Dies ist eine literaturwissenschaftliche Arbeit. Sie beschäftigt sich mit der Darstellung nordischer Mythen in drei verschiedenen Werken englischsprachiger Literatur (nicht Tolkien)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Mythos
3. Der Nordische Mythos
3.1 Fabelwesen der Nordischen Mythologie
3.3 Heldenmythen
4. Überlieferung der Mythen
4.1 Die Lieder-Edda
4.2 Die Prosa-Edda
4.3 Die Skaldendichtung
4.4 Die Sagas
5. Wiederbelebung der nordischen Mythologie in Literatur und Musik
6. Nordische Motive in der Englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts
6.1 ‘Secondary World Fantasy’
6.2 ‚Metaphysical Fantasy’
6.3 ‚Emotive Fantasy’
6.4 ‚Comic Fantasy’
6.5 ‚Subversive Fantasy’
7. Analysebeispiele
7.1 Eric Rucker Eddison Styrbjörn der Starke
7.1.1 Inhaltswiedergabe
7.1.2 Nordische Mythen im Styrbjörn und deren Verarbeitung
7.1.3 Sprachliche und stilistische Elemente
7.2 Douglas Adams The Long Dark Tea-Time of the Soul
7.2.1 Inhaltswiedergabe
7.2.2 Nordische Mythen und ihre Verarbeitung bei Adams
7.2.3 Sprachliche und stilistische Umsetzung
7.3.1 Exkurs: Beowulf
7.3.2 Grendel: Inhaltswiedergabe
7.3.3 Nordische Mythen im Grendel
7.3.4 Sprachliche und stilistische Umsetzung
8. Zusammenfassung
9. Bibliographie
9.1 Primärliteratur
9.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Stoffe und Motive der nordischen Mythologie in die englischsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts integriert wurden. Das primäre Ziel ist es, am Beispiel dreier ausgewählter Werke aufzuzeigen, dass diese uralten Mythen durch zeitnahe literarische Anpassungen auch für moderne Autoren und Leser aktuell bleiben.
- Analyse der theoretischen Grundlagen nordischer Mythen und deren Überlieferungsgeschichte.
- Untersuchung verschiedener Spielarten der Fantasyliteratur nach Colin Manlove.
- Detaillierte Untersuchung der Verwendung nordischer Motive in Eric Rucker Eddisons Styrbjörn der Starke.
- Analyse von Douglas Adams’ The Long Dark Tea-Time of the Soul als parodistische Auseinandersetzung mit nordischen Mythen.
- Untersuchung von John Gardners Grendel im Hinblick auf Intertextualität und Mythenverarbeitung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Fabelwesen der Nordischen Mythologie
Der Glaube an Naturgeister bei den Nordgermanen war sehr mannigfaltig und findet sich oft in Märchen und Sagen wieder. In keinem anderen Mythos muten die Fabelgeschichten von übernatürlichen Wesen so mysteriös und düster an wie hier. Wahrscheinlich ließen die wilde Natur mit ihren dichten Wäldern und scheinbar unbezwingbaren Gipfeln und die endlos langen und dunklen Winter Skandinaviens die Phantasie seiner Bewohner solche Geschichten spinnen. Da die Zahl der nordischen Mythengestalten sehr umfangreich und vielschichtig ist, wird dieses Kapitel die nur die bekanntesten und für die weitere Arbeit relevanten beleuchten.
Paul Herrmann untergliedert die nordische Mythologie in Seelenglaube, Naturverehrung und Götterglaube. Die nun folgenden Ausführungen stützen sich auf Herrmanns Dreiteilung aus seinen Buch Nordische Mythologie.
Als erstes werde ich die Hexe vorstellen, eine Gestalt die vom Volksglaube aus Einzug in viele Märchen gefunden hat. Sie steht in gewisser Hinsicht zum Seelenglauben der nordischen Heiden in Beziehung. Paul Herrmann zufolge gab es zwei Arten von Hexen: Auf der einen Seite die, die als Geister der Verstorbenen ihr Unwesen treiben, auf der anderen Seite lebende Frauen, die nachts ihre Seele aussendeten (2002: 47ff.). Beide hatten gemeinsam, dass ihre Taten durchweg von Boshaftigkeit getrieben waren. Sie trafen sich auf den Gipfeln von Bergen, um dort ihre Versammlungen, die altnordischen Thinge abzuhalten. Am bekanntesten ist hierbei sicher auch im südgermanischen Raum das Hexentreff in der Walpurgisnacht. Den im Norden für die Hexe üblichen Name Troll führt Herrmann auf den altnordischen Begriff trodla oder trolla zurück, was die Bedeutung ‚durch Alp gequält werden’ besitzt (2002: 48).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende Interesse der modernen Gesellschaft an Fabelwesen und Mythen als Fluchtmöglichkeit aus der schnelllebigen Realität und definiert das Ziel der Arbeit, die Integration dieser Stoffe in die Literatur des 20. Jahrhunderts zu untersuchen.
2. Der Mythos: Dieses Kapitel klärt den Begriff des Mythos als religiösen Erklärungsversuch und literarische Gattung, wobei auf zentrale Merkmale wie Heiligkeit, Übernatürlichkeit und Intertextualität eingegangen wird.
3. Der Nordische Mythos: Hier werden die spezifischen Charakteristika des nordischen Mythos sowie die wichtigsten Fabelwesen, Göttergestalten und Heldenmythen vorgestellt.
4. Überlieferung der Mythen: Der Abschnitt bietet einen Überblick über die Quellenlage, insbesondere die Bedeutung beider Eddas, der Skaldendichtung und der isländischen Sagas für unser heutiges Wissen.
5. Wiederbelebung der nordischen Mythologie in Literatur und Musik: Dieses Kapitel betrachtet die Wiederentdeckung nordischer Motive in der Romantik und ihre dramatische Verarbeitung bei Richard Wagner.
6. Nordische Motive in der Englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts: Es wird die Entwicklung des Fantasy-Genres untersucht und anhand von Colin Manloves Klassifizierung in sechs Unterarten unterteilt.
7. Analysebeispiele: In diesem Hauptteil werden die Werke von Eddison, Adams und Gardner detailliert hinsichtlich ihrer mythologischen Verknüpfungen und stilistischen Umsetzung analysiert.
8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass nordische Mythen durch zeitnahe Anpassungen und Verfremdungen ihre Relevanz für moderne Literatur und den heutigen Leser behalten.
9. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Nordische Mythologie, Edda, Sagaliteratur, Fantasy, Eric Rucker Eddison, Douglas Adams, John Gardner, Beowulf, Ragnarök, Intertextualität, Moderne Literatur, Göttersagen, Heldensagen, Parodie, Skaldendichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einflüsse und Verarbeitungen der nordischen Mythologie in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Bestimmung des Mythos, die Analyse nordischer Götter- und Heldenmythen, die Entwicklung des Fantasy-Genres sowie die intertextuelle Literaturanalyse spezifischer Werke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass nordische Mythen durch Anpassungen an moderne literarische Techniken auch für zeitgenössische Autoren und Leser aktuell bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und vergleicht primäre literarische Texte mit den theoretischen Kategorien der Fantasyliteratur, insbesondere basierend auf Colin Manloves Einteilung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Eric Rucker Eddisons "Styrbjörn der Starke", Douglas Adams' "The Long Dark Tea-Time of the Soul" und John Gardners "Grendel" hinsichtlich ihrer mythologischen Bezüge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nordische Mythologie, Edda, Fantasy, Intertextualität, Parodie und moderne Literaturadaption.
Wie verarbeitet Douglas Adams nordische Motive in seinem Werk?
Adams parodiert die Mythen, indem er sie in einen modernen, oft absurden Kontext versetzt und die Götter als vermenschlichte, teils schwache und "dekadente" Figuren darstellt, um satirische Gesellschaftskritik zu üben.
Warum ist John Gardners "Grendel" für die Analyse relevant?
Gardners Roman ist relevant, da er den Beowulf-Stoff aus der Perspektive des Monsters erzählt, wodurch eine tiefgreifende psychologische Interpretation und eine ironische Brechung des klassischen Heldenmythos erfolgt.
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- Karen Hesse (Author), 2004, Nordische Mythologie in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186492