Um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen an die geänderten Anforderungen auf den nationalen und internationalen Märkten seit Jahren ständig neu anpassen und ausrichten. Daher bedienen sich Unternehmen immer häufiger den Vorteilen der elektronischen Kommunikation und lassen ihre Mitarbeiter über Organisations-, Zeit-, und Ortsgrenzen hinweg zusammen arbeiten. Eine neue flexible Arbeitsform ist entstanden - das virtuelle Projektteam.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Anforderungen, die an die Mitglieder dieser Projektteams gestellt werden, den Vor- und Nachteilen der Projektarbeit in virtuellen Teams, und der Frage, ob diese Organisationsform in Konzernen heutzutage noch wegzudenken ist. Es werden die verfügbaren Kommunikationsmittel und die derzeit verfügbaren Technologien beleuchtet. Bei der Vielzahl der technischen Möglichkeiten darf man den Faktor ?Mensch?, welcher die technischen Kommunikationsmittel bedient, nicht Außeracht lassen.
Virtuelle Teamarbeit zeigt den Unternehmen und seinen Mitarbeitern Perspektiven und neue Möglichkeiten auf. Ein wichtiger zentraler Faktor in der virtuellen Teamarbeit sind die Mitarbeiter und deren ?soziale Kompetenzen?, diesen wird ein weiterer Schwerpunkt gewidmet. Durch die zunehmende Internationalisierung werden auch kulturelle Aspekte und deren Auswirkungen beleuchtet. Im Rahmen eines Fragebogens werden Mitarbeiter in Unternehmen mit Konzernstrukturen zu diesem Thema befragt. Es werden die wesentlichsten und unabdingbaren Anforderungen herausgearbeitet, welche Mitglieder von virtuellen Projektteams mitbringen müssen und inwiefern sich die Aussagen mit den theoretischen Ansätzen decken. Zum Abschluss werden die Vorteile für Unternehmen und die Vorzüge für die Mitarbeiter vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Projektmanagement
2.1 Projektmanagementgrundlagen
2.1.1 Definition „Projekt“
2.1.2 Definition „Management“
2.1.3 Definition „Projektmanagement“
2.2 Einflussfaktoren des Projektmanagements
2.2.1 Magisches Dreieck
2.2.2 Magisches Viereck
2.2.3 Magisches Fünfeck
2.3 Arten der Projektorganisation
2.3.1 Einfluss-Projektorganisation
2.3.2 Matrix-Projektorganisation
2.3.3 Reine Projektorganisation
2.4 Projektarten
3. Definition – Das Team / Die Gruppe
3.1 Team
3.1.1 Vorteile der Teamarbeit
3.1.2 Nachteile der Teamarbeit
3.2. Gruppe
3.3 Arbeitsgruppe
3.3.1 Arbeit in Gruppen
3.3.2 Gruppenarbeit
3.4 Unterscheidung Arbeitsgruppe / Team
3.5 Virtuelles Team
3.5.1 Definition
3.5.2 Arten von virtuellen Teams
4. Kommunikation und Wissenstransfer im Team
4.1 Wichtige Faktoren der Kommunikation
4.1.1 Neue kommunikative Richtlinien
4.1.2 Faktoren der Kommunikation
4.1.3 Geringes lebendiges Feedback
4.1.4 Fortwährende Erreichbarkeit
4.2 Sozioemotionale Informationen
4.3 Vorteile der elektronischen Kommunikation
4.4 Weitergabe von Wissen in virtuellen Teams
4.4.1 Wissensbarrieren
4.4.2 Anforderungen an das Umfeld virtueller Teams
5. Arbeitsmittel in virtuellen Projektteams
5.1 Für welches Kommunikationsmittel entscheide ich mich?
5.2 Instrumente / Arten der IuK-Technologien
5.2.1 Werkzeuge der IT-Kommunikation
5.2.2 IT-Conferencing Tools
5.2.3 Collaboration Tools
6. Erfolgsfaktoren virtueller Projektarbeit
6.1 Führung
6.2 Projektleiter
6.2.1 Anforderungen an den Projektleiter
6.2.2 Aufgaben des Projektleiters
6.3 Projektmitarbeiterauswahl
6.4 Face-to-Face-Treffen
6.4.1 Ziele des Kick-Off-Meetings
6.4.2 Ablauf des Kick-Off-Meeting
6.5 Teamregeln
6.6 Festlegen der Arbeitsprozesse
6.7 Kommunikation
6.8 Kooperation und Koordination
6.9 Motivation
6.10 Vertrauen
6.11 Konfliktbewältigung
6.12 Projektziele
6.13 Projektkultur
7. Internationale und interkulturelle Projektteams
7.1 Kulturelle Unterschiede internationaler virtueller Projektteams
7.2 Dimensionen nach Hofstede
8. Ausgangssituation und Problemstellung
8.1 Kurzvorstellung der Unternehmen
8.1.1 Bosch Sicherheitssysteme GbmH (Kürzel „BOSCH“)
8.1.2 RWE AG Essen (Kürzel „RWE“)
8.1.3 Grenzebach Maschinenbau GmbH, Hamlar (Kürzel „GB“)
8.2 Vorgehensweise
8.3 Darstellung der wesentlichen Kernaussagen
9. Zusammenfassung
9.1 Vertrauen / Motivation / Teamkommunikation
9.2 Technologieeinsatz
9.3 Führung und Kontrollmöglichkeiten
9.4 Konfliktbewältigung
9.5 Wissenstransfer
9.6 Internationale interkulturelle Projektteams
9.7 Anforderungen an den Projektleiter
9.8 Anforderungen an die Projektmitglieder
9.9 Schwierigkeiten / Probleme virtueller Teamarbeit
9.10 Möglichkeiten für Konzerne und Mitarbeiter
9.10.1 Pro Konzerne
9.10.2 Pro Mitarbeiter
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anforderungen und Herausforderungen an virtuelle Projektteams in global agierenden Konzernen, analysiert die Bedeutung von Kommunikationstechnologien sowie zwischenmenschlichen Faktoren und evaluiert, inwieweit virtuelle Organisationsformen heutzutage noch ohne weiteres wegzudenken sind.
- Erfolgsfaktoren und Anforderungen an Führungskräfte in virtuellen Teams
- Die Rolle der elektronischen Kommunikation und des Wissenstransfers
- Einfluss von interkulturellen Aspekten auf die Zusammenarbeit
- Vergleich von theoretischen Ansätzen mit praktischen Erfahrungen aus Großkonzernen
Auszug aus dem Buch
6.5 Teamregeln
Es zahlt sich aus, zu Anfang genügend Zeit in die Klarstellung des Teamzwecks, der Rollenverteilung im Team und den Verantwortlichkeiten zu investieren. Aufgrund der Distanz bestehen schon ausreichend Unsicherheiten, die nicht noch zusätzlich mit Verwirrung und Ungewissheit angereichert werden sollten. Klare Ziele und Aufgaben, einschließlich der Festlegung von wem, bis wann und in welcher Art diese zu erfüllen sind, schaffen Fokus und Klarheit für alle Teammitglieder.
Die Charaktere im Team sind sehr unterschiedlich. Die einen neigen dazu bei der Kommunikation stark zu dominieren und das Wort an sich zu reißen. Andere Mitglieder wiederum sind sehr verhalten und halten sich bei ihren Aussagen sehr knapp. Dieses unterschiedliche Kommunikationsverhalten kann zu Konflikten und Konfrontationen in virtuellen Teams führen. Daher sollten im Team gemeinsam Teamregeln aufgestellt werden. Das Festlegen von Regeln, die den Umgang untereinander festlegen sollen ist für das Managen von virtuellen Teams sehr wichtig. Sie bieten besonders dem Projektleiter eine Orientierungsgrundlage. Aber auch die Teammitglieder profitieren von gemeinsam festgelegten Regeln, denn Regeln bieten Sicherheit im Verhalten der Gruppe untereinander. Die Regeln sollten möglichst in einer frühen Phase des Projektes von den Teammitgliedern gemeinsam entwickelt werden. Es ist sehr wichtig, dass möglichst alle Teammitglieder bei der Entwicklung der Regelungen mit eingeschlossen werden. (vgl. Konradt/Hertel 2002, S. 80) Virtuell arbeitende Teams benötigen klare Strukturen und zusammen festgelegte Regeln. Trotz der räumlichen und zeitlichen Distanzen die sie überwinden müssen, müssen sie ihre Zeit und Energien effizient innerhalb der Gruppe nutzen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung virtueller Teamarbeit durch Globalisierung und technische Fortschritte und definiert den Fokus auf Mediennutzung sowie den Faktor Mensch.
2. Projektmanagement: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des Projektmanagements, erläutert die verschiedenen Projektorganisationen und stellt die gängigen Einflussfaktoren dar.
3. Definition – Das Team / Die Gruppe: Hier erfolgt eine differenzierte Abgrenzung der Begriffe Gruppe, Arbeitsgruppe und Team sowie eine Definition des virtuellen Teams.
4. Kommunikation und Wissenstransfer im Team: Das Kapitel analysiert die zentrale Rolle der Kommunikation, behandelt Barrieren beim Wissenstransfer und zeigt Anforderungen an das virtuelle Arbeitsumfeld auf.
5. Arbeitsmittel in virtuellen Projektteams: Es werden die verschiedenen Instrumente und Technologien für virtuelle Projektteams vorgestellt und deren Einsatzgebiete klassifiziert.
6. Erfolgsfaktoren virtueller Projektarbeit: Dieses Kapitel identifiziert und diskutiert die wesentlichen Erfolgsfaktoren wie Führung, Vertrauen, Konfliktbewältigung und Projektkultur.
7. Internationale und interkulturelle Projektteams: Der Fokus liegt auf der besonderen Problematik interkultureller Zusammenarbeit und der Analyse der Kulturdimensionen nach Hofstede.
8. Ausgangssituation und Problemstellung: Dies stellt den praktischen Teil der Arbeit dar, in dem Erfahrungen aus Unternehmen wie Bosch, RWE und Grenzebach ausgewertet werden.
9. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die theoretischen Erkenntnisse mit den gewonnenen Daten aus der Praxis zusammen und zieht ein Resümee zu den Erfolgsfaktoren.
10. Fazit: Das Fazit bewertet das Potenzial virtueller Teams und prognostiziert die zunehmende Verschmelzung von konventioneller und virtueller Projektarbeit.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Virtuelle Teams, Kommunikation, Wissenstransfer, Führung, Medienkompetenz, Interkulturalität, Vertrauen, Projektorganisation, Erfolgsfaktoren, Projektleiter, Motivation, Konfliktbewältigung, Zusammenarbeit, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der virtuellen Teamarbeit in international tätigen Konzernen und untersucht, welche Anforderungen und Erfolgsfaktoren für diese moderne Form der Zusammenarbeit maßgeblich sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das Projektmanagement, die Kommunikation in virtuellen Räumen, der Wissenstransfer, die interkulturelle Zusammenarbeit sowie die Auswahl und Führung von Projektmitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, theoretische Ansätze mit der praktischen Realität in Großkonzernen zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie virtuelle Teams erfolgreich geführt und organisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer qualitativen Analyse, die auf schriftlich eingeholten Meinungen und Fragebögen von Projektmanagern und Experten basiert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Erfolgsfaktoren virtueller Arbeit und eine detaillierte Auswertung von Praxisbeispielen aus den Unternehmen Bosch, RWE und Grenzebach.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Virtuelle Teams, Medienkompetenz, interkulturelles Management, Wissensbarrieren und Projektorganisation sind für diese wissenschaftliche Ausarbeitung prägend.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei virtuellen Teams laut den Befragten?
Die Unternehmenskultur ist entscheidend, da sie den Rahmen für den Wissenstransfer und das Arbeitsklima bildet; bei internationalen Teams erfordert sie zudem ein tiefes Verständnis für kulturelle Unterschiede und Feiertage.
Warum ist das "Kick-Off-Meeting" in diesem Kontext so wichtig?
Es dient als Startschuss, um ein Wir-Gefühl aufzubauen, gegenseitiges Vertrauen durch persönlichen Kontakt zu schaffen und die Kommunikationsregeln sowie die Rollenverteilung verbindlich festzulegen.
- Arbeit zitieren
- MBA Bernhard Blattner (Autor:in), 2009, Projektmanagement - Virtuelle Teams - ein Muß in global tätigen Konzernen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186647