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Neurowissenschaften und deren Implikationen für die Kommunikation in der Krise

Oder: Unterbewusstsein und Handeln

Title: Neurowissenschaften und deren Implikationen für die Kommunikation in der Krise

Textbook , 2012 , 29 Pages

Autor:in: Diplom Kaufmann (FH) Carsten Koch (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Im Lichte der jüngsten Ereignisse um die Rettung von Banken, die Diskussion über den Eurorettungsschirm oder die diametrale Kehrtwende der christlich-liberalen Regierung im Umgang mit der Atomkraft, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit Krisen oder anders formuliert, es stellt sich die Frage nach der optimalen Ausrichtung der Kommunikationsinstrumente und folglich natürlich die Frage danach, wie diese Instrumente ausgerichtet werden müssen, damit die gewünschte Reaktion bei den Öffentlichkeiten ausgelöst wird.
An dieser Stelle greifen die aktuellen Erkenntnisse der Neurowissenschaften, da Kommunikation mit Menschen immer auch Kommunikation mit dem Unterbewusstsein dieser Menschen ist. Die neuen Einblicke der Neurowissenschaften in das Unterbewusstsein, welche unser Handeln und Verhalten maßgeblich bestimmen, verlangen einen modifizierten Einsatz der Kommunikationsinstrumente. Diese Erkenntnisse über das menschliche Unbewusstseins können bei der Ausgestaltung der Kriseinstrumente ein Wettbewerbsvorteil sein, da erst jetzt auf die wahren Bedürfnisse und Motive der Bezugsgruppen (Öffentlichkeit, Politik, Presse, Mit-arbeiter usw.) eingegangen werden kann. Dieses führt schlussendlich dazu, dass Unternehmen Krisen erfolgreicher, schnelle, effizienter und kostengünstiger überwinden können.
Aus diesen Gründen diskutiert diese Arbeit das Thema „Neurowissenschaft und deren Implikationen für die Krisenkommunikation“.

Die Neurowissenschaft hat sich in den letzten Jahren insbesondere mit dem Unterbewusstsein des Menschen befasst und mit Hilfe bildgebender Verfahren wichtige neue Erkenntnisse über die Steuerung menschlichen Entscheidens und Handelns sammeln können.
Unter anderem vom Ansatz des Neuromarketing inspiriert, legt das die Frage nahe, wie das Unterbewusstsein kommuniziert und – hier von zentraler Bedeutung – wie in Krisensituationen zukünftig mit dem Unterbewusstsein von Bezugsgruppen zu kommunizieren ist.
Für den Themenbereich Neurowissenschaften gibt es eine Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen, bezüglich der Verknüpfung mit Themen der Krisenkommunikation wenig bis keine. Aus diesem Grund hat der Autor Literatur benachbarter Themenbereiche hinzugezogen, insbesondere übertragbare Erkenntnisse aus dem Neuromarketing.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Bewusstsein und das Unterbewusstsein

2.1. Das Bewusstsein

2.2. Das Unterbewusstsein

2.3. Das limbische System

2.4. Die Theorie der somatischen Marker

2.5. Der Einfluss des Unterbewussten auf das Handeln

3. Implikationen der Neurowissenschaften für die Krisenkommunikation

3.1. Relevanz der Neurowissenschaften für die Krisenkommunikation

3.2. Altruistische Bestrafung

3.3. Priming Effekt

3.4. Framing Effekt

3.5. Motive und Motivsysteme

3.5.1. Drei Grundmotive

3.5.2. Die Big 3

3.5.3. Limbic Map

3.6. Gehirngerichtete Kommunikation

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und dem Neuromarketing genutzt werden können, um die Krisenkommunikation von Unternehmen effektiver zu gestalten, indem gezielt das menschliche Unterbewusstsein als primäre Steuerungsinstanz für Entscheidungen und Handlungen angesprochen wird.

  • Grundlagen der neurobiologischen Steuerung von menschlichem Verhalten
  • Die Rolle von Emotionen und Unterbewusstsein in der Entscheidungsfindung
  • Methodische Ansätze für eine gehirngerechte Krisenkommunikation
  • Psychologische Wirkmechanismen wie Altruistische Bestrafung, Priming und Framing
  • Analyse von Motivsystemen und der Limbic Map für die Zielgruppenansprache

Auszug aus dem Buch

3.2. Altruistische Bestrafung

Die Bestrafung anderer Personen, die soziale Normen missachten, ist für den Bestrafenden immer mit Kosten verbunden (vgl. Müller, Christian (2008), S. 8). Der Bestrafende hat demnach keinen materiellen Nutzen von der Bestrafung, er schadet sich damit selbst. Ein Versuch um diesen Zusammenhang näher zu erklären und zu belegen ist das so genannte „trust game“. Hier werden zwei Spieler, A und B, einer normalen Verhandlungssituation ausgesetzt, wobei angenommen wird, dass beide Gewinn machen wollen. Spieler A erhält vom Spielleiter eine Summe Geld, die er nur behalten darf, wenn er einen Teil des Geldes an Spieler B abgibt, d.h. der Gewinn von Spieler A richtet sich nach dem Anteil, den er seinem Mitspieler abgeben muss. Rein rational betrachtet müsste Spieler B mit jedem Betrag zufrieden sein der größer als null ist, er hätte dann mehr Geld als vor dem Spiel. Das Experiment zeigt jedoch, dass Menschen, die Spieler B spielen, das Angebot ablehnen wenn sie es als unfair erachten. Es hat sich gezeigt, dass Angebote unter 40% der Gesamtsumme von Spieler B nicht angenommen wurden.

Neurologische Untersuchungen haben ergeben, dass in dem Fall der Ablehnung, eines Angebotes von Spieler A im Gehirn von Spieler B das Belohnungssystem aktiv wurde, d.h. das Altruistische Bestrafung vom Gehirn belohnt wird. (vgl. Domning, Marc/ Elger, Christian E./ Rasel, André (2009), S. 29). Der materielle Verlust wird demnach durch emotionale Befriedigung ausgeglichen (vgl. Gresser, Franz Nikolaus (2007), S. 27). Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass bei Verhandlungen zweier Parteien das Belohnungssystem auch durch positive Informationen der anderen Partei stimuliert werden kann (vgl. Gresser, Franz Nikolaus (2007), S. 30).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für die Krisenkommunikation ein und stellt das Ziel dar, Kommunikationsinstrumente durch das Verständnis des Unterbewusstseins zu optimieren.

2. Das Bewusstsein und das Unterbewusstsein: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Bewusstsein und Unterbewusstsein, das limbische System sowie die Theorie der somatischen Marker als Basis für menschliches Handeln.

3. Implikationen der Neurowissenschaften für die Krisenkommunikation: Hier werden konkrete neurowissenschaftliche Konzepte und Methoden vorgestellt, um die Krisenkommunikation durch die gezielte Berücksichtigung emotionaler und unterbewusster Prozesse zu verbessern.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und konstatiert, dass eine Berücksichtigung des Unterbewusstseins einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Krisenbewältigung darstellt.

Schlüsselwörter

Neurowissenschaft, Krisenkommunikation, Unterbewusstsein, Limbisches System, Altruistische Bestrafung, Priming Effekt, Framing Effekt, Motivsysteme, Limbic Map, Gehirngerechte Kommunikation, Entscheidungsfindung, Neuromarketing, Emotionen, Vertrauensbildung, Krisenmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse auf die Krisenkommunikation von Unternehmen, um die Kommunikation effektiver an die unbewussten Bedürfnisse von Bezugsgruppen anzupassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die neurobiologische Basis menschlichen Verhaltens, die Macht des Unterbewusstseins, verschiedene Motivsysteme sowie die praktische Anwendung psychologischer Effekte in Krisensituationen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, eine Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und Krisenkommunikation zu implementieren, um Krisen durch gezielte Ansprache des Unterbewusstseins erfolgreicher und effizienter zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, bei der er bestehende neurowissenschaftliche Studien sowie Erkenntnisse aus dem benachbarten Fachgebiet des Neuromarketings auf die Anforderungen der Krisenkommunikation überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Darstellung der Gehirnfunktionen (Kapitel 2) und eine detaillierte Analyse spezifischer Konzepte wie der altruistischen Bestrafung, Priming, Framing und der Limbic Map für die Anwendung in der Kommunikation (Kapitel 3).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Neurowissenschaft, Krisenkommunikation, Unterbewusstsein, Limbic Map und Gehirngerechte Kommunikation beschreiben.

Wie hilft die „Limbic Map“ konkret in einer Krise?

Die Limbic Map bildet die gesamte Motiv- und Wertewelt des Menschen ab. In der Krise hilft sie Unternehmen zu analysieren, welche emotionalen Bedürfnisse (z.B. Sicherheit, Stabilität) bei Bezugsgruppen aktuell gefährdet sind, um gezielt beruhigende und vertrauensbildende Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln.

Warum ist die „Altruistische Bestrafung“ relevant für Unternehmen?

Das Konzept zeigt, dass Menschen bereit sind, materiellen Schaden in Kauf zu nehmen, um als unfair empfundenes Verhalten zu bestrafen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Glaubwürdigkeit und ethisches Handeln essenziell sind, um nicht von Bezugsgruppen abgestraft zu werden.

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Details

Title
Neurowissenschaften und deren Implikationen für die Kommunikation in der Krise
Subtitle
Oder: Unterbewusstsein und Handeln
Author
Diplom Kaufmann (FH) Carsten Koch (Author)
Publication Year
2012
Pages
29
Catalog Number
V186988
ISBN (eBook)
9783656102342
ISBN (Book)
9783656102311
Language
German
Tags
Neurowissenschaft Neurowissenschaften Neurokommunikation Neurokrisenkommunikation Krisenkommunikation Kommunikation Krise implizit explizit Emotion Motiv Limbic Map Unterbewusstsein Bewusstsein Neuromarketing Marketing Gedächtnis Unternehmenskommunikation Neuroökonomie limbisches System limbisch somatische Maker altruistische Bestrafung Priming Effekt Priming Framing Effekt Framing drei Grundmotive Big 3 gehirngerichtete Kommunikation
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Quote paper
Diplom Kaufmann (FH) Carsten Koch (Author), 2012, Neurowissenschaften und deren Implikationen für die Kommunikation in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186988
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