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Protektionismus während der Weltwirtschaftskrise

Titel: Protektionismus während der Weltwirtschaftskrise

Seminararbeit , 2010 , 36 Seiten , Note: 1

Autor:in: Alexander Meyer (Autor:in), Lisa Cycon (Autor:in), Tobias Rommel (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 lassen sich verschiedenste außenpolitische Reaktionen der Staaten auf diese Krise beobachten. Als Besonderheit sticht hier die Zunahme protektionistischer Maßnahmen heraus. So führte bspw. die USA Zölle auf chinesische Reifen ein um einen nationalen Arbeitsplatzverlust und damit eine Zuspitzung der nationalen Krisenauswirkungen zu vermeiden (Hansakul, 2009, S.1). Dies steht jedoch im Kontrast zu dem in den vergangenen Dekaden primär durch die Welthandelsorganisation geprägten Paradigma des Liberalismus und damit des schrittweisen Abbaus von internationalen Handelshemmnissen zwischen den Nationen. Dennoch scheint der wiederaufkommende Protektionismus für einige Staaten ein gerechtfertigtes Instrument der Krisenbewältigung. Welche Auswirkungen diese Abkehr vom Freihandel für die Weltwirtschaft hat, ist jedoch kaum absehbar. Eine Möglichkeit jedoch ist der Blick zurück auf die Weltwirtschaftskrise 1929 und die damaligen Auswirkungen des Protektionismus als nationalistisches Instrument einzelner Staaten.
In dieser Seminararbeit möchten wir in einer Rückschau betrachten, mit welchen protektionistischen Maßnahmen 1929 und in den Folgejahren versucht wurde die Weltwirtschaftskrise zu bewältigen und wie sich dies auf den Welthandel und die globale Produktion ausgewirkt hat. Dazu wird in Abschnitt 2 der Protektionismus in die Außenhandelspolitik eingeordnet, bevor in Abschnitt 3 die einzelnen Maßnahmen und ihre Ziele erläutert werden. Abschnitt 4 ergänzt die Basis für die weitere Untersuchung um die Historie sowie die geldpolitischen Rahmenbedingungen während der Weltwirtschaftkrise. Im 5. Abschnitt werden die protektionistischen Maßnahmen sowie die Motive und Hintergründe ihres Einsatzes analysiert. Darauf aufbauend werden deren Implikationen auf den Welthandel und die Produktion in Abschnitt 6 beleuchtet und umfassend mit Daten untermauert. Schließlich werden wir im 7. Abschnitt die weiteren Lehren aus dem protektionistischen Handeln in Form der anschließenden Handelsliberalisierung kurz darlegen und als Fazit die Auswirkungen einer Rückkehr zum Protektionismus zusammenfassen und bewerten.
Autoren: Lisa Cycon, Alexander Meyer, Tobias Rommel

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung des Protektionismus in die Außenhandelspolitik

3 Maßnahmen und Ziele des Protektionismus

3.1 Zoll

3.2 Kontingente

3.3 Bilaterale Abkommen

3.4 Devisenbewirtschaftung

4 Weltwirtschaftskrise

4.1 Historie

4.2 Währungspolitische Rahmenbedingungen

5 Entwicklung protektionistischer Maßnahmen vor und während der Weltwirtschaftskrise

5.1 Ursachen protektionistischer Tendenzen in den 20er Jahren

5.2 Geldpolitik und Währungsabwertung

5.3 Zusammenhang zwischen Währungs- und Handelspolitik

6 Auswirkungen auf den Welthandel und die globale Produktion

6.1 Welthandel und Preisniveau

6.2 Importniveau und Leistungsbilanz

6.3 Weltproduktion

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die protektionistischen Reaktionen staatlicher Handelspolitik während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 und analysiert deren Auswirkungen auf den globalen Handel und die Industrieproduktion, um Lehren für heutige Krisenzeiten abzuleiten.

  • Einordnung des Protektionismus in die klassische Außenhandelspolitik
  • Analyse der handelspolitischen Rahmenbedingungen der 1920er und 1930er Jahre
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Währungsabwertung und Zollerhöhungen
  • Empirische Betrachtung des Einbruchs von Welthandel und Weltproduktion
  • Bewertung der protektionistischen Krisenbewältigung und ihrer Folgen

Auszug aus dem Buch

5.1 Ursachen protektionistischer Tendenzen in den 20er Jahren

Die internationalen Regierungen begannen die zwanziger Jahre mit den besten Vorsätzen, die auf eine „weitestmögliche Aufhebung aller Handelsschranken und die Begründung eines Regimes gleicher Handelsbedingungen zwischen allen Staaten“ (dritter der Vierzehn Punkte von Präsident Wilson) abzielten. Doch infolge des Währungschaos Anfang der zwanziger Jahre führten viele Staaten nach dem Vorbild des US-amerikanischen Fordney-McCumber Tariff Acts von 1920 flexible Zollgesetze ein, bei denen die Zölle rasch an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden konnten, was in der Praxis ein ständiges Höherschrauben bedeutete (James, 2005, S. 156). Die protektionistischen Maßnahmen, die die Staaten in der Zwischenkriegszeit ergriffen, waren nicht bloß eine Reaktion auf entsprechende Forderungen aus dem Inland, sondern auch Folge von Interaktionen und Verhandlungen zwischen Staaten. Einige mittelgroße Volkswirtschaften verfolgten eine Strategie der Industrialisierung und förderten zu diesem Zwecke die Importsubstitution durch eine entsprechende Zollgesetzgebung. Ein geläufiger Ausdruck in der Diskussion des internationalen Handels wurde das „Beggar-my-neighbor“-Prinzip, wörtlich ins Deutsche übersetzt mit „den Nachbarn an den Bettelstab bringen“ (James, 2005, S. 165).

Hohe Zollsätze hatten in der damaligen Zeit zudem machtpolitische Bedeutung, denn dadurch konnten möglicherweise andere Länder gezwungen werden, ihre eigenen Sätze zu senken. Typischerweise gingen dem Verhandlungsprozess Zollerhöhungen voraus, die dann den Ausgangspunkt für eine Reihe einzelner Verhandlungsoffensiven im Rahmen unbedingter Meistbegünstigungsabkommen bildeten (James, 2005, S. 177).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des wiederaufkommenden Protektionismus ein und stellt die Rückschau auf die Weltwirtschaftskrise 1929 als Forschungsmethode vor.

2 Einordnung des Protektionismus in die Außenhandelspolitik: Hier werden die theoretischen Leitbilder Merkantilismus und Freihandel gegenübergestellt, um die strategische Rolle des Protektionismus in der Außenhandelspolitik zu verdeutlichen.

3 Maßnahmen und Ziele des Protektionismus: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen staatlichen Instrumente des Protektionismus wie Zölle, Kontingente und Devisenbewirtschaftung sowie deren ökonomische Zielsetzungen.

4 Weltwirtschaftskrise: Es erfolgt eine historische Einordnung der Weltwirtschaftskrise sowie der währungspolitischen Rahmenbedingungen, insbesondere des Goldstandards.

5 Entwicklung protektionistischer Maßnahmen vor und während der Weltwirtschaftskrise: Das Kapitel analysiert die Ursachen für protektionistische Tendenzen sowie den Zusammenhang zwischen Geldpolitik und handelspolitischen Restriktionen.

6 Auswirkungen auf den Welthandel und die globale Produktion: Anhand statistischer Daten werden die drastischen Folgen der handelspolitischen Maßnahmen auf Welthandel, Importe und Produktion aufgezeigt.

7 Fazit: Das Fazit bewertet die verheerenden Folgen der protektionistischen Spirale und plädiert für eine koordinierte Geld- und Fiskalpolitik anstelle protektionistischer Abschottung.

Schlüsselwörter

Protektionismus, Weltwirtschaftskrise, Außenhandelspolitik, Goldstandard, Zoll, Handelshemmnisse, Devisenbewirtschaftung, Importsubstitution, Welthandel, Industrieproduktion, Währungsabwertung, Wirtschaftspolitik, Beggar-my-neighbor, Fiskalpolitik, Krisenbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit dem Protektionismus während der Weltwirtschaftskrise und untersucht, wie nationale handelspolitische Maßnahmen zur Krisenbewältigung den Welthandel beeinflusst haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Weltwirtschaftskrise, die verschiedenen Instrumente des Protektionismus (wie Zölle und Devisenkontrollen) sowie deren Auswirkungen auf die globale Produktion und Handelsströme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, durch die historische Analyse der Ereignisse nach 1929 zu verstehen, warum protektionistische Maßnahmen krisenverschärfend wirkten und welche Lehren daraus für die moderne Wirtschaftspolitik gezogen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte historische Analyse, die durch die Auswertung statistischer Zeitreihen (z.B. der League of Nations) und wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur untermauert wird.

Welche inhaltlichen Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Instrumente des Protektionismus, die Analyse der währungspolitischen Rahmenbedingungen und eine detaillierte empirische Untersuchung der Einbrüche im Welthandel und in der Produktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Protektionismus, Goldstandard, Handelshemmnisse und Weltwirtschaftskrise präzise beschreiben.

Warum wird im Dokument der Begriff "Beggar-my-neighbor" verwendet?

Der Begriff beschreibt das handelspolitische Prinzip, bei dem Staaten versuchen, sich durch die Schädigung der wirtschaftlichen Lage ihrer Handelspartner (z.B. durch Zölle) einen eigenen Vorteil zu verschaffen.

Welche Schlussfolgerung ziehen die Autoren für aktuelle Krisen?

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass protektionistische Maßnahmen zur Krisenbekämpfung nicht zu empfehlen sind und stattdessen eine internationale Koordination der Geld- und Fiskalpolitik notwendig ist.

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Details

Titel
Protektionismus während der Weltwirtschaftskrise
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1
Autoren
Alexander Meyer (Autor:in), Lisa Cycon (Autor:in), Tobias Rommel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
36
Katalognummer
V186697
ISBN (eBook)
9783869435367
ISBN (Buch)
9783656993223
Sprache
Deutsch
Schlagworte
protektionismus weltwirtschaftskrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Meyer (Autor:in), Lisa Cycon (Autor:in), Tobias Rommel (Autor:in), 2010, Protektionismus während der Weltwirtschaftskrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186697
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Leseprobe aus  36  Seiten
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