Wundergeschichten im Neuen Testament und das Problem ihrer Auslegung


Examensarbeit, 2007
132 Seiten, Note: 1

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. THEORETISCHE ANNÄHERUNG
2. 1 Definition von Wundern
2. 2 Wunder in der Bibel
2. 2. 1 Wunder im Alten Testament
2. 2. 1. 1 Wundertäter
2. 2. 1. 2 Zweck/Intention
2. 2. 1. 3 Formen und Arten
2. 2. 1. 4 Terminologie
2. 2. 2 Wunder im Neuen Testament
2. 2. 2. 1 Wundertäter
2. 2. 2. 2 Zweck/Intention
2. 2. 2. 3 Formen und Arten
2. 2. 2. 4 Terminologie
2. 2. 2. 5 Wunder und Glaube
2. 2. 3 Parallelen und Differenzen der alttestamentlichen und neutestamentlichen Wunder

3. KONTROVERSEN ÜBER DEN HISTORISCHEN GEHALT DER NEUTESTAMENTLICHEN WUNDERGESCHICHTEN
3. 1 Das Wunderverständnis im Licht der Epochen
3. 1. 1 Die Differenzen zwischen dem antiken und neuzeitlichen Wunderverständnis
3. 1. 2 Positionen der Auslegung des Wunderbegriffes
3. 2 Gründe für den Wandel des Wunderverständnisses
3. 3 Wissenschaft und Glaube

4. DAS VERSTÄNDNIS DES WUNDERS BEI RUDOLF BULTMANN
4. 1 Das moderne Weltbild
4. 2 Mythos und Mythologie
4. 3 Das mythische Weltbild
4. 4 Das „Weltbild“ des Neuen Testamentes
4. 5 Das wissenschaftliche Weltbild
4. 5. 1 Uneingeschränkte Geltung und praktische Notwendigkeit der Naturgesetzlichkeit
4. 6 Die Entmythologisierung
4. 6. 1 Die Begründung der Entmythologisierung
4. 6. 2 Die Durchführung und das Ziel der Entmythologisierung
4. 7 Das Handeln Gottes
4. 7. 1 Das Handeln Gottes und die menschliche Existenz
4. 8 Bultmanns Verständnis der neutestamentlichen Wundergeschichten
4. 8. 1 Die Wunder Jesu und ihre relative Gültigkeit
4. 8. 1. 1 Die Wunder Jesu und ihre Zweideutigkeit
4. 8. 1. 2 Die Bedeutungslosigkeit des jesuanischen Wunderglaubens für den modernen Menschen
4. 8. 2 Die Entstehung der neutestamentlichen Wundergeschichten
4. 8. 2. 1 Die Kritik des modernen Menschen an den Wundergeschichten des Neuen Testamentes
4. 8. 2. 2 Die neutestamentlichen Wundergeschichten erklärt durch die historisch-kritische Forschung
4. 8. 2. 2. 1 Zum Hintergrund der Entstehung der neutestamentlichen Wundergeschichten
4. 8. 3 Die Struktur und der Sinn des Wunders
4. 8. 3. 1 Die Bedeutung des Mirakels in Abgrenzung zum Wunder
4. 8. 3. 2 Die Unmöglichkeit des Mirakelgedankens
4. 8. 3. 3 „Die Destruktion des entleerten Wundergedankens“
4. 8. 3. 4 Das Wunder als ein Handeln Gottes
4. 8. 3. 5 Das Wunder der Vergebung
4. 8. 4 Die Bedeutung des Wunders
4. 8. 4. 1 „Der theozentrische Bezug des Wunders“
4. 8. 4. 1. 1 Der Wunderglaube als Glaube an Gott
4. 8. 4. 2 „Der existentielle Bezug des Wunders“
4. 8. 4. 2. 1 Das Wunder im christlichen Alltag
4. 8. 4. 2. 2 Das Wunder als existenzergreifendes Ereignis

5. SCHLUSS

6. LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

„Wunder sind beileibe kein Nebencharakter des Christentums. Nein, die Zukunft des Christentums hängt vielleicht davon ab, ob wir den Charme dieser sinnlichen Liebeserweise Gottes wiederentdecken können.“1 Aus diesem Zitat Klaus Bergers geht hervor, wie wichtig die Wundergeschichten für den christlichen Glauben sind beziehungsweise sein können. Da ein Wunder aus Sicht der Naturwissenschaft fragwürdig ist, nehmen viele Menschen die Wundergeschichten jedoch zum An­lass, die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage zu stellen, indem sie versuchen, diese wissenschaftlich zu erklären.2 Und tatsächlich werden Wunder im allgemeinen Tenor der Wissenschaft als unmöglich deklariert.

Im Anfangsstadium meiner Examensarbeit fragte ich einige Personen, sowohl aus meiner Familie als auch aus meinem Bekanntenkreis, ob sie es für möglich halten, dass die Wundergeschichten der Bibel, vorrangig die für die vorliegende Exa­mensarbeit primär relevanten neutestamentlichen Wunderberichte, so geschehen sind, wie sie in der Bibel dargestellt werden. Eine Antwort war meist schnell und knapp formuliert. Die meisten der von mir befragten Personen erachten es als un­denkbar, den Wunderberichten auch nur eine geringfügige Faktizität zuzuspre­chen. Angesichts naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ist eine solche Möglichkeit für die meisten Befragten ausgeschlossen. Der Glaube an Dinge, die sich dem für alle Menschen sinnlich-erfahrbaren Bereich entziehen und sich der Kategorie des Paranormalen zuordnen lassen, wird heutzutage in der Regel müde belächelt. Ein Großteil der Menschheit glaubt einzig und allein an Dinge, die sinnlich wahr­nehmbar sind.

Hat das Gesetz der Schwerkraft nicht eindeutig erwiesen, dass es nicht denkbar ist, als Mensch über Wasser zu laufen? Wie soll es möglich sein, einen Toten wieder zum Leben zu erwecken, vor allem dann, wenn die Bibel selbst den Betref­fenden als schon halb verwest beschreibt (vgl. Joh 11, 17-18)? Sprechen medizi­nische Erkenntnisse nicht eindeutig dagegen? Haben die biblischen Wunderge­schichten aufgrund dieser Überlegungen überhaupt eine Bedeutung? Warum ste­hen sie in der Bibel, wenn die Wissenschaft behauptet, solche Geschehnisse sind unmöglich? Kann die Wissenschaft diese Unmöglichkeit überhaupt eindeutig be­weisen? Wenn solche Ereignisse undenkbar sind, warum beschäftigen sich noch so viele Menschen, speziell Theologinnen und Theologen mit diesem Thema?

Im Neuen Testament3 finden sich zahlreiche als Wunder bezeichnete „Zeichen“. „Von der Entstehung Jesu bis zu seinem Abschied ist sein Weg gesäumt durch ,Wunder’.“ Auch in den Berichten der Apostel finden sich nicht wenige von Wundertaten Jesu berichtende Erzählungen.

All diese Fragen weckten in mir das Interesse, nach Antworten zu suchen. Auf der Grundlage der oben formulierten Überlegungen ergeben sich für die vorliegende Arbeit folgende Leitfragen: Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Ausle­gung von Wundergeschichten? Welche Stellungnahmen gibt es primär in der Theologie zu diesem Thema? Kann die Wunderfrage überhaupt eindeutig beant­wortet werden? Laut Klaus Berger gehören Wunder „in Wahrheit zum härtesten Brot, dass das Neue Testament dem Theologen zu bieten hat“4.

Da zwischen christlich-theologischer Rede über das Phänomen des Wunders und dem bezüglich dessen nicht religiös motivierten, alltäglichen Sprachgebrauch un­terschieden werden muss, sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich die vorliegende Arbeit primär mit Taten und Ereignissen beschäftigt, die zum Inhalt der Bibel gehören und die dem Themenfeld der Religionswissenschaften zugeordnet werden können. Auf außerhalb der Bibel liegende Beispiele wird nur verwiesen, wenn sie als Ergänzung hilfreich erscheinen.

Aus den aufgeführten Fragen und Überlegungen ergibt sich für die vorliegende Examensarbeit folgende Gliederung.

Zunächst soll das Verständnis des Terminus' Wunder deutlich gemacht werden. Gibt es eine einheitliche, allgemeingültige Definition des Wunderbegriffes?

Daraus ergibt sich wiederum die Frage, ob diese Definition, sofern sie vorhanden ist, zu allen Zeiten gleich ist oder ob es bestimmte Faktoren gibt, denen eine sol­che Auslegung unterliegt? Diese theoretische Annäherung erfolgt, indem sowohl Lexikaartikel als auch Einträge in Wörterbüchern aus den letzten 70 Jahren vorge­stellt und miteinander in Relation gesetzt werden.

Im Anschluss erscheint es sinnvoll, einen Überblick darüber zu geben, wie die biblischen Wunder vorgestellt werden. Im Zuge dessen liegt die Konzentration auf der biblisch-theologischen Perspektive der alttestamentlichen und neutesta- mentlichen Wunder. Hierbei liegen vor allem die Aspekte des Wundertäters, die Intention des Wunderwirkens, die Arten und Formen der entsprechenden Berichte sowie die in der Bibel verwendete Terminologie im Fokus. Im Rahmen der Be­trachtung des NTs wird zusätzlich auf den Zusammenhang von Wundern und Glaube Bezug genommen. In den Wundergeschichten wird das göttliche Eingrei­fen in die Welt geschildert. Kann dies auch ohne einen bereits vorhandenen Glau­ben wahrgenommen werden? Oder entwickelt sich erst durch eine solche Wahr­nehmung der Glaube? Wie äußern sich die Verfasser des NTs hierzu?

Da sich meine Ausführungen primär auf die Wunderberichte des NTs beziehen, hat die besagte Darstellung der alttestamentlichen Wunder eher ergänzenden als ausführlichen Charakter. Dennoch sollen auch die Wunder des Alten Testamen- tes5 nicht ausgeklammert werden, um den Positionen beider Testamente gerecht zu werden und um diese voneinander abzugrenzen. Die Intention, die Unterschie­de und Gemeinsamkeiten herauszustellen, erklärt eine zunächst gesonderte Be­trachtung. Um diese schließlich zu verdeutlichen, ist es sinnvoll, bereits an dieser Stelle - und nicht erst im Schlussteil der Arbeit - in einem abschließenden Unter­kapitel eine zusammenführende und zusammenfassende Darstellung durchzufüh­ren.

Der zweite Teil der Examensarbeit beschäftigt sich mit der Kontroverse über den historischen Gehalt der neutestamentlichen Wundergeschichten.

Im Zentrum dieses Kapitels steht zunächst die Frage, ob und wie sich das Ver­ständnis des Wunders im Laufe der Zeit verändert hat. Einleitend wird daher kurz auf den Unterschied und die Entwicklung des Wunderverständnisses verwiesen, die sich zwischen dem antiken und modernen Weltbild zeigen.

Stellungnahmen von Vertretern der Theologie, Philosophie und neuerdings auch der Psychologie, die sich mit diesem Thema in verschiedenen Zeitaltern ausei­nandersetzen, werden im Anschluss in Kürze wiedergegeben. Eine ausführliche Darstellung würde hierbei den Rahmen der Arbeit sprengen.

Im Folgenden wird auf einige konkrete Gründe aufmerksam gemacht, die für den Wandel des Wunderverständnisses wichtig sind. Inwiefern wirkt sich die Epoche der Aufklärung, das heißt das Zeitalter, das den menschlichen Verstand und die menschliche Vernunft in den Mittelpunkt stellt, auf die Interpretation der bibli­sehen Wundergeschichten aus? Kommt den entsprechenden Texten der Bibel überhaupt eine angemessene Interpretation zu oder werden diese aufgrund wissen­schaftlicher Erkenntnisse zu voreilig als unmöglich deklariert? Ist es überhaupt die Intention der neutestamentlichen Texte über außergewöhnliche Dinge zu be­richten und diese als historisch real zu bezeichnen?

Des Weiteren wird dargestellt, welchen enormen Einfluss die Wissenschaft heut­zutage auf das menschliche Leben ausübt. Ist es überhaupt möglich, sich entgegen der von der Wissenschaft angeführten Undenkbarkeit von Wundern, für deren Möglichkeit zu entscheiden? Wie begegnet der moderne Mensch solchen para­normalen Geschehnissen?

Gemäß dem Titel der Examensarbeit „Wundergeschichten im Neuen Testament und das Problem ihrer Auslegung“ wird, um diesem zweiten Kapitel einen Ab­schluss zu geben, versucht zu verdeutlichen, warum die Auslegung der neutesta- mentlichen Wundergeschichten so problematisch ist.

Gegenstand des dritten Teils der Untersuchung ist die Darstellung des Wunder­verständnisses Rudolf Bultmanns. Während die herausgegriffenen Positionen der Theologen, Philosophen und Psychologen des zweiten Kapitels eher hinweisen­den Charakter haben, wird die Auslegung des besagten Marburger Theologen aus­führlich vorgestellt.

Für Bultmann sind die Wundergeschichten, so wie sie das NT berichtet, nicht mit dem Weltbild der Wissenschaft zu vereinen. Doch hat die Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens überhaupt einen Sinn, wenn darin Geschehnisse geschildert werden, die nicht der alltäglich-erfahrbaren Realität oder dieser nur teilweise ent­sprechen? Mit seinem Programm der Entmythologisierung versucht Bultmann unter anderem dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Zunächst wird ein Vergleich zwischen den Weltbildern der Antike sowie des NTs und dem der Moderne aufgeführt, um die Bedeutung dieser Diskrepanz, die Bult­mann als äußerst relevant für das heutige Verständnis der neutestamentlichen Wundergeschichten betrachtet, deutlich zu machen. Der daran anschließende Teil beinhaltet eine ausführliche Erläuterung des von ihm entwickelten Entmythologi- sierungsprogrammes. Warum stehen die Menschen der Neuzeit den Wunderbe­richten so skeptisch gegenüber? Welche Funktion hat hierbei die Entmythologi- sierung und wie begründet sich diese?

Im Anschluss daran wird die Bedeutung des göttlichen Handelns thematisiert. Das Wunder wird in der Regel mit einem Handeln Gottes verbunden, das der üblichen Erfahrung widerspricht und in der gegenständlichen Wirklichkeit sichtbar wird. Es ist demnach untrennbar mit der Gottesoffenbarung verbunden.6 Welche Bedeu­tung Rudolf Bultmann diesem Handeln beimisst und inwiefern er dieses von dem göttlichen Handeln des Mythos differenziert, wird im Rahmen dessen untersucht. Im Folgenden wird das Verständnis der neutestamentlichen Wundergeschichten des Marburger Neutestamentlers behandelt. Wie kann es in seinen Augen zu die­sen für den modernen Menschen nicht mehr akzeptablen Berichten kommen? Daran anschließend konzentriert sich die Arbeit auf den Sinn und die Struktur der besagten Berichte. Die Frage, die hierbei im Fokus der Betrachtung liegt, ist die nach dem Verständnis des Wunderterminus Rudolf Bultmanns. Was versteht er unter einem Wunder im eigentlichen Sinn? Wie grenzt er eben diesen Begriff von dem des Mirakels ab?

Die gewonnenen Erkenntnisse aus den einzelnen Teilen der Arbeit werden im Schlussteil einer kurzen Betrachtung unterzogen, um sodann in ein abschließendes Fazit zu münden.

2. Theoretische Annäherung

2. 1 Definition von Wundern

In der vorliegenden Examensarbeit liegen vorrangig die Wundergeschichten des NTs im Fokus der Betrachtung. Während sich das dritte und vierte Kapitel mit Positionen der Auslegung von Wundern und der damit einhergehenden Problema­tik beschäftigen, hat dieses Kapitel einen theoretisch-referierenden Charakter und dient der Hinführung zu dem Themenkomplex des „Wunders“. Im Rahmen des­sen sollen zunächst verschiedene Definitionen, welche primär aus Lexikaartikeln und Artikeln aus Wörterbüchern der Jahre 1931-2006 entnommen werden, chro­nologisch sowohl vorgestellt als auch miteinander in Relation gesetzt werden, wobei die Beschränkung zunächst auf einer allgemeinen Definition des Wunder­begriffes liegt.

Die Definition des Lexikons „Religion in Geschichte und Gegenwart“ von 1931 bezeichnet das Wunder aus Sicht der Religionsgeschichte allgemein als ein Ge­schehen, welches eine „Ausnahme von den Naturgesetzen“7 darstellt. Im An­schluss daran wird betont, dass sich das Verständnis des Wunders der primitiven8 Religionen, das heißt zu einer Zeit, in der die Wissenschaft noch nicht so weit fortgeschritten ist, vom heutigen Wunderverständnis deutlich unterscheidet. „In der Primitiven Religion ist das W. keineswegs ein W. in unserem Sinne: es bedeu­tet keine Ausnahme von den Naturgesetzen und hat mit diesen daher überhaupt nichts zu schaffen, weil es noch keinen Begriff der Natur, geschweige eines Na­turgesetzes gibt. In der primitiv-antiken Sphäre ist gewissermaßen alles W., was sich als mächtig betätigt, als auffallend hervortut.“ Das Wunder ist für den primi­tiven Menschen etwas Alltägliches. In allem, „was sich als mächtig, groß, auffal­lend“ erweist, ist für ihn die göttliche Macht zu erkennen, die sich im Wunder manifestiert. Gleichzeitig gilt jedes göttliche Handeln als Wunder, „auch wenn es in den ^natürlichen’ Bahnen verläuft“. Eine zeitliche Grenze lässt sich nicht ange­ben „zwischen der Herrschaft des primitiven W.-begriffes und desjenigen des W.s als Ausnahme [...]. Strukturunterschied und Epochenunterschied gehen nie ganz zusammen. Aber wesentlich ist die Verschiebung des Akzents vom Mächtigen, Auffallenden, Imponierenden, Außerordentlichen auf das Außergewöhnliche, Sonderbare, Unstatthafte, nie Dagewesene, Mirakulöse.“9

Das „Lexikon für Theologie und Kirche“ geht in seiner Definition von 1938 gleich zu Beginn auf den Begriff des Wunders im theologischen Sinn ein. Dem­entsprechend ist das Wunder „ein von Gott außerhalb der Naturordnung gewirk­ter, empirisch erkennbarer Vorgang“. Der Vorgang muss dabei in den natürlichen Erfahrungsbereich fallen, entweder in den Bereich des Geisteslebens oder in den der Natur. Vorgänge werden nicht als Wunder bezeichnet, wenn sie lediglich durch den Glauben erkennbar sind (z. B. die Transsubstantiation), „obwohl sie eminent übernatürlich sind“. Das, was gemäß dieser Definition als Wunder dekla­riert werden kann, muss demnach in irgendeiner Form sinnlich erfahrbar sein. Diejenigen, die sich wundern, sind nicht von primärer Bedeutung, sondern das, über was sie sich wundern, das heißt die Referenz, die erstellt wird. Das subjekti­ve Empfinden der Interpreten ist keine Legitimation für die Bezeichnung eines Ereignisses als Wunder, da es nur für diese selbst sinnlich erfahrbar ist, nicht aber für ihre Umwelt erkennbar.

Im weiteren Verlauf geht der besagte Lexikonartikel näher auf die Definition des Wunders ein, indem er beispielhaft auf drei von Gott hervorgerufene Wirkungen verweist, die „außerhalb der natürl. Seinsordnung“ liegen. Von einem Wunder ist dann die Rede, wenn „Gott etwas wirkt, was die Naturkräfte überhaupt nicht zu wirken vermögen: miraculum supra naturam (z. B. die Verklärung des Leibes)“, wenn Gott „eine an sich natürl. Wirkung hervorbringt“, ohne sich dabei der Kräfte der Natur zu bedienen: „mir. praeter naturam“10 (beispielsweise die Heilung einer organischen Erkrankung durch ein Wort) oder eine von Seiten Gottes erwirkte Hemmung der Naturkräfte (mir. contra naturam). Als Beispiel wird die Erhaltung der drei Jünglinge im Feuerofen angegeben.11

Weiterhin wird zwischen „absoluten“ und „relativen Wundern“ differenziert. Demnach ist ein absolutes Wunder nur durch das Wirken der göttlichen Allmacht möglich, wobei dies aber nicht ausschließt, „daß Gott einen Engel od. Menschen als Werkzeug“ heranzieht. Relative Wunder sind im Gegensatz dazu übernatürli­che Wirkungen, die Engel aufgrund ihrer höheren Erkenntnis und Macht hervor­rufen. Da die von Engeln gewirkten Wunder mit dem Willen Gottes vollkommen übereinstimmen, sind diese „W. positiv von Gott gewollt u. daher W. im eigentl. Sinne“12. Wirkungen verborgener Naturkräfte, die nur ausnahmsweise und zu be­stimmten Zeiten in Aktion treten, ordnet das Lexikon in die Kategorie der Nicht­wunder ein. Natürliche Vorgänge, ganz gleich ob diese dem Bereich des Gewöhn­lichen oder Ungewöhnlichen zugeordnet werden können, sind ebenfalls nicht als Wunder zu bezeichnen, nur weil sie in die religiöse Weltbetrachtung aufgenom­men werden und darin das Wirken Gottes gesehen wird. In der Regel sind auch auffallende Gebetserhörungen keine Wunder.13

1966 definiert das „Handbuch der Theologischen Begriffe“ den Wunderbegriff als „das direkte übernatürliche Handeln Gottes, das allen bekannten Naturgesetzen zuwider geschieht“14. Auf die von Straubinger verwiesene Notwendigkeit einer objektiven sinnlichen Erfahrbarkeit eines solchen übernatürlichen Geschehnisses geht der Artikel nicht ein. Auch findet keine weitere Differenzierung des Termi­nus statt.

Das „Wörterbuch der Religionen“ betont zehn Jahre später, dass der Wunderbeg­riff keineswegs stagnierend ist. Für den modernen Menschen gibt es kaum noch Dinge, die er als Wunder bezeichnet, während der primitive Mensch in allem ein Wunder sieht.15 Generell ordnet der Artikel das Wunder dem Bereich des „Unbe- griffene[n]“ zu. Dieser Bereich wird verstärkt eingeschränkt, da durch die wissen­schaftliche Entwicklung immer mehr begreiflich wird. Dinge, die dem Verstand als nicht möglich erscheinen, sind Wunder, das heißt „alles jenseits der rationalen Erfahrbarkeit u. Vernunfterwartung liegende Geschehen“16, das den religiös ge­öffneten Menschen betrifft und Hoffnung gibt „da nichts zu hoffen war“ (Röm 4, 18)17. Aufgrund dessen wird das Wunder auch explizit als mögliches Hindernis für den Glauben bezeichnet.18

Dieser wissenschaftliche Beitrag unterscheidet sich von den bisher behandelten zum einen dadurch, dass nicht explizit auf Gott als Wundertäter verwiesen wird und zum anderen durch die Anmerkung, dass nicht unbedingt kausale Zusam­menhänge beim Wunder durchbrochen werden müssen. Es kann sich durchaus um „scheinbar logische u. wissenschaftlich erklärbare“ Dinge handeln, die „im per­sönlichen Erleben aber doch wieder unerwarteter, regelwidriger oder unwahr­scheinlicher und insofern ,wundersamer’ Kausalverknüpfungen“19 als Wunder bezeichnet werden können. Im Gegensatz zu den Ausführungen des „Lexikons für Theologie und Kirche“ kann also auch einem Ereignis auf der Ebene der subjekti­ven Wahrnehmung die Bezeichnung Wunder zukommen. Für die Außenwelt ist dieses ebenfalls sinnlich erfahrbar, aber nicht zwingend ein Wunder.

Das „Bibel-Lexikon“ von 1982 nimmt keine allgemeine Einleitung in den Wun­derbegriff vor, sondern legt den Fokus der Betrachtung gleich zu Beginn auf das Verständnis des Wunders im AT. Entsprechend folgt eine Analyse des NTs. Da eben dieses Verständnis in den Unterkapiteln 2. 2. 1 und 2. 2. 2 aufgegriffen wer­den soll, bedarf es im Rahmen dieses Unterkapitels, welches sich mit allgemeinen Definitionen beschäftigt, keiner näheren Beleuchtung. Dennoch lässt sich eine angedeutete Definition aus der alttestamentlichen Analyse entnehmen, die hier eine kurze Erwähnung verdient. In geläufigen Übersetzungen des ATs ins Deut­sche ist das Wort Wunder häufig anzutreffen, dennoch verzeichnet das Hebräische keine eigentliche Bezeichnung für dieses Wort im philosophisch-dogmatischen Sinn.20 An dieser Stelle verweist Haag auf die hebräischen Wörter „'oth“ (Zei­chen) und „mofet“ (Wunder). Demnach ist im AT ein „mofet“ ein „Zeichen bzw. eine symbolische Handlung, die ein Prophet wirkt oder anordnet, um ein Gottes­wort zu deuten und zu bekräftigen. Ein „mofet“ ist also nicht notwendig von einer übernatürlichen Kraft gewirkt (vgl. z. B. Ez 12, 6. 11).“ Primär dient ein „mofet“ der Verkündigung und Offenbarung der Macht und Überlegenheit Jahwes, vor allem wenn dieser das „mofet“ selbst wirkt. Dabei kann jedes Geschehen als „mofet“ bezeichnet werden, welches es vermag, diese Wahrheit zu verkündigen, ganz gleich, ob es „nun die ordentlichen gewöhnlichen Kräfte der Natur über­steigt“, oder ob dies nicht der Fall ist. Im NT kommt den Wundern Jesu häufig der Begriff „Machttaten“21 zu, denen die Funktion beigemessen wird, die Ankunft der eschatologischen Gottesherrschaft zu demonstrieren.22

Im „Wörterbuch des Christentums“ betont Röhr in seinem Artikel von 1988 ein­leitend, dass der Wunderbegriff in der Geschichte der Religionen „starken Wand­lungen unterworfen“23 ist. Wie bereits zuvor schon von einigen wissenschaftli­chen Ausführungen aufgegriffen, wird angemerkt, dass die Erfahrung eines Wun­ders eng mit der individuellen Weltanschauung des Menschen verbunden ist. Ist diese eher „primitiv“ kann alles als Wunder empfunden werden. Eine moderne Weltanschauung hingegen vermag es fast nirgendwo mehr, ein Wunder zu entde- cken.24 Weiter wird differenziert zwischen dem religiösen Wunder „als das Unbe­griffene“, der „unter Staunen und Verwunderung vor sich gehende[n], durch das Medium objektiver Ereignisse vermittelte[n] Begegnung mit dem Heiligen“ (G. Mensching) und dem „Mirakel als der bloßen Kausaldurchbrechung“25.

1989 definiert das „Jerusalemer Bibellexikon“ Wunder als „außergewöhnliche Ereignisse, die einem göttlichen Eingreifen in den natürlichen Ablauf der Dinge zugeschrieben werden“. Sowohl im Reich der Natur als auch in menschlichen Belangen sehen die Menschen der Bibel die Wirkung eines allmächtigen Gottes präsent, der „immer wieder seine Macht und seinen Plan durch Handlungen durchsetzte“ 26. Gott unterliegt als Schöpfer des Himmels und der Erde nicht sei­nen eigenen Naturgesetzen. Im Gegensatz zu den bisher behandelten Lexikaarti­keln, differenziert das „Jerusalemer Bibellexikon“ die neutestamentlichen Wun­derberichte in verschiedene Wundertypen, zum Beispiel Exorzismen oder Natur­wunder.27

1992 merkt auch das „Theologische Fach- und Fremdwörterbuch“ an, dass Wun­der in der Regel eine „Durchbrechung der Naturgesetze“ sind und auf unerklärli­che Dinge (Mirakel) verweisen. In der Antike sind Wunder die „Beglaubigung einer (göttl.) Sendung“28.

Figl betont neun Jahre später im „Lexikon für Theologie und Kirche“ gleich zu Beginn aus religionswissenschaftlicher Sicht, dass das Phänomen des Wunders in allen Religionen „im Sinn eines mag. bzw. den normalen Lauf der Dinge über­schreitenden Geschehens“ anzutreffen ist. Eine adäquate Deutung des Wunders kann aber nur im „jeweils vorherrschenden rel. Weltbild“ statt finden, das heißt eine grundsätzlich einheitliche Definition des Wunderterminus ist nicht möglich. Als Gemeinsamkeit der einzelnen Deutungsversuche gibt das Lexikon an, dass alle Menschen das Wunder als ein Ereignis betrachten, das die alltäglich und ge­wöhnlich erfahrene Welt überbietet beziehungsweise außer Kraft setzt. Des Wei­teren verbinden die meisten Deutungen das Phänomen des Wunders „mit dem Wirken v. außergewöhnl. rel. Personen“. Nicht explizit muss es sich um einen Gott als Wundertäter handeln. Wundern, im Zuge derer Personen geheilt oder aus einer Notsituation gerettet werden, kommt eine „zentrale Bedeutung“29 zu. Zu­sammenfassend lässt sich zunächst für diesen Artikel festhalten, dass der Wun­derbegriff einer Betrachtung aus dem Kontext der Historie und Gesellschaft her­aus bedarf.

Im Rahmen einer religionsgeschichtlichen Analyse definiert die „Theologische Realenzyklopädie“ im Jahr 2004 ebenfalls jedes Ereignis im Sinne eines universa­len religionsgeschichtlichen Phänomens als Wunder, „das von den Zeugen als außergewöhnliches, der Alltagserfahrung zuwiderlaufendes, Ehrfurcht und Er­staunen hervorrufendes Ereignis wahrgenommen und als religiös bedeutsam in­terpretiert wird“. In den großen Religionen, so wird im weiteren Verlauf der Aus­führungen angemerkt, erweisen sich Wunder hauptsächlich an Menschen oder werden durch Menschen gewirkt, die die Ideale ihrer Religion in herausragender Weise verkörpern und die besonders als „gott-oder heilsnah gelten“30. Ebenfalls wird im Zuge der Betrachtung der neutestamentlichen Wunder darauf verwiesen, dass das Verständnis des Wunders von der vorherrschenden Weltsicht aus inter­pretiert werden muss. Demnach ist das neuzeitliche Verständnis des Wunders als „ein der kritischen Vernunft zuwiderlaufendes, die Naturkausalität durchbrechen­des Ereignis“31 den Menschen der Antike fremd. Bernd Kollmann betont weiter­hin in seinem angeführten Artikel, dass Wunder als außerordentliche Geschehnis- se einen Hinweis auf das Wirken höherer Mächte liefern. Wie das „Jerusalemer Bibellexikon“ nimmt die „Theologische Realenzyklopädie“ eine Unterteilung der neutestamentlichen Wunderberichte aufgrund gattungstypischer Merkmale in Ex­orzismen, Therapien, Normenwunder, Rettungswunder, Geschenkwunder und Epiphanien vor.32

„Reclams Bibellexikon“, welches ebenfalls 2004 erschienen ist, stellt die Abhän­gigkeit des Wunderverständnisses vom Blickwinkel der jeweiligen Weltanschau­ung zu Anfang in den Fokus der Betrachtung. Formuliert wird auch hier, dass der moderne Mensch bei Wundern „zunächst an Vorgänge, welche die Naturgesetze durchbrechen und die darum für ihn, soweit er dem Kausalitätsdenken des moder­nen Weltbildes verpflichtet ist, letztlich undenkbar sind“ denkt. Wieder wird auf die antike Welt verwiesen. Dem zu dieser Zeit lebenden Menschen „galten alle Ereignisse als W., in denen er das Wirken göttlicher oder dämonischer Kräfte zu spüren meinte“ . 33

Das „Calwer Bibellexikon“ von 2006 beleuchtet zunächst die supranaturalistische Deutung des Wunderterminus, die bei einem Wunder die Durchbrechung der Na­turgesetze erkennt. Gott hat „die Maschine des Kosmos“ nach seinen eigenen Ge­setzmäßigkeiten geschaffen. „Doch behält er sich vor, in das im Prinzip geschlos­sene System gelegentlich einzugreifen. Für ein paar Augenblicke in der Weltge­schichte setzt er dann die Naturkräfte außer Kraft, um sie alsbald wieder uneinge­schränkt walten zu lassen.“34 Die rationalistische Wunder-Interpretation der Auf­klärungstheologie des 18. Jahrhunderts folgt dieser Deutung. Gemäß diesem ver­nunftgeprägten Verständnis gibt es keine Wunder in der Bibel, alles kann auf ir­gendeine rationale Art und Weise erklärt werden. Im Anschluss daran geht Grimm auf weitere mögliche Deutungen der biblischen Wunder ein, die sich im Laufe der Zeitgeschichte entwickelt haben. Dies ist auch Thema des dritten und vierten Un­terkapitels der vorliegenden Examensarbeit und wird daher in diesem allgemein definierenden Teil nicht weiter berücksichtigt. Ein Verständnis des Wunders aus biblischer Sicht ist in die kurze Vorstellung der verschiedenen Deutungen einge­baut. Die vorherrschende Weltanschauung wird auch in diesem Artikel als für das Wunderverständnis maßgebend erachtet. Demnach sehen die Menschen der Bibel

in einem Wunder noch nicht die durch die heutige wissenschaftliche Forschung betonte Durchbrechung der Naturgesetze oder die Verletzung des Kausalitätsprin­zips gegeben, „sondern dass Dinge geschehen, die nicht alltäglich, sondern außer­gewöhnlich (,paranormaF) sind und darum Staunen hervorrufen. Die Norm, an der die W.-Phänomene gemessen werden, ist nicht das Naturgesetz, sondern die Lebenserfahrung.“35

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die herangezogenen Lexika und Wörter­bücher den Fokus auf unterschiedliche Schwerpunkte legen. Wunder lassen sich summierend und mit Vorsicht aus neuzeitlicher Betrachtung als Phänomene be­zeichnen, die sich als außergewöhnlich, der Alltagserfahrung zuwider und nicht mit der Ratio vereinbar erweisen. Eine festgelegte Definition des Wunderbegriffes lässt sich, wie deutlich geworden ist, nicht formulieren. Es gibt nicht den „einen“ Wunderbegriff und damit verbunden das „eine“ Wunderverständnis. Zum einen hängt dies immer von der aktuell vorherrschenden Weltsicht ab und unterliegt zum anderen den Interpretationsansätzen verschiedener Perspektiven, wie denen der biblischen Theologie, der Religionswissenschaft, der systematischen und der praktischen Theologie.

In Bezug auf den Wunderbegriff sieht der Neutestamentler Rudolf Bultmann eine regelrechte Gefahr in der Entwicklung eines einseitigen „Wundergedankens“, der auf zweierlei Arten vollzogen werden kann: „Entweder so, daß von einem falsch verstandenen Allmachtsgedanken aus jedes Weltgeschehen als Tun Gottes gedeu­tet und so der Unterschied von Weltgeschehen und Tun Gottes preisgegeben wird. Oder so, daß unter dem Wunder nur noch ein über- oder gegennatürliches Ereig­nis verstanden wird, das man freilich auf Gott zurückführt, jedoch so, daß man Gott dabei nur als den übernatürlichen Verursacher denkt, ohne das Ereignis als solches als Gottes Tat zu verstehen; man behält dann nur den Gedanken des Mira­kels.“ Bultmann sieht eine Konstitution des Wundergedankens faktisch nur als legitim an, wenn beide Wunderbegriffe in Bezug zueinander stehen. In der theo­logischen Diskussion wird des Öfteren „der eine Wunderbegriff gegen den andern ausgespielt“36.

2. 2 Wunder in der Bibel

Im Folgenden liegt der Schwerpunkt auf den Wundem der Bibel. Eine biblisch­theologische Betrachtung dient hierbei als Rahmen.

Zunächst werden die Wunder des ATs näher untersucht. Da die vorliegende Exa­mensarbeit sich primär mit den Wundergeschichten des NTs beschäftigt, hat die­ses Unterkapitel keinen ausführlichen, sondern vordergründig ergänzenden und vervollständigenden Charakter.

Im Anschluss daran rücken die neutestamentlichen Wunder in den Fokus der Be­trachtung. Gemessen an dem fast 2000jährigen Zeitraum der Geschichte Israels und am Umfang der Bücher nehmen die Wunderberichte des ATs einen auffallend geringen Raum ein. Aufs Ganze gesehen spielen die neutestamentlichen Wunder und Wundergeschichten eine größere Rolle.37

In beiden Unterkaptiteln wird sowohl darauf verwiesen, wer im jeweiligen Bibel­teil als Wundertäter fungiert als auch zu welchem Zweck die Wunder ausgeführt werden beziehungsweise welche Intention der ausführende Wundertäter damit verbindet. Diese beiden genannten Punkte gehen häufig ineinander über und kön­nen nicht ausschließlich separat betrachtet werden. Anschließend wird angemerkt, welche Formen und Arten von Wundern die beiden Teile der Bibel beinhalten. Um diesen stark theoretisch gehaltenen Teil besser veranschaulichen zu können, sollen jeweils Beispiele herangezogen werden. Im Zuge dessen werden daher auch inhaltliche Aspekte der entsprechenden Wunderberichte aufgegriffen. Des Weite­ren werden die ausgewählten Beispiele in ihrem Kontext zum Teil durch Holz­zeichnungen von Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) visuell unterstützt. Der Vollständigkeit halber wird abschließend ein Blick auf die verwendeten Ter­mini geworfen, die synonym für den Begriff des Wunders in der Bibel zu finden sind. Zusätzlich wird im Rahmen der Ausführungen der neutestamentlichen Wun­derberichte die Bedeutung des Glaubens für die Wunder aufgegriffen.

Für die Unterkapitel 2. 2. 1 und 2. 2. 2 dienen die bereits im Definitionsteil aufge­führten Lexika und Wörterbücher als primäres Bearbeitungsmaterial. Insoweit es Struktur und Zusammenhang zulassen, wird dieses ebenfalls chronologisch aufge­führt.

Auch dieser theoretisch-referierende Teil schließt mit einer vergleichenden Zu­sammenfassung der Wunder des ATs und NTs, um auf Parallelen und Differenzen beider Bibelteile zu verweisen.

2. 2. 1 Wunder im Alten Testament

2. 2. 1. 1 Wundertäter

Das AT führt alles Geschehen auf den Willen Gottes zurück und sieht dies auch von ihm beeinflusst.38 Keiner der herangezogenen Lexika- und Wörterbuchartikel widerspricht dieser These. Naturgesetze, die neben Gott eine eigenständige Größe darstellen, kann das AT nicht kennen. Gott selbst fungiert demnach als primärer Wundertäter.

Das „Lexikon für Theologie und Kirche“ von 1938 vermerkt: „Gott ist der absolu­te, persönl. Geist, der die Welt erschaffen u. sich nach der Erschaffung nicht von ihr zurückgezogen hat, sondern ständig in ihr fortwirkt.“ Nur unter dieser Voraus­setzung kann die Möglichkeit eines Wunders im AT überhaupt in Betracht gezo­gen werden. Gott ist des Weiteren kein Teil der Natur, sondern steht in seinem Denken, Wollen und Wirken über ihr. Der Mensch, der „durch seinen Leib“ mit der Natur verbunden und an die Kräfte der Natur in seinem Wirken gebunden ist, kann von sich aus keine Wunder vollbringen. Als der absolute Geist vermag es Gott hingegen, „kraft seiner Allmacht durch bloßen Willen zu wirken“39. Er wird als der gepriesen, der „allein W. tut“ (Ps 72, 18). Daher kann das „Bekenntnis zu JHWH als dem wunderwirkenden Gott“40 besonders in Krisen- und Umbruchzei­ten eine prägnante Bedeutung erhalten, denn gerade in diesen Zeiten sieht sich der JHWH-Glaube einer Herausforderung gegenüber. Das narrative Erzählen von Wundergeschichten umfasst in der Regel solche Zeiten des Umbruchs und der Krise. Entscheidender als diese Feststellung ist gemäß dem „Lexikon für Theolo­gie und Kirche“ von 2001 jedoch „das in jeder Beziehung bedeutungsvolle Phä­nomen“, nach welchem die Wundererzählungen primär in den besagten Situatio- nen (z. B. der Zeit assyrischer Bedrohung oder des Exils) „als Mittel zu ihrer Be­wältigung erwachsen sind“41.

Im AT beinhalten die Geschichten der Propheten Elia und Elisa viele Wunderbe­richte, „die Gott durch sie und an ihnen wirkte“. Beide Propheten sind dazu befä­higt, wunderbare Dinge zu tun. Elia weckt beispielsweise den Sohn der Witwe von Zarpat vom Tod auf (vgl. 1 Kön 17, 17-23) und auch bei Elisa kommt es zur Totenauferweckung eines Kindes (vgl. 2 Kön 4, 8-37). Wichtig an diesen Ge­schichten ist, dass der entsprechende Prophet lediglich als Instrument fungiert, „mit dessen Hilfe Gott seine W. vollbringt“42. Gott muss demnach nicht immer selbst der ausführende Wundertäter sein. Neben ihm gibt es auch noch irdische Wundertäter. „Von denen sagt man dann, daß sein Geist (oder seine Hand) über sie kommt. Dann vermögen sie Erstaunliches. Sie zerreißen Löwen (Richt 14, 5ff), vermehren Speise auf wunderbare Art (II Kön 4, 42ff), heilen Kranke (II Kön 5, 10), nehmen dem Gift seine Wirkung (II Kön 4, 38ff), rufen Tote ins Leben zurück (II Kön 4, 34) und was dergleichen mehr.“43 Die Wunderkraft Got­tes überträgt sich dabei nicht selten auch auf Gegenstände, die den ausführenden irdischen Wundertätern das Wirken der Wunder ermöglichen. So beispielsweise der Stab Moses, einem weiteren nicht unwichtigen Wundertäter des ATs, der die­sem unter anderem ermöglicht, Wasser in Blut zu verwandeln (vgl. 2 Mose 7,17).44 Dennoch spricht das AT „nur selten und mit großer Zurückhal­tung von menschlichen W.-Tätern“45. „Reclams Bibellexikon“ führt dies auf die Vorstellung zurück, dass Gott der alleinige Herrscher über Natur und Geschichte ist. Doch obwohl in solchen Fällen nicht Gott das Wunder ausführt, wird er als der Urheber desselben angesehen, denn ohne eine von ihm verliehene entsprechende Macht und Fähigkeit ist kein irdisches Wesen zur Ausführung solcher Taten im­stande. Auch das „Bibel-Lexikon“ notiert, dass ein „mofet“ (Zeichen) nicht not­wendigerweise auf die Wirkung einer übernatürlichen Kraft zurückgehen muss (vgl. z. B. Ez 12, 6.11), denn auch ein Prophet kann eine solche „symbolische Handlung“46 ausführen, um dem Wort Gottes Ausdruck zu verleihen und um die­ses zu deuten.

Das „Lexikon der Religion in Geschichte und Gegenwart“ verweist zusätzlich darauf, dass Gott in einzelnen Fällen selbst Tiere als fungierende Wundertäter nutzt, beispielsweise die Eselin des Bileam (vgl. Num 22, 22ff), den Bären des Elisa (vgl. 2 Kön 2, 24), den Raben des Elia (vgl. 1 Kön 17, 4) oder den großen Fisch des Jona (vgl. Jona 2).47

2. 2. 1. 2 Zweck/Intention

Gemäß dem „Lexikon für Theologie und Kirche“ von 1938 sind Wunder „nach dem Sprachgebrauch der Hl. Schrift göttliche Machterweise“.

Gott wirkt seine Wunder nicht willkürlich, sondern ist „auch bei seinem Wunder­wirken geleitet von seiner Weisheit u. Güte“48. Das „Jerusalemer Bibellexikon“ teilt diese These und formuliert zu Beginn seines Artikels über den Wundertermi­nus, dass das AT „voll solcher Ereignisse [ist], die über die Grenzen des Natürli­chen hinausgehen und Gottes Macht bezeugen“49. Somit verweist es unmittelbar auf den Zweck der alttestamentlichen Wunder, nämlich die Macht Gottes zu de­monstrieren. Die Bedeutung der Wunder sieht Weimar ebenfalls in der „unver- hoffte[n] u. überraschende [n] Erfahrung der machtvollen Nähe Gottes“, welche mit „Staunen u. Erschrecken“ einhergeht, da aufgrund „bestehender Zweifel u. Anfechtungen“ damit nicht gerechnet wird. Das Wunder, „das so auch keineswegs Selbstzweck ist, sondern Bezeugung der Gültigkeit u. Wirkmächtigkeit des Wor­tes JHWHs sein will“50, dient der Verdeutlichung der Macht und Größe Gottes und macht diesen zugleich erfahrbar. Durch seine Schöpfungstat etabliert Gott eine feste Ordnung der Natur, welche er „wunderhaft außer Geltung zu setzen“51 vermag, sobald es eines rettenden Eingreifens bedarf. Wunder begleiten sein Of­fenbarungswort und fungieren „neben dem inneren Wahrheitszeugnis des Hl. Geistes“ auch als äußere Beglaubigung, die der Natur des Menschen als einem geistig-sinnlichen Wesen entspricht. Sie sind Teil des göttlichen Weltplans und verdeutlichen die „Auswirkungen der übernatürl. Heils- und Gnadenordnung“52. Die zehn Plagen, von denen die Ägypter heimgesucht werden (vgl. 2 Mose 7-12), „werden als furchtbare Wundertaten Gottes beschrieben“53 (2 Mose 3, 20), die den Pharao dazu bewegen sollen, das Volk Israel ziehen zu lassen. Die Wunder haben auch hier hinweisenden Charakter auf die Macht Gottes. An vielen Stellen der Bibel wird an die zehn Plagen erinnert, die als „Zeichen“ und „Wunder“ betitelt werden (vgl. 4 Mose 14, 22; 5 Mose 4, 34; 29, 2; Jos 24, 17; Ps 78, 43; Jer 32, 21).54

Des Weiteren wird die jahrelange Wüstenwanderung Israels von zahlreichen Wundern begleitet, die intendieren, „Gottes bewahrende Kraft“55 zur Schau zu bringen. Eingeläutet wird dies mit der Teilung des Schilfmeers (vgl. 2 Mose 14, 16-29). Das „Lexikon der Religion in Geschichte und Gegenwart“ vermerkt, dass das höchste aller Wunder „der Tag Jahwes“ sein wird, „an dem der bis dahin in Zeichen spürbare Gott enthüllt vor aller Augen erscheint“56.

Haag zufolge lässt sich die Vorstellung eines Wunders primär aus Berichten ent­nehmen, welche die Herausführung Israels aus Ägypten zum Inhalt haben. Eben diese Herausführung sowie die Schöpfung der Welt und des Menschen selbst gel­ten gemäß dem „Bibel-Lexikon“ als die größten Machterweise Gottes. Im Rah­men der Befreiung Israels aus ägyptischer Hand besagt eine Verheißung Jahwes (Ex 7, 3-5 (P)), „er werde seine Zeichen (ot) und W. (mofet) zahlreich machen im Lande Ägypten, und die Ägypter würden daran erkennen, daß er Jahwe sei“57. Auch hier wird noch einmal deutlich, dass das Wirken von Wundern der De­monstration der Macht Gottes dient.

Den meisten Wundern, die von irdischen Wundertätern ausgeführt werden, kommt generell die Funktion zu, „den göttlichen Charakter eines Auftrages zu demonstrieren“, den Gott auserwählten Menschen gibt. „So verwandelt sich z. B. der Hirtenstab in der Hand des Mose zu einer Schlange und wieder zurück in ei­nen Stab.“58 Auch das „Theologische Fach- und Fremdwörterbuch“ von 1992 be­tont, dass Wunder im AT die Funktion einer „Beglaubigung einer (göttl.) Sen­dung“59 haben. Gemäß den im Unterkapitel 2. 1 angeführten „relativen“ Wundern, sind Engel im Gegensatz zu irdischen Wundertätern bereits mit einer übernatürli­chen Macht und Erkenntnis ausgestattet, die ihnen das Wirken übernatürlicher Dinge ermöglichen.60

Die primäre Bedeutung eines „mofet“ ist jedoch die Verkündigung. „In dieser Funktion wird das ,mofet’ selbst zur Verkündigung und steht demnach im Dienst der Offenbarung.“61 Wirkt Jahwe dieses selbst, gilt eben das umso mehr. Ein „mofet“ verkündigt und bestätigt die Verheißungen Gottes sowie dessen Macht und Überlegenheit über die Götter Ägyptens.

2. 2. 1. 3 Formen und Arten

Im nächsten Abschnitt wird nun auf die Formen beziehungsweise Arten der Wun­dererzählungen, die die verwendeten Lexika und Wörterbücher angeben, einge­gangen. Unterstützend dazu wird auf Beispiele verwiesen.

Die „Theologische Realenzyklopädie“ verweist in Bezug auf das AT auf Ret­tungswunder (z. B. die Errettung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangen­schaft) und Strafwunder (z. B. die Infragestellung der Führerschaft Moses; vgl. Num 11, 1-3; 12, 1-15; 16, 1-33).62

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„Der Israeliten Rettung und der Ägypter Untergang im Roten Meer“63 (Rettungswunder; 2 Mose 14, 26-31)

Das „Calwer Bibellexikon“ von 2006 unterscheidet zwischen „Erweis- Wunder[n]“ und „Wunder [n] (der Hilfe) an Menschen“. In einem Erweis-Wunder weist sich Gott beziehungsweise der von ihm eingesetzte irdische Bote als Inhaber einer übernatürlichen Macht beziehungsweise Übermittler einer göttlichen Bot­schaft aus. „Die Urtypen der Erweis-W. finden sich in der Exodus-Tradition: Am Berg Sinai manifestierte sich JHWH in der Epiphanie (2 Mo 3, 19-20; 24). In Ägypten wies sich Mose durch ,Zeichen’ als der von Gott gesandte Prophet aus (2 Mo 4, 1-9.30f; 7-11).“64 Wunder-Hilfen werden vollbracht, um Personen am Leben zu erhalten, beispielsweise die Genesung von einer schweren Krankheit. Totenerweckungen gelten im Rahmen dessen als Extremfall der Wunder-Hilfen.65

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„Moses wird berufen, Israel aus Ägypten zu führen“66 (Erweis-Wunder 2 Mose 3, 1-12)

2. 2. 1. 4 Terminologie

Das AT kennt „kein Wort für W.“ 67. Es spricht unter anderem von „Zeichen“, „Machttaten“, „Wahrzeichen“ und „Ruhmestaten“. 68 Der Doppelausdruck „Zei­chen u. Wunder“ (otot umopetim) ist zur Kennzeichnung des Geschehens der Be­freiung aus Ägypten geworden (vgl. Dtn 4, 34; 6, 22; 26, 8; Ex 7, 3), welches auch als „uranfängliche Machttat Gottes in der Geschichte seines Volkes“69 dekla­riert wird. Die weiteren synonym verwendeten Begriffe „Krafterweise“, „Großta- ten“ oder „furchterregende Dinge“ sind ein Indiz dafür, dass die Wundertaten Gottes auch „Schrecken u. Entsetzen“70 auslösen können.

Das im AT mit Wunder Gemeinte wird also durch verschiedene Termini unter­schiedlich akzentuiert, die auf Dinge verweisen, die die „Machtfülle Gottes in seinem Handeln in Natur und Geschichte zum Erstaunen und zum Lob“71 anregen. Das „Lexikon der Religion in Geschichte und Gegenwart“ von 1931 hebt im Rahmen der dem AT zugrundeliegenden Terminologie hervor, dass das am häu­figsten anzutreffende Synonym des Wunderbegriffes der Ausdruck „Zeichen“ ('oth) ist. Dieser Ausdruck findet sich 74-mal im AT. In diesem Terminus spiegelt sich die alttestamentliche Anschauung des Wunders wider: „Gott ist unsichtbar. Zuweilen aber gefallt es ihm, erkennen zu lassen, daß er handelnd hinter den Din­gen steht. Er gibt ,Zeichen’ seines verborgenen Wirkens. Jedes Ereignis kann so im AT zum W. werden. Es muß nur derjenige, dem es begegnet, Gottes Wirken darin spüren. Natürlich ist das am ehesten der Fall, wo ein Ereignis überrascht oder gar völlig aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fallt.“72

2. 2. 2 Wunder im Neuen Testament

2. 2. 2. 1 Wundertäter

Im NT ist Jesus der primäre Wundertäter. In diesem Punkt stimmen alle herange­zogenen Lexika und Wörterbücher überein.

1938 betont Wikenhauser in seinen Ausführungen, dass es Jesus ist, der gemäß den Berichten der Evangelien viele Wunder wirkt, „dagegen sein Vorläufer Jo­hannes kein einziges“73. Das „Jerusalemer Bibellexikon“ notiert, „schon die Per­son Jesu selbst ist untrennbar mit W. verbunden (vgl. seine JUNGFRAUENGE­BURT und die AUFERSTEHUNG). Dazu kommen die von ihm vollbrachten W. taten während seines irdischen Lebens.“74 „Wunderbare Heilungen werden im NT Jesus [...] zugeschrieben“75, heißt es auch im „Calwer Bibellexikon“ von 2006.

Die Quelle von Jesu Wunderkraft sieht Petrus in Gott (vgl. Apg 10, 38), der die­sen „mit besonderer (göttl.) Kraft“76 ausrüstet (vgl. Jo 11, 41f). Jesus selbst be­zeugt diesen Sachverhalt in Mt 12, 28 („wenn ich durch den Geist Gottes die Dä­monen austreibe [...].“). Auch das „Wörterbuch für Theologische Begriffe“ sieht die gewirkten Wunder Jesu mit den „Manifestationen der Kraft GOTTES“ ver­bunden. Diese Kraft, so glaubt man, ist in Jesus „auf einzigartige Weise wirk- sam“77 und das „Jerusalemer Bibellexikon“ widerspricht dem ebenfalls nicht, wenn es sagt, dass die Wunder „die von Gott verliehene Autorität und Macht Je- su“78 illustrieren. In diesem Punkt sind sich die verschiedenen Lexika und Wör­terbücher demnach ebenfalls einig. Im Brief an die Gemeinde Roms betont Pau­lus, dass Christus durch Gott wirkt, indem seine Predigt durch „Zeichen u. W.“79 begleitet wird. Alles geschieht „in der Kraft des Pneuma Gottes“ (Röm 15, 18f). Daran erkennt man den wirklich göttlichen Boten und kann diesen somit von fal­schen Propheten unterscheiden (vgl. Apg 8, 9-24; 13, 4-12).

Des Weiteren erwähnt das NT im Rahmen der Apostelgeschichte eine Wundertä­tigkeit der Apostel, die wie Jesus „über das Charisma der Heilung“80 verfügen. Ergänzend sei gesagt, dass es vor allem Petrus ist, der die Wunderpraxis Jesu fort- führt.81 Auch den Jüngern Jesu sowie „andere[n] Glieder[n] seiner Gemeinde“82 wird nach Ostern das Wirken von Wundern zugeschrieben. Die Letztgenannten führen zunächst das weiter, was die Jünger Jesu, die dieser in Galiläa aussendet, „in seinem Namen“ schon tun (vgl. Mk 6, 7-13). „Sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun. Auch trieben sie viele Geister aus, salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie (Mk 6, 12f).“ Die Jünger Jesu sind „mit dem Auftrag zur Reichspredigt“83 mit der Vollmacht zum Wunderwirken ausgestattet. Sie bekom­men von Jesus die Fähigkeiten verliehen, „W. zu tun, zu heilen und Dämonen auszutreiben“84 und sogar Tote aufzuerwecken. Dies geschieht in Jesu Missions­befehl in Mk 16, 17. Die Menschen, die nach den Jüngern Jesu einen Glauben erlangen, bekommen ebenfalls eine solche Vollmacht.85 Demnach wählt Jesus auch irdische Wundertäter aus, denen er eine entsprechende Macht zuteil kommen lässt. Die neutestamentlichen Wunder sind somit nicht mit dem Ende des irdi­schen Wirkens Jesu abgeschlossen, sondern auch außerhalb der Evangelien kommt es zur Ausführung von Wundern in seinem Namen. Paulus, der ebenfalls von Wundern in seinen Briefen berichtet, reiht diese „und Krankenheilungen un­ter die Geistesgaben für die Gemeinde ein (1. Kor 12, 28)“ . 86

2. 2. 2. 2 Zweck/Intention

Den Berichten der Evangelien und Jesu eigenem Zeugnis zufolge „gehören bei ihm Predigt u. W. wirksamkeit unlöslich zusammen (Mt 11, 4f; 11, 20ff; 12, 24ff). W. u. Heilungen sind ein notwend. Ausdruck des messianischen Wir­kens Jesu. Durch seine Verkündigung ruft er das Kommen der Gottesherrschaft (des Reiches Gottes) aus, durch seine Heilungen u. Dämonenaustreibungen drängt er die Satansherrschaft zurück u. offenbart das Wirklichwerden des Gottesrei- ches.“87 Das „Lexikon für Theologie und Kirche“ von 1938 verdeutlicht durch das aufgeführte Zitat, welchen Zweck es hinter den Wundern Jesu sieht. Als Messias offenbart Jesus somit durch das Vollbringen seiner Wunder den Anbruch des Got­tesreiches. Die göttliche Herrlichkeit, die Jesus besitzt, soll durch seine Wunder zum Ausdruck kommen.88 Auch das „Wörterbuch für Theologische Begriffe“ von 1966 verbindet mit dem Wunderwirken Jesu den Beweis für dessen Göttlichkeit und die Autorität der Bibel.89 In der Offenbarung der Macht Gottes, die Jesus zu­teil wird, sieht das „Wörterbuch des Christentums“ von 1988 ebenfalls den Zweck der Wunder. Diese stehen „im Dienst seiner Predigt vom Reich Gottes“90. Kertel- ge merkt in seinem Artikel von 2001 an, dass alle vier Evangelien übereinstim­mend Zeugnis darüber liefern, dass sich die Wunder Jesu in seine Reich-Gottes­Verkündigung einbinden lassen.91 In Mt 12, 28 heißt es ausdrücklich: „Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Diesen Punkt teilen die Quellen des Bearbeitungsmaterials.

Die Wunder Jesu demonstrieren den Anbruch des Gottesreiches und verlagern dieses somit in die Gegenwart.92 Im Folgenden soll diese These durch weitere Beispiele und informierende Ergänzungen unterstützt werden.

Das „Bibel-Lexikon“ von 1982 verbindet die Intention des Wunderwirkens Jesu mit Psalm 145, 3ff. Gerade dieser Psalm, welcher die „Machttaten“ Gottes in Schöpfung und Heilsführung „als die Äußerung seines umfassenden Königtums und als die ,W.’ seiner Güte und Huld“ bezeichnet, ist für die neutestamentliche Verkündigung von großer Bedeutung, da auch die „Machttaten“ Jesu „nach sei­nem eigenen Verständnis“ mit der „nun geschehenen Ankunft der eschatologi- schen Gottesherrschaft“93 verbunden sind (vgl. Mt 12, 27f par.). Das „Jerusalemer Bibellexikon“ formuliert den Zweck der Wunder etwas ausführlicher, nämlich, dass Jesus durch seine Wundertaten, das heißt, indem er Menschen von Krankheit, dem Bösen und selbst dem Tod befreit, „den Anbruch der kommenden Gottes­herrschaft, der erwarteten Zeit der Erlösung, in der das Böse vernichtet und die Vollkommenheit des Lebens erlangt wird (vgl. Lk 4, 17ff)“94, offenbart. Auch wenn den Wunderberichten keine apologetische Intention unterliegt, kann gemäß dem besagten Lexikon nicht ignoriert werden, dass die Evangelien „mit ihnen aufzeigen wollen, daß Jesus der MESSIAS und SOHN GOTTES ist“. Primär das Johannes-Evangelium deklariert die Wunder Jesu als „Zeichen“, die einen Hin­weis dafür liefern, „daß Jesus der vom Vater gesandte Christus (Messias) ist, und die zugleich die kommende neue Welt Gottes aufleuchten lassen, in der es kein Leid, keine Angst, keine Tränen, kein Sterben mehr geben wird (Offb 21, 4)“95. Im weiteren Verlauf erwähnt das „Jerusalemer Bibellexikon“ als einziges der he­rangezogenen Lexika und Wörterbücher, inwiefern die Wunder dem Verständnis des Erlösungshandelns Jesu dienen. „Insofern Krankheit Isolation und Ausschluß aus dem mitmenschlichen und dem gottesdienstlichen Leben bedeuten konnte, haben die Heilungen Jesu eine verbindende, Grenzen brechende Bedeutung.“ Die Bedeutung für das Individuum kommt hier ebenfalls zur Geltung. Durch Heilung ist eine erneute Aufnahme in das Gemeinschaftsleben gewährt. Jedem, auch den rituell Unreinen (z. B. den Aussätzigen) sowie den Fremden (beispielsweise der Tochter der syro-phönizischen Frau in Mk 7, 24-30) kann eine solche Erlösung Gottes widerfahren. In diesem Sinne fungieren die Wunder Jesu „als Zeichen für den universalen Horizont des Evangeliums“96.

Zu Lebzeiten Jesu dominierte ein dämonisches Weltbild. Jesus selbst sieht, um eine ergänzende Position bezüglich der Intention der jesuanischen Wunder, wel­che Kollmann 2004 in seinen Ausführungen notiert, aufzugreifen, „das Wirken der dem Teufel untergebenen bösen Geister“97 als Ursache für Krankheiten und Leid an. Durch die Wunder Jesu findet eine Entmachtung des Bösen sowie eine Wiederaufrichtung des Reiches Gottes statt. Auch das „Calwer Bibellexikon“ greift diesen Punkt auf und bezeichnet die Heilungen Jesu „als eschatologische Entscheidungskämpfe mit Satan, dem gottfeindlichen Anführer des Dämonen­heers, und dessen ,Soldaten’, den Dämonen“. Als „Träger des messianischen Geistes“ setzt sich Jesus gegen die „Urgewalt des Bösen durch“98. Sobald Jesus dies tut, kommt es zur Manifestation der göttlichen Königsherrschaft (vgl. Mt 12, 28). Das NT deklariert die jesuanischen Wundergeschichten somit ganz klar „als Zeichen der anbrechenden Gottesherrschaft. In den Heilungswundern, Dämonenaustreibungen oder Rettungswundern, die er da und dort wirkt, gibt er Kostproben von der neuen Welt, die Gott schaffen will.“99

Hinter dem Wunderwirken der Apostel, der Jünger und den „andere[n] Glieder[n] seiner Gemeinde“100 stand die Absicht des Herrn, „das (von den Urmissionaren verkündete) Wort“ zu bestätigen und zwar in einer ähnlichen Art und Weise, wie dies Jesus selbst tat (vgl. Mk 16, 20). Kertelge betitelt die Wunder hierbei als im Zusammenhang mit der missionarischen Verkündigung stehend.101 Werden solche Wunder im Namen Jesu gewirkt (vgl. Apg 3, 5; 4, 10), „so zeigt sich darin die Heilsmacht des Auferstandenen, aber auch die Wahrheit des verkündeten ,Wortes’“102. Primär sind es Krankenheilungen, die die Apostel im Volk durch­führen.103

Die Wunder Jesu und seiner Anhänger dienen als echte Wunder niemals der Selbstverherrlichung oder Sensationslust. Sie stehen ausschließlich im Dienst des Wortes und der Liebe. Schauwunder gibt es im Verständnis des NTs nicht. Ein Missverständnis der Wunder als „Schaustücke“ würde einen Scheinglauben nach sich ziehen, „den Jesus zutiefst zurückweist (Joh 2, 23-25; Joh 6, 26)“104. Straf­wunder wirkt Jesus laut Röhr ebenfalls nicht.105 Eben dies differenziert die Wun­der Jesu und seiner Anhänger von der Wundertätigkeit der göttlichen Männer, von denen die antike Religionsgeschichte berichtet und „von den ,Zeichen und Lü­genwundern’ der antichristlichen Macht der Endzeit“106, die die Welt zum Abfall von Gott und Christus verführen will (vgl. Mk 13, 22 par.; 2 Th 2, 9, Off 13, 13 f). Das Interesse des NTs konzentriert sich gemäß Heinz Röhr auf die Christologie und den Nachweis, dass sich in Jesus die Weissagungen des ATs erfüllen.107

2. 2. 2. 3 Formen und Arten

Einige der herangezogenen Bibellexika und Wörterbücher vermerken eine Diffe­renz zwischen den einzelnen neutestamentlichen Wundergeschichten und untertei­len diese entsprechend ihres Inhaltes in verschiedene Arten und Formen. Im Rah­men dessen weichen jedoch die Unterteilungen teilweise etwas voneinander ab. Dies wird im Folgenden näher betrachtet.

Abgesehen vom reichen Fischfang in Joh 21 zählt das NT 33 Einzelwunder Jesu. „16 Krankenheilungen, 3 Totenerweckungen, 6 Dämonenaustreibungen, 8 Natur- W.: Mt führt 20, Mk 18, Lk 19 u. Jo 7 W. auf.“108

Die Austreibung von Dämonen steht gemäß der „Theologischen Realenzyklopä­die“ im Zentrum des Wunderwirkens und zählt gleichzeitig „zu den am sichersten bezeugten Taten Jesu“109.

Das „Jerusalemer Bibellexikon“ von 1989 betont in Bezug auf die Wunderarten des NTs, dass es sich bei den meisten Wundern Jesu um Heilungswunder handelt, „d.h. die Heilung verschiedener körperlicher bzw. seelischer Krankheiten (z. B. Aussatz, Blindheit, Taubheit, Lähmungen usw.). Die radikalste Form der Heilung ist die Totenauferweckung (z. B. Lk 7, 11-17).“110

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„Die Heilung eines Gichtbrüchigen“111 (Heilungswunder; Lk 5, 17-25)

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„Die Auferweckung des Lazarus“112 (Heilungswunder; Joh 11, 39-44)

Das „Jerusalemer Bibellexikon“ vermerkt weiterhin, dass die synoptischen Evan­gelien von Exorzismen berichten, das heißt der Austreibung böser Geister, die von Menschen Besitz ergriffen haben und von sogenannten Naturwundern. „So stillt Jesus einen Sturm (Mk 4, 35-41), geht auf dem Wasser (Mk 6, 45-52), speist mit einigen wenigen Brotlaiben 5000 Menschen (Mk 6, 34-44) und verwandelt Was­ser in Wein (Joh 2, 1-11).“113

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„Jesus treibt Teufel aus“114 (Exorzismus; Mt 8, 28-34)

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„Wunderbare Speisung des Volkes“115 (Naturwunder; Joh 6, 3-14)

In gewisser Weise können aber auch die im vorangegangenen Abschnitt aufge­zählten Wunder Jesu als Heilungs- beziehungsweise Rettungswunder angesehen werden, „wenngleich sich das Tun Jesu hier v. a. auf die Naturelemente Wind, Wasser, Nahrung usw. richtet“116. Auch führt das NT Wunderberichte an, die nicht unmittelbar auf eine Rettung oder Heilung verweisen, sondern die Voll­macht Jesu nur rein zeichenhaft demonstrieren (vgl. z. B. die Münze im Maul des Fisches (Mt 17, 24-27) oder das Verfluchen und Verdorren des Feigenbaumes (Mk 11, 12-14. 20-21)).117

[...]


1 Berger, Klaus, Darf man an Wunder glauben?, S. 11.

2 Vgl.: Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch, Art. „Wunder“, S. 212.

3 Im Folgenden wird im Fließtext die Abkürzung NT für Neues Testament verwendet.

4 Berger, K., Darf man...?, S. 11.

5 Im Folgenden wird im Fließtext die Abkürzung AT für Altes Testament verwendet.

6 Vgl.: Schwarz, Hans, Das Verständnis des Wunders bei Heim und Bultmann, S. 15.

7 Van der Leeuw, Gerardus, Art. „Wunder“, S. 2037.

8 Das Wort primitiv ist an dieser Stelle und im Folgenden nicht als Wertung gedacht, sondern meint die vor-naturwissenschaftliche Deutungsweise.

9 Van der Leeuw, G., Art. „Wunder“, S. 2037.

10 Straubinger, Heinrich, Art. „Wunder“, S. 980.

11 Vgl.: ebd.

12 A. a. O., S. 981.

13 Vgl.: ebd.

14 Theologische Begriffe, Art. „Wunder“, S. 202.

15 Vgl.: Grant, R. M., Art. „Wunder“ , S. 644.

16 Ebd.

17 Dies und alle weiteren Bibelzitate sowie Bibelverweise entstammen der Lutherbibel bzw. ver­weisen auf diese.

18 Vgl.: Grant, R. M., Art. „Wunder“, S. 644.

19 A. a. O., S. 645.

20 Vgl.: Haag, Herbert, Art. „Wunder“, S. 1899.

21 A. a. O., S. 1900.

22 Vgl.: a. a. O., S. 1901.

23 Röhr, Heinz, Art. „Wunder“, S. 1374.

24 Vgl.: ebd.

25 Ebd.

26 Jerusalemer Bibellexikon, S. 936.

27 Vgl.: a. a. O., S. 938.

28 Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch, Art. „Wunder“, S. 212.

29 Figl, Johann, Art. „Wunder“, S. 1311.

30 Kleine, Christoph, Art. „Wunder“, S. 378.

31 Kollmann, Bernd, Art. „Wunder“, S. 389.

32 Vgl.: a. a. O., S. 391.

33 Reclams Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 587.

34 Grimm, Werner, Art. „Wunder“, S. 1475.

35 A. a. O., S. 1476f.

36 Bultmann, Rudolf, Zur Frage des Wunders, S. 214.

37 Vgl.: Weiser, Alfons, Was die Bibel nennt, S. 19.

38 Vgl.: Weimar, Peter, Art. „Wunder“, S. 1312.

39 Straubinger, H., Art. „Wunder“, S. 981.

40 Weimar, P., Art. „Wunder“, S. 1312.

41 A. a. O., S. 1313.

42 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 937.

43 Schmidt, Hans, Art. „Wunder“, 2038f.

44 Vgl.: a. a. O., S. 2039.

45 Reclams Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 588.

46 Haag, H., Art. „Wunder“, S. 1900.

47 Vgl.: Schmidt, H., Art. „Wunder“, S. 2039.

48 Straubinger, H., Art. „Wunder“, S. 981.

49 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 936.

50 Weimar, P., Art. „Wunder“, S. 1312.

51 Thiel, Winfried, Art. „Wunder“, S. 384.

52 Straubinger, H., Art. „Wunder“, S. 981.

53 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 937.

54 Vgl.: ebd.

55 Ebd.

56 Schmidt, H., Art. „Wunder“, S. 2040.

57 Haag, H., Art. „Wunder“, S. 1899.

58 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 936.

59 Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch, Art. „Wunder“, S. 212.

60 Vgl.: Sraubinger, H., Art. „Wunder“, S. 981.

61 Haag, H., Art. „Wunder“, S. 1900.

62 Vgl.: Thiel, W., Art. „Wunder“, S. 384.

63 Schnorr von Carolsfeld, Julius, Die Bibel in Bildern, S. 61.

64 Grimm, W., Art. „Wunder“, S. 1476.

65 Vgl.: a. a. O., S. 1477.

66 Schnorr von Carolsfeld, J., Die Bibel in Bildern, S. 57.

67 Röhr, H., Art. „Wunder“, S. 1374.

68 Vgl.: Thiel, W., Art. „Wunder“, S. 383.

69 Ebd.

70 Weimar, P., Art. „Wunder“, S. 1312.

71 Thiel, W., Art. „Wunder“, S. 383.

72 Schmidt, H., Art. „Wunder“, S. 2038.

73 Wikenhauser, Alfred, Art. „Wunder“, S. 984.

74 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 938.

75 Grimm, W., Art. „Wunder“, S. 1477.

76 Wikenhauser, A., Art. „Wunder“, S. 985.

77 Theologische Begriffe, Art. „Wunder“, S. 201.

78 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 939.

79 Mußner, Franz, Art. „Wunder“, S. 1903.

80 Kertelge, Karl, Art. „Wunder“ S. 1314.

81 Vgl.: Kollmann, B., Art. „Wunder“, S. 393.

82 Mußner, F., Art. „Wunder“, S. 1903.

83 Wikenhauser, A., Art. „Wunder“, S. 985.

84 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 939.

85 Vgl.: ebd.

86 Ebd.

87 Wikenhauser, A., Art. „Wunder“, S. 985.

88 Vgl.: a. a. O., S. 986.

89 Vgl.: Theologische Begriffe, Art. „Wunder“, S. 202.

90 Röhr, H., Art. „Wunder“, S. 1374.

91 Vgl.: Kertelge, K., Art. „Wunder“, S. 1314.

92 Vgl.: Theologisches Fach- und Fremdwörterbuch, Art. „Wunder“, S. 212.

93 Mußner, F., Art. „Wunder“, S. 1901.

94 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 938.

95 A. a. O., S. 939.

96 A. a. O., S. 938.

97 Kollmann, B., Art. „Wunder“, S. 392.

98 Grimm, W., Art. „Wunder“, S. 1477.

99 Steiner, Anton, Wunder in der Umwelt des Neuen Testaments, S. 22.

100 Mußner, F., Art. „Wunder“, S. 1903.

101 Vgl.: Kertelge, K., Art. „Wunder“, S. 1314.

102 Mußner, F., Art. „Wunder“, S. 1903.

103 Vgl.: Kertelge, K., Art. „Wunder“, S. 1315.

104 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 939.

105 Vgl.: Röhr, H., Art. „Wunder“, S. 1374.

106 Mußner, F., Art. „Wunder“, S. 1903.

107 Vgl.: Röhr, H., Art. „Wunder“, S. 1375.

108 Wikenhauser, A., Art. „Wunder“, S. 985.

109 Kollmann, B., Art. „Wunder“, S. 392.

110 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 938.

111 Schnorr von Carolsfeld, J., Die Bibel in Bildern, S. 197.

112 A. a. O., S. 216.

113 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 938.

114 Schnorr von Carolsfeld, J., Die Bibel in Bildern, S. 205.

115 A. a. O., S. 207.

116 Jerusalemer Bibellexikon, Art. „Wunder“, S. 938.

117 Vgl.: ebd.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten

Details

Titel
Wundergeschichten im Neuen Testament und das Problem ihrer Auslegung
Hochschule
Universität Kassel
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
132
Katalognummer
V186577
ISBN (eBook)
9783869436197
ISBN (Buch)
9783869432885
Dateigröße
2600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wundergeschichten, neuen, testament, problem, auslegung
Arbeit zitieren
Nina Siebert (Autor), 2007, Wundergeschichten im Neuen Testament und das Problem ihrer Auslegung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186577

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