Die möglichen Problemfelder wie Teilnehmerländerboykott, politische Krisen oder Terrordrohungen verdeutlichen in diesem Zusammenhang, welche Risiken mit diesem Mega-Event verbunden sein können. Das interessante daran ist das Spannungsverhältnis zwischen enormen Chancen- und Risikopotentialen. Im Fokus dieser Arbeit steht jedoch die optimale Ausnutzung der Chancenpotentiale im Vordergrund.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Organisation des größten und bedeutendsten Fußballturniers der Welt, der FIFA Fußball-WeltmeisterschaftTM. Damit eine notwendige Eingrenzung vorgenommen werden kann, dient hier als Beispiel die Durchführung der Fußball-WeltmeisterschaftTM 2006 in Deutschland. Dieses Beispiel wurde bewusst gewählt, da es aufgrund der Aktualität und der erfolgreichen Durchführung als Maßstab für künftige Austragungsländer gilt. Daraus abgeleitet ergeben sich die Ziele dieser Arbeit. So soll die vorliegende Arbeit dem Leser einen umfassenden Einblick in die Strukturen und Prozesse der involvierten Akteure und unterschiedlichen Bereiche einer Fußball-WeltmeisterschaftTM geben. Von allen beteiligten Akteuren muss angenommen werden, dass sie sich einen Nutzen von der Austragung dieses Mega-Events erhoffen. Dieses begründet somit die Untersuchung der erhofften Effekte für alle beteiligten Akteure. Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Untersuchung von Optimierungspotentialen, die eine alternative Gestaltung der Organisation zukünftiger Ausrichter einer Fußball-WeltmeisterschaftTM darstellen sollen. (...)Die Begrenzung dieser Abschlussarbeit ermöglicht jedoch lediglich die Untersuchung ausgewählter Bereiche mit bestimmten Alternativvorschlägen. So wurde für diese Arbeit die Analyse der Themenbereiche "Ticketing" und "Public Viewing" zu Grunde gelegt. (...)
Zusätzlich zur Literaturauswertung stützen sich die in Kapitel 5 aufgeführten Themenbereiche im Wesentlichen auf persönlich durchgeführte Gespräche mit Experten. Diese Expertenausführungen basieren auf Konzepte und Auswertungen von durchgeführten Public-Viewing-Events im Rahmen der Fußball-WeltmeisterschaftTM 2006 in Deutschland. Neben den gewonnenen und ausgewerteten Informationen der vorgenannten Quellen werden eigene Erfahrungen herangezogen. Diese beruhen auf persönliche Tätigkeiten bei der Organisation der Fußball-WeltmeisterschaftTM 2006 und auf mehrfache Besuche der dortigen Public-Viewing-Events.
Inhaltsverzeichnis
1. Prolog
1.1 ZIELE DER ARBEIT
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
1.3 QUELLEN
2. DIE FIFA - DER WELTFUßBALLVERBAND
2.1 AUFBAU UND ORGANISATION DER FIFA
2.1.1 Verbände
2.1.2 Kongress und Präsident
2.1.3 Exekutivkomitee
2.1.4 Ständige Kommissionen
2.1.5 Generalsekretariat
2.2 WETTBEWERBE
3. FIFA FUßBALL-WELTMEISTERSCHAFT
3.1 CHARAKTERISTIKA FUßBALL-WELTMEISTERSCHAFT
3.1.1 Definition und sportlicher Ablauf des Turniers
3.1.2 Definition des Begriffs „Mega-Event“
3.2 DIE FUßBALL-WM ALS MASSENUNTERHALTUNGSEVENT
3.2.1 Entwicklung der Zuschauerzahlen in den Stadien
3.2.2 Entwicklung der WM unter medialen Gesichtspunkten
3.2.2.1 TV-Zuschauer
3.2.2.2 Public-Viewing-Events
3.2.2.3 Internet und Datenübertragung
3.3 BEDEUTUNG UND AUSWIRKUNG
3.3.1 Bedeutung der WM für die daran direkt beteiligten Akteure
3.3.2 Erwartete Effekte für die FIFA
3.4 DIE VERMARKTUNG DER WM
3.4.1 Vermarktungskonzept Übertragungsrechte
3.4.2 Sponsoren der WM
3.4.2.1 Sponsoring-Konzept
3.4.2.2 Erwartungen der Sponsoren
3.5 DIE FIFA UND DIE VERGABE EINER WM-AUSRICHTUNG
3.5.1 Pflichtenheft
3.5.2 Vergabeverfahren
3.5.3 Bewerbungsverfahren
4. DIE PARTNER DER FIFA BEI DER DURCHFÜHRUNG EINER WM
4.1 AUSRICHTENDER VERBAND
4.1.1 Der Deutsche Fußball-Bund
4.1.1.1 Struktur
4.1.1.2 Arbeitsbereiche
4.1.2 Organisationskomitee der WM 2006
4.1.2.1 Organisationsstruktur
4.1.2.2 Aufgabenbereiche
4.1.2.3 Organisation Ticketing
4.1.2.4 Nationaler Budgetplan
4.1.3 Erwartungen der WM aus Sicht des ausrichtenden Verbandes
4.2 DAS AUSTRAGUNGSLAND
4.2.1 Kooperationsnetzwerk
4.2.2 Regierungsgarantien gegenüber der FIFA
4.2.3 Durchführung des Bereichs Sicherheit
4.2.4 Gastgeberkonzept
4.2.5 Erwartungen der Regierung
4.2.5.1 Imageaufwertung
4.2.5.2 Ökonomischer Nutzen
4.3 WM-STÄDTE UND WM-STADIEN
4.3.1 Auswahlverfahren
4.3.2 Aufgaben der WM-Städte und „Host City Programm“
4.3.3 OK-Außenstellen
4.3.4 Investitionskosten
4.3.5 Erwartungen der WM-Städte und Stadienbetreiber
5. PERSPEKTIVEN UND OPTIMIERUNGSPOTENTIALE
5.1 PUBLIC VIEWING
5.1.1 Definition und Abgrenzung
5.1.2 Konzept „Fan-Fest FIFA WM 2006“
5.1.3 Public-Viewing-Events in einem Stadion
5.1.3.1 - Das Bochumer Ruhrstadion
5.1.3.2 - Die Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main
5.1.3.3 - Das Düsseldorfer Paul-Jenes-Stadion
5.1.4 Das Konzept „Fan-Stadion“ als offizielles WM-Event
5.1.4.1 Event-Ablauf
5.1.4.2 Budgetierung
5.1.4.3 Potentiale
5.1.4.4 Risiken
5.1.4.5 Ergänzung: „öffentliches Training“
5.1.4.6 Ergebnisse
5.1.4.7 Perspektiven und Abstimmungen mit der FIFA
5.2 TICKETING
5.2.1 Problemstellung
5.2.2 Analyse des Ticketing der WM 2006
5.2.2.1 Ticket-Arten
5.2.2.2 Kontingentierung
5.2.2.3 Verkaufsphasen und Ablauf
5.2.3 Optimierungsmöglichkeiten
5.2.3.1 „Spielstadt-Tickets“
5.2.3.2 Sonderverlosung für Dauerkartenbesitzer
5.2.3.3 Zuteilung kurzfristig zurückgegebener Tickets
5.2.3.4 Beteiligung zusätzlicher Fußballbegeisterter
5.2.4 Fazit und Abstimmung mit den Organisatoren
5.3 PERSPEKTIVEN
6. RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Organisation des bedeutendsten Fußballturniers der Welt, der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, am Beispiel der WM 2006 in Deutschland. Ziel ist es, die komplexen Strukturen und Prozesse der beteiligten Akteure zu analysieren und Optimierungspotentiale für die Gestaltung zukünftiger Weltmeisterschaften aufzuzeigen, wobei ein besonderer Fokus auf den Themenbereichen Ticketing und Public Viewing liegt.
- Struktureller Aufbau und Organisation der FIFA als Weltverband
- Analyse der WM als Mega-Event und Massenunterhaltungsveranstaltung
- Die Rolle der Partner (ausrichtende Verbände, Austragungsländer, WM-Städte)
- Optimierungspotentiale im Bereich Ticketing und alternative Vergabe-Strategien
- Integration und Weiterentwicklung von Public-Viewing-Events ("Fan-Stadion")
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Definition des Begriffs „Mega-Event“
Mit dem Begriff Event, der aus dem englischen Sprachgebrauch kommt, wird ein einmaliges Ereignis bezeichnet. Zusammen mit dem Begriff Mega, der ursprünglich aus dem griechischen kommt und groß bzw. mächtig bedeutet, bildet sich die besondere Veranstaltungsform „Mega-Event“. Ein Forschungsteam der Universität Bern hat in einem Katalog Mindestkriterien definiert, die eine Veranstaltung als ein Mega-Event charakterisieren. Demzufolge müssen beispielsweise 100.000 Zuschauer die Stadien füllen, mindestens 20.000 Menschen diesem Sport aktiv nachgehen und die TV-Übertragungsrechte in über 30 Ländern verkauft werden. Weiterhin werden Mega-Events als ein internationales Ereignis mit globaler Beachtung bezeichnet. Sie können weltweit nach gleicher Art und Weise sowie nach den gleichen Regeln unabhängig des Standortes, der Politik und Kultur des jeweiligen Landes durchgeführt werden. Mega-Events werden in der Regel an einem einzigen Ort ausgetragen. Die Weltausstellung Expo und die Olympischen Sommer- und Winterspiele sind Beispiele für Mega-Events. Nach der Definition des Forschungsteams der Universität Bern hat die WM eindeutig den Charakter eines Mega-Events. Jedoch ist die WM das einzige Mega-Event, welches in mehreren Städten über das ganze Land verteilt und zum Teil gleichzeitig ausgetragen wird. Somit ist eine ganze Nation an der Ausrichtung beteiligt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Prolog: Einführung in das Thema der Fußball-Weltmeisterschaft als globales Mega-Event und Darlegung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Abschlussarbeit.
2. DIE FIFA - DER WELTFUßBALLVERBAND: Detaillierte Darstellung des organisatorischen Aufbaus, der Organe und der Aufgaben der FIFA als Dachverband des internationalen Fußballs.
3. FIFA FUßBALL-WELTMEISTERSCHAFT: Untersuchung der WM als Sport- und Unterhaltungsphänomen, einschließlich Vermarktungskonzepten und Anforderungen an Ausrichter.
4. DIE PARTNER DER FIFA BEI DER DURCHFÜHRUNG EINER WM: Analyse der Rollen und Erwartungen der zentralen Akteure wie Nationalverbände, Austragungsländer, WM-Städte und Stadienbetreiber.
5. PERSPEKTIVEN UND OPTIMIERUNGSPOTENTIALE: Analyse und Entwicklung alternativer Organisationsvorschläge in den Bereichen Public Viewing und Ticketing.
6. RESÜMEE: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die Organisationsstrukturen und die Zukunftsfähigkeit der WM-Organisation.
Schlüsselwörter
FIFA, Fußball-Weltmeisterschaft, Mega-Event, Public Viewing, Ticketing, Organisation, Vermarktung, DFB, Sponsoring, Stadioninfrastruktur, Zuschauerzahlen, Sicherheitskonzept, Veranstaltungsmanagement, Fan-Fest, Host City.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft und untersucht, wie die FIFA und die ausrichtenden Partner die verschiedenen Herausforderungen dieses Mega-Events bewältigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisationsstruktur der FIFA, der Einbindung der verschiedenen Partner (Städte, Regierung, Verbände) sowie der detaillierten Betrachtung der Themen Public Viewing und Ticketing.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, basierend auf der Analyse der WM 2006 in Deutschland, Optimierungspotentiale für zukünftige WM-Austragungen zu identifizieren, um die Organisation effizienter zu gestalten und Chancen besser zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie auf Expertenausführungen durch persönliche Gespräche, ergänzt durch eigene Erfahrungen des Autors aus der aktiven Mitarbeit bei der Organisation der WM 2006.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Akteursstrukturen (Kapitel 2-4) und die Untersuchung von Optimierungsmöglichkeiten in den Bereichen Ticketing und Public Viewing (Kapitel 5).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mega-Event, FIFA, Public-Viewing-Events, Ticketing-Strategien, Stadionauslastung und das Kooperationsnetzwerk zwischen den verschiedenen Partnern der FIFA.
Welche Rolle spielt das "Fan-Stadion" im Konzept der Optimierung?
Das "Fan-Stadion" ist ein vom Autor vorgeschlagenes Pilotprojekt, das PVE in Fußballstadien verlagert, um eine wetterfeste und infrastrukturell bereits gut ausgestattete Alternative zu den klassischen Fan-Festen zu schaffen.
Warum ist das Ticketing laut dem Autor ein solch kritisches Thema?
Aufgrund des massiven Nachfrageüberhangs bei gleichzeitig sensiblen Sicherheits- und Allokationsanforderungen ist das Ticketing ein hochkomplexes Feld, das häufig in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird.
- Arbeit zitieren
- Dipl. Kfm. (FH) Jochen Kuhl (Autor:in), 2008, Perspektiven und Optimierungspotentiale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186538