In diesem Essay geht es um die Frage, wer und was ist Gott?
Eine Vorstellung von dem Gott oder einem der „göttlich“ sein soll haben wir alle.
Aristoteles gibt im 2. Kapitel des ersten Buches der Metaphysik zu erkennen, was die gesamte Gesellschaft gemeinsam dieses „Wesen“ zuschreiben. Er sagt, nach der Meinung aller gehöre dazu, dass es einen gibt der Weise und Allwissend ist. Daher besitzt dieses „Wesen“ ein Wissen, das aus doppeltem Grunde göttlich ist. Es versteht das Göttliche in sich, weil es selber ein solches ist, das in vollkommener Weise nur der Gottheit eigne.
Gott ist also allmächtig, allwissend und vollkommen. Für menschliche Verhältnisse unantastbar und unerreichbar.
Dieses widerspricht sich allerdings meiner Meinung nach in der weiteren allgemeinen Denkweise über Gott und dessen Gestalt.
Wenn dieser Gott so unantastbar und unerreichbar ist, warum hat genau dieser uns dann nach seinem Abbild geschaffen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Die Beschaffenheit Gottes nach Aristoteles
3. Das Spannungsfeld zwischen göttlicher Vollkommenheit und menschlicher Existenz
3.1 Differenzierung von Sein und Über-Sein
3.2 Die Perspektive von René Descartes
4. Schlussbetrachtung: Gott als Spiegel menschlicher Sinnstiftung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das ontologische Verhältnis zwischen der göttlichen Vollkommenheit und der menschlichen Unvollkommenheit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Mensch trotz seiner Begrenztheit ein Gottesbild entwickeln kann, das als Triebfeder für menschliches Streben und Sinnstiftung dient.
- Metaphysische Eigenschaften Gottes (Allmacht, Allwissenheit, Vollkommenheit)
- Die aristotelische Auffassung des göttlichen Wissens
- Ontologische Abgrenzung: Sein versus Über-Sein
- Descartes' Daseinsbeweis und die Rolle des Menschen
- Projektionstheorie: Gott als menschliche Konstruktion zur Sinnstiftung
Auszug aus dem Buch
Das Spannungsfeld zwischen göttlicher Vollkommenheit und menschlicher Existenz
Jedoch ist der Mensch alles andere als perfekt und soll ein Abbild von genau diesem sogenannten perfekten Gott sein? Aber genau in diesem Satz liegt auch die Antwort auf diese Frage. Wir Menschen streben nach reiner Vollkommenheit und Perfektionismus, allerdings gelingt uns dies nicht und wir werden es auch nie erreichen können. In der Natur des Menschen liegt es, immer mehr zu wollen und zu wissen.
Kein Mensch weiß und kann nicht wissen, was reine Vollkommenheit und Perfektionismus bedeutet, denn der Mensch, unsere Gattung, ist nicht in der Lage die Perfektion Gottes erfassen und verstehen zu können. So wie die Ameise menschliches Handeln nicht verstehen und begreifen kann, da sie dafür keine Intelligenz und andere Voraussetzungen nicht hat, können wir Menschen Gott nicht verstehen und begreifen, da unsere Gattung nicht das „Über-Sein“ besitzt.
Das Sein und Über-Sein beschreibt Flasch in seinem Buch „Was ist Gott“: Das Buch der 24 Philosophen. Er sagt, dass Gott als Sein und Über-Sein charakterisiert werden kann und dass der Mensch nur das Sein besitzt. Sein bedeutet begrenzt Sein und Gott kann nicht begrenzt Sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Der Autor führt in die zentrale Fragestellung ein, wer oder was Gott ist, und hinterfragt die biblische Annahme, dass der Mensch ein Abbild Gottes sei.
2. Die Beschaffenheit Gottes nach Aristoteles: Dieses Kapitel analysiert die aristotelische Definition Gottes als allwissendes und vollkommenes Wesen, welches sich selbst als göttlich begreift.
3. Das Spannungsfeld zwischen göttlicher Vollkommenheit und menschlicher Existenz: Hier wird das ontologische Defizit des Menschen gegenüber der göttlichen Perfektion diskutiert und die Unterscheidung zwischen menschlichem Sein und göttlichem Über-Sein vorgenommen.
4. Schlussbetrachtung: Gott als Spiegel menschlicher Sinnstiftung: Der Autor schließt mit der These, dass der Mensch Gott als Idealbild entworfen hat, um seiner eigenen Existenz Sinn und Kraft zu verleihen.
Schlüsselwörter
Gott, Metaphysik, Aristoteles, Descartes, Vollkommenheit, Perfektionismus, Sein, Über-Sein, Schöpfung, Abbild, Sinnstiftung, Philosophie, Glauben, menschliche Existenz, Ontologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung der Natur Gottes und dem schwierigen Verhältnis zwischen der als vollkommen definierten Gottheit und der unvollkommenen menschlichen Existenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die metaphysische Definition Gottes, das Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf sowie die psychologische Komponente der Sinnstiftung durch Glauben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Widerspruch aufzulösen, wie ein unvollkommener Mensch das Abbild eines vollkommenen Gottes sein kann, und zu hinterfragen, ob Gott eine existenzielle Projektion des Menschen ist.
Welche philosophischen Ansätze werden verwendet?
Der Autor stützt sich unter anderem auf Aristoteles zur Definition des göttlichen Wissens, Flasch zur Unterscheidung von Sein und Über-Sein sowie René Descartes zum Ursprung des Gottesglaubens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, warum der Mensch unfähig ist, göttliche Perfektion zu erfassen, und diskutiert die notwendige Distanz zwischen dem menschlichen Sein und dem göttlichen Über-Sein.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vollkommenheit, Perfektionismus, Über-Sein, Sein, Abbild und Sinnstiftung definiert.
Wie vergleicht der Autor die menschliche Erkenntnisfähigkeit mit der Gottes?
Er nutzt das Analogiebeispiel der Ameise, die aufgrund ihrer fehlenden Intelligenz menschliches Handeln nicht begreifen kann, um zu illustrieren, warum der Mensch das göttliche Über-Sein nicht erfassen kann.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Bedeutung des Glaubens?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Glaube an ein vollkommenes, übermächtiges Wesen dem Menschen dient, um in der Welt Sinn zu finden und die eigene Motivation zur Selbstverbesserung zu steigern.
- Arbeit zitieren
- Yanic Muhlack (Autor:in), 2011, Wer und was ist Gott?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186856