Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith auf die Waldfunktionen und Waldbesitzer


Bachelorarbeit, 2008

64 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Danksagung

0. Tabellenverzeichnis
0.1 Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung und Themenwahl
1.1 Zielsetzung
1.2 Berücksichtigte Literatur
1.3 Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith

2. Material und Methoden
2.1 Der Ith
2.2 Umfragebögen an die Waldbesitzer
2.2.1 Von der Fragestellung zum konkreten Modell
2.3 Schriftliche Befragung
2.4 Kontaktaufnahmen

3. Ergebnisse und Diskussion
3.1 Auswertung der Umfragebögen
3.1.1 Analyse der Ergebnisse
3.2 Waldeigentumsarten und Besitzverhältnisse im Ith
3.3 Informationsaustausch über die Naturschutzgebiets-Ausweisung
3.4 Zertifizierungen
3.5 Spannungsfeld Naturschutz
3.6 Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit
3.7 Bedeutung der Waldfunktionen
3.8 Fachkundige Betreuung des Waldes
3.9 IG Klettern Niedersachsen e.V.
3.10 Kommentare der Waldbesitzer
3.11 Verordnung über das Naturschutzgebiet „Ith“ vom 24.01.2008

4. Einschätzung der Umfrage
4.1 Bewertung der Ergebnisse

5. Zusammenfassung
5.1 Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith
5.2 Ausblick

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
Anhang 1
Anhang 2
Anhang 3
Anhang 4
Anhang 5

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Danksagung

Hier möchte ich den Menschen danken, die durch ihre Mitarbeit und Unterstützung zum Entstehen und Abschließen meiner Bachelorarbeit beigetragen haben.

Für die Konkretisierung der Themenschwerpunkte und die wertvollen Anregungen, Tipps und die Unterstützung während des Schreibens danke ich Herrn Prof. Dr. Ulrich Weihs. Ebenfalls gilt mein Dank Herrn Forstamtmann Dipl.-Ing. (FH) Heiko Brede, da er sich als Zweitprüfer zur Verfügung gestellt hat.

Des Weiteren bekommt mein Bruder Achim Sander ein großes Lob, der in vielen EDVtechnischen Fragen wertvolle Antworten gab. Meiner Familie und meiner Freundin Katharina Bormann danke ich herzlich für die Anregungen und Unterstützung.

Anerkennung und Dank geht an die Kooperationsbereitschaft der Waldbesitzer des Ithes, ohne die diese Arbeit nicht entstanden wäre. Von insgesamt 31 kontaktierten Interessenvertretern, nahmen 31 an der Umfrage teil. Das Interesse und die Hilfsbereitschaft waren sehr groß und dafür bedanke ich mich herzlich, auch bei der IG Klettern Nds. e.V. Die Zusammenarbeit mit den unter 2.4 genannten Behörden war sehr hilfreich, kooperativ und freundlich.

Diese Arbeit widme ich allen Menschen die den Wald schützen, nutzen, in ihm Erholung suchen und ihn als sehr wichtigen Teil dieser Erde und als Natur lieben und schätzen gelernt haben.

Nur was man liebt kann man über die Generationen weitergeben und erhalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ausblick vom Ith ins Weserbergland (Foto: Heinrich 2007)

0. Tabellenverzeichnis

Tab. 1: PEFC-zertifizierte Waldfläche im NSG Ith (H. Sander 03/2008)

Tab. 2: Gewichtung des Stellenwertes von Zertifizierungen im Bezug zu den Flächen der Besitzarten (H. Sander 04/2008)

Tab. 3: Bewertung der Waldfunktionen durch die Waldbesitzer (H. Sander 03/2008)

Tab. 4: Bewertung der Waldfunktionen durch die IG Klettern Nds. e.V. (H. Sander 04/2008)

Tab. 5: Waldfunktionen-Bewertungsvergleich zwischen den befragten Interessenvertretern (H. Sander 04/2008)

0.1 Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ausblick vom Ith ins Weserbergland (Foto von K.-D. Heinrich 29.04.2007)

Abb. 2: Umfragebogen an die Waldbesitzer, Fragen 1 - 4 (H. Sander 02/2008)

Abb. 3: Umfragebogen an die Waldbesitzer, Fragen 5 - 10 (H. Sander 02/2008)

Abb. 4: Besitzverhältnisse im NSG Ith (H. Sander 03/2008)

Abb. 5: Informierung über die NSG-Ausweisung (H. Sander 03/2008)

Abb. 6: Fachliche Auseinandersetzung der Waldbesitzer mit der NSG-Ausweisung (H. Sander 03/2008)

Abb. 7: Befürwortung der NSG-Ausweisung (H. Sander 03/2008)

Abb. 8: Befürchtungen der Waldbesitzer vor weiteren Einschränkungen (H. Sander 03/2008)

Abb. 9: Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit (H. Sander 03/2008)

Abb. 10: Wichtigkeit der Waldfunktionen (H. Sander 03/2008)

1. Einleitung und Themenwahl

1.1 Zielsetzung

Die Ziele dieser Arbeit sollen sein, die Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith auf die Waldfunktionen und Waldbesitzer zu klären. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die Sichtweisen und Meinungen der Waldbesitzer gelegt, was mit den Funktionen des Waldes einhergeht. Die NSG-Ausweisung ist ein sehr aktuelles Thema. Daher fiel die Themenwahl über die Auswirkungen der Ausweisung des Ithes als NSG nicht schwer. In den öffentlichen Medien weniger präsent ist die wirtschaftliche Seite des Waldes, welche ebenso wie die anderen Waldfunktionen herausgearbeitet werden soll.

In Kapitel 2 (Material und Methoden) wird der Ith vorgestellt und die anschließende Entwicklung eines Umfragebogens an die Waldbesitzer und dessen wissenschaftliche Auswertung er- arbeitet. Dies soll nicht nur verdeutlichen wie die Meinungen und evtl. Sorgen der Waldbesitzer sind, sondern auch wie z. B. der Informationsfluss zwischen den Naturschutzbehörden und den Eigentümern funktioniert. Die Auswertung stellt die Besitzverhältnisse im Ith dar und ob bzw. wie viel Wald im Ith bereits zertifiziert ist. Des Weiteren wird dargestellt, ob und wie viel Wald von fachkundigen Personen betreut wird und sich die Waldbesitzer fachlich mit der NSG- Ausweisung auseinander gesetzt haben. Auch die persönliche Wichtigkeit der drei Wald- funktionen für die Waldbesitzer und die IG Klettern wird dargestellt. Das Verhältnis zwischen den Waldeigentümern und anderen Nutzern werden die Kommentare klären. -Was hat sich verändert als der Ith NSG wurde? Und nicht zuletzt die Frage, was konkret in der VOüber das Naturschutzgebiet„Ith“ steht, welche am 31.01.2008 in Kraft getreten ist.

All diese offenen Fragen und Auswirkungen werden in dieser Arbeit aufgegriffen. Die Mei- nungen und Argumente der Interessenvertreter, hier die Waldbesitzer des Ithes und die IG Klettern Nds. e.V., sollen dargestellt, objektiv betrachtet, diskutiert und herausgearbeitet wer- den.

Zur Bachelorarbeit eine notwendige Entschuldigung: Die männliche Schreibweise einiger Wörter soll nicht als diskriminierend verstanden werden, sondern lediglich zum besseren Lesefluss beitragen.

1. 2 Berücksichtigte Literatur

Für die wissenschaftliche Entwicklung des Umfragebogens bzw. der Umfrage an die Waldbesitzer dient das Buch: Interview und schriftliche Befragung (3. Aufl., MAYER 2006). Zur konkreten Vorbereitung und Umsetzung der Umfrage bzw. schriftlichen Befragung der

Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith auf die Waldfunktionen und Waldbesitzer

Waldeigentümer liefert das Buch: Interviews planen, durchführen, verschriftlichen (BRITTEN 2002) wertvolle Informationen. Forst- und waldrechtliche Antworten gibt u. a. das Buch: Forstrecht (2. Aufl., KLOSE UND ORF 1998).

1.3 Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith

Professor Ernst Rudorff (1840 bis 1916) gilt als einer der geistigen Begründer und Väter des Naturschutzes in Deutschland. Er hatte vor über 100 Jahren mit Naturschutz-Initiativen für Teile des Nordithes bei kommunalen und staatlichen Stellen für Aufsehen gesorgt. Seine Tochter, Elisabeth Rudorff (1879 bis 1983), hat vor genau 60 Jahren den ersten NSG-Antrag an den Lkrs. Hameln-Pyrmont gestellt, um Teile des Ithes als NSG ausweisen zu lassen. Rudorff und seine Tochter machten während ihrer freien Zeit stets in Lauenstein Urlaub und sie erkannten schon damals, dass dieser Höhenzug des Weserberglandes mit seinen Eigenheiten und der Schönheit der Natur etwas ganz Besonderes war (vgl. HÖNA 3/2008, S. 19). Näheres zum „Standort Ith“ in Kapitel: 2.1 Der Ith.

In den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts war der Höhenzug in Verbindung mit einer NSG-Ausweisung immer wieder ein Thema in den niedersächsischen Landesregierungen, jedoch wurde diese nie umgesetzt. Die Nutzungsansprüche der Interessenvertreter waren zu unterschiedlich und man konnte keine Einigung für eine NSG-Ausweisung des Ithes erzielen (vgl. ebd. 3/2008, S. 19).

Der Ith war vor der Ausweisung zum NSG im Lkrs. Hameln-Pyrmont LGS mit vereinzelten Naturdenkmalen und im Zuständigkeitsbereich des Lkrs. Holzminden bestand bisher kein LSG sondern nur einzelne Naturdenkmale (FAHNING 2008).

Durch die Europäische Union und die Verpflichtung Deutschlands und der Bundesländer zur Ausweisung bzw. Meldung von FFH-Gebieten haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren verändert (vgl. HÖNA 3/2008, S. 19). Am 15.08.2007 gab es den VO-Entwurf zum hier beschriebenen NSG Ith, welcher durch die zuständige Behörde (NLWKN) erstellt wurde.

„Genau 60 Jahre nach dem ersten Antrag wird der Ith Naturschutzgebiet“. So titelte das Kultur- und Freizeit-Journal aus dem Weserbergland „Weg & Fähre“ (ebd. 3/2008, S. 19). Der freie Journalist Ralph Lorenz kommentierte: „Rudorff, Du hast’s geschafft: Der Ith ist Naturschutzgebiet!“ (www.weserbergland-nachrichten.eu, 12.02.2008). Der Naturschutz am Ith wurde deutlich ausgeweitet, wobei die Nutzung durch Wanderer und Sportler unverändert bleibt (vgl. NIEMEYER, 12.02.2008).

Der Ith ist seit dem 31.01.2008 kraft VO offiziell Naturschutz- und FFH-Gebiet.

Das gesamte NSG Ith hat eine Fläche von 2715 ha und erstreckt sich auf einer Länge von ca. 22 km in südöstlich-nordwestlicher Ausdehnung von dem Flecken Coppenbrügge im Norden, bis zu dem Ort Holzen der Samtgemeinde Escherhausen im Süden. Es befindet sich im Gebiet der Flecken Coppenbrügge und Salzhemmendorf sowie den Samtgemeinden Bodenwerder und Eschershausen. Das NSG liegt in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden. Es grenzt südöstlich an den Lkrs. Hildesheim an. Die höchste Schichtrippe des Ithkammes ist ca. 439 m hoch. (vgl. Anhang 1, § 1 Abs. 2, 5 und § 2 Abs. 1, 4 VOüber das Naturschutzgebiet „Ith“2008). Der Steinbruch auf der Westseite des Ithes, der im Besitz der FG Bisperode ist und derzeit eine Größe von 23 ha umfasst, gehört nicht zum NSG Ith (vgl. Anhang 2 Blatt 1/3, mündlich HENJES 2008).

Das NSG Ith liegt seit dem 24.01.2008 vollständig im gleich großen FFH-Gebiet „Ith“ und ist Teil des Europäischen Ökologischen Netzes Natura 2000 im Zuge der EWG-Richtlinie 92/43[1]. (Vgl. Anhang 1, § 1 Abs. 4 und § 2 Abs. 4 VOüber das Naturschutzgebiet„Ith“2008).

Eine besondere Stellung im Naturschutzgebiet übernimmt das Land Niedersachsen selbst, indem die Flächen der Nds. LF., die im Ith über ein Drittel ausmachen, als Naturwirtschaftswald fachkundig bewirtschaftet werden. Im Genossenschafts- und Privatwald will das Land Nieder- sachsen künftig freiwilligen Vertragsnaturschutz zur Entwicklung der für den Naturschutz wertvollen Flächen anbieten. Damit sollen vorrangig Alt- und Totholzbestände einen struktur- reichen Wald sichern (vgl. www.nlwkn.niedersachsen.de, Februar 2008).

Das NSG Ith ist Teil eines der größten Kalkbuchen- und Schluchtwaldgebiete im Naturraum des Weser- und Leineberglandes (s.: www.nlwkn.niedersachsen.de, April 2008).

Die Fakten zum NSG Ith:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.nlwkn.niedersachsen.de; Steckbrief, April 2008

Flächenschutzkategorien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Material und Methoden

Hier wird der Ith beschrieben und das methodische Vorgehen zur Entwicklung der Umfragebögen dargelegt.

2.1 Der Ith

Geologie und Klima

Der Gebirgszug Ith ist geprägt von fossilienreichen Jura-Kalken. Bekannt ist der harte, teilweise dolomitisierte Korallenoolith-Kalk aus dem oberen Jura (vor ca. 145 - 160 Mio. Jahren), der die weithin sichtbaren Klippen im südwestlichen Teil des Ithes als durchgehende, dickbankige Schichtrippe bildet (vgl. HETSCH ET AL. 2001, S. 40). Es gibt Felsen, die bis zu 35 m aus dem Gebirgszug herausragen (vgl. www.nlwkn.niedersachsen.de, April 2008). Das Klima gilt als gemäßigt und kollin bis submontan. Der mittlere Jahresniederschlag liegt bei etwa 800 mm und die mittlere Jahrestemperatur bei 8,2°C (vgl. www.landesforsten.de, April 2008).

Wuchsregion, Flora und Fauna

Der Ith liegt in der Wuchsregion Niedersächsisches Bergland, genauer gesagt im Wuchsbezirk Unteres-Weser-Leine-Bergland (vgl. www.ml.niedersachsen.de, April 2008). Er war im Gegen- satz zu den benachbarten Gebirgszügen Südniedersachsens ständig bewaldet und dadurch hat sich eine einzigartige Flora und Fauna erhalten und entwickeln können (vgl. HÖNA 3/2008, S. 19). Die tatsächliche und potentielle Vegetation bilden fast überwiegend Buchenwaldgesell- schaften, welche je nach Standort unterschiedlich ausgebildet sind. Am häufigsten ist der Wald- meister-Buchenwald vorhanden. Doch wächst vereinzelt z.B. auch der Orchideen-Buchenwald. Der größte Teil dieser Buchenwälder ist naturnah ausgebildet. Erwähnenswerte Sonderstand- orte sind die zahlreichen Quellbereiche, Bachtäler, Erlen-Eschenwälder, Schlucht- und Hang- mischwälder sowie Höhlen, Fels- Gesteins- und Offenbodenbiotope. Kleinflächig existieren im NSG standortfremde Nadel- und Laubbaumanpflanzungen (vgl. Anhang 1, § 2 Abs. 1 und 3 VO über das Naturschutzgebiet„Ith“2008).

Die vorkommenden, seltenen Tierarten sind unter anderem das Große Mausohr[2] (Myotis myotis), der Grauspecht (Picus canus), der Schwarzstorch (Ciconia nigra), der Rotmilan (Milvus milvus) und der Uhu (Bubo bubo) (vgl. Anhang 1, § 2 Abs. 4c und 6 VOüber das Naturschutz-gebiet„Ith“2008). Die Vogelarten sind durch den Art. 4 Abs.1 der Europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützt (s. Anhang 1, § 2 Abs. 6 Nr. 2 VOüber das Naturschutzgebiet „Ith“2008). Nach mündlichen Aussagen eines Waldbesitzers und Jagdpächters im März 2008 wurde auch die Wildkatze (Felis silvestris) bereits mehrmals im Ith gesichtet. Ihre Lebensräume werden durch den § 2 Abs. 3 Nr. 5 der VOüber das NSG„Ith“2008 geschützt.

Der Ith ist ein touristischer Anziehungspunkt, insbesondere für viele Kletterer, Wanderer und Segelflieger (s.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ith, 07. April 2008).

2.2 Umfragebögen an die Waldbesitzer

Während der Erstellung des Umfragebogen an die Waldbesitzer wurde zu Beginn der Bachelorarbeit mit intensiver Einarbeitung in die Bücher Interview und schriftliche Befragung (3. Aufl., MAYER 2006) und Interviews planen, durchführen, verschriftlichen (BRITTEN 2002) begonnen. Als Erstes mussten die Fragen im Bogen formuliert werden, damit sie klar und eindeutig für die zu befragenden Personen zu verstehen sind. Es galt bestimmte Formulierungsregeln bzw. Fragearten einzuhalten (vgl. BRITTEN 2002, S. 26 f).

Ein Mensch sammelt im Laufe seines Lebens eine Vielzahl verschiedenartiger Erfahrungen. Das ist die subjektive Interpretation (vgl. MAYER 2006, S. 6). Wissenschaftliches Handeln ist vom Menschen konstruiert, um gesicherte Erkenntnisse zu erlangen (vgl. MAYER 2006, S. 8). „Die Objektivität der wissenschaftlichen Sätze liegt darin, dass sie intersubjektiv nachprüfbar sein müssen“ (POPPER 1994, S. 18). Es geht also darum, einen Zahlenschlüssel in die Frage- bögen einzubauen, welcher objektiv und systematisch nachvollziehbar sein muss (mündl. WEIHS 2008).

Die im Fragebogen festgelegten Eigentumsarten und -größen wurden durch die Angaben aus KLOSE UND ORF 1998, sowie VOLZ 2001 hergeleitet.

Methodisches Vorgehen mit vergleichbaren Ergebnissen durch eine quantitative Forschung ist Grundvoraussetzung für die wissenschaftliche Auswertung und Überprüfung der Antworten. Das ist der Unterschied zur qualitativen Forschung, welche von einem dialog-konsens- theoretischen Wahrheits- bzw. Realitätsverständnis ausgeht (vgl. MAYER 2006, S. 25).

Die zehn formulierten Fragen des Umfragebogens an die Waldbesitzer wurden quantitativ und geschlossen gestellt. Nichtsdestotrotz wurde mit dem Punkt „Anregungen, Vorschläge und positive oder negative Kritiken“ jedem Befragten am Endes des Fragebogens die Möglichkeit gegeben, noch einen eigenen Kommentar abzugeben (vgl. MAYER 2006, S. 28). Diese Fragenart (bezogen auf den Kommentar) ist eine Informationsfrage (vgl. BRITTEN 2002, S. 27) und qualitativ gewonnene Ergebnisse sollen die quantitativen Antworten bzw. subjektiven Perspektiven verdeutlichen und unterstreichen. Quantitative und qualitative Sozialforschung schließen sich trotz methodischer Unterschiede nicht aus. Im Gegenteil ist es sogar wichtig, ein theoretisches Modell zu entwickeln, welches praktisch umgesetzt und systematisch ausge- wertet werden kann. Letzten Endes entstehen alle sozialwissenschaftlichen Methoden zur Er- kenntnis der Um- bzw. Mitwelt aus Alltagstechniken (vgl. MAYER 2006, S. 28).

2.2.1 Von der Fragestellung zum konkreten Modell

Ein Forscher macht sich in der Vorarbeit eine Vorstellung von dem zu erforschenden Realitätsausschnitt, um in der Untersuchung die relevanten Aspekte berücksichtigen zu können, sei es durch standardisierte oder offene Verfahren (vgl. MAYER 2006, S. 27). Im Ith sind die Nutzer des Waldes vor allem die Waldeigentümer und die IG Klettern Nds. e.V.

Die Forschung ist ein Prozess, in der ständig neue Erkenntnisse gewonnen und eine permanente Überprüfung und Anpassung notwendig sein muss (vgl. MAYER 2006, S. 28). So wurde bei Frage 1 der Punkt „Forstgenossenschaft“ nach Beendigung der Umfrage nachträglich eingefügt. Es handelt sich hierbei rechtlich um einen forstwirtschaftlichen Zusammenschluss[3] mit der Rechtsform der Genossenschaft, die durch die jeweilige Satzung geregelt wird (vgl. KLOSE UND ORF 1998, S. 31).

2.3 Schriftliche Befragung

Bei einer schriftlichen Befragung wird die befragte Person, welche in gleichzeitiger Anwesenheit des Interviewers ist und den Fragebogen selbstständig ausfüllt, interviewt (vgl. MAYER 2006, S. 97). Nach BRITTEN 2002 (S. 26 f) gibt es eine Vielzahl von Fragearten welche in Interviews Anwendung finden, wobei folgende für die Umfragebögen ausgewählt wurden:

Frage 1: Sachfrage - ein Sachverhalt soll dargestellt werden. Es handelt sich um eine geschlossene Frage, da sich die Antwortkategorien ausschließen müssen (s. MAYER 2006, S. 90).

Frage 2: Halboffene Informationsfrage - Hintergründe sollen transparent gemacht werden (s. Mayer 2006, S. 91).

Fragen 3, 5, 8: Einschätzungsfragen - die Einschätzungsfrage ist die Verdeutlichung der subjektiven Sichtweise des Befragten und seiner Meinungen bzw. Hypothesen.

Frage 4: Sachfrage (s. Frage 1)

Frage 6: Begriffsfrage - Abfrage einer generellen Einstellung bzw. Position.

Frage 7: Plateaufrage - es wird ein inhaltlicher Aspekt aufgebaut, um davon ausgehend eine Frage zu stellen.

Frage 9: Persönliche Frage - ein Sachthema stärker an die befragte Person heranholen.

Frage 10: Sachfrage (s. Frage 1)

Um Indikatoren messen zu können, sind Messinstrumente zur Zuordnung von Zahlen unumgänglich (s. MAYER 2006, S. 79). Es wurde eine Rating-Skala, die auch in der Marktforschung sehr häufig eingesetzt wird, mit einem Skalenniveau von 1 bis 10 für sieben Fragen ausgewählt (vgl. MAYER 2006, S. 82).

Ein Fragebogen sollte unbedingt einem Vortest unterzogen werden, bevor er den teilnehmenden Menschen präsentiert wird (vgl. MAYER 2006, S. 97).

Beim Vortest ist auf Folgendes zu achten:

a) Verständlichkeit der Einleitung,
b) Prüfung auf Vollständigkeit der Fragen,
c) Ermittlung der Befragungsdauer,
d) Angaben zur eigenen Person,
e) Hinweis auf die Anonymität und Vertraulichkeit der Umfrage,
f) Bedanken für die Mitarbeit.

Direkt nach der Befragung: Prüfung auf Vollständigkeit der Antworten (vgl. MAYER 2006, S. 96 f).

Der Umfragebogen umfasst jeweils zwei Seiten und konnte in ca. 10 Minuten ausgefüllt wer- den. Die Reihenfolge der Fragen richtete sich nach inhaltlichen und nicht nach den Fragearten- Aspekten. Es wurden Themenkomplexe gebildet (vgl. MAYER 2006, S. 94). Der Fragebogen an die IG Klettern wurde in einigen Fragen vom Waldbesitzer-Umfragebogen abgewandelt. Fünf Fragen waren dieselben, wie bei den Waldbesitzern um Vergleiche bei der Auswertung ziehen zu können (s. Anhang 4).

Der Umfragebogen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Umfragebogen an die Waldbesitzer Fragen, 1 - 4 (Quelle: H. Sander 2008)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Umfragebogen an die Waldbesitzer, Fragen 5 - 10 (Quelle: H. Sander 2008)

[...]


[1] FFH-Richtlinie

[2] Tierart nach Anhang II FFH-Richtlinie

[3] Forstbetriebsgemeinschaft (vgl. KLOSE UND ORF 1998, S. 30)

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith auf die Waldfunktionen und Waldbesitzer
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
2.3
Autor
Jahr
2008
Seiten
64
Katalognummer
V186502
ISBN (eBook)
9783869436616
ISBN (Buch)
9783869432465
Dateigröße
7939 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, naturschutzgebiets-ausweisung, waldfunktionen, waldbesitzer
Arbeit zitieren
M. A. Henning Sander (Autor), 2008, Auswirkungen der Naturschutzgebiets-Ausweisung Ith auf die Waldfunktionen und Waldbesitzer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186502

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