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Migrationshintergrund und Schule

Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem

Titel: Migrationshintergrund und Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 30 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Nico Hübner (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit dem Pisa Schock im Jahre 2000 ist die Benachteiligung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund ins Zentrum der Diskussionen gerückt. Was schon länger in Fachkreisen dokumentiert wurde, trat nun an die breite Öffentlichkeit und setzte das deutsche Schulsystem unter Legitimationsdruck. Dies führte zu Schuldzuweisungen auf verschiedenen Ebenen und selbst den Migranten wurde eigenes Verschulden vorgeworfen (vgl. HAMBURGER 2005: 7).
Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Mechanismen aufzudecken, die zur ungleichen Behandlung von Migrantenkindern in der Schule führen, um im Anschluss Interventionsmaßnahmen vorzuschlagen, die dieser entgegenwirken können. Da eine Arbeit auf diesem Gebiet nicht ohne eine vorherige Definition des Untersuchungsgegenstandes auskommt, beschäftigt sich das erste Kapitel mit dem Begriff Migrationshintergrund, wie er seit dem Jahre 2005 benutzt wird und erörtert anschließend dessen Bedeutung für die Schulstatistik.
Darauf aufbauend werden im nächsten Kapitel zentrale, sich auf den Migrationshintergrund beziehende, soziale Ungleichheiten aufgezeigt. Hierbei dienen die Ergebnisse der PISA- und IGLU-Studien als Analysegrundlage für eine Zusammenfassung der verschiedenartigen Benachteiligungen. Damit einhergehend werden deren weitreichende Folgen für die Zukunft von Jugendlichen mit Migrationshintergrund aufgeführt.
Das dritte Kapitel stellt den Schwerpunkt dieser Arbeit dar. Hier sollen die Ursachen der sozialen Ungleichheit anhand der Sprachdefizite von Migrantenkindern, ihrer familialen Zusammenhänge und der institutionellen Diskriminierung näher betrachtet werden. Hierbei soll den Sprachdefiziten besonderes Augenmerk gelten, sind sie doch die treibende Kraft hinter einer Vielzahl von Entscheidungen, die zur sozialen Ungleichheit führen.
Im letzten Kapitel werden Maßnahmen zur Intervention vorgestellt, die sich auf den Umgang mit sprachlicher Heterogenität und den Abbau von institutioneller
Diskriminierung konzentrieren. An dieser Stelle werden verschiedene von den in Kapitel 3 genannten Kritikpunkten aufgegriffen, um Verbesserungsvorschläge zu geben.
Bei der Auswahl der Quellen wurde darauf geachtet, dass es sich um möglichst neue Erkenntnisse handelt, denn aufgrund des großen öffentlichen Interesses wurden schon einige Maßnahmen eingeleitet, die die Benachteiligung reduzieren sollten. An den Punkten, an denen keine aktuelle Literatur vorlag, wurde auf anerkannte klassische Werke zurückgegriffen, deren Argumentation [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Bestandsaufnahme

1.1 Was bedeutet Migrationshintergrund?

1.2 Schulstatistik

2 Migrationshintergrund und Soziale Ungleichheit

2.1 Zentrale Soziale Ungleichheiten

2.2 Folgen der sozialen Ungleichheit

3 Ursachen der Sozialen Ungleichheit

3.1 Sprachdefizite

3.2 Familiale Zusammenhänge

3.2.1 Soziale Herkunft

3.2.2 Systemwissen und Engagement der Eltern

3.2.3 Kulturelle Defizite

3.3 Institutionelle Diskriminierung

3.3.1 Lehrerebene

3.3.2 Schulebene

4 Maßnamen

4.1 Umgang mit Mehrsprachigkeit

4.2 Verringerung Institutioneller Diskriminierung

5 Fazit / Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Mechanismen und Ursachen der ungleichen Behandlung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem mit dem Ziel, konkrete Interventionsmaßnahmen zur Verbesserung ihrer Bildungschancen zu identifizieren.

  • Statistische Erfassung und Definition von Migrationshintergrund
  • Analyse sozialer Ungleichheiten und deren Folgen für den Bildungsverlauf
  • Einfluss von Sprachdefiziten und familialen Zusammenhängen
  • Wirkungsweisen institutioneller Diskriminierung auf Lehrer- und Schulebene
  • Diskussion von Lösungsansätzen wie Sprachförderung und Schulstrukturreformen

Auszug aus dem Buch

3.1 Sprachdefizite

Eine der wohl am meisten diskutierten Ursachen für soziale Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund ist deren defizitäre sprachliche Entwicklung in der Unterrichtssprache Deutsch. Die sich ab dem 19. Jahrhundert verbreitende Ansicht, dass eine Chancengleichheit im Bildungssystem nur dann gewährleistet sein könne, wenn eine einheitlich deutsche Sprachpraxis durchgesetzt werden würde (vgl. NORRENBROCK 2009: 32), stellt sich diesbezüglich als Problem dar und hat sich spätestens mit der PISA-Studie im Jahre 2000 als überholt erwiesen. Im ersten Zyklus dieser Studie wurden die Lesekompetenzen der SchülerInnen getestet und es wurde „festgestellt, dass Schüler aus Migrantenfamilien […] relativ schlechte Kenntnisse der Unterrichtssprache zu haben scheinen“ (DIEFENBACH 2010: 145), was eine Chancengleichheit de facto ausschließt.

Diese mangelhaften Kenntnisse sind es also, welche Kinder mit Migrationshintergrund verhältnismäßig schlechter abschneiden lassen als ihre deutschen Mitschüler. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass die Unterrichtssprache Deutsch gewisse Charakteristiken aufzeigt, die sie enorm von der Alltagssprache, die von den genannten Kindern meist sehr gut beherrscht wird, unterscheidet. In vielen Fällen ist zu konstatieren, dass „das Schuldeutsch die Eigenarten einer Fach- oder sogar einer Wissenschaftssprache aufweis[t]“ (NORRENBROCK 2009: 34).

Demzufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu Verständigungsproblemen zwischen Lehrern und SchülerInnen kommt, welche von Migrantenkindern oft nicht überwunden werden können. So sind sie im Unterricht überfordert und können ihm nur bedingt folgen (vgl. ÇEVIK 2008: 16).

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Benachteiligung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die Quellenlage.

1 Bestandsaufnahme: Das Kapitel definiert den Begriff Migrationshintergrund und erläutert die Herausforderungen bei der statistischen Erfassung der Schülerschaft im deutschen Bildungssystem.

2 Migrationshintergrund und Soziale Ungleichheit: Hier werden die durch PISA und IGLU belegten Leistungsunterschiede sowie die langfristigen gesellschaftlichen Folgen für betroffene Jugendliche zusammengefasst.

3 Ursachen der Sozialen Ungleichheit: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Faktoren Sprachdefizite, familiale Bedingungen sowie institutionelle Diskriminierung als Ursachen für ungleiche Bildungschancen.

4 Maßnamen: Es werden Interventionsstrategien vorgestellt, die sich auf die Förderung von Mehrsprachigkeit und den Abbau institutioneller Diskriminierung durch verbesserte Lehrerausbildung und Schulstrukturreformen konzentrieren.

5 Fazit / Ausblick: Das Fazit resümiert die Komplexität der Problematik und bewertet aktuelle politische Ansätze wie die Zusammenlegung von Schulformen als Schritt in Richtung mehr Chancengleichheit.

Schlüsselwörter

Migrationshintergrund, Soziale Ungleichheit, Deutsches Schulsystem, Sprachdefizite, Institutionelle Diskriminierung, Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, Chancengleichheit, Mehrsprachigkeit, Integration, Schulstatistik, Schullaufbahnempfehlung, Familiärer Hintergrund, Sprachförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen einem Migrationshintergrund und den damit verbundenen sozialen Ungleichheiten innerhalb des deutschen Schulsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Sprachkompetenz der Schüler, der Einfluss des Elternhauses, institutionelle Diskriminierungsmechanismen und mögliche bildungspolitische Interventionsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Mechanismen hinter der ungleichen Behandlung von Migrantenkindern aufzudecken und Vorschläge zu erarbeiten, wie das Schulsystem diesen Herausforderungen entgegenwirken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung aktueller Studien (wie PISA, IGLU) sowie klassischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Sprachbarrieren, die Rolle der sozialen Herkunft, das Systemwissen der Eltern und verschiedene Formen institutioneller Diskriminierung auf Lehrer- und Schulebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit, Bildungsbenachteiligung, Institutionelle Diskriminierung und Sprachförderung.

Warum ist das "Schuldeutsch" für viele Kinder eine besondere Barriere?

Das im Unterricht verwendete Deutsch unterscheidet sich stark von der Alltagssprache und weist oft Züge einer Fach- oder Wissenschaftssprache auf, was zu erheblichen Verständigungsproblemen führt.

Welche Rolle spielt die Hauptschule in dieser Analyse?

Die Hauptschule wird als problematisch identifiziert, da Schüler mit Migrationshintergrund dort überrepräsentiert sind, was ihren weiteren Bildungsweg und ihre Integration erschwert.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Migrationshintergrund und Schule
Untertitel
Soziale Ungleichheiten im deutschen Schulsystem
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik)
Veranstaltung
Schulische Sozialisation und Soziale Ungleichheit
Note
2,3
Autor
Nico Hübner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
30
Katalognummer
V186931
ISBN (eBook)
9783656100881
ISBN (Buch)
9783656100850
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migrationshintergrund Ausländer Schule Sprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nico Hübner (Autor:in), 2011, Migrationshintergrund und Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186931
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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