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Sexualpädagogische Bildungsangebote in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen

Schwerpunkt Mitarbeiterschulung

Titel: Sexualpädagogische Bildungsangebote in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen

Diplomarbeit , 2007 , 100 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Dipl. Sozialarbeiterin /-pädagogin Yvonne Wassmann (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Tagtäglich wird in den Medien mehr oder weniger schamlos über die eigene Sexualität, oder die Sexualität anderer Menschen berichtet und geurteilt. Die Fernsehprogramme senden fast rund um die Uhr, auf verschiedenen Sendern ?Talk Shows?, Reportagen, Werbung, ?Promi- News? und Serien mit verschiedenen sexuellen Inhalten. In den ?Talk Shows? wird ?schamlos? über sehr intime Angelegen-heiten diskutiert. Die ?Promi- News?/ Serien, verbreiten die Welt der schönen und idealen Körpermaße/Beziehungen. In den Reportagen wird häufig über neue Hormonpräparate für die Schönheit berichtet. Sexuelle Themen werden hierbei sehr tabulos ausgesprochen bzw. behandelt. Doch ist dies auch im Bereich der sexuellen Aufklärung der Fall? Findet die sexuelle Aufklärung genauso offen und ohne Schamgrenzen statt? Die Fachliteratur ist sich hierüber einig, beim Thema ?Sexualpädagogik? gibt es diese offene/ tabulose Sprache leider nicht. Besonders wenn diese Sexualpädagogik, Bildungsangebote für Menschen mit einer geistigen Behinderung organisiert. Wenn diese zwei Themen zusammentreffen, ?Sexualität? und ?geistige Behinderung?, stößt dies bei vielen Menschen in der Gesellschaft auf Unverständnis. Was hierbei häufig unbeachtet bleibt ist, dass die sexuelle Aufklärung nicht nur den Umgang mit dem eigenen Körper in Bezug auf Genitalität fördert, sondern das sie auch eine bedeutende Wirkung auf die Körperwahrnehmung und das Wohlbefinden hat. Für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und eventuellen behinderungsbedingten Einschränkungen sehr wichtig. Sie fördert unter anderem die realistische Selbsteinschätzung und Selbstbestimmung. Dieser Aspekt wird in der Behindertenpädagogik erst seit einigen Jahren beachtet und gefördert. In den letzten Jahren entwickelten sich, durch engagierte Fachleute, eine Vielzahl von Angeboten, unter anderem zu den Themen: Körperwahrnehmung, Selbstbestimmung, Partnerschaft usw.. Allerdings werden diese Angebote noch nicht überall akzeptiert bzw. angenommen. Viele Menschen (darunter auch Mitarbeiter in Institutionen der Behindertenhilfe) verbinden diese Angebote immer noch mit einer Vielzahl von sozialen Vorurteilen und Mythen, die aus der Zeit repressiven Sexualpädagogik stammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

1.Definition der Sexualität

2. Definition Sexualpädagogik

2.1. Sexualpädagogische Vermittlungssysteme

2.2. Sexualpädagogische Zielsetzungen

2.3. Sexualpädagogik und Profession

3. Definition „Geistige Behinderung“

II. LIEBE PARTNERSCHAFT UND SEXUALITÄT VON MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG

1. Liebe, Partnerschaft und Sexualität von Menschen mit einer geistigen Behinderung

1.2. Rechtliche Rahmenbedingungen

1.2.1. Die rechtliche Definition sexueller Handlungen

1.2.2. Das Recht der Gleichachtung und der Schutz der Selbstbestimmung

1.2.3. Das zu schützende Recht anderer Menschen

1.3. Partnerschaft und Kinderwunsch

1.4. Sexualpädagogische Bildungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung

1.4.1. Sexualassistenz als Teilbereich der Sexualpädagogik

2. Barrieren bei der Verwirklichung von Liebe, Partnerschaft und Sexualität

2.1. Die Anhängigkeit von Bezugspersonen

2.1.1. Überbehütung durch Eltern

2.1.2. Fehlende Rückzugsmöglichkeiten

2.1.3. Fehlende Kontaktmöglichkeiten

2.1.4. Anforderungen an die Beziehungen von Menschen mit einer geistigen Behinderung

2.2. Soziale Vorurteile und Mythen

2.2.1. „Der klebrige Distanzlose“

2.2.2. „Der sexuell triebgesteuerte Wüstling“

2.2.3. „Das unschuldige neutrogene Kind“

III. MITARBEITERSCHULUNG ZUR SEXUALPÄDAGOGIK IN DER ARBEIT MIT GEISTIG BEHINDERTEN MENSCHEN

1. Vorstellung ausgewählter Konzepte

1.1. AWO: Liebe(r) selbstbestimmt- Praxisleitfaden für die psychosoziale Beratung und sexualpädagogische Arbeit für Menschen mit Behinderung

1.1.1. Inhalt und Schwerpunkte des Praxisleitfaden

1.2. Fachhochschule Merseburg: Berufsbegleitender Studiengang- Sexualpädagogik und Familienplanung

1.2.1. Studienverlauf und Inhalte des Studienganges: Sexualpädagogik und Familienplanung

1.3. BZgA: Rahmencurriculum- Sexualpädagogische Kompetenz

2. Entwurf einer Fortbildung für Mitarbeiter im Bereich der Erwachsenenbildung für Menschen mit einer geistigen Behinderung

2.1.Lernziele der Fortbildung

2.2. Fortbildungsblöcke

2.2.1.Mitarbeiterschulung Block 1 Thema: Was ist eigentlich Sexualität?

2.2.2.Mitarbeiterschulung Block 2 Thema: Sexualpädagogik und Normen und Werte!?

2.2.3. Mitarbeiterschulung Block 3 Thema: Körper- und Sexualaufklärung

2.2.4.Mitarbeiterschulung Block 4 Thema: Kinderwunsch, Hochzeit und rechtliche Rahmenbedingungen

2.2.5. Mitarbeiterschulung Block 5 Thema: Wie veranstalte ich sexualpädagogische Bildungsangebote?

2.2.6.Mitarbeiterschulung Block 6 Thema: Abschluss, Praxisreflexion

IV. RESÜMEE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der sexualpädagogischen Bildung von Mitarbeitern in Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung auseinander. Das primäre Ziel ist es, den bestehenden Mangel an qualifizierenden Fortbildungsangeboten zu verdeutlichen und einen eigenen Entwurf für eine Mitarbeiterschulung zu entwickeln, der dazu beiträgt, Hemmschwellen abzubauen und die sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit geistiger Behinderung zu fördern.

  • Grundlagenbestimmungen von Sexualität und Sexualpädagogik im Kontext geistiger Behinderung.
  • Analyse gesellschaftlicher Barrieren, Vorurteile und Mythen bei der Verwirklichung von Liebe und Sexualität.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und die kontroverse Debatte um Sexualassistenz.
  • Konzeption und praxisorientierte methodische Gestaltung einer Mitarbeiterschulung für die Erwachsenenbildung.

Auszug aus dem Buch

1.Definition der Sexualität

>>Sexualität ist, was wir daraus machen. Eine teure oder eine billige Ware, Mittel zur Fortpflanzung, Abwehr gegen Einsamkeit, eine Form der Kommunikation, ein Werkzeug der Aggression (der Herrschaft, der Macht, der Strafe und der Unterdrückung), ein kurzweiliger Zeitvertreib, Liebe, Luxus, Kunst, Schönheit, ein idealer Zustand, das Böse oder das Gute, Luxus oder Entspannung, Belohnung, Flucht, ein Grund der Selbstachtung, eine Form von Zärtlichkeit, eine Art der Regression, eine Quelle der Freiheit, Pflicht, Vergnügen, Vereinigung mit dem Universum, mystische Ekstase, Todeswunsch oder Todeserleben, ein Weg zum Frieden, eine juristische Streitsache, eine Form, Neugier und Forschungsdrang zu befriedigen, eine Technik, eine biologische Funktion, Ausdruck psychischer Gesundheit oder Krankheit oder einfach eine sinnliche Erfahrung.<< (Offit 1979, S.16)“ (OFFIT zitiert von SIELERT 2005, S.37).

An diesem Zitat, von OFFIT in SIELERT, wird die Vielfältigkeit des Begriffs „Sexualität“ deutlich. In Deutschland existierte nachweislich bis in das 17. Jahrhundert eine überaus reichhaltige Sprache über sexuelle Zusammenhänge, die es erlaubte über „das Sexuelle im Sinne genitaler Lust in vielfältigen Beziehungen des Menschen“ zu sprechen und zu schreiben. Dies wurde von einem belgischen Sexualforscher sowohl für den flämischen wie auch für den deutschen Sprachraum nachgewiesen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff „Sexualität“ auf das sich in dieser Zeit durchsetzende, eingeengte Verständnis „der Funktion des Sexuellen auf das Fortpflanzungsgeschehen“ übertragen. (vgl. ebd., S. 39; SIELERT et al. 2.1993, S.14).

Ursprünglich stammt der Begriff „Sexualität“ aus der Biologie und wies hier auf das Vorhandensein männlicher und weiblicher Organismen hin1. Der Begriff „Sexualität“ entstammt dem lateinischen Secare (schneiden/ trennen) und Sectus (Trennung/ Unterscheidung), aus ihnen wurde das Wort Sexus aus dem im 20. Jahrhundert das Wort Sex/ Sexualität entstand und im Zusammenhang mit der Erotik verwendet wurde. (vgl. ebd.; SIELERT 2005, S.39).

Zusammenfassung der Kapitel

I. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Sexualität, Sexualpädagogik und den Begriff der geistigen Behinderung.

II. LIEBE PARTNERSCHAFT UND SEXUALITÄT VON MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG: Behandelt die Lebenswelt, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Barrieren und Mythen, die das partnerschaftliche Leben dieser Menschen erschweren.

III. MITARBEITERSCHULUNG ZUR SEXUALPÄDAGOGIK IN DER ARBEIT MIT GEISTIG BEHINDERTEN MENSCHEN: Stellt bestehende Konzepte vor und präsentiert einen eigenen Entwurf für eine Fortbildung zur Qualifizierung von Mitarbeitern.

IV. RESÜMEE: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine intensivere sexualpädagogische Ausbildung in der Behindertenhilfe.

Schlüsselwörter

Sexualität, Sexualpädagogik, Geistige Behinderung, Mitarbeiterschulung, Partnerschaft, Selbstbestimmung, Sexualassistenz, Normalisierungsprinzip, Fortbildung, Barrieren, Vorurteile, Mythen, Sexualaufklärung, Behindertenhilfe, Erwachsenenbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Mangel an sexualpädagogischer Bildung für Mitarbeiter in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Notwendigkeit, diese Kompetenz zu stärken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Sexualität und Behinderung, die Analyse gesellschaftlicher Barrieren, rechtliche Aspekte sowie die Konzeption von Mitarbeiterschulungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Erstellung eines praxisorientierten Fortbildungskonzepts das Personal in Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung zu qualifizieren und so deren sexuelle Selbstbestimmung aktiv zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes sowie der Auswertung bestehender Konzepte, um daraus einen eigenen Entwurf für Mitarbeiterschulungen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Begriffe), die Lebenswelt und Barrieren von Menschen mit geistiger Behinderung sowie die konkrete Vorstellung und Planung von Mitarbeiterschulungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Sexualpädagogik, Mitarbeiterschulung, geistige Behinderung, sexuelle Selbstbestimmung und Normalisierungsprinzip.

Wie unterscheidet der Autor zwischen passiver und aktiver Sexualassistenz?

Die passive Assistenz umfasst unterstützende Maßnahmen wie Aufklärung oder die Beschaffung von Hilfsmitteln ohne Einbeziehung der Assistenzperson in den sexuellen Akt selbst, während die aktive Assistenz eine direkte Einbeziehung der professionellen Person in die sexuelle Handlung vorsieht.

Welche Bedeutung haben "Mythen" wie der "sexuell triebgesteuerte Wüstling"?

Diese Mythen dienen der Analyse der negativen Vorurteile in der Gesellschaft und in Einrichtungen. Sie zeigen auf, wie durch Stigmatisierung die sexuelle Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung behindert oder durch repressive Maßnahmen unterdrückt wird.

Warum ist das Konzept des "Treuegelöbnisses" in der Arbeit relevant?

Es dient als Lösungsansatz für die rechtliche Problematik, dass Paare mit geistiger Behinderung oft keine rechtlich anerkannte Ehe eingehen können, und bietet eine Möglichkeit zur symbolischen und sozialen Anerkennung ihrer Partnerschaft.

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexualpädagogische Bildungsangebote in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen
Untertitel
Schwerpunkt Mitarbeiterschulung
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1.7
Autor
Dipl. Sozialarbeiterin /-pädagogin Yvonne Wassmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
100
Katalognummer
V186623
ISBN (eBook)
9783869435909
ISBN (Buch)
9783869433189
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexualpädagogische bildungsangebote arbeit erwachsenen schwerpunkt mitarbeiterschulung-
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Sozialarbeiterin /-pädagogin Yvonne Wassmann (Autor:in), 2007, Sexualpädagogische Bildungsangebote in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186623
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