Der steigende Wettbewerbsdruck und die immer höher werdenden Qualitätsansprüche der Kunden an Produkte und Dienstleistungen veranlassen Unternehmen, ihre Produktions- und Einsatzplanung von Personal und Maschinen stetig anzupassen und zu verbessern. Dabei stehen im Wesentlichen die Unternehmensziele Steigerung der Wirtschaftlichkeit, Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit und Erhöhung der Produktivität im Vordergrund.
Gleichzeitig sollen die Kundenforderungen nach Termintreue, Qualität und wettbewerbsfähigem Preis erfüllt werden. Die Anforderungen der Kunden stehen jedoch nicht unmittelbar mit den Unternehmenszielen im Einklang. So kollidiert zum Beispiel der Kundenwunsch Produktvariation und -vielfalt mit dem Unternehmensziel Produktivitätserhöhung, welches durch lange und ununterbrochene Maschinenlaufzeiten effektiv erreicht werden kann. Um diese unterschiedlichen Ziele miteinander zu vereinen und optimal aufeinander abzustimmen, das heißt, eine effiziente Herstellung von Produkten gemäß den Kundenanforderungen zu erreichen, ist eine sinnvolle Produktionsplanung notwendig. Die Produktionsplanung und die Steuerung von Aufträgen erfordert eine lückenlose Transparenz des Betriebsgeschehens. Diese Transparenz wird durch den Einsatz der Betriebsdatenerfassung (im Folgenden BDE) und der Maschinendatenerfassung (im Folgenden MDE) hergestellt, sodass eine schnelle Reaktion auf veränderte Gegebenheiten und eine effiziente Ressourcenausnutzung gewährleistet wird.
Sehr schlüßiger Aufbau und eine gute Gliederung der Arbeit
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische und praktische Grundlagen
2.1 Grundlagen der Betriebsdatenerfassung
2.1.1 Arten und Verwendung von Betriebsdaten
2.1.2 Einsatzmöglichkeiten der BDE im Unternehmen
2.1.3 Funktionsprinzip der BDE
2.1.4 Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten
2.2 Grundlagen der Maschinendatenerfassung
2.2.1 Arten und Verwendung von Maschinendaten
2.2.2 Einsatzmöglichkeiten der MDE im Unternehmen
2.2.3 Funktionsprinzip der MDE
2.2.4 Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten
2.3 Kritische Betrachtung
2.3.1 Vorteile der Betriebs- und Maschinendatenerfassung
2.3.2 Nachteile der Betriebs- und Maschinendatenerfassung
3 Rahmenbedingungen im Unternehmen
3.1 Darstellung der OCULUS Optikgeräte GmbH, Wetzlar
3.2 Stellenwert der Datenerfassung bei OCULUS
3.3 Rahmenbedingungen der Datenerfassung bei OCULUS
3.3.1 Einsatzgebiete
3.3.2 Zielsetzung
4 Einführung der Betriebs- und Maschinendatenerfassung bei OCULUS
4.1 Projektvorbereitung
4.2 Ermittlung und Darstellung des Ist-Zustandes
4.2.1 Ablauforganisation in der Fertigung und Montage
4.2.2 Vorhandene Ressourcen
4.2.2.1 Personal
4.2.2.2 Maschinen
4.2.2.3 Datenbanken und Systeme
4.3 Analyse des Ist- Zustandes
4.4 Erarbeitung eines Soll-Zustandes
4.4.1 Bedingungen für die Erarbeitung des Soll-Zustandes
4.4.2 Darstellung des Soll-Zustandes
4.4.2.1 Transparenz im Fertigungsprozess
4.4.2.2 Entwicklung eines Resource Planning Systems
4.4.2.3 Leistungsgerechte Entlohnung
4.5 Machbarkeitsanalyse
4.5.1 Überprüfung der betrieblichen Voraussetzungen
4.5.1.1 Einbindung der vorhandenen Ressourcen
4.5.1.2 Modifikation der vorhandenen Ressourcen
4.5.2 Überprüfung der technischen Voraussetzungen
4.6 Ausgestaltung des Soll-Zustandes
4.6.1 Betriebliche Lösung für die Betriebsdatenerfassung
4.6.2 Betriebliche Lösung für die Maschinendatenerfassung
4.6.3 Technische Lösung zur Anbindung an weitere Systeme
4.7 Implementierung der Betriebs- und Maschinendatenerfassung im Unternehmen
4.7.1 Maßnahmenplanung
4.7.2 Umsetzung der Maßnahmen
4.8 Analyse der Implementierung
5 Resümee und Ausblick
5.1 Resümee
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die transparente und systematische Ausarbeitung einer technischen Lösung zur Einführung eines funktionsfähigen Systems zur Betriebs- und Maschinendatenerfassung am Beispiel der OCULUS Optikgeräte GmbH. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie durch eine gezielte Projektabwicklung und den Einsatz moderner Datenerfassungstechnologien die Transparenz in Fertigungsprozessen erhöht und die Produktionsplanung effizienter gestaltet werden kann, ohne den laufenden Betrieb zu stören.
- Analyse des Ist-Zustandes und Identifikation von Schwachstellen in der manuellen Datenerfassung.
- Erarbeitung eines Soll-Konzeptes für eine rechnergestützte Betriebs- und Maschinendatenerfassung.
- Entwicklung eines Implementierungsplans unter Berücksichtigung personeller und technischer Faktoren.
- Etablierung eines leistungsgerechten Prämienlohnmodells auf Basis der erfassten Produktionsdaten.
- Integration von Betriebs- und Maschinendaten zur Optimierung von Produktionssteuerung und Transparenz.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Funktionsprinzip der BDE
Wie in Kapitel 2.1 erwähnt, gibt es eine Vielzahl verschiedener Systeme, mit denen die unterschiedlichen in Kapitel 2.1.1 genannten Arten von Betriebsdaten erfasst werden können. Die folgende Abbildung zeigt den vereinfachten Ablauf der BDE, der allen Arten von BDE-Verfahren zu Grunde liegt.
Die genaue und zeitnahe Ermittlung des Betriebsgeschehens beginnt auf der Erfassungsebene. Hier erfolgt die Erfassung der Betriebsdaten über unterschiedliche Eingabemedien (Tastatur, Scanner oder Sensoren) am Entstehungsort (Datenquelle) mit Hilfe von BDE-Terminals. BDE-Terminals sind entweder tragbar (mobil) oder verfügen über einen festen Standort (stationär). Neben der manuellen Eingabe von Daten in die BDE-Terminals ist auch eine automatische Erfassung, z.B. von Maschinendaten, möglich.
Die BDE-Terminals senden sowohl die eingegebenen Daten (in der Regel durch die MA) als auch – soweit erwünscht – voreingestellte Daten wie Uhrzeit, Datum und Standort des jeweiligen Terminals automatisch an einen Server (Datenbank) weiter (so genannte Steuerungsebene). Die mobilen Terminals speichern die aufgenommen Daten zunächst lokal und übermitteln sie (per Bluetooth, Infrarot oder Funk) in regelmäßigen Abständen an den Server. Die stationären Terminals sind direkt über ein Netzwerk mit dem Server verbunden, dem sie permanent die aktuellen Daten weiterleiten.
Der Server speichert die Daten und stellt sie anderen Systemen (wie z.B. ERP, PPS oder CIM) über eine Schnittstelle zur Verfügung (so genannte System Ebene). Die Systeme werten die empfangenen Daten aus und bilden sie in unterschiedlichen vordefinierten Diagrammen oder Tabellen (so genannte Auswertungsebene) ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Ausgangssituation, das Problem des zunehmenden Wettbewerbsdrucks sowie das Ziel der Arbeit, die Transparenz im Produktionsprozess durch BDE- und MDE-Systeme zu erhöhen.
2 Theoretische und praktische Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte von Betriebs- und Maschinendatenerfassung erläutert, inklusive ihrer Funktionsprinzipien sowie einer kritischen Betrachtung der Vor- und Nachteile.
3 Rahmenbedingungen im Unternehmen: Hier erfolgt eine Vorstellung der OCULUS Optikgeräte GmbH sowie der spezifischen Anforderungen an die Datenerfassung im Unternehmen.
4 Einführung der Betriebs- und Maschinendatenerfassung bei OCULUS: Dieses Kernkapitel behandelt das Projektmanagement, die Ist-Analyse, die Konzeption des Soll-Zustandes, die Machbarkeitsanalyse sowie die praktische Implementierung und Analyse der Lösungen.
5 Resümee und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse der Implementierung zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen und Erweiterungen des Systems.
Schlüsselwörter
Betriebsdatenerfassung, BDE, Maschinendatenerfassung, MDE, Produktionsplanung, Prozessoptimierung, Transparenz, OCULUS, Industrie, Fertigungssteuerung, Auftragsdatenerfassung, Personalproduktivität, Prämienlohnmodell, Ressourcenplanung, IT-Systeme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Einführung und Implementierung computergestützter Systeme zur Betriebs- und Maschinendatenerfassung bei der Firma OCULUS Optikgeräte GmbH, um Produktionsprozesse transparenter und effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Produktionsplanung, Ressourcenmanagement, Zeitdatenerfassung, Maschinenauslastung sowie die leistungsgerechte Entlohnung basierend auf objektiven Daten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Erarbeitung und erfolgreiche technische Umsetzung eines Soll-Konzeptes für BDE/MDE-Systeme, um eine durchgängige Transparenz des Betriebsgeschehens für die Produktionssteuerung zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für das Projekt verwendet?
Die Arbeit folgt einem projektbasierten Ansatz: Ist-Zustandsanalyse, Definition eines Soll-Konzeptes, Machbarkeitsprüfung, konkrete Maßnahmenplanung, Implementierung sowie anschließendes Review (Analyse der Implementierung).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der Unternehmensumgebung bei OCULUS, die detaillierte Planung der technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie die Beschreibung der System-Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind BDE, MDE, Fertigungssteuerung, Transparenz, Prozessoptimierung, Auftragsdatenerfassung und Ressourcenplanung.
Warum wurde bei OCULUS eine Verbindung von BDE und PZE gewählt?
Durch die Kopplung von Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung (PZE) können die MA ihre Auftragsbearbeitung direkt über das PZE-Terminal unterbrechen, was den manuellen Buchungsaufwand reduziert und die Datenzuordnung vereinfacht.
Welches Fazit zieht der Autor zur Implementierung der Systeme?
Die Implementierung wird als erfolgreich bewertet, da sie die manuelle Dateneingabe erheblich vereinfacht, die Fehleranfälligkeit reduziert und eine Echtzeit-Planung der Produktion ermöglicht hat, trotz initialer Herausforderungen bei der Systemvernetzung.
- Quote paper
- Eugen Wittlif (Author), 2009, Einführung der Betriebsdatenerfassung und der Maschinendatenerfassung bei der Firma Oculus Optikgeräte GmbH, Wetzlar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186680