Die Arbeit vergleicht die Wahlberichterstattung in den Regionalmagazinen des Regionalfernsehens 1994. Sie arbeitet detailliert heraus, wie und wodurch Oppositionsparteien benachteiligt werden.
[...]
Am 11.9.1994 waren zum zweiten Mal seit der Wende Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen. In Sachsen gewann die CDU mit über 58 Prozent die absolute Mehrheit in Brandenburg mit über 54 Prozent die SPD. Auch in den Medien spiegelt sich die politische Situation wieder. Aus dem roten Brandenburg und dem schwarzen Sachsen berichten zwei politisch unterschiedlich gefärbte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Ihre regionale Berichterstattung im politisch so bedeutenden Medium Fernsehen soll diese Arbeit vergleichen. MDR - Sachsen - Spiegel und ORB - Brandenburg - Journal - die Momentaufnahme der medialen Realität - eine Wahlperiode nach der Einheit.
Im Abschnitt 3 wird die zentrale Bedeutung der Medien für die Legitimation des Staates dargestellt. Politische Kommunikation wird verstanden als Grundlage der Demokratie. Logische Konsequenz daraus ist, daß Politiker versuchen, Einfluß auf die Programmgestaltung zu nehmen.
Eine zentrale Stellung im Mediensystem hat dabei das politisch besonders einflußreiche Medium Fernsehen, dessen Spezifik im Abschnitt 4 näher ausgeführt wird. Es bietet, bedingt durch den Zwang zur Visualisierung, den Politikern auch diverse Ansatzpunkte, die ihren Instrumentalisierungsabsichten entgegen kommen. Erörtert werden hier auch Hauptaspekte der Politikdarstellung im Fernsehen und einige Beispiel-Studien zur Problematik.
Der nächste und 5. Abschnitt beschäftigt sich mit der Regionalisierung, auch und vor allem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Regionalfernsehen sollte Beteiligungschancen offenlegen und so auch das Vertrauen der Menschen in die demokratischen Strukturen festigen. Integration und soziale Orientierung haben vor allem in den neuen Bundesländern zentrale Bedeutung. Doch bei der Überführung des einst zentral geleiteten Fernsehens in neue Strukturen wurden auch die Schwächen und Probleme aus dem Westen mit übernommen.
Im Abschnitt 6 wird schlaglichtartig die politische und mediale Situation in Sachsen und Brandenburg dargestellt. Anschließend wird die methodische Herangehensweise der Arbeit problematisiert. Vorläufige Arbeitsthesen bilden den Übergang zum nächsten Abschnitt und die Grundlage der eigentlichen Analyse des Materials in Abschnitt 7.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kommunikation als politischer Prozeß
- Politikvermittlung durch Medien
- Mediatisierte Politik und die Staatsferne im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
- Medienspezifische Aspekte im TV-Journalismus
- Das Fernsehen als Leitmedium
- Die Macht der Bilder
- Politik im Fernsehen
- Ausgewählte Studien zur Politikdarstellung im Fernsehen
- Das Konzept Regionalisierung
- Regionalisierung in den alten Bundesländern
- Regionalisierung in den neuen Ländern
- Defizite im Regionalfernsehen
- Wahlen im Regionalfernsehen
- Regionalfernsehen in Sachsen und Brandenburg: die Inhaltsanalyse
- Die politische Situation in Sachsen und Brandenburg
- Die mediale Situation in Sachsen und Brandenburg
- Methodische Herangehensweise
- Thesen
- Analyse des Materials
- Themengruppen
- Handlungsträger, Gezeigte und Zu Wort Kommende als Personengruppen
- Themenprofile von Personengruppen
- Kritisierte und Kritisierende als Personengruppen
- Formale und Qualitative Aspekte
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die regionale Wahlberichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Sachsen und Brandenburg nach der Wiedervereinigung. Der Fokus liegt auf einem Vergleich der Berichterstattung des MDR und des ORB während der Landtagswahlen 1994. Die Arbeit analysiert die mediale Darstellung der politischen Situation und beleuchtet die Rolle des Fernsehens als Leitmedium im politischen Prozess.
- Die Bedeutung der Medien für die politische Legitimation des Staates
- Die spezifischen Aspekte der Politikdarstellung im Fernsehen
- Das Konzept der Regionalisierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
- Analyse der Berichterstattung des MDR und ORB während der Landtagswahlen 1994
- Methodische Herangehensweise und vorläufige Thesen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt den Kontext der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg 1994 und die Ziele der Arbeit. Kapitel 3 erörtert die Bedeutung der Medien in der politischen Kommunikation. Kapitel 4 behandelt das Fernsehen als Leitmedium und dessen spezifische Aspekte in der Politikdarstellung. Kapitel 5 befasst sich mit dem Konzept der Regionalisierung im Fernsehen, insbesondere in Ostdeutschland. Kapitel 6 beschreibt die politische und mediale Situation in Sachsen und Brandenburg vor dem Hintergrund der methodischen Herangehensweise der Arbeit. Die Analyse des Materials in Kapitel 7 wird in Teilaspekte untergliedert, wobei der Fokus auf den identifizierten Themengruppen und den beteiligten Personengruppen liegt.
Schlüsselwörter
Wahlberichterstattung, Regionalfernsehen, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Sachsen, Brandenburg, Politikdarstellung im Fernsehen, Regionalisierung, Medienanalyse, Inhaltsanalyse, politische Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterschied sich die Wahlberichterstattung 1994 zwischen MDR und ORB?
Die Berichterstattung spiegelte die politische Färbung der Länder wider: Sachsen war stark von der CDU geprägt (MDR), während Brandenburg eine SPD-Mehrheit aufwies (ORB). Die Studie untersucht, wie diese Konstellationen die mediale Realität beeinflussten.
Welche Rolle spielt das Fernsehen als politisches Leitmedium?
Das Fernsehen ist durch den Zwang zur Visualisierung und die „Macht der Bilder“ besonders einflussreich. Es dient der Legitimation des Staates, bietet aber auch Angriffsflächen für die Instrumentalisierung durch Politiker.
Werden Oppositionsparteien im Regionalfernsehen benachteiligt?
Die Arbeit analysiert detailliert, ob und durch welche Mechanismen (z. B. Sendezeit oder Darstellung) Oppositionsparteien gegenüber den amtierenden Regierungsparteien in der regionalen Berichterstattung das Nachsehen haben.
Was bedeutet Regionalisierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Regionalisierung soll die Beteiligungschancen der Bürger erhöhen und das Vertrauen in demokratische Strukturen festigen. In den neuen Bundesländern diente sie nach der Wende auch der sozialen Orientierung und Integration.
Welche methodische Herangehensweise nutzt die Analyse?
Die Untersuchung basiert auf einer Inhaltsanalyse der Regionalmagazine „Sachsen-Spiegel“ und „Brandenburg-Journal“, wobei Personengruppen, Themenprofile und formale Aspekte verglichen werden.
- Arbeit zitieren
- Dr. André Puffert (Autor:in), 1995, Wahlberichterstattung im Regionalfernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186761