavier verehrten, lassen sich die Einflüsse des nordischen Mythos an vielen Stellen nachweisen. Das altenglische Prosagedicht Beowulf, auf welches ich mich noch beziehen werde, ist nur eines der viele Beispiele dafür, wie der Nordische Mythos auch die Angelsachsen beeinflusste.

Während dieser Abschnitt die nordische Mythologie sowohl temporal als auch lokal eingegrenzt hat, werde ich im folgenden klären, was alles zur nordischen Mythologie zuzuordnen ist.

3.1 Fabelwesen der Nordischen Mythologie

Der Glaube an Naturgeister bei den Nordgermanen war sehr mannigfaltig und findet sich oft in Märchen und Sagen wieder. In keinem anderen Mythos muten die Fabelgeschichten von übernatürlichen Wesen so mysteriös und düster an wie hier.

Wahrscheinlich ließen die wilde Natur mit ihren dichten Wäldern und scheinbar unbezwingbaren Gipfeln und die endlos langen und dunklen Winter Skandinaviens die Phantasie seiner Bewohner solche Geschichten spinnen. Da die Zahl der nordischen Mythengestalten sehr umfangreich und vielschichtig ist, wird dieses Kapitel die nur die bekanntesten und für die weitere Arbeit relevanten beleuchten.

Paul Herrmann untergliedert die nordische Mythologie in Seelenglaube, Naturverehrung und Götterglaube. Die nun folgenden Ausführungen stützen sich auf Herrmanns Dreiteilung aus seinen Buch Nordische Mythologie.

Als erstes werde ich die Hexe vorstellen, eine Gestalt die vom Volksglaube aus Einzug in viele Märchen gefunden hat. Sie steht in gewisser Hinsicht zum Seelenglauben der nordischen Heiden in Beziehung. Paul Herrmann zufolge gab es zwei Arten von Hexen: Auf der einen Seite die, die als Geister der Verstorbenen ihr Unwesen treiben, auf der anderen Seite lebende Frauen, die nachts ihre Seele aussendeten (2002: 47ff.). Beide hatten gemeinsam, dass ihre Taten durchweg von Boshaftigkeit getrieben waren. Sie trafen sich auf den Gipfeln von Bergen, um dort ihre Versammlungen, die altnordischen Thinge abzuhalten. Am bekanntesten ist hierbei sicher auch im südgermanischen Raum das Hexentreff in der Walpurgisnacht. Den im Norden für die Hexe üblichen Name Troll führt Herrmann auf den altnordischen Begriff trodla oder trolla zurück, was die Bedeutung ‚durch Alp gequält werden’ besitzt (2002: 48). Ein weiteres Fabelwesen des Seelenglaubens ist der Widergänger. Auch diese Figur hat in zahlreichen Variationen Eingang die Literatur verschiedener Epochen gefunden.3 Widergänger können ganz verschiedene Gestalten annehmen. Sie sind die Geister Verstorbener, die aus verschiedenen Gründen zurückkehren. Ähnlich wie die Ägypter glaubten die Bewohner des Nordens, dass nach dem Tod der Körper erhalten werden müsse, damit die Seele dasselbe täte. Im Normalfall würde diese dann in seinem reich ausgestatteten Grab, wie in seinem Haus zuvor, weiterleben.4 Zur Erfüllung unerledigter Aufgaben könne die Seele auch zurückkehren. Weiterhin konnten auch die Seelen besonders grausamer oder bösartiger Menschen zum Widergänger werden. Diese Art von Geistern gehören wohl am ehesten zu den Vorbildern der Literaturgeschichte.

In engem Zusammenhang mit dem Widergänger steht auch der Werwolf oder der Berserker, wie er im Nordischen auch genannt wurde. Bösartige Seelen Verstorbener stellte man sich laut Herrmann oft in Hunds- oder Wolfsgestalt vor (2002: 52). Wenn nun ein solches Tier Unheil anrichtete, was oft nachts geschah, glaubte, man eine böse Seele hätte dies getan. Hierzu missbrauchte sie einen Lebenden, der sich bei Nacht in eine Bestie verwandelte. Der im Nordgermanischen für den Werwolf gebräuchliche Name Berserker stammt übrigens laut Klaus von See von ekstatischen Kämpfern ab, die nach alten Überlieferungen mit Tierfellen bekleidet waren. Die erste Erwähnung hätten diese in der Haraldskviða, ein Preislied auf Harald Schönhaar aus dem 9. Jahrhundert. Sie sollen dort eine Art Elitetruppe des Königs gewesen sein (von See 1981: 311 ff.).

Eine weitere wichtige Gruppe der nordischen Fabelwesen sind die Alben. Sie gehören zu den Naturgeistern und sind von sehr verschiedener Art. Oftmals werden sie auch als Elfen bezeichnet, ein Begriff der Zugang zu den Märchen und der modernen Fantasyliteratur gefunden hat, aber nicht die gesamte Gruppe der Alben umfasst. Die Arten der Alben sind divers: sie bewohnen das Wasser (z.B. die Nixe), die Wälder, die Höhlen und die Luft. Nach Herrmann sind manche Alben ursprüngliche Seelengeister, andere einfach zur Personifikationen der Naturkräfte (Herrmann 2002: 67). Grob kann man sie in Licht- und Schwarzalben untergliedern. Erstere sind den Menschen wohl gesonnen, leben aber trotzdem im Verborgenen. Sie besitzen Zauberkräfte und sind sehr geschickt. Im Gegensatz zu den Schwarzalben stehen sie den bedeutendsten Göttern der Nordischen Mythologie, den Asen, auf welche im Folgenden noch eingegangen wird, sehr nahe. Sie leben im Himmelreich des Gottes Freyr, der aus den zweiten Göttergeschlecht, den Vanen, abstammt.

Im Gegensatz zu den Lichtalben leben die Schwarzalben unter der Erde in Höhlen. Nachdem Odin, Vili und Ve aus den Überresten des toten Urriesen Ymir die Welt geschaffen hatten, begannen Maden, aus dem verwesenden Fleisch Ymirs zu kriechen. Diese verbannte Odin unter die Erde und nannte sie Zwerge, die Schwarzalben (Tetzner: 2002: 15). Auch sie sind, wie die Lichtalben handwerklich geschickt, sie schmiedeten eine Reihe von Kleinoden für die Götter, wie z.B. den Goldring Draupnir des Odin, den Eber Gullinborsti des Freyr und Thors Hammer Mjöllnir.5 Jedoch stehen die Schwarzalben in einem zwiespältigen Verhältnis zu den Göttern. Einerseits schmiedeten sie sehr nützliche Dinge für sie, andererseits sind sie oftmals hinterlistig und den Göttern feindlich gesinnt.

Die wohl wichtigsten Fabelwesen der nordischen Mythologie sind die Riesen. Otto Hantl zufolge waren diese die Urahnen der später bekannten nordischen Götter (Hantl 1883: 27ff.). So wird auch der Gott des Feuers Loki als zur Riesenfamilie gehörig bezeichnet. Sie sind auf der einen Seite roh, zerstörerisch, plump und den Menschen feindlich gesinnt, auf der anderen Seite weise und treu. Die bösartigen unter ihnen werden Thursen genannt. Der Riese heißt auf altnordisch Jötunn, was der Gefräßige bedeutet und laut Herrmann darauf hindeutet, dass die Riesen oft auch Menschenfresser gewesen sein sollen (Herrmann 2002: 100). Sie haben ihr Unwesen in den Bergen getrieben und noch heute heißt das Hochgebirge Norwegens deshalb Jötunheim. Ihr Verhältnis zu den Göttern ist meistens schlecht gewesen, was schon daran erkennbar ist, dass schon in der Schöpfungsgeschichte die Urriesen von der Göttertrias Odin, Vili und Ve erschlagen wurde. Außerdem verbannten sie die Götter in einen Außenring der Erde, welchen sie Utgard nannten. Während sich Odin des weilen von den Riesen beraten lässt, wie z.B. vom weisen Vafþruðnir, ist Thor ihr größter Feind. Auch wenn die männlichen Riesen als plump und bärtig gelten, schreibt man den Riesinnen der nordischen Sage große Schönheit zu. Ein Beispiel dafür ist Gerd, der Tochter des Bergriesen Gymir, die so schön ist, dass Freyr sich unsterblich in sie verliebte.

Bevor im nächsten Kapitel die nordische Götterwelt beleuchtet wird, werde ich als letzte Fabelwesen die Nornen und die Walküren vorstellen, die in engem Zusammenhang mit den Asen stehen. Erstere sind die Schicksalsfrauen, die allen Wesen ihre Vorbedeutung zumessen. Die drei wichtigsten sind Urd, sie herrscht über die Vergangenheit, Verandi bestimmt die Gegenwart und von Skuld hängt die Zukunft ab. Sie werden oft bildlich als Spinnerinnen dargestellt und jeder ist ihren Prophezeiungen unterworfen, selbst die Götter. So sagen sie z.B. den Untergang der Götter, genannt Ragnarök6, voraus. Ähnlich wie die Nornen sind auch die Walküren in gewisser Weise Schicksalfrauen. Sie werden als Schildmädchen, d.h. Kämpferinnen dargestellt und gelten als heroisch und sehr schön. Im Gegensatz zu den Nornen, deren Voraussagen selbst Odin unterworfen ist, stehen die Valküren im Dienste Odins. Nachdem ihm von den Norden der Untergang prophezeit wurde, rüstet er sich nun für den schwersten Kampf der Götter und baut aus den tapfersten Kämpfern unter den Menschen eine Armee auf. Die Walküren haben hierbei die Aufgabe, die Kämpfer zu bestimmen, die im Krieg fallen und nach Walhall kommen sollten. Weiterhin bewirteten die Walküren die Gefallenen in Walhall und sorgten auch sonst für ihr wohl. In vielen Nordischen Heldensagen tauchen Walkürenartige Frauen auf. Diese spielen meist eine bedeutende Rolle für das Schicksal der Helden, wie z.B. die Brynhild der Völsunga saga, welche ein späteres Kapitel noch genauer betrachten wird.

Obwohl alle diese Fabelwesen sehr unterschiedlich in Gestalt und ihnen angedichteter Wirkung waren, hatten sie doch alle gemeinsam, dass die Gedanken an sie den Menschen Unbehagen, wenn nicht gar Furcht einflössten. Wahrscheinlich deshalb verbannte sie die Phantasie der Nordgermanen auch zum Großteil in dichte und fernabgelegene Naturgefilde. Des weiteren stehen alle in einem mehr oder weniger engem Zusammenhang mit den Göttern, welche das folgende Kapitel näher beleuchten wird.

3.2 Die Götter des nordischen Mythos

Wie die meisten vorchristlichen Glauben war auch das germanische Heidentum vom Polytheismus bestimmt. Die Abenteuer germanischer Gottheiten sind sehr vielfältig und phantasievoll und trugen in hohem Maße zum religiösen Leben der Menschen bei. Die große Verehrung der Götter ist heute noch an verschiedenen Ortsnamen Skandinaviens, wie z.B. Odense in Dänemark sichtbar. Dieses Kapitel soll keine umfassende Beleuchtung der Göttersagen hervorbringen. Vielmehr soll es die wichtigsten Götter und ihre Erlebnisse so vorstellen, dass es zum groben Verständnis der komplexen Mythen beiträgt.

Die nordischen Götter waren unterteilt in die Vanen und die Asen. Erstere sollen zuerst existiert haben, was daran erkennbar ist, dass ihr Wirken sich mehr auf Fruchtbarkeit und Erntesegen richtete. Die Asen jedoch waren die mächtigeren der beiden Göttergeschlechter, sie waren Kriegs- und Heeresgötter. Im Gegensatz zur griechischen Mythologie besaßen sowohl die Asen, als auch die Vanen, menschliche Fehler und waren sterblich. In vielen Sagen der Mythologie ist deshalb auch nicht zu unterscheiden,

ob es sich bei dem Helden um einen Gott oder um einen menschlichen König handelt.7 Die beiden bedeutendsten Götter der nordischen Sage sind Odin und Thor, welche im süd- und westgermanischen Raum unter den Namen Wodan und Donar bekannt sind. Beide gehören zu den Asen. Um eine Hierarchie in der germanischen Götterwelt zu erreichen, galt Odin als der höchste Ase und als Vater aller anderen Götter, obwohl Thor im Volksglauben wesentlich beliebter war.8 Odin erschuf zusammen mit seinen Brüdern Vili und Ve die Welt und die ersten Menschen.9 Wie bereits oben erwähnt, erschlugen die drei Götter den Urriesen Ymir und schufen aus seinem Fleisch die Erde, aus seinem Blut das Meer, die Seen und Flüsse und aus seinen Knochen die Berge. Danach teilten sie die Erde in Midgard, die Mitte, die von den Menschen bewohnt wird, in Asgard, das Reich der Götter, und in Utgard, die Herberge der Riesen auf. Über Asgard und Midgard herrscht nun Odin. Er ist sehr vielschichtig in seinen Wesenzügen und Tätigkeitsbereichen. R.I. Page schließt dies in seinem Buch NordischeMythen aus den vielen verschiedenen Namen, die ihm gegeben wurden. Er sei zum Beispiel: „... der Gott des Krieges und des Sieges, der Gott des Zaubers, der finstere Gott, der furchteinflößende und ehrfurchgebietende Gott, der Gott, der den Winden befehlen, der Gott, dessen Wort man nicht trauen konnte.“ (Page 1993: 65). In dieser Äußerung ist u.a. enthalten, dass Odin als einziger Ase Zauberkräfte besitzt, wobei seine Fähigkeit zum Gestaltenwechsel wohl die bekannteste ist. Mehrere Lieder der älteren Edda haben unter anderem diese Fähigkeit zum Thema. Im Grimnismál testet Odin die Gastfreundlichkeit des König Geirröd und nennt sich Grimnir, was „der Maskierte“ bedeutet. Das Ergebnis dieses Tests ist, dass Geirröd die Probe nicht besteht und dadurch zu Tode kommt. In einem zweiten Edda-Lied, dem Vafþruðnismál, besucht er den weisesten aller Riesen, Vafþruđnir, in seiner Halle, um mit ihm in den Wettstreit zu treten, wer weiser von beiden sei. Damit ihn der Riese nicht erkennt, nennt er sich diesmal Gangrad. In einem dritten Lied, dem Hárbarzljóð, tritt Odin als Fährmann Harbard, der Graubärtige, auf. Hier weigert er sich, seinen Sohn Thor ans andere Ufer zu bringen. In diesem Lied wird auch auf die ständigen Zwistigkeiten der beiden angespielt. Kennzeichnend für Odin sind mehr noch als seine zwei Wölfe, Geri und Freki, die in Walhall neben ihm speisen, die zwei Raben Huginn und Muninn, die stets auf seiner Schulter sitzen. Da die Raben in der nordischen Mythologie Sinnbild des Todes sind, wird Odin auch oft als Totengott bezeichnet, was ihn so furcheinflößend. Auch glaubten besonders die Wikinger, dass Odin sich zu Beginn großer Schlachten sehen lassen würde und sondierte, welche Krieger für Walhall fallen sollten. Des weiteren sagt man Odin nach, er sei hinterlistig und treulos, was ihn sehr stark von Thor unterscheidet. Des öfteren hintergeht er die Riesen, die Zwerge, die Menschen und nicht zuletzt die Götter. Nichtsdestoweniger lässt er nichts unversucht, um Ragnarök zu verhindern. Für den Trunk der Weisheit aus dem Brunnen seines Beraters Mimir gibt er sogar eines seiner Augen ab. So gilt er den Germanen auch als Gott der Weisheit und der Dichtkunst. Die Skandinavier glaubten, der Göttervater hätte die Runen, die magische Kräfte besitzen sollen, gefunden. Man erzählte sich, er habe 9 Tage in Askese und verwundet an einem Baum gehangen. Als er zu Boden blickte, sah er die Runen und hob sie auf. Herrmann zufolge soll er erst dadurch gewachsen und zu dem geworden sein, was er heute ist (Herrmann 2002: 197).

Während der zwiespältige Odin von den Königen und Jarlen verehrt wird, beten die Bauern und zum Teil die Krieger eher zu seinem Sohn Thor. Er ist, im Gegensatz zu seinem Vater, einfach und treu. Sein Hammer Mjöllnir ist wohl sein bekanntestes Markenzeichen. Zudem besitzt er noch den Kraftgürtel Megingiardar, aus den seine sprichwörtliche Asenkraft entsteht, und Eisenhandschuhe, mit denen er den Schaft des Hammers fassen kann. Thor ist der stärkste aller Asen, und darum muss er auch mehr als alle anderen an Nahrung zu sich nehmen. Herrmann berichtet, dass er bei dem Riesenfürst Thrym drei Ochsen, acht Lachse und drei Tonnen Met verzehrt habe (Herrmann 2002: 221). Deshalb glauben die Skandinavier auch, dass durch Thor die Ebbe entstanden sei. Ein Kapitel der Snorra-Edda beschreibt, wie der Riese Utgard- Loki Thor auf die Probe stellt, wie stark er wirklich sei. Unter anderem soll er ein Methorn leeren, was ihm nicht gelingt. Jedoch weiß Thor nicht, dass das andere Ende des Horns im Ozean lag, und trank soviel, dass man diese Erscheinung dann Ebbe nannte10. Wie man bereits hier sehen kann, sind Thors größte Feinde die Riesen und Trolle. Mit ihnen steht er in einem ständigen Kampf und erschlägt einen nach dem anderen. So versucht er sogar im Hymiksviða (Mymirlied) der älteren Edda die Midgardsschlange, das Ungeheuer, das ganz Midgard umschlingt, zu angeln und zu töten (Genzmer 1997: 81). Es gibt vereinzelte Riesen, denen Thor freundlich gesonnen ist. Treu stand er zu Loki nach seiner Aufnahme in den Kreis der Asen, auch wenn dieser seinen Asenzorn mehr als einmal reizte. Doch bald merkt auch er, dass dieser immer mehr das Herannahen des Ragnarök unterstützt. Wie man bereits aus seinem Namen erkennen kann, ist Thor Herrscher über den Himmel und alle Naturkräfte, die sich darin entwickeln. Es heißt, wenn er zornig sei, schlüge er seinen Hammer und daraus entstünden Blitz und Donner11.

Da Thor und Odin so gegensätzlich sind, ist es verständlich, dass ständig kleine Streitereien zwischen beiden entstehen. Das bereits oben skizzierte Hárbarzljóð beschreibt diese sehr anschaulich. Beide wetteifern, wer von beiden mehr geleistet hätte. Während Thor von seinem mutigen Abenteuern mit Riesen und anderen Ungeheuern berichtet, stellt Odin, in der Gestalt des Fährmanns, seine Zauberkunst, Überlistungen und Verführungen der Frauen in den Vordergrund (1997: 105).

Obwohl Odin als hinterlistig gilt, versucht er stets, wie auch Thor, die Welt vor dem Ragnarök zu retten. Ganz im Gegensatz zu diesen beiden arbeitet Loki dem Weltuntergang entgegen. Sein Name ist aus der isländischen Vokabel für Lohe oder Feuer entstanden und somit ist Loki der Gott des Feuers. Wie schon Odin ist auch er zweigesichtig, was Herrmann mit der Doppelnatur des Feuers erklärt. Auf der einen Seite sei es dem Menschen nützlich, auf der anderen Seite aber sei seine Zerstörungskraft immens (Herrmann 2002: 252). So bewegt sich Loki auch immer zwischen hilfreichen Gott und bösartigem Dämon. Mit der Riesin Angrboda zeugt er auch die drei Weltfeinde, die Midgardschlange, den Fenriswolf und die Hel. Anfangs waren Thor und er sogar unzertrennliche Gefährten, so wie Blitz und Feuer auch zusammengehören. Loki versäumte jedoch keine Gelegenheit, den Asen Streiche zu spielen. So z.B. berichtet Snorri in seiner Prosa-Edda, wie er Thors Gemahlin Sif die Haare abschneidet und damit schon das erste mal Thors Zorn zu spüren bekommt, ihm jedoch vergibt, weil er von den Zwergen goldene Haare für Sif schmieden lässt (Tetzner 2002: 32). Den Ausschluss aus dem Asenreich erreicht Loki erst mit seinen Schmähreden gegen die Götter, den Lokasenna, die sowohl in der Lieder-Edda, als auch bei Snorri auftauchen.12 Lokasenna berichtet, dass alle Asen, außer Baldr und Thor, sich zu einem Trinkgelage in der Halle des Riesen Ægir eingefunden haben. Dort beginnt Loki die Götter zu beschimpfen und lässt dabei keinen unversehrt, auch Odin nicht.

Diesmal verzeiht selbst Thor ihm nicht mehr. Seine letzte Untat, bevor er während des Ragnarök auf der Seite des Bösen mitkämpft, ist ein Vorbote des baldigen Weltuntergangs: Er tötet den beliebtesten Gott, Baldr. Hierzu überlistet er dessen Bruder Höd, so dass seine Hand die des Mörders wird (Tetzner 2002. 163). Für diese Tat wird Loki von den Göttern hart bestraft: In einer Höhle wird er an drei Steine gefesselt und über ihm wird eine Schlange platziert, die Loki mit ihrem Gift beträufelt.13 Seine Gattin Sigyn schützt ihn seitdem davor, in dem sie mit einer Schale das Gift auffängt. Immer wenn die Schale voll ist und Sigyn sie entleeren geht, tropft Loki das Gift ins Gesicht und er zerrt so stark an seinen Fesseln, dass die Erde bebt. In dieser Höhle bleibt er bis zum Ausbrechen von Ragnarök. Nun reißt er sich von seinen Fesseln los und kämpft auf der Seite des Bösen. Seit langem schon ist Heimdall, der Wächter der Brücke Bifröst, die Utgard von Asgard trennt, sein erbitterter Gegner. Im letzten Kampf der Götter erschlagen sich beide gegenseitig.

Der letzte nordische Gott, den dieses Kapitel genauer skizzieren wird, ist Baldr. Er stellt den verkörperten Gegensatz zu Loki dar. Baldr gilt als der Schönste und Wohltätigste der Asen und wird deshalb auch von allen vergöttert. Gemäß dem nordischen Schönheitsideal ist sein Haar goldblond und seine Haut schneeweiß. Von Herrmann wird er auch als der ‚Leuchtende’ und ‚Lichtverbreitende’ bezeichnet (Herrmann 2002: 236). Die Geschichte von Baldrs Tod spielt in der nordische Mythologie eine bedeutende Rolle, da sie für die Götter der Vorbote des bevorstehenden Ragnarök ist. Wieder und wieder träumt Baldr von seinem eigenen Tod und auch die weise Seherin Völva prophezeit Odin Baldrs Einzug ins Totenreich der Hel.14 Nachdem die Götter beratschlagt hatten, was den Tod des schönen Baldr verhindern konnte, zog Frigg, Odins Gattin, aus, um Baldrs Unverwundbarkeit zu sichern. Sie nahm allen Dingen der Welt, Tieren, Pflanzen, Steinen, Waffen etc., einen Eid ab, dass sie Baldr nie etwas anhaben würden. Es existierte nur noch ein Mistelzweig, der diesen Eid nicht abgelegt hatte, da er Frigg noch zu jung erschien um zu schwören. Loki, der den Kult der Götter um Baldr anmaßend fand, erfuhr durch List von diesem Zweig und pflückte ihn. Später fand ein Fest statt, auf dem die Asen Baldrs Unverwundbarkeit präsentieren wollten. Jeder der Götter zielte mit irgendetwas auf Baldr und dieser wurde durch nichts verletzt. Wie Tetzner beschreibt sprach Loki Höd, Baldrs blinden Bruder, an und überredete ihn den Mistelzweig auf Baldr zu werfen, es würde ihm ja nichts geschehen, da selbst Mjöllnir und die Giftpfeile der Riesen nichts gegen Baldr ausrichten würden. Geführt von Loki tat Höd wie ihm geheißen. Nach dem Schuss strömte Blut aus Baldrs Körper und er fiel tot um. Auf Asgard lag nun große Trauer. Nachdem die Asen Baldr verbrannt hatten, schickten sie Hermod15 zu Hel, um sie zu bitten Baldr wieder freizugeben. Diese stellte eine Bedingung: alle Dinge der Welt, ob lebendig oder leblos, sollten um ihn weinen. Wenn nur eines keine echten Tränen vergießen würde, müsste Baldr in bei Hel bleiben. Nach Höds Rückkehr wurde allen Dingen aufgetragen, um Baldr zu weinen, was auch alle taten. Doch es muss eine Ausnahme gegeben haben, denn Baldr kehrte nicht zurück. Die Walküren fanden in einer Höhle eine Riesin mit Namen Thökk. Sie meinte, sie hätte keinen Grund zu weinen, da ihr Baldr nie von Nutzen gewesen sei. Tetzner zufolge glaubten die Asen, die Riesin sei der verwandelte Loki gewesen, was dieser heftig bestritt (2002: 172). Wie bereits oben beschrieben wurde Loki für diese Tat streng bestraft. Mit dem Tod des anmutigsten und beliebtesten Gottes begann sich der Untergang der Götter aufzubrauen.

Ragnarök ließ sich alle Feinde der Götter und der Menschen versammeln. Zu ihnen gehörten in erster Linie Loki, der leichenfressende Drache Nidhögg, die giftspeiende Midgardschlange, der Fenriswolf, die Wölfe Sköll und Hati, die später Sonne und Mond verschlingen, der Hund Garm, der die Pforte der Hel bewacht, und die Riesen aus Muspellsheim, dem im Süden gelegenen Reich. Midgard und Asgard versinken in Schutt und Asche. Fast alle Götter und Menschen sterben: Odin wird vom Fenriswolf verschlungen, Thor besiegt die Midgardschlange, stirbt aber an ihrem Gift, und Heimdall und Loki töten sich gegenseitig. Durch die Verfehlungen der Götter und der Menschen geht die Welt unter.16 Doch die Sonne hat, bevor sie von Sköll verschlungen wurde, eine Tochter geboren. Außerdem kehren Baldr und Höd zurück und ein Menschenpaar überlebt das Inferno. Aus ihnen wird eine neue Generation von Göttern und Menschen heranwachsen und es entsteht eine neue Welt.

Dieses Kapitel sollte einen kurzen Einblick in die vielschichtige Welt der nordgermanischen Götter geben. Es hat gezeigt, dass die verschiedenen Charaktere der Menschen hier auf die Götter übertragen wurden. Wie bereits im vorangegangenen Kapitel beschrieben, macht diese Tatsache Graeser zufolge u.a. den Mythos aus, da sich dadurch die Menschen mit ihren Göttern identifizieren könnten (1994: 73 f.). Die Geschichten um die germanischen Götter sind sehr reichhaltig und werden von Quelle zu Quelle variiert, worauf ich im Folgenden näher eingehen werde.

3.3 Heldenmythen

Eng verwoben mit den Göttersagen sind auch die Erzählungen über mythische Helden. Diese stammen in den meisten Fällen von Königsfamilien ab und besitzen zum Teil außergewöhnlichen Fähigkeiten. Oftmals ist nicht zu unterscheiden, ob es sich dabei um einen Menschen, einen Halbgott oder um einen Gott handelt.17 Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte um den Tod des Vanengottes Freyr. Kurt Schier zufolge wir dieser oft mit dem mythischen König Froðo18 gleichgesetzt. Während in der Überlieferung von Snorri Froðo als Gott in der Schlacht am Weltende stirbt, erliegt er in der Ynglinga saga als König einer Krankheit (Schier 1994: 53ff.). Hieran sieht man den fließenden Übergang vom sagenhaften König zum Gott sehr deutlich. Die Heldensagen sind zum Großteil in den Isländersagas überliefert, wobei sich auch Teile davon in beiden Eddas finden lassen. Einige dieser Sagas beinhalten Geschichten historischer Adelsfamilien und weisen nur Bruchstücke von mythischen Bezügen auf. Andere jedoch sind voll von Zauberwesen und unglaublichen Gegebenheiten. Letztere sollen in diesem Kapitel näher beschrieben werden, wobei ich mein Augenmerk auf die legendären Stoff der Völsunga saga legen werde, deren Stoff von den Heldenliedern der Lieder-Edda stammt und später in einer Saga zusammengefasst wurde19. Der Inhalt der Völsunga saga ist durch und durch mythisch, so finden sich in ihr z.B. Drachen, Zwerge und auch Götter wieder. Die Handlung dieser Saga dehnt sich über mehrere Generationen aus und die Handlungsstränge sind sehr vielschichtig. Deshalb werde ich mich nur auf die für die Analyse der folgende Werke wichtigen Mythen konzentrieren.

Der wohl legendärste der Völsungenhelden ist Sigurd, welcher im Süd- und Westgermanischen unter dem Namen Sigfrid bekannt geworden ist. Sein Vater Sigmund, der einzige der fähig war Odins Schwert aus einem Baumstamm zu ziehen, kommt in einer Schlacht auf Geheiß Odins ums Leben. So wuchs Sigurd am dänischen Königshof als Waise auf und wurde von dem Zwergenschmied Regin erzogen. Dieser stachelt ihn auf, seinen Bruder, den Drachen Fafnir zu töten.20 Das beim Kampf zerbrochene Schwert des Sigmund nutzte Regin um seinem Zögling daraus ein neues zu schmieden. Auch erhielt Sigurd das Pferd Grani, das von Odins Pferd Sleipnir abstammte. Mit dieser Ausrüstung zog Sigurd nun in die Höhle des Drachen und tötete ihn. Regin bedrängte ihn Fafnirs Herz zu braten und dabei kam Sigurds Zunge in Berührung mit Drachenblut. Seitdem verstand er die Sprache der Vögel.21 Diese warnten ihn vor Regin und dem Goldschatz und rieten ihm den Zwerg zu töten, was er auch tat. Den Schatz nahm er trotz aller Warnungen an sich. Nun begann Sigurds Untergang und das Leiden aller derer, die mit dem Schatz in Berührung kamen.

In einem weiteren Teil der Saga erlöst Sigurd die Walküre Brynhild aus ewigem Schlaf, zu welchem sie von Odin verbannt wurde, da sie ungehorsam war.22 Beide schwören sich ewige Treue und Sigurd schenkt seiner Liebsten den Ring aus dem Drachenhort. Da Sigurd die schöne Gudrun (im Nibelungenlied Kriemhild) heiraten soll, reicht ihm deren Mutter Grimhild einen Vergessenstrank um die Liebe zu Brynhild zu vergessen. So heiratet er nun Gudrun. Die wohl prägnantesten Geschichten der Saga folgen nun: die Werbung der Walküre Brynhild und der Könniginnenstreit. Nach Sigurds und Gudruns Hochzeit schwören sich deren Brüder Högni und Gunnar mit Sigurd Blutsbrüderschaft und Gunnar beschließt mit Sigurds Hilfe um Brynhild zu werben. Da diese ihrem Zukünftigen zur Aufgabe stellt, die Waberlohe, die ihre Burg umschließt, zu durchreiten und nur Sigurd mit seinem Pferd Grani dazu in der Lage ist, gibt dieser sich für Gunnar aus und besteht die Probe. Fast widerwillig heiratet Brynhild nun Gunnar, weil sie glaubt, er habe die nahezu unlösbare Aufgabe bestanden. Auch in der Hochzeitsnacht ist es nicht Gunnar, der neben ihr schläft, sondern Sigurd, dessen Schwert in der Mitte des Bettes beide voneinander trennt.23 Brynhild schenkt ihrem Vermählten (der ja eigentlich Sigurd ist) den Goldring, den sie einst von ihm erhielt. Dieser gibt ihn an seiner Gattin Gudrun weiter.

Viele Jahre später streiten sich die zwei Königinnen, Gudrun und Brynhild, welcher von ihren Männern der bessere sei. Als Brynhild meinte, ihrer hätte die Waberlohe durchschritten, entgegnet ihr Gudrun, dass dies Sigurd gewesen sei, und beweist ihre Behauptung mit dem Ring aus Fafnirs Schatz. Daraufhin schmiedet Brynhild Rachepläne: Sie wollte Gudruns Brüder dazu bringen Sigurd zu töten. Allerdings hatte sowohl Gunnar als auch Högni ihrem Schwager ewige Blutsbrüderschaft geschworen. Deshalb überzeugten sie ihren dritten Bruder Gutthorm die Tat zu vollführen. Eines nachts schleicht sich nun dieser in Sigurds Schlafzimmer und ersticht ihn mit seinem Schwert. Der Schwerverletzte wacht auf und wirft sein Schwert nach dem fliehenden Mörder. Es zerschneidet Gutthorm genau in der Mitte. Sigurd allerdings überlebt seinen Mordanschlag nicht und Brynhild begeht Selbstmord. So hat der Fluch des Drachenhortes schließlich das Ende des großen Völsungenhelden herbeigeführt. Doch dieser hat mit Sigurds Tod noch kein Ende, denn er existiert weiter im Besitz der Brüder Högni und Gunnar. Gudrun, deren Schmerz immens ist, wird gegen ihren Willen mit Brynhilds Bruder Atli verheirate,24 durch den ihre Brüder ums Leben kommen und Gudrun noch unbeschreiblichen Schmerz ertragen muss.25 Diese Saga ist ein Paradebeispiel für die Verbindung von historischen Gegebenheiten mit mythischen, märchenhaften Elementen. Der Stoff der Völsunga saga ist nicht ztuletzt durch das Nibelungenlied zu großer Berühmtheit gekommen.

Weniger bekannt dagegen ist die Grettir saga, deren Inhalt ich im Folgenden kurz wiedergeben werde. R.W. Chambers zufolge wiesen die Abenteuer des Grettir Parallelen zum Angelsächsischen Prosagedicht Beowulf auf. Daraus könne man schließen, dass zwischen beiden ein Zusammenhang bestünde, worauf ich in einem späteren Kapitel näher eingehen werde (Chambers, R.W. in: Tuso 1975: 82 ff.). Der isländische Geächtete Grettir findet ein Farmhaus, dessen Bewohner spurlos verschwunden sind. Um die Angelegenheit zu untersuchen, übernachtet er dort allein. Nachts überfällt ihn eine Trollfrau von monströser Gestalt. Er kann sie nicht sofort besiegen und sie flieht zu einem Wasserfall. Dort kämpfen sie erneut und er schlägt ihr den rechten Arm ab. Am nächsten Tag berichtet er einem Priester von dem Vorfall und macht sich mit ihm zusammen auf den Weg zum Wasserfall. Er bittet den Priester zu warten und taucht durch den Wasserfall. Dahinter entdeckt er eine Höhle in der sich ein Riese, wahrscheinlich der Mann der Trollfrau, aufhält. Dort findet er auch die Überreste der Farmleute. Nach einem harten Kampf tötet Grettir den Riesen. Das Wasser färbt sich rot vom Blut des Riesen, so dass der wartende Priester glaubt, Grettir sei tot, und nach Hause eilt. Bei seiner Rückkehr trägt Grettir einen Stock in der Hand, der die Geschichte erzählt. Als Grettir in dem verlassenen Haus schlief, muss er schon gewusst haben, was ihn erwartet, denn es gibt zu diesem Abenteuer eine Vorgeschichte. Eines Tages machte Grettir bei einem anderen Farmhaus Rast, das regelmäßig von dem Monster Glam heimgesucht wurde. Er bereitete sich auf dessen Attacke vor und besiegte auch diesen nach einem harten Kampf. Dieses Kapitel hat gezeigt, dass nicht nur die Göttersagen, sondern auch viele Heldensagen fabelhafte Elemente enthalten und somit auch das kultische Handeln und die Riten der Germanen beeinflussten. Außerdem finden sich darin immer wieder Elemente der Götterverehrung wieder. Gerade die Verwendung bzw. der Verweis auf die göttlichen oder übernatürlichen Wesen und Mächte gibt diesen Heldensagas ihren eigentlichen mythischen Gehalt. Die mythische Welt beruht auf einem Weltbild, in dem die Ereignisse der alltäglichen Lebenswelt von höheren Mächten oder Wesen geprägt sind bzw. auf diese Einfluss nehmen. Der Mythos unterscheidet sich von einem Märchen oder einer historischen Erzählung dadurch, dass der Mythos die Welt erklärt bzw. die Ereignisse der Welt auf höhere Ursachen oder Zusammenhänge zurückführt. So sind bspw. sowohl die griechischen als auch die germanischen Mythen stark vom Schicksalsglauben geprägt. Das Schicksal der Helden ist durch die Götter oder andere Schicksalsmächte wie die Nornen bestimmt oder wird zumindest von diesen gelenkt. Auch wenn im Sigurdsmythos die Rolle des Schicksals nicht derart ausführlich beschrieben wird wie bspw. in den griechischen Tragödie oder in anderen germanischen Mythen, in denen die Nornen und ihre Schicksalsfäden ausdrücklich erwähnt werden, so ist Sigurds Schicksal doch zumindest dadurch besiegelt, dass Brynhild eine Walküre ist, also ein übernatürliches Wesen. Darüber hinaus haben besonders die Heldenmythen eine starke kulturelle Funktion, sie stiften nämlich eine kulturelle Identität dadurch, dass sich die betreffende Gemeinschaft mit ihren Volkshelden identifiziert. Dieser identitätsstiftenden Funktion der Mythen waren sich auch besonders die Nationalsozialisten in Deutschland bewusst, als sie versucht haben, das deutsche Nationalgefühl durch die Inanspruchnahme germanischer Mythen zu stärken.

4. Überlieferung der Mythen

Nachdem das vorangehende Kapitel die verschiedenen Mythen der Nordmänner eingeführt und dabei auch einzelne Sagen vorgestellt hat, stellt sich nun die Frage, woher unsere Kenntnisse über den heidnischen Glauben der Germanen stammen. Es steht außer Frage, dass wohl einige der Sagen durch mündliche Überlieferungen über die Jahre hinweg, oftmals in veränderter Form, erhalten geblieben sind. Doch sowohl die umfassende Geschichte der Götter von der Welterschaffung bis zu ihrem Untergang, als auch die teilweise sehr detaillierten Heldensagen, haben nicht nur durch mündliches Erzählen überlebt. Wie bereits oben erwähnt, stammen diese Geschichten von schriftlichen Überlieferungen, die zum Großteil in der nachheidnischen Zeit entstanden sind26.

Das folgende Kapitel soll einen Überblick über die wichtigsten Quellen für unser Wissen über nordische Mythologie geben. Die meisten Überlieferungen sind in Versform verfasst. Hierbei unterscheidet man zwei Arten von altnordischer Literatur, die eddische und die skaldische Dichtung. Beide stellen wichtige Quellen des altnordischen Glaubens dar. Das wohl wichtigste Werk für die Erschließung nordischer Mythen ist die sogenannte Prosa-Edda. Sie fasst die vielen zersplitterten Geschichten über die germanischen Götter und Helden zu einem geschlossenen Ganzen zusammen. Abschließend wird dieses Kapitel die bereits erwähnten Isländersagas betrachtet, die in Prosaform verfasst sind und u.a. auch Stoffe von Heldenmythen enthalten.

4.1 Die Lieder-Edda

Im Jahre 1643 fand der isländische Bischof Brynjólfur Sveinsson eine Sammlung von Texten die in einer Art schmuckloser Versform geschrieben war. Zu diesem Zeitpunkt war das Werk des isländischen Gelehrten Snorri Sturluson schon lange bekannt. Letzteres hatte man bereits Edda genannt. Für diese Benennung gibt es verschiedene mögliche, jedoch keinesfalls sichere Erklärungen: Laut Kurt Schier könnte der Name z.B. vom Geburtsort Snorris, Oddi, abgeleitet sein oder vom altnordischen Wort für Großmutter, edda, oder vom Wort oðr, Gesang, Dichtung stammen (Schier in: Genzmer 1997: 10). Die weit nach Snorris Prosadichtung gefundenen Lieder erhielten auch diesen Namen, da die Inhalte jener zum Teil große Ähnlichkeiten mit Snorris Prosa-Edda aufwiesen. Heutzutage weiß man, dass die Lieder-Edda etwa in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert entstanden sein muss. Da man anfangs glaubte, sie sei wesentlich älter als die Snorra-Edda, nannte man sie auch die Ältere Edda. Zu dieser Zeit schrieb man ihre Autorenschaft dem isländischen Priester Sæmundr Sigfússon zu. Da dieser aber schon Anfang des 12. Jahrhunderts starb, schließt unser heutiges Wissen ihn als Autoren aus. So besteht bis heute keine genaue Kenntnis über den Autor der Lieder-Edda.

Bis 1971 lagerte der größte Teil dieser Handschrift in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen und heißt deswegen auch Codex Regius. Nach 1971 kehrte sie nach Island, ihrem Entstehungsland, zurück. Obwohl zu seiner Entstehungszeit ganz Skandinavien schon nahezu 300 Jahre christlich war, beinhaltet der Codex Regius u.a. sowohl Götter- und Heldengesänge, als auch heidnische Zaubersprüche. Wie bereits erwähnt sind die Edda-Lieder in wenig kunstvollen Strophen gefasst, die sich an ein gewisses Metrum halten. Einige sind in Monolog- oder Dialogform geschrieben, andere wiederum als Lehr- oder Spruchgedichte verfasst.

Insgesamt umfasst er 29 Lieder, von denen 11 von mythologischen Themen und 16 von Heldensagen handeln. Obwohl der Schreiber der Älteren Edda mit Sicherheit Christ war, spiegeln seine Lieder zum Großteil den alten heidnischen Glauben wieder. Dies mag R.I. Page zufolge daran liegen, dass der Ursprung der Edda-Lieder selbst bis in die frühen Jahre der Wikingerzeit zurückreiche. Außerdem seien sie aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Zeiten zusammengesammelt wurden (Page 1993: 22). Des weiteren stellen die wenigen niedergeschriebenen Handschriften keineswegs den ganzen Umfang der ursprünglichen Versliteratur dar. Sicherlich können in einige Lieder zum Teil auch christliche Ansichten eingeflossen sein, die beim Niederschreiben durch den Autor hinzugefügt wurden. Laut Page sind die besten Beispiele dafür die Þrymskviða und die Lokasenna, da die Darstellungsweise der großen Götter manchmal parodistisch anmutet (1993: 22). Die Þrymskiða beschreibt, wie Thor eines Tages sein Hammer vom Riesen Thrym gestohlen wird. Da der Hammer den Riesen helfen könnte, die Oberhand zu gewinnen, muss Thor ihn unter allen Umständen zurückholen. Der Riese verlangt dafür aber die schöne Göttin Freyja27 zur Frau. Da diese sich weigert, sieht sich Thor genötigt in Frauenkleidern als diesselbe aufzutauchen. Durch die ungraziöse Erscheinung seiner Braut wird Thrym misstrauisch. Als die falsche Freyja einen Ochsen und acht Lachse aß, fragt Thrym in Vers 25 nach: „Wo schaust du Bräute schärfer beißen? Nie sah ich Bräute schärfer beißen noch auch mehr Met eine Maid trinken.“ (Genzmer: 1997. 75). Darauf entgegnet ihm Loki in Vers 26, der sich als Freyjas Magd verkleidet hatte: „Nichts aß Freyja acht Nächte lang; so sehnte sie sich nach dem Saale Thryms.“(1997: 75). Als Thrym zum zweiten mal misstrauisch wird, da ihm Freyjas Augen so furchtbar flammend erscheinen, beruhigt ihn wieder die Magd. Als Thrym nun, von jeglichem Misstrauen befreit, die Göttin heiraten will und ihr zum Dank den Hammer überreicht, schnappt sich Thor Mjöllnir und erschlägt den Riesen. Dieses Lied parodiert sowohl Thor als auch Freyja. Die Vorstellung den stärksten und den männlichsten Gott der Nordgermanen in Frauenkleidern zu sehen, wäre für die heidnischen Skandinavier schier unvorstellbar gewesen. Deshalb ist es laut Page sehr wahrscheinlich, dass dieses Element von einem Christen eingefügt wurde (Page 1993: 25). Des weiteren sei Freyja für ihre vielen Liebesabenteuer bekannt gewesen, doch in Vers 13 weist sie Thryms Heiratsangebot empört zurück: „Die mannstollste müsste ich sein, reiste ich mit dir nach Riesenheim.“ (Genzmer 1997: 73).

Auch in der Lokasenna werden die Götter scheinbar durch den Autor verhöhnt. Er nutzt hierzu den schalkhaften Loki, der bei einem Gelage in der Halle des Riesen Ægir die Götter beschimpft und dabei keinen auslässt. Er wirft den Göttern ihre menschlichen Fehler, den männlichen Ungerechtigkeit, den weiblichen Mannstollheit, vor. Vieles deutet darauf hin, dass auch Lokis Zankreden nicht aus dem alten Mythos stammen, sondern vom christlichen Autor hinzugefügt wurden, um sich über den heidnischen Glauben seiner Vorfahren lustig zu machen.

Nichtsdestoweniger enthält die Lieder-Edda einen enormen Wissensschatz über nordische Mythologie. In diesem Zusammenhang ist die Völospá das wohl wichtigste Lied. Vielleicht hat der Autor sie deswegen auch an den Anfang seiner Sammlung gesetzt. Dieses Lied wird von der weisen Seherin Völva erzählt, die geboren wurde bevor die Welt existierte. Sie berichtet, wie die Urzeit aussah, wie die Göttertrias den Urriesen Ymir erschlug, daraus die Welt erschufen und sie in Midgard, Asgard und Utgard einteilten. Neben dieser Welt existierten acht weitere Reiche, u.a. Niflheim im Norden

[...]


1 Hierbei beziehe ich mich auf: Manlove, Colin (1999). The Fantasy Literature of England. New York: St. Martin’s Press.

2 Laut Rainer Tetzner ist der nordische Mythos im wesentlichen nicht vom germanischen im allgemeinen zu trennen, denn die Geschichten der Nordgermanen decken sich immer wieder mit denen der Südgermanen. Da aber die Christianisierung in Mitteleuropa viel eher einsetzte als in Nordeuropa, stammen die bekanntesten Überlieferungen aus der heidnischen und der Übergangszeit aus Skandinavien (2002. 202). Wenn ich also im folgenden von nordischen Mythen spreche, beziehe ich mich im wesentlichen auf die Überlieferungen aus diesem Bereich.

3 Besonders die Englische Romantik hat in ihren ‚Gothic novels’ Gebrauch von dieser mythologischen Vorlagen gemacht. Die berühmtsten Widergänger der englischen Literaturgeschichte sind wohl John Polidoris The Vampyre (1819) und Bram Stokers Dracula (1897). Letzterer ist hinsichtlich seiner Entstehungszeit zwar nicht mehr zur englischen Romantik zu rechnen, kann aber auf Grund seines Inhalts als ‚Gothic novel’ bezeichnet werden.

4 Damit es dem Toten an nichts fehle, beerdigte man oftmals seine ganze Familie mit ihm.

5 Die alte Geschichte sagt, dass der Feuergott Loki mit den Zwerg Brokk um seinen Kopf wettet, dass Brokks Bruder Sindri nicht so gut schmieden könne, wie die Söhne des Ivaldi. Hierbei entstehen dann die Kleinode der Götter und Loki verliert beinahe seinen Kopf.

6 Oftmals wird der altnordische Begriff oft mit ‚Götterdämmerung’ übersetzt, die Herrmann als nächtliche Dämmerung, die über die Götter hereinbreche, erklärt (2002: 340). Die bessere Variante für ihn sein allerdings die Übertragung als ‚Göttergeschick’ oder ‚Götterende’ (2002. 340).

7 Laut Walter Baetke ist das auf die euhemeristische Theorie der bereits christlichen Autoren der Überlieferungen zurückzuführen (Baetke 1950: 19). Der Euhemerismus besagt, dass die heidnischen Götter historische Personen waren, denen im Laufe der Jahre Göttlichkeit zugesprochen wurde.

8 Hier finden wir eindeutige Parallelen zum griechischen Mythos, in dem Zeus ebenfalls der Vater aller Götter war. Im Rahmen theologischer Forschung wird oft behauptet, dass diese Tatsache von den christlichen Verfassern der Überlieferungen erfunden wurde, um den Polytheismus dem christlichen Monotheismus anzunähern.

9 Sowohl die Nordische Kosmologie als auch die Eschatologie weisen starke Parallelen zur Bibel auf.

10 Diese Geschichte ist u.a. nachzulesen bei. Tetzner, Reiner (2002). Germanische Göttersagen. Stuttgart: Philipp Reclam jun., S.120 ff. Ursprünglich stammt sie aus der Snorra-Edda.

11 Besonders sein westgermanischer Name Donar weist darauf hin.

12 Snorri muss wohl dieses Lied der älteren Edda gekannt haben, da beide sich inhaltlich sehr ähneln.

13 Auch hier finden sich wieder starke Parallelen zum griechischen Mythos. Prometheus wird von den Göttern des Olymp an einen Felsen geschlagen, an dem ein Adler ständig nur so viel seiner Leber heraushackt, dass es am folgenden Tag wieder nachwachsen kann. Diese Bestrafung erhält er, da er den Menschen das Feuer brachte.

14 Wahrscheinlich ist die Bezeichnung Hölle auf die Totengöttin der nordischen Sage zurückzuführen. Wie die christliche Hölle ist auch Hel ein Ort der Verdammnis, allerdings hielten dort alle Einzug, die nicht im Kampf starben, und nicht nur, wie im christlichen Glauben, die Sünder.

15 Hermod ist der nordische Götterbote. Sein Pedant finden wir im griechischen Mythos in Hermes.

16 Die apokalyptische Version des Weltuntergangs durch die Sünden ihrer Bewohner, die wir bei Snorri finden, entspricht biblischen Vorstellungen. Diese Elemente könnten durchaus vom christlichen Autor der Prosa-Edda hinzugefügt sein. Bis heute ist unklar, inwiefern die Version Snorris dem ursprünglichen heidnischen Glauben entsprochen hat.

17 Diese Tatsache ist lt. Baetke auf die euhemeristischen Deutungen der teils christlichen Autoren der Überlieferungen zurückzuführen. (Baetke 1950: 19)

18 Die Namensgleichheit zu Tolkiens Helden Frodo im Lord of the Rings ist sehr prägnant. Freyr (Froðo) ist nicht nur der Gott der Fruchbarkeit, sondern auch des Friedens und der Idylle. Er soll ebenfalls der Herrscher über Alfenheim gewesen sein. Seine Nähe zu den Alben und seine Friedensliebe lassen sich nahtlos auf die Hobbits übertragen.

19 Auch das südgermanische Nibelungenlied enthält diesselben Stoffe in variierter Form und existierte wahrscheinlich schon vor der Völsunga saga.

20 Die Vorgeschichte dazu besagt, dass Fafnir und Regin Söhne eines Bauern waren, der von Odin einen mit einem Fluch beladenen Golschatz erhielt. Die Söhne töteten den Vater und Fafnir verwandelte sich in einen Drachen und bewachte den Schatz in einer Höhle. Regin beanspruchte nun auch seinen Teil des Schatzes und schwor deshalb Rache an Fafnir.

21 In der Nibelungensage finden wir auch das Motiv des Drachenbluts, das Sigurd übernatürliche Kräfte verlieh. Jedoch badet der südgermanische Sigfrid hier darin und wird dadurch unverletzbar.

22 Der sprichwörtliche Dornröschenschlaf hat Eingang in viele Märchen und Fabeln gehalten.

23 Die Völsunga saga erzählt hier die harmlosere Version. In der Nibelungensage bezwingt Sigfrid die starke Brünhild, die sich Gunther verweigert, und bekommt so in Gunthers Namen körperliche Liebe von ihr.

24 Der Sage nach soll der Hunnenkönig sehr grausam gewesen sein. Im südgermanischen hieß er Etzel, er ist auch bekannt unter dem Namen Attila.

25 Weiteres ist u.a. nachzulesen bei: Page, R.I. Nordische Mythen, S. 142 ff.

26 Im Folgenden stütze ich mich ausschließlich auf die Überlieferungen aus dem skandinavischen Raum.

27 Freyja galt als Göttin der Fruchtbarkeit und des Ehesegens. Anfang gehörte sie dem Geschlecht der Vanen an, wurde aber später bei den Asen aufgenommen.

Ende der Leseprobe aus 113 Seiten

Details

Titel
Nordische Mythologie in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1.7
Autor
Jahr
2004
Seiten
113
Katalognummer
V186492
ISBN (eBook)
9783869436678
ISBN (Buch)
9783869432373
Dateigröße
1067 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nordische, mythologie, literatur, jahrhunderts
Arbeit zitieren
Karen Hesse (Autor), 2004, Nordische Mythologie in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186492

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