Rund 93 Prozent der Alpen liegen oberhalb der 2000m-Grenze. Vor allem gelten Temperatur und Niederschlag als wichtige Faktoren für das Herausbilden der Vegetationshöhenstufen. Die Temperaturabnahme mit der Höhe bedingt eine Verkürzung der Vegetationszeit von sechs bis neun Tagen pro 100m Höhe. In den Alpen haben sich in Folge dessen sechs Höhenstufen herausgebildet: die colline, montane, subalpine, alpine, subnivale und nivale Stufe. Diese Höhenstufen lassen sich auch anhand geomorphologischer Prozesse differenzieren: mediterran, gemäßigt-humid, periglazial, nival und glazial.
Das alpine Gebirge wird negativ anthropogen beeinflusst, z.B. durch Landwirtschafts- und Tourismusaktivitäten.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Alpen: Geographische Lage und Abgrenzung
2. Klima als Voraussetzung für das Auftreten von Vegetationshöhenstufen
3. Höhenstufen der alpinen Vegetation
3.1 Colline Höhenstufe
3.2 Montane Höhenstufe
3.3 Subalpine Höhenstufe
3.4 Alpine Höhenstufe
3.5 Subnivale und nivale Höhenstufe
4. Anthropogene Nutzungsformen und dessen Folgen
4.1 Landwirtschaft
4.2 Wasser als regenerierbare Energiequelle
4.3 Tourismus
5. Geomorphologische Gliederung der Höhenstufen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vertikale Gliederung des Alpenraums unter Berücksichtigung klimatischer, vegetationsökologischer und geomorphologischer Faktoren sowie den Einfluss menschlicher Nutzungsformen auf diese empfindlichen Ökosysteme.
- Geographische Grundlagen und Abgrenzung des Alpenraums.
- Analyse des alpinen Klimas als limitierender Faktor der Vegetationshöhenstufen.
- Detaillierte Charakterisierung der einzelnen Höhenstufen von der collinen bis zur nivalen Stufe.
- Untersuchung anthropogener Eingriffe durch Landwirtschaft, Energiegewinnung und Tourismus.
- Geomorphologische Gliederung und Formungsregionen des alpinen Hochgebirges.
Auszug aus dem Buch
3.3 Subalpine Höhenstufe
Bei der subalpinen Höhenstufe handelt es sich um ein etwa 600-700 m breiter Höhenabschnitt mit komplexen Baum-Zwergstrauch-Gebilden, welche sich mit der hochmontanen Stufe vermischen, sowie mit Grasheiden, die sich nur schwer von der alpinen Stufe abgrenzen lassen (Ozenda 1988:194). Diese Stufe reicht im Mittel bis rund 1900 m Höhe (in den Alpen von Briançonnais (siehe Abb. 1, grüne Markierung) sogar von 1700 bis 2400 m (Ozenda 1988:194)), also bis zu einer Jahresmitteltemperatur von etwa 0°C. Somit dauert die Vegetationszeit noch etwa 100-120 Tage. Sie wird zum größten Teil von Nadelwäldern geformt, die auf den Sonnenseiten bevorzugt von Lärchen und Arven, auf den Schatten- und Luvseiten von Fichten und in den Zentralalpen sowie nach Süden zunehmend von Kiefern gebildet werden (Birkenhauer 1980:192-193, Leser et al. 2005:917).
Die subalpine Stufe wird um-schlossen von der Buchenobergrenze (höchster Scheitel der montanen Höhenstufe) und der potentiellen Obergrenze der Waldvegetation (tiefster Punkt der alpinen Stufe), also dort, wo der baumwuchsfreie alpine Rasen beginnt. Die Festlegung der Ober- und Untergrenze fällt auch wie bei den anderen Höhenstufen schwer, denn es gibt keine Übereinstimmungen aufgrund der zusammenhängenden Waldgesellschaften (Ozenda 1988:194-195). Diese Stufe ist der Bereich, in dem sich der Wald nach oben hin langsam auflöst, denn die zunehmend ungünstigen Klimabedingungen erschweren das Wachstum, die Verjüngung und das winterliche Überleben der Bäume immer mehr. Die Jahresdurchschnittstemperaturen der subnivalen Stufe betragen etwa 0,5-4°C, wobei ein bis zwei Monate sogar Mitteltemperaturen über 10°C erreichen können (Leser et al. 2005:917).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Alpen: Geographische Lage und Abgrenzung: Dieses Kapitel erläutert die räumliche Ausdehnung und die geologische Entstehung des europäischen Alpenraums.
2. Klima als Voraussetzung für das Auftreten von Vegetationshöhenstufen: Hier werden die klimatischen Faktoren, insbesondere Temperaturgradienten und Niederschlagsverteilung, als Grundlage für die vertikale Vegetationszonierung dargestellt.
3. Höhenstufen der alpinen Vegetation: Dieses Hauptkapitel beschreibt die Charakteristika der einzelnen Vegetationsgürtel von der collinen bis zur nivalen Stufe sowie die zugehörigen Höhengrenzen.
4. Anthropogene Nutzungsformen und dessen Folgen: Es werden die Auswirkungen von traditioneller Landwirtschaft, Wasserkraftnutzung und Tourismus auf das alpine Ökosystem und dessen Stabilität analysiert.
5. Geomorphologische Gliederung der Höhenstufen: Dieses Kapitel verknüpft die Höhenstufen mit geomorphologischen Prozessen und diskutiert zonale vs. prozessorientierte Klassifizierungen.
Schlüsselwörter
Alpen, Höhenstufen, Vegetationskunde, Gebirgsklima, Alpine Landwirtschaft, Tourismus, Wasserkraft, Geomorphologie, Waldgrenze, Schneegrenze, Geoökologie, Ökosystem, Alpenraum, Anthropogener Einfluss, Nivale Stufe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der vertikalen Gliederung der Alpen in verschiedene Höhenstufen und untersucht, wie Klima, Vegetation und menschliche Nutzung dieses Ökosystem prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der klimatischen Differenzierung, der pflanzlichen Zonierung, der Auswirkung menschlicher Nutzungsformen und der geomorphologischen Gliederung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die natürlichen Rahmenbedingungen der verschiedenen alpinen Höhenstufen aufzuzeigen und deren Anfälligkeit gegenüber anthropogenen Eingriffen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender geographischer und ökologischer Standardwerke, ergänzt durch die Erläuterung von Klimadiagrammen und schematischen Modellbildungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der fünf Vegetationshöhenstufen, die Analyse anthropogener Nutzungsformen sowie die geomorphologische Einordnung der Stufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Alpen, Höhenstufen, Geoökologie, Landwirtschaft, Tourismus, Waldgrenze und ökologische Belastung.
Wie wirkt sich der Tourismus konkret auf die Hochalmen aus?
Der Wintertourismus führt durch Pistenpräparierung und Skibetrieb zu einer Verdichtung des Schnees, was die Vegetationszeit verkürzt und die Pflanzenwelt durch mechanische Belastung (Skikanten) sowie Waldrodungen schädigt.
Gibt es einen Unterschied zwischen vegetationsökologischer und geomorphologischer Zonierung?
Ja, während die Vegetation meist zonal in Gürteln angeordnet ist, hängen geomorphologische Formungsregionen stärker von lokalen Prozessen und dem Relief ab, weshalb eine exakte lineare Abgrenzung schwierig ist.
Warum ist die Waldgrenze als Grenze so bedeutend?
Die Waldgrenze markiert eine ökologisch kritische Schwelle, an der ungünstige klimatische Bedingungen ein Baumwachstum verhindern, was sie zur wichtigen Trennlinie zwischen montanen und subalpinen Lebensräumen macht.
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- Isabella Melchert (Author), 2009, Höhenstufen am Beispiel der Alpen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186945