Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal"

Das Wildschweinmotiv in seiner mythologischen Bedeutung


Studienarbeit, 2012

43 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Aperitif (Vorwort)

2. Vorspeise (Einleitung)

3. Zwischengang (Hauptteil - Kontext)
3.1 Der Eber als Wappen und Tierbild
3.2 Heilung, Tiefenpsychologie und Mythos
3.3 Das Wildschwein in Literatur und Film

4. Hauptgericht (Hauptteil)
4.1 Das Wildschwein in Hannibal - Paradigma und Motiv
4.2 Das Wildschwein als Kreisschluss in der Lecter-Reihe
4.3 Das Wildschwein als Rachemotiv - Fressen und Gefressen werden
4.4 Die Tierbilder, Kleist und (metaphorischer) Kannibalismus
4.5 Der Kannibale aus unserer „Mitte“ - Die Domestizierung des Fremden
4.6 Kannibalische Erotik - Roman und Film - The beauty and the beast
4.7 Ursprung und Mythos - Lecters Kosmos: Ein Allesfresser?

5. Dessert (Schlussteil)
5.1 Zusammenfassung
5.2 Literatur
5.3 Anmerkungen

Bild entstammt dem Original Motion Picture (Kontrast von mir verändert).

1. Aperitif

„Philosophen, Psychologen und Ethnologen streiten sich darüber, ob menschliche Kultur mit der Überwindung des Kannibalismus anfange oder ob menschliche Kultur überhaupt Kultur sei, der mit dem Fortschreiten der Menschheitsentwicklung in immer abstrakteren Verwertungszusammenhängen zu verstehen sei. Vermutlich sind beide Theorien in ihrer Ausschließlichkeit falsch.“[1]

Dennoch ist der mindestens imaginierte Kannibalismus und die kulturelle Verarbeitung dessen, seit langen in den Medien ein gefundenes „Fressen“ und in den Literaturen schon immer gewesen - vor allem in Mythen und Märchen.[2]

Der Begriff „Kannibalismus“ ist allerdings ein moderner. Vorher wurden kannibalisch anmutende Handlungen immer mit dem alten Wort „Anthropophagie“ umschrieben. Was den Bereich deutlich auf den Verzehr von Menschenfleisch eines Menschen - in direkter, indirekter, als auch autonomer weise - einschließlich oder allgemeiner formuliert: Dem eines Artgenossen, durch einen anderen oder denselben Artgenossen, der eigenen Art. Abgeleitet bzw. zusammengesetzt ist dieser Begriff aus dem griechischem Wort „anthropos“ (àvhpwrcoç), für Mensch und „phagein“ (фауеоу), für essen.[3] Mit Kolumbus und der Karibik, starb dieser Begriff allerdings bzw. Kannibalismus als Begriff, setzte sich durch.

Des Weiteren wird zwischen Endo- und Exokannibalismus unterschieden. Begriffe, die sich auf rituellen Kannibalismus beziehen - also in Form von praktizierenden Stämmen und „Kulturen“: Dem Verzehr von Fremden[4] (exo), was auch als Verzweiflungstat gelten kann (z.B. in Notsituationen[5], wie an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg, was in Hannibal Rising thematisiert wird und uns noch beschäftigen wird) und dem Verzehr von nicht Fremden[6] (endo), was auch als ehrenvoll gelten kann.

Der Kannibale, als literarisches Konstrukt, bietet dagegen, zusammenfassend gesagt, drei ästhetische Grundpositionen - vor allem im Film: The Cook, The Thief, His Wife and Her

Lover[7], Fried Green Tomatoes[8], Delicatessen[9] (als auch Dänische Delikatessen[10] und The League of Gentleman[11], als Parodie dessen) und natürlich Soylent Green[12], sind nur einige Paradebeispiele für den metaphorischen Kannibalismus á la Kapitalismus- und Konsumkritik: Dem sich selbst konsumierenden Menschen in jeglicher Form, als Warnsignal für die Beachtung von Grenzziehungen und Transgressionen. Vorher war der Kannibale immer als der „Primitive“ kategorisiert worden; um z.B. Kolonialisierung zu legitimieren und „Ethiken“ zu umgehen - die eigene Grenzziehung, um sich selbst als höhere Kultur zu verstehen. Beispiele für die Thematisierung des „Primitiven“ sind natürlich Cannibal Holocaust[13], als auch Como Era Gostoso o Meu Francés[14]. Filme oder besser gesagt Filmkunst, die eher als Komödien oder besser gesagt als sehr schwarze Komödien und Parodien zu bezeichnen wären.

Dagegen beschreibt die Hannibal Lecter-Reihe - Hannibal: der berühmteste, fiktive

Kannibale[15] - einen Paradigmenwechsel, eben genau dieser Thematik. Der „moderne“ Kannibale ist nicht mehr einfach nur Zombie oder Vampir[16], also von Außen nicht zu erkennen, genau so wie er nicht mehr als Exot aus der Fremde durchgeht: Der dritte „Typ“ verbleibt als Mischform aus den beiden vorherigen Typen, erweitert sich aber in seiner Undurchschaubarkeit, was auch an dem Mythos der Identität Lecters[17] verdeutlicht wird. Erst die typische Maske oder der Bissschutz schafft eine Identifizierung. Dies wird in Hannibal Rising[18], Manhunter[19] bzw. Red Dragon[20], The Silence of the Lambs[21] und letztlich in Hannibal[22] präsentiert. Und um genau das letzte Filmbeispiel, soll es in dieser Arbeit hauptsächlich gehen: Denn das „Böse“ ist komplex (geworden) und zwischen

Held und Anti-Held, Monster und Mensch ist nicht mehr so leicht zu unterscheiden. Die Menschen-Figuren werden immer monströser und die Monster menschlicher; tiefgründiger und daher auch nachvollziehbarer: „»Und was ist er? Wissen sie das? »Ich weiß er ist ein Monster. Was darüber hinausgeht - das kann niemand mit Gewißheit sagen.«“[23] Aber warum essen die Kannibalen plötzlich mit an „unserem Tisch“ und trommeln nicht mehr mit Knochen im Haar[24] (klischeehaft) auf fernen Inseln?

2. Vorspeise

„Seinen Züchtern auf Sardinien hingegen schickte er etwas Anderes, um die Bühne für den Tod von Dr. Lecter einzurichten: das Riesenwildschwein Hylocherus meinertzhageni, sechs Zitzen, und achtunddreißig Chromosomenpaare, ein wendiger und opportunistischer Allesfresser - wie der Mensch. Als Hochlandzüchtung zwei Meter lang, wiegt es ungefähr 275 Kilogramm. Das Riesenwildschwein markiert den Grundton.“[25]

Das Wildschwein in seiner Erscheinung steht am (nachgeschobenen) Anfang der Lecter- Reihe - was sich später noch zeigen wird - und am vermeintlichem Ende. Doch irgendwie erscheint einem die Stelle im Roman, als auch im Film, merkwürdig, wenn der Dr. über die Schweine zu „herrschen“ scheint und dabei seine „Liebste“ in den Armen hält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Hannibal: 01:44:33)

Ist es seine kaltblütige Ruhe und Beherrschtheit, die er immer wieder behält - gepaart mit Wissen know-how? Ist es das Familienwappen der Lecters - der Eber - oder ist es doch ein Akt der Entmenschlichung?

Hier befinden wir uns schon in dem großen und makaberen Spiel von Thomas Harris Roman Hannibal, der selbst auf das Theater der Grausamkeit von Artaud intertextuell verweist. So versucht der rachsüchtige Mason Verger, dass einzige Opfer Lecters, welches überlebt hat, seine grausamen Phantasien (Lecter lebend verspeisen zu lassen) in die Tat umzusetzen. Wird hier mit Symbolen gespielt, die sich selbst in ihrer Verweisbarkeit vernichten? Tiersymbole und vor allem Tiere, die abgerichtet werden um Menschenfleisch zu verspeisen? Ein populärer Topos, welcher schon die griechische Mythologie dominierte[26], aber natürlich auch daher die Literaturgeschichte[27]. Die abgerichteten Pferde, welche Herkules den Garaus in der 7. Prüfung machen sollten oder der Minotaurus, seien da nur einige Beispiele. Aber auch Chronos und sein bekannterer Sohn Zeus verspeisten ihre eigenen Söhne bei lebendigem Leib. Fest steh dabei, dass Kannibalismus in derzeitigen Kulturen schon etwas schwer abschreckendes und tabuisiertes war. Was wohl erstens, die menschliche - fehlbare - Seite der Götter, stark und kontrastierend zum Ausdruck bringen sollte und zweitens, das grausame und skrupellose der Zeit. Bis heute hat sich dies nicht verändert. Die erste Assoziation ist seit je her eine negative, auch wenn weiterhin unklar bleibt, wo Kannibalismus anfängt und wo er aufhört: „Die Vorstellungen über Kannibalismus gehen zwar weit auseinander, jedoch meint jeder einzelne genau zu wissen, worum es sich dabei handelt.“[28]

Gleichzeitig wird Kannibalismus aber auch immer, aus mythologischer Sich, in den Diskurs aus Leben und Tod geworfen bzw. mit dem Ursprung der Menschheit, aber auch mit Sexualität und der Nahrungsaufnahme, was auch noch heute der jeweiligen Perspektive unterliegt, in Verbindung gebracht: „So betrachtet, istjeder von Geburt an Kannibale - denn auch das Stillen gehört in diesen Bereich.“[29] Wieso wird genau dieser Aspekt am Ende des Romans thematisiert? Und warum ist dies mit dem Aspekt der Heilung verknüpft und welche Rolle spielt das Wildschwein und die Heraldik dabei?

„Die Eltern eines gebissenen Kindes behaupten oft, es wäre ein Tier gewesen und lassen das Kind gegen Tollwut impfen, um damit den Ausrutscher eines Familienmitgliedes zu vertuschen (,..).“[30]

3. Zwischengang

3.1 Der Eber als Wappen und Tierbild

„Eber zählten zu den gefährlichen, zur Jagd herausfordernden Tieren der antiken Wildnis. Ganze Scharen von Jägern und Hunden stellten ihnen nach, und solche Nachstellungen konnten, wie bei der berühmten kalydonischen Jagd, zum Bereich des Mythos gehören.“[31]

Seit je her dienen Wappen zur Identifikation und zur Unterscheidungen (vor allem bei der Frage wer Feind ist und wer nicht). Tiere und Fabelwesen sind dabei zwar nicht obligatorisch, spielen aber eine große Rolle - auch im osteuropäischen Raum.

In der Heraldik wird das Schwein oder der Eber als eines der ältesten Wappentiere klassifiziert.[32] Dabei werden anfänglich dem Schwein Eigenschaften wie Stärke und Intelligenz zugeschrieben. Das Schwein bzw. Hausschwein war dann später ein nicht mehr so beliebtes Wappentier und verschwand daher allmählich aus der Heraldik[33]. Das Schwein hatte also in der Antike seine Blütezeit.

„Diese Haltung, die offensiv und defensiv zu gleich ist, entspricht der grimme Gesichtsausdruck mit den schroffen Brauen und den stechenden Augen mit ihren gebohrten Pupillen.“[34]

Aspekte und Verhaltensweise, die stark an Hannibal Fecter erinnern. Oft beschreibt Thomas Harris seinen „Helden“ in Das Schweigen der Lämmer mit roten, glänzenden Augen; vergleicht sie sogar mit Funken: „Dr. Fecters Augen sind kastanienbraun, und sie reflektieren das Ficht in Nadelspitzen aus rot. Manchmal scheinen die Fichtpunkte wie Funken in sein Innerstes zu fliegen.“[35] Und auch die permanente Angriffsbereitschaft und doch so ruhige Art des Doktors taucht in allen Filmen bzw. Romanen auf.

„Fast ebenso oft wie das ganze Tier wird der Eberkopf im Schild abgebildet, der im Französischen sogar einen eigenen Namen hat (hure). Sieht er aus, als wäre er gewaltsam von Rumpf getrennt worden - das zeigen stilisierte daran hängende Fell- oder Fleischfetzen -, so spricht man von einem abgerissenen Eberkopf.“[36]

3.2 Heilung, Tiefenpsychologie und Mythos

,,[I]n Mythen, Märchen und Träumen finden sich dieselben grundsätzlichen Bilder und Symbole, weil der menschliche Seele die Tendenz innewohnt, bestimmte ererbte >archaische< Motive (...) darzustellen, wobei die Darstellungen >im Detail stark variieren können, ohne ihre Grundform zu verlieren< (Man and his Symbols, 1964).“[37]

Auch was die Psychoanalyse angeht - Freud übernimmt vieles aus der Mythologie - gibt es einen deutlichen Zusammenhang zur Psychologie und dem Mythos. Was sich letztlich auch in dem gegenseitigen „Heilungsprozess“ Lecters und Starling widerspiegelt - dem wohl radikalsten Unterschied zwischen Roman und Sir Ridley Scotts Interpretation. Beide leiden am Verlust, am Trauma und werden in ihren Träumen heimgesucht. Dabei greift Harris ein Urmotiv auf:

„Clarice Starling griff mit der hohlen Hand in den tiefen Ausschnitt ihres Abendkleides und legte ihre Brust frei. (...). Dr. Lecter stand rasch aus seinem Sessel auf, kniete vor dem ihrem nieder und beugte im Feuerschein des Kamins seinen dunklen, gepflegten Kopf über ihre rosa Knospe und den cremfarbenen Vorhof.“[38]

So wird Freud und das Träumen noch später Thema sein.

3.3 Das Wildschwein in Literatur und Film

„16 Viehcher beseitigen eine Leiche von 200 Pfund in etwa 8 Minuten, das bedeutet, dass ein einziges Schwein pro Minute 2 Pfund rohes Fleisch vertilgen kann, daher vielleicht die Redewendung: Gierig sein wie ein Schwein.“[39]

Schon in der Odyssee spielen Schweine in Zusammenhang zur Nahrungsaufnahme eine Rolle: Menschen (Odyseus Gefährten), die von Krike in Schweine verwandelt werden.[40] Der schlaue Odysseus aber hält der Versuchung stand; die Möglichkeit des Tabus bleibt bestehen:

„>Warum sizest du da, Odysseus, gleich einem Stummen, Dir dein Herz verzehrend, und rührst nicht Speise und Trank an? Fürchtest du eine weitere List?<“[41] Zur übertragenen Trangression kommt es allerdings nicht.[42]

„Schon in den Erzählungen des Homer wird davon berichtet, wie die griechische Göttin der Jagd Artemis aus Rache ein Wildschwein auf die Erde schickt, das die Felder und Weingärten verwüstet. Auch der römische Dichter Ovid hat beschrieben, welche Schäden wühlende Wildschweine auf den Feldern der Bauern verursachen. In der germanischen Edda jagen die Helden jeden Tag den Keiler Sährimnir, der am nächsten Morgen aufersteht, um erneut gejagt zu werden (.. .).“[43]

Schweine werden immer wieder mit dem Rachemotiv und der Jagd, sogar mit Weltmodellen in Verbindung gebracht und sorgen auch in Hannibal für „Verwüstung“ - beides Aspekte, die in Hannibal explizit auftauchen. Umgedreht wird der „Spieß“ dann in Snacht, wo die „Allesfresser“ einem pragmatischen Sinn unterliegen, also dem effektiven Verschwinden lassen einer Leiche, ähnlich wie in Fried Green Tomatoes. In Hannibal sind die Schweine pragmatisch, als auch unpragmatisch und zufälligerweise mit der italienischen Mafia in Verbindung gebracht. In keinem Teil der Reihe kommt es aber zur tatsächlichen, beobachtbaren Transgression[44]. Erst in Hannibal Rising, sehen wir den jungen Hannibal bei der letzten (bzw. ersten) Racheaktion. Doch hier zoomt die Kamerafahrt aus und tischt uns nur eine Rückenansicht auf[45].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Hannibal Rising: 01: 55:45)

Das erste Mal, dass wir Lecter beim Verspeisen von Menschenfleisch beobachten dürfen, bleibt auch hier Teil unserer Phantasie[46], was in der Flugzeugszene (im Film) noch einmal (ironisch) aufgegriffen wird - im Flugzeug sitzen nämlich auffällig viele Asiaten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Hannibal: 02:01:30)

Der psychologische Thrill-Effekt erschleicht sich also ins Bewusstsein der Zuschauer und Leser; der Phantasie.[47]

„Andererseits übt Kannibalismus eine morbide Faszination auf die Öffentlichkeit aus,
gerade weil er eines der letzten Tabus bricht. (...) Das Thema findet sich dementsprechend
vielerorts in Literatur, Film und Mythologie.“[48]

Das Weltall in seiner für alle Lebewesen gültigen Weltordnung [...] war, ist und wird ewig sein ein sich lebendes Feuer, das sich in ständigem Rhythmus entzündet und verlöscht.

[...]


[1] Christian W. Thomasen, Menschenfresser in Mythen, Kunst undfernen Ländern, Christian Brandstätter Verlag, Wien, 1983 (Neu Ausgabe von 2006), S. 43.

[2] Ebd. Einleitung (S. 31-44).

[3] Heidi Peter-Röcher, Mythos Menschenfresser - Ein Blick in die Kochtöpfe der Kannibalen, Becksche Reihe, München, 1998, S. 11.

[4] Ebd., S. 14.

[5] Vgl. Kannibalen aus Not (Org: Cannibalism: Extreme Survival), Magazin für Wissenschaft, Dokumentation, N24, USA, 2006.

[6] Heidi Peter-Röcher, Mythos Menschenfresser - Ein Blick in die Kochtöpfe der Kannibalen, Becksche Reihe, München, 1998, S. 14.

[7] PeterGreenaway, The Cook, the Thief, His Wife & Her Lover, Frankreich/England, 1989.

[8] Jon Avent, Fired Green Tomatoes, USA, 1991.

[9] Marco Caro/Jean-Pierre Jeunet, Delicatessen, Frankreich, 1991.

[10] Andreas Thomas Jensen, Dänische Delikatessen (De gronne slagtere), Dänemark, 2003.

[11] Steve Bendelack, TheLeague of Gentlemen, England, 1999-2002.

[12] Richard Fleischer, Soylent Green (dt: Jahr 2022 ... die überleben wollen), USA, 1973.

[13] Ruggero Deodato, Cannibal Holocaust (dt: Nackt und zerfleischt), Italien/Kolumbien, 1980.

[14] Nelson Pereira dos Santos, Como Era Gostoso o Meu Francés (How tasty was my litte frechman), Brasilien, 1971.

[15] Michaela Krützen, »Im having an oldfriendfor dinner« - Ein Menschenfresser im Klassischen Hollywoodkino in Daniel Fulda/Walter Pape (Hg.), Das Andere Essen - Kannibalismus als Motiv und Metapher in der Literatur, Rombach Litterare, Freiburg in Breigau, S. 483.

[16] Gute Beispiele hier für sind auch Patrick Bateman (Mary Harron, American Psycho, USA/Kanada, 2000), der als reicher Yuppie der „Oberschicht“ angehört und Edward Cullen (Catherine Hardwicke, Twilight, USA, 2008.), der sich seiner Monstrosität verwehrt, lieber „vegetarisch“ lebt und sein ewiges Leben für seine Bildung nutzt. Nur Sonnenlicht lässt von Außen sein „Anders-sein“ erkennen. Weitere Parallelen wären die Bedrohung von „Außen“ (das Motiv der Rache) und die liebe zu einer Frau, die Teil seiner Art wird: Clarice wird (am Ende) zur Kannibalin (http://www.spiegel.de/kultur/kino/0.1518.72381.00.html [Stand: 12.11.2011/15 Uhr 24]) und Bella wird (am Ende) zum Vampir.

[17] In den Romanen unterzieht sich Lecter vieler Gesichtsoperationen (auch seine Polydaktylie wird behandelt.).

[18] Peter Webber, Hannibal Rising, England, 2007.

[19] Michael Mann, Manhunter (dt: Blutmond), USA, 1986.

[20] Brad Ratner, RedDragon (dt: RoterDrache), USA, 2002.

[21] Jonathan Demme, The Silence of the Lambs (dt: Das Schweigen derLämmer), USA, 1991.

[22] Sir Ridley Scott, Hannibal, USA, 2001.

[23] Thomas Harris, Das Schweigen derLämmer, Weltbild, Augsburg, 2004, S. 12.

[24] Vgl. Z.B. Gore Verbinski, Pirates of the Caribbean: Dead Man s Chest, Touchstone, USA, 2006.

[25] Thomas Harris, Hannibal, Heyne, 1999, S. 123.

[26] Vgl. Hesiod, Théogonie.

[27] Z.B. Homer {Odyssee), Kleist {Penthesilea) und viele Märchen.

[28] Heidi Peter-Röcher, Mythos Menschenfresser - Ein Blick in die Kochtöpfe der Kannibalen, Becksche Reihe, München, 1998, S. 7.

[29] Ebd. S. 13.

[30] Thomas Harris, RoterDrache, Heyne, S.41.

[31] Arielle P. Kozloff, (Deutsche Ausgabe von Ulrich Gehrin), Tierbilder aus -vier Jahrtausenden, Verlag Phillip von Zabem, Mainz, S. 151.

[32] Georg Scheibelreiter, Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien, 2006, S.51.

[33] Ebd.

[34] Arielle P Kozloff, (Deutsche Ausgabe von Ulrich Gehrin), Tierbilder aus vier Jahrtausenden, Verlag Phillip von Zabern, Mainz, S. 151.

[35] Thomas Harris, Das Schweigen derLämmer, Weltbild, Augsburg, 2004, S. 18.

[36] Georg Scheibelreiter, Heraldik, Oldenbourg Verlag Wien, 2006, S.51.

[37] Fritz Graf, Griechische Mythologie - Eine Einführung, Artemis & Winkler Verlag, München und Zürich, S.41f.

[38] ThomasHarris, Hannibal, Heyne, 1999, S. 532.

[39] Guy Ritchie, Snatch - Schweine und Diamanten, Columbia Pictures, Großbritannien, 2001, 00:53:28.

[40] Homer, Odyssee, Zehnter Gesang, (Übersetzt von Roland Hampe) Reclam, 1979, S. 161.

[41] Ebd. S. 165.

[42] In einer Parodie der amerikanischen Cartoonserie The Simpsons, in der Homer (der Hauptprotagonist und gelbe Familienvater) „seine Gefährten“ auffrisst, allerdings schon.

[43] http://de.wikipedia.org/wiki/Wildschwein (Stand: 16.04.2010 [16Uhr01]).

[44] Vgl. Anton Bierl u. Wolfgang Braungart (Hersg.), Gewalt und Opfer - Im Dialog mit Walter Burkert, De Gruyter, Berlin/New York, 2010.

[45] Peter Webber, HannibalRising: 01: 48: 00.

[46] Übrigens drückt diese Kameraeinstellung auch eine enorme Distanz aus.

[47] Den tatsächlichen und kannibalischen Tabubruch bekommen wir aber nur (überästhetisiert) am Ende bei Greenway „vorgesetzt“. Auch hier ist das Motiv die Rache, genau wie in Sweeney Todd (Tim Burton, Sweeney Todd, Warner Himse Video - DVD, USA, 2007) in dem tatsächlich Menschenfleisch unwissend, durch eine bitter-böse Symbiose, verspeist wird.

[48] Matthias Fuchs, http://www.matthias-fuchs.de/journlQ.htm (Stand: 25. 05. 2011 [11 Uhr 22]).

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal"
Untertitel
Das Wildschweinmotiv in seiner mythologischen Bedeutung
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Literaturwissenschaft/Philosophie
Autor
Jahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V186848
ISBN (eBook)
9783656103592
ISBN (Buch)
9783656103240
Dateigröße
5795 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kannibalismus, Psychothriller, Kulturanthropologie, Ritus, Hannibal, Hannibal Rising, Das Schweigen der Lämmer, Roter Drache, Twilight, American Psycho, Medien, Medienmonster, Mythos, Psychologie, Mythologie, Kosmos
Arbeit zitieren
Paul Parszyk (Autor), 2012, Kannibalismus und Psychologie in Literatur und Film - Thomas Harris und Sir Ridley Scotts "Hannibal", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186848

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