Ludwig XIV., der Sonnenkönig: Im heutigen Westeuropa wird sich kaum jemand finden, dem das Bildnis des Königs im Hermelinmantel von Hyacinthe Rigaud gänzlich unbekannt ist. Kein Wunder, stand er doch 72 Jahre an der Spitze der Grande Nation und prägte sein Jahrhundert, Grand Siècle genannt, wie kein anderer. In den Jahren seiner Regentschaft hat er nicht nur in seinem eigenen Königreich viel verändert, sondern auch die Grenzen Europas geprägt. Ludwig verkörperte als der Vertreter des Absolutismus schlechthin den Staat selbst und machte in ganz Europa von sich reden. In den ersten Jahren weitete er sein Reich und seine Herrschaft aus, eine Schranke nach der anderen fiel dem Absolutismus zum Opfer. Doch Ludovicus Magnus überlebte sein eigenes Glück und "des Sonnenkönigs Tage schlossen nicht im Glanz, sondern unter düsteren Wolken privater Sorgen, landweiter Unzufriedenheit und äußerer Niederlagen"(Cobban, 1996, 7). In diesem Sinn kann das Leben dieses bedeutenden Monarchen, der sich mit dem Schloss von Versailles ein Denkmal für die Ewigkeit geschaffen hat, mit dem Lauf der Sonne verglichen werden, was auch in der Struktur dieser Arbeit Berücksichtigung findet. Nachdem der Weg zur Macht geebnet war, baute Ludwig seine Macht durch die Entmachtung der Minister sowie der Parlamente und einer expansiven Außenpolitik aus. Nach dem Frieden von Nimwegen2, der Entmachtung der Parlamente, dem Bau von Versailles und der Anmaßung der Herrschaft über die Religion stand die Sonne im Zenit. Danach begann sie allmählich zu sinken, ebenso wie der Einfluss Frankreichs nach dem Pfälzischen und dem Spanischen Erbfolgekrieg zu schwinden begann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Weg zur Macht
- Die Sonne geht auf
- Der Weg in Richtung Absolutismus
- Königin Maria-Theresia von Österreich
- Jean-Baptiste Colbert
- Die Mätressen
- Der König als Mäzen
- Die Außenpolitik
- Die Entmachtung der Parlamente
- Die Sonne steht im Zenit
- Die Gallikanischen Artikel
- Das Schloss Versailles
- Die Sonne
- Die glanzvollen Feste am Hof Ludwigs
- Das Edikt von Fontainebleau
- Die Sonne neigt sich dem Horizont zu
- Die Reunionspolitik
- Der Pfälzische Erbfolgekrieg
- Der Spanische Erbfolgekrieg
- Krisenzeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Leben und die Regierungszeit Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs, und analysiert dessen Einfluss auf Frankreich und Europa. Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Absolutismus unter Ludwig XIV., seinen militärischen Kampagnen und deren Folgen, sowie der kulturellen und gesellschaftlichen Ausprägung seines Hofes in Versailles.
- Der Aufstieg Ludwigs XIV. zur Macht und die Überwindung der Fronde.
- Die Etablierung des französischen Absolutismus und die Rolle wichtiger Minister wie Colbert.
- Die Expansionspolitik Ludwigs XIV. und die daraus resultierenden europäischen Kriege.
- Die kulturelle und politische Bedeutung des Schlosses Versailles.
- Die religiöse Politik Ludwigs XIV. und die Auswirkungen des Edikts von Fontainebleau.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt Ludwig XIV. als facettenreiche Persönlichkeit vor. Kapitel 2 beschreibt seinen Weg zur Macht, geprägt von der Regentschaft seiner Mutter und Kardinal Mazarins, sowie den Herausforderungen der Fronde. Kapitel 3 beleuchtet den Beginn seiner persönlichen Herrschaft, die Konsolidierung des Absolutismus, seine Heirat mit Maria-Theresia von Österreich, die Rolle Colberts in der Wirtschaftspolitik, die Bedeutung seiner Mätressen und die Kultivierung von Kunst und Kultur am Hof. Kapitel 4 befasst sich mit dem Höhepunkt seiner Macht, den Gallikanischen Artikeln, dem Bau und der Bedeutung von Versailles, der Selbstdarstellung als "Sonnenkönig" und den glanzvollen Hofzeremonien. Kapitel 5 skizziert den Beginn des Abstiegs, die Reunionspolitik, den Pfälzischen und den Spanischen Erbfolgekrieg und die damit einhergehende Krise Frankreichs.
Schlüsselwörter
Ludwig XIV., Sonnenkönig, Absolutismus, Fronde, Colbert, Versailles, Hegemonialkriege, Gallikanische Artikel, Edikt von Fontainebleau, Reunionspolitik, Pfälzischer Erbfolgekrieg, Spanischer Erbfolgekrieg.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Ludwig XIV. als „Sonnenkönig“ bezeichnet?
Ludwig XIV. wählte die Sonne als sein Symbol, um seine zentrale Rolle im Staat und seinen Anspruch auf absolute Herrschaft zu unterstreichen. Wie die Planeten um die Sonne, sollte sich alles um den Monarchen drehen.
Welche Rolle spielte das Schloss Versailles für seine Herrschaft?
Versailles diente als Machtinstrument zur Kontrolle des Adels und als Bühne für die glanzvolle Selbstdarstellung des Absolutismus. Es war ein kulturelles und politisches Zentrum, das ganz Europa beeindruckte.
Wer war Jean-Baptiste Colbert und was war sein Beitrag?
Colbert war der wichtigste Minister Ludwigs XIV. Er sanierte die Staatsfinanzen und etablierte den Merkantilismus, um die wirtschaftliche Basis für die kostspielige Hofhaltung und die Kriege des Königs zu schaffen.
Was war das Edikt von Fontainebleau?
Mit diesem Edikt von 1685 widerrief Ludwig XIV. das Edikt von Nantes und hob die Religionsfreiheit für Hugenotten auf, was zu einer Massenauswanderung protestantischer Fachkräfte führte und Frankreich wirtschaftlich schadete.
Welche Kriege prägten die Spätphase seiner Regentschaft?
Besonders der Pfälzische Erbfolgekrieg und der Spanische Erbfolgekrieg belasteten Frankreich schwer, führten zu wirtschaftlichen Krisen und markierten das Ende der französischen Hegemonie in Europa.
Wie lange dauerte die Regierungszeit von Ludwig XIV.?
Ludwig XIV. stand insgesamt 72 Jahre an der Spitze Frankreichs (1643–1715), was ihn zu einem der am längsten amtierenden Monarchen der Weltgeschichte macht.
- Arbeit zitieren
- Anna Lisa Schulte (Autor:in), 2010, Frankreich und die Bourbonen Ludwig XIV. (1638-1715), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186732