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Ikonizität in Sprache

Title: Ikonizität in Sprache

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Tatiana Schimmelpfennig (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Schon in der Antike haben sich Philosophen wie Platon oder Aristoteles über das „Wie“ unseres Denkens Gedanken gemacht.
Wie denken wir die Welt? Im allgemeinen kann erst einmal festgehalten werden, dass wir die Welt in bestimmten Formen denken, welche Zeichen genannt werden. Daraus resultiert ein seit der Antike ungebrochenes Interesse an eben diesen. Die Untersuchung des Zeichens, vornehmlich des sprachlichen Zeichens, könnte uns Aufschlüsse darüber liefern, wie menschliches Denken funktioniert (neben anderen wesentlich neuzeitlicheren Disziplinen wie beispielsweise Soziolinguistik oder Neurolinguistik).
Mit der kognitiven Linguistik betreten wir nun einen der jüngeren Zweige zur Untersuchung des sprachlichen Zeichens, welche die Verbindung zwischen Kognition und Sprachwissenschaft untersuchen möchte.
Diese wiederum erfindet nun keine komplett neuen Theorien über den Zusammenhang von sprachlichen Zeichen und seinen Verwendern. Vielmehr baut sie diese aus, verfeinert, differenziert und selektiert.
Im Bereich der Semiotik hat sich in den letzten 3 Jahrzehnten ein größer werdendes Interesse hinsichtlich der Natürlichkeit des sprachlichen Zeichens entwickelt, welches die Bildhaftigkeit oder vielmehr die Ikonizität von Sprache zum Mittelpunkt hat und das „Dogma der Arbitrarität“ Saussures, wie es Roman Jakobson (Fischer 2001, S.1) formuliert hat, aufzuweichen erachtet. Damit entbrennt aufs Neue der uralte Streit um die Willkürlichkeit oder Nicht-Willkürlichkeit sprachlicher Zeichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Charles S. Peirces Kategorienlehre

2. Charles S. Peirces Zeichentheorie

3. Ikone

4. Zusammenfassung

5. Ikonizität

6. Symmetrie – ein Beitrag von John Haiman

7. On natural motivation in metaphors – ein Beitrag von Ralf Norrman

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Ikonizität in der Sprache und hinterfragt dabei das linguistische Dogma der Arbitrarität sprachlicher Zeichen. Ziel ist es, auf Basis der Zeichentheorie von Charles Sanders Peirce sowie aktueller linguistischer Ansätze aufzuzeigen, inwieweit sprachliche Strukturen durch Motivation und ikonische Merkmale geprägt sind.

  • Grundlagen der Peirceschen Semiotik (Kategorienlehre und Zeichentheorie)
  • Differenzierung der Zeichenklassen: Ikon, Index und Symbol
  • Klassifizierungsmodelle der Ikonizität in der Sprache
  • Analyse der Symmetrie als ikonisches Prinzip in der Syntax
  • Untersuchung phonetischer Ikonizität am Beispiel der Kürbis-Metapher

Auszug aus dem Buch

1. Charles S. Peirces Kategorienlehre

Bevor der Versuch gemacht wird, Peirces Kategorienlehre zu umreißen, sollte hier noch darauf hingewiesen werden, dass Peirce kein Mann gewesen war, der sich Zeit seines Lebens ohne Sorgen seiner Wissenschaft zuwenden konnte. Seine Schriften wurden aus finanziellen Gründen kaum veröffentlicht, zudem wurde er unter Kollegen eher verkannt. Die aus seinem Nachlass veröffentlichten Skripte wurden nicht chronologisch, sondern thematisch gegliedert, was ihrer Rezension nicht sehr zuträglich ist, da so die historische Entwicklung seines Denkens nicht mehr in vollem Maße nachvollzogen werden kann.(Schreibmayr 2004, S.15) Hinzu kommen verschiedenen, manchmal voneinander abweichende Definitionen für Zeichen und Semiose, womit eine eindeutige Sinneszuweisung der von Peirce geprägten Termini nicht immer realisieren lässt.(Volli 2002, S.32)

Zur Kategorienlehre (Peirce 1991, S.378-381) Peirce findet drei Typen des Schließens: Induktion, Deduktion und Retroduktion. Diese drei Schlussweisen haben drei Aussagen und drei Terme (Zeichen). Es gibt drei Typen von logischen Formen: den Term (Zeichen), die Aussage (einfache Verbindung von Zeichen) und den Schluss (Verbindung zwischen Aussagen). Peirce entdeckte, dass seine formale Logik durch Triaden gekennzeichnet ist, die er Qualität, Relation und Repräsentation nannte und er kam nicht umhin zu glauben, diese drei Ideen seien von grundlegender Bedeutung für die Philosophie. Das Zeichen wiederum ist das dritte Glied einer Triade: Ein Zeichen ist etwas, das etwas Zweites für etwas Drittes, für das interpretierende Denken, repräsentiert. (Peirce 1991, S.378) Peirce entdeckt darin ein Prinzip (etwas, dass von Natur aus gegeben ist) und teilt es in drei Kategorien: Erstheit (Qualität), Zweitheit (Relation) und Drittheit (Repräsentation).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Zeichenhaftigkeit von Sprache und die Abkehr vom Saussureschen Postulat der reinen Willkürlichkeit.

1. Charles S. Peirces Kategorienlehre: Erläuterung der logischen Triaden Peirces, bestehend aus Qualität, Relation und Repräsentation als Basis seines philosophischen Systems.

2. Charles S. Peirces Zeichentheorie: Darstellung der triadischen Struktur des Zeichens (Repräsentamen, Objekt, Interpretant) und Einordnung der Klassen Ikon, Index und Symbol.

3. Ikone: Detaillierte Betrachtung des Ikons als Erstheit, die Ähnlichkeit zum Objekt aufweist, jedoch auf die Einbindung in andere Kategorien angewiesen ist.

4. Zusammenfassung: Synthese der Peirceschen Kategorien und Bestätigung, dass sprachliche Zeichen sowohl ikonische als auch symbolische Elemente enthalten können.

5. Ikonizität: Vorstellung verschiedener Klassifizierungsmodelle, wie bildliche, schematische und metaphorische Ikonizität sowie exophorische und endophorische Ausprägungen.

6. Symmetrie – ein Beitrag von John Haiman: Analyse, wie Symmetrie in der Syntax genutzt wird, um chronologische Asymmetrien der Kognition zu überbrücken.

7. On natural motivation in metaphors – ein Beitrag von Ralf Norrman: Untersuchung der phonetischen Ikonizität am Fallbeispiel der Kürbis-Metapher und ihrer kulturübergreifenden Ähnlichkeiten.

8. Schlussbemerkung: Reflektion über die Grenzen der Dekodierbarkeit ikonischer Information und die Verbindung zwischen Sprache und kognitiven Empfindungsweisen.

Schlüsselwörter

Ikonizität, Semiotik, Charles Sanders Peirce, Zeichentheorie, Arbitrarität, Motivation, Triade, Kategorienlehre, John Haiman, Ralf Norrman, Syntax, Metaphorik, Sprachphilosophie, Kognitive Linguistik, Phonosemantik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Ikonizität in der Sprache und untersucht, wie sprachliche Zeichen über ihre reine Willkürlichkeit hinaus motiviert sein können.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Zeichentheorie von Charles S. Peirce, die Klassifizierung ikonischer Sprachmerkmale sowie deren Anwendung in Syntax und Metaphorik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Dogma der Arbitrarität nach Saussure zu hinterfragen und die Bedeutung der Ikonizität als komplementäres Prinzip zur Konventionalität aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf Basis semiotischer Modelle (Peirce, Nöth) und spezifischer Fallstudien (Haiman, Norrman) argumentiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Peirceschen Semiotik, die Typologisierung der Ikonizität und deren praktische Anwendung in der Analyse symmetrischer Satzstrukturen sowie phonetischer Metaphern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ikonizität, Triade, Semiotik, Arbitrarität, Symmetrie und Motivation.

Wie unterscheidet Peirce zwischen Erstheit, Zweitheit und Drittheit?

Die Erstheit bezieht sich auf die Qualität an sich, die Zweitheit auf die Relation zwischen zwei Einheiten und die Drittheit auf die vermittelnde Repräsentation durch einen Interpretanten.

Welche Bedeutung hat das Beispiel der Kürbis-Metapher für die Argumentation?

Norrman nutzt die Kürbis-Metapher, um zu zeigen, dass auch innerhalb metaphorischer Ausdrücke phonetische Merkmale existieren, die auf eine natürliche Motivation hinweisen und somit die absolute Willkürlichkeit des Zeichens schwächen.

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Details

Title
Ikonizität in Sprache
College
Martin Luther University
Grade
1.7
Author
Tatiana Schimmelpfennig (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V186777
ISBN (eBook)
9783869434858
ISBN (Book)
9783656992172
Language
German
Tags
ikonizität sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tatiana Schimmelpfennig (Author), 2004, Ikonizität in Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186777
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