Argumentieren - Eines der wichtigsten sprachlichen Mittel


Seminararbeit, 2003
21 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Grundkenntnisse der Argumentationstheorie

3. Argumente und Argumentation
3.1 Warum argumentieren?
3.2 Was ist ein Argument
3.3 Aufbau eines Arguments
3.4 Was ist eine Argumentation
3.5 Gültigkeit von Argumenten und Argumentationen
3.6 Logische Folgerung
3.7 Konversions-Fehlschluss: Wie erkenne ich falsche Argumente?

4. Argumentationsschema
4.1 Entwicklung eines Argumentationsschemas
4.2 Umkehr von Datum und Konklusion

5. Unterschiedliche Auffassungen von Argumentation

6. Zusammenfassung

7. Literaturangaben

1. Einleitung

Wer ist noch nicht in eine Situation gelangt, in der er sich und seine Meinung rechtfertigen musste, sei es in einer Firmensitzung, in einer Diskussion oder einem Streitgespräch? Man kann sich kaum vorstellen, dass sich jemand davon freisprechen kann, noch nie auf seiner Meinung beharrt zu haben. Was haben diese „Gespräche“ gemeinsam? Sie bauen alle auf einer Argumentation auf. Es werden in fast jeder Lebenslage Argumente für bestimmte Gegenstände oder Sachverhalte gegeben, ob es bei einer Produktpalette oder in der Politik, bei Talkshows oder bei Geschwisterstreitereien ist.

Es ist auffallend, dass sich im Laufe der Zeit nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wichtigkeit und die Art der Argumentation verändert hat. Es wird heutzutage viel häufiger diskutiert als früher, und überall werden einem etwa in der Werbung neue Produkte durch Argumente angepriesen. Es hat sich für mich daher die Frage gestellt, was sich mit der Zeit in der Argumentation geändert hat und wie heute argumentiert wird. Ich gebe im ersten Teil meiner Arbeit eine Einführung in die Argumentationstheorie, in der ich kurz an Hand des Syllogismus nach Aristoteles eine Theorie erkläre, die schon in der Antike aufgestellt und bis heute immer weiterentwickelt wurde. Im anschließenden Teil der Arbeit beschäftige ich mich mit einer moderneren Auffassung der Argumentation nach A. Bühler, es werden Fragen nach dem Sinn und dem Aufbau einer Argumentation, aber auch nach deren Gültigkeit bearbeitet. Weiterhin erscheint mir das Argumentationsschema nach S. Toulmin sehr wichtig für die moderne Argumentation, es greift den Syllogismus nach Aristoteles auf und ergänzt ihn so, dass man verständliche Argumentationen führen kann.

Im letzten Teil meiner Arbeit beziehe ich mich auf unsere direkte Umwelt, indem ich unter anderem nach der Veränderung von Argumentikon in der Gesellschaft frage und Aussagen von Kopperschmidt aufführe.

2. Grundkenntnisse der Argumentationstheorie

Ich möchte, bevor ich auf die tiefsinnigeren Theorien der Argumentation eingehe, zuerst eine Art Grundlage schaffen, damit der Leser im weiteren Verlauf der Arbeit sieht, worauf aufgebaut wird und was sich eventuell verändert hat oder weiterentwickelt wurde.

Eine der wichtigsten Theorien, den Syllogismus, hat Aristoteles (384-322 v.u.Z.) schon in der Antike entwickelt.

Mit diesem Syllogismus war es von da an möglich die Struktur von Aussagen, wie etwa Argumenten zu analysieren. Diese Struktur besteht aus einer Voraussetzung, der ersten Prämisse, einer Annahme, der zweiten Prämisse und einem daraus resultierenden Schluss, der Konklusion. Ein Schluss ist dabei eine Rede, in der bei bestimmten Annahmen etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt (Vgl. Aristoteles 1992:1). Allgemein gesagt bedeutet dies, dass aus bestimmten Annahmen und Voraussetzungen ein Schluss gezogen wird. Würde man diese Struktur auf ein Argument anwenden, wäre bei folgendem Argument:

Alle Bäume sind aus Holz.

Da vorne ist ein Baum.

Also ist der Baum da vorne aus Holz.

der erste Satz die Voraussetzung, der zweite die Annahme und der dritte der daraus resultierende Schluss. Hierbei wird vom Allgemeinen zum Speziellen hin ausgegangen, indem zuerst eine Art Regel für die Allgemeinheit aufgestellt wird (alle Bäume), die dann auf etwas Spezielles angewendet wird (ein Baum), aus welchem jetzt ein bestimmter Sachverhalt geschlossen wird. Es gibt verschiedene Arten von Schlüssen, die ich aber nur kurz erwähnen möchte: Die Demonstration, bei der der Schluss aus wahren und ersten Sätzen gewonnen wird, wobei wahre und erste Sätze durch sich selbst glaubhaft sind und nicht durch andere erklärt werden müssen (Beispiel: Bei Null Grad gefriert Wasser). Ebenfalls gibt es den dialektischen Schluss, der aus wahrscheinlichen Sätzen gezogen wird (Beispiel: Rauchen verursacht Krebs). Wahrscheinliche Sätze sind solche, die von den Meisten befürwortet werden. Zudem möchte ich noch den Streitschluss und den Fehlschluss erwähnen. Ersterer baut auf scheinbaren, nicht wirklich wahrscheinlichen Sätzen auf (Beispiel: Kaiserslautern ist der beste Fußballverein), zweiter folgert aus Annahmen, die weder wahr, noch wahrscheinlich sind (Beispiel: Die Erde ist der Mittelpunkt des Universums) (vgl. Aristoteles 1992:1\2). Ein Syllogismus muss aus eindeutigen Grundaussagen bestehen, um allgemein verständlich zu sein, verwendet man etwa ein Wort wie Hamburger in unscheinbarem Kontext, so kann eventuell Verwirrung entstehen: Hamburger finde ich toll (Die Bewohner der Stadt oder das Essen).

3. Argumente und Argumentation

3.1 Warum argumentieren?

Mit einem Argument soll etwas, sei es eine Handlung, ein Sachverhalt, usw. gerechtfertigt werden. Wenn etwas rechtfertigungsfähig ist, also ein gültiges Argument für ein bestimmtes Tun spricht, so nennt man dies „Handeln“. Fragen, die nach der Richtigkeit einer Handlung fragen, nennt man „Rechtfertigungsfragen“, sie fordern die Person, die eine Handlung vollzogen hat, dazu auf diese zu begründen. Es kann jedoch nur etwas begründet/ gerechtfertigt werden, für das man verantwortlich ist, man muss allgemein gesagt „hinter dem stehen“, das man begründet. Neben den Rechtfertigungsfragen sollten auch noch die „Wissensfragen“ genannt werden, welche nach den Motiven fragen, die für ein Handeln erfahrungsgemäß wirksam waren. Es werden Antworten gefordert, die der Erfahrung nach für ein Argument sprechen.

3.2 Was ist ein Argument

Argumentiert werden kann sowohl mündlich, als auch schriftlich, es wird dabei jeweils die Sprache verwendet, die zum Zwecke des Argumentierens oder des Schließens bebraucht wird (vgl. Bühler 2000:12).

A. Bühler hat eine Art Definition für ein Argument angebracht, auf die ich näher eingehen möchte: „Ein Argument ist eine Menge von Satzäußerungen bzw. Satzinschriften; für eine Satzäußerung wird beansprucht, dass sie aus den anderen logisch folgt bzw. sich aus den anderen mit Notwendigkeit ergibt.“ Diese Definition wird, wenn ich das entsprechende Thema genauer beschrieben habe, noch ein wenig verändert werden, doch für den momentanen Gebrauch ist sie vollkommen ausreichend.

Ich verwende zum Verständnis dieser Definition ein bekanntes Beispiel:

Sokrates ist ein Mensch.

Alle Menschen sind sterblich.

Also ist Sokrates ein Mensch.

Die drei Sätze sind zusammen eine Menge von Satzäußerungen, wobei die ersten beiden auf die dritte ausgerichtet sind. Man kann dies an dem Wort „also“ erkennen, wobei in anderen Beispielen auch ein Wort wie „denn“ angebracht sein kann:

Werners Auto ist umweltfreundlich.

Denn Werners Auto fährt mit Solarenergie.

Es gibt aber auch Argumente, die aus nur einem Satz bestehen, hier wird eine Teiläußerung des Satzes dadurch ausgezeichnet, dass die anderen Teiläußerungen auf sie mit dem Wort „weil“ zurückverweisen:

In einer Demokratie haben die Armen mehr Macht als die Reichen, weil es mehr Arme gibt und der Wille der Mehrheit ausschlaggebend ist (vgl. Bühler 2000:12).

Wie erkennt man jetzt aber diese eine Satzäußerung, sei es in einem einzelnen Satz oder eingebettet in einen Satz, auf die sich der Rest der Äußerung bezieht? Eine einfache Erklärung ist, dass die Person, die das Argument äußert, gleichzeitig den Anspruch erhebt, diese Satzäußerung folge logisch aus den übrigen oder aber ergebe sich aus diesen mit Notwendigkeit. Dieser Anspruch ist meistens durch die zuvor genannten Wörter „also“, „denn“ oder „weil“ zu erkennen, er kann aber auch aus der Art der Betonung des Sprechers hervorgehen (vgl. Bühler 2000:13).

Ich habe zuvor schon die Definition eines Arguments nach A. Bühler angebracht und geschrieben, dass diese noch abgeändert werden wird. Ich denke, dass der Leser nun genug Verständnis für die Materie hat und werde daher jetzt diesen Schritt vollziehen. Argumente sind wie gesagt Mengen von Satzäußerungen, die sich aufeinander beziehen. Satzäußerungen können zu ganz verschiedenen Zeitpunkten an anderen Orten und von einer großen Anzahl verschiedener Personen geäußert werden, sie sind also zeit-, ort- und personenabhängig. Genau hier ist ein Problem zu erkennen, es gibt nämlich Äußerungen, die dem Wortlaut nach identisch sind, jedoch an verschiedenen Orten zu einem anderen Zeitpunkt von verschiedenen Personen vorgebracht werden. Ein Beispiel wäre demnach, wenn ein Fußballtrainer in der Kabine sagt: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ und einer der Spieler diese „Weisheit“ später auf dem Platz seinen Mitspielern als Motivation zuruft.

In der Definition eines Arguments nach A. Bühler muss daher der Teil, in dem es um die Satzäußerungen geht, betrachtet werden. Die Definition wird wie folgt verändert: „Ein Argument ist eine Menge von Sätzen, der eine Menge von Satzäußerungen entspricht, in welcher für einen Satz der Anspruch erhoben wird, er ergebe sich aus den anderen Sätzen mit Notwendigkeit.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Argumentieren - Eines der wichtigsten sprachlichen Mittel
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Germanistik)
Veranstaltung
Argumentationstheorie
Note
2.0
Autor
Jahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V18705
ISBN (eBook)
9783638229883
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Argumentieren, Eines, Mittel, Argumentationstheorie
Arbeit zitieren
Sebastian Hagedorn (Autor), 2003, Argumentieren - Eines der wichtigsten sprachlichen Mittel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18705

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