Inhalt:
Einleitung
Bundesrepublik Deutschland in den 60er Jahren
„Die Außerparlamentarische Opposition“
Die „Bildungskatastrophe“
Bildungsreformen
Fazit
Einleitung:
Zwischen dem Ende der 1950er Jahre und dem Anfang der 1970er erlebt die Bundesrepublik Deutschland einen folgenreichen gesellschaftlichen Wandel.
Wirtschaftlicher Aufschwung, Vietnamkrieg, Studentenproteste, Kulturrevolution, die erste große Koalition, Notstandsgesetze, der erste Weltraumflug, Mauerbau, Arbeitskräftemangel sowie der wirtschaftliche Aufschwung stellen längst nicht alle ausschlaggebenden Ereignisse zu dieser Zeit dar.
Innerhalb dieser turbulenten Zeit zeichnen sich Chancen und zugleich Krisen ab, Krisen speziell in der Bildungspolitik der BRD in den 1960er Jahren. Der Versuch diesen Wandel in seiner Ganzheit zu verstehen, nach Auslösern zu suchen oder eine bestimmte Systematik ausfindig zu machen, erweist sich als schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
Ein Faktor des gesellschaftlichen Wandels ist das „legendenumrankte“ (Wehler, 2008, S.310) Phänomen der 68er-Bewegung. Diese Bewegung wird von Wehler sogar als „Ursprungsmythos“ (Wehler, 2005, S.311) verstanden, deren Entstehung und Bedeutung einen Teil dieser Arbeit darstellen wird. Die 68er-Bewegung war beeinflusst von den Aktivitäten der „Außerparlamentarischen Opposition“ und der „großen Koalition“. Die Verortung dieser Begriffe wird zum Verständnis der Abläufe in den 1960er-Jahren beitragen. Die „68er“ ist keine genaue Zeitangabe sondern wird im Diskurs oftmals stellvertretend für die einflussreichsten Aktivitäten gegen Ende der 1960er-Jahre verwendet.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Darstellung der Entwicklungen und Probleme des Bildungssystems der Bundesrepublik Deutschland (BRD) in den 1960er Jahren. Von großer Bedeutung ist dabei der Begriff `Bildungskatastrophe´, den 1964 der Pädagoge, Philosoph und Theologe Georg Picht prägte. „Bildungskatastrophe“ beschreibt die mangelnde Anpassung des Bildungssystems an neue Herausforderungen.
Um die Entwicklungen des Bildungssystems zu verstehen, ist es notwendig, diese im Kontext des gesellschaftlichen Wandels zu betrachten. Es wird der Versuch unternommen, die wichtigsten Veränderungsprozesse in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik darzustellen. Ziel soll es sein, die Frage zu beantworten, wie sich die Gesellschaft und das Bildungssystem der BRD in den 1960er Jahren verändert haben.
Die Analyse der Quellen ergibt, dass geschichtliche Ereignisse zwar manifest sind..
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bundesrepublik Deutschland in den 60er Jahren
3. „Die Außerparlamentarische Opposition“
4. Die „Bildungskatastrophe“
5. Bildungsreformen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandlungsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland während der 1960er Jahre und deren direkte Auswirkungen auf das Bildungssystem, insbesondere vor dem Hintergrund der sogenannten „Bildungskatastrophe“ und der studentischen Protestbewegungen.
- Gesellschaftlicher Wertewandel und ökonomische Entwicklungen in der BRD der 60er Jahre
- Die Entstehung und Bedeutung der außerparlamentarischen Opposition (APO)
- Analyse der „Bildungskatastrophe“ nach Georg Picht und deren wissenschaftliche Aufarbeitung
- Umsetzung und Folgen der Bildungsreformen und ihre Auswirkungen auf die Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
4. Die „Bildungskatastrophe“
Wie in den voran gegangenen Kapiteln beschrieben, stellen der gesellschaftliche Wertewandel und die ökonomischen Entwicklungen eine große Herausforderung für das bestehende Bildungssystem der BRD dar. Bereits im 2. Kapitel stellte sich die Frage inwiefern sich das bestehende Bildungssystem den neuen Bedürfnissen anpassen kann.
In den 1960er-Jahren genießt das deutsche Bildungssystem steigende finanzielle Zuwendungen. Die Zuwendungen sind fast doppelt so hoch wie Ausgaben für Verteidigung oder innere Sicherheit. Man setzte sich sogar für eine Spezialisierung der Gymnasien und die Einführung von Förderschulen ein (vgl. Korte, 2008, S. 50,51).
Doch das Bildungssystem ist zu dieser Zeit föderalistisch organisiert und es existiert kein einheitliches und bundesweites Schulgesetz. Jedes Land hatte seine eigenen Zielsetzungen. Reformgedanken der Politik waren sehr allgemein gefasst und deren Umsetzung rechtlich nicht bindend und oblagen sozusagen der Willkür der einzelnen Bundesländer. Zusätzlich orientierte man sich noch immer an Bildungsinhalten und Schulregularien (Dreigliedriges Schulsystem) von 1933. Die angestrebten Reformen verpuffen also im Chaos des Föderalismus. Nicht zu Unrecht wird die Zeit zwischen 1946 und 1966 als „zwei Jahrzehnte der Nichtreformen“ bezeichnet (vgl. Korte, 2008, S. 51).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den gesellschaftlichen Wandel der 1960er Jahre ein und definiert den Fokus auf die Probleme und Reformen des Bildungssystems in der BRD.
2. Bundesrepublik Deutschland in den 60er Jahren: Dieses Kapitel skizziert den ökonomischen Aufschwung, die soziale Marktwirtschaft und den daraus resultierenden Wertewandel innerhalb der westdeutschen Gesellschaft.
3. „Die Außerparlamentarische Opposition“: Es wird die Entstehung der APO als Reaktion auf politische Krisen, Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg sowie der Protest der Studenten thematisiert.
4. Die „Bildungskatastrophe“: Die Analyse der mangelnden Anpassungsfähigkeit des Bildungssystems und die Thesen von Georg Picht stehen hier im Zentrum der Betrachtung.
5. Bildungsreformen: Dieses Kapitel erläutert die konkreten politischen Maßnahmen, die zur Modernisierung des Schul- und Hochschulwesens sowie zur Verbesserung der Chancengleichheit ergriffen wurden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der 1960er Jahre zusammen, die einerseits durch Demokratisierung und Bildungsfortschritt, andererseits durch soziale Unruhen und politischen Extremismus geprägt war.
Schlüsselwörter
Bundesrepublik Deutschland, 1960er Jahre, Bildungskatastrophe, Bildungsreformen, außerparlamentarische Opposition, APO, Gesellschaftswandel, Chancengleichheit, Bildungsforschung, Georg Picht, 68er-Bewegung, Bildungssoziologie, Demokratisierung, Schulsystem, Hochschulpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und deren Einfluss auf die notwendige Reformierung des Bildungswesens.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind der wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel, die studentische Protestbewegung, die Debatte um die Bildungskatastrophe sowie die strukturellen Bildungsreformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie sich die Gesellschaft und das Bildungssystem der Bundesrepublik in den 1960er Jahren verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung und Gegenüberstellung zeitgenössischer Geschichtsliteratur und wissenschaftlicher Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Situation der 60er Jahre, die Rolle der APO, die Analyse der Bildungskatastrophe nach Picht und die anschließende Umsetzung diverser Bildungsreformen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Bildungskatastrophe, 68er-Bewegung, Demokratisierung, Chancengleichheit und gesellschaftlicher Wandel.
Welche Bedeutung hatte Georg Picht für das Bildungssystem?
Georg Picht prägte den Begriff der „Bildungskatastrophe“, welcher als entscheidender Impulsgeber fungierte, um eine intensive Bildungsdebatte auszulösen und Investitionen in Bildungsinstitutionen zu forcieren.
Warum wird die Epoche der 1960er Jahre als umstritten bezeichnet?
Die Dekade gilt als umstritten, da sie für die einen als Beginn einer Bildungskrise und für die anderen als notwendiger Aufbruch zu einem demokratischen Umdenken und gesellschaftlichen Fortschritt verstanden wird.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Michael Estel (Autor:in), 2011, Die 1960er Jahre und die Bildungsreformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186878