Der Christ von Heute - Intentionen auf Grundlage: Friedrich Nietzsche "Der Antichrist"


Essay, 2010

9 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Einleitung

2. Mit, oder ohne Nietzsche

3. Mit, oder ohne Gott

4. Der Glaube im Alltag

5. Die Kirche

6. Fazit

7. Quellenangabe

1. Einleitung:

1888 stellt Nietzsche sein Werk „ Der Antichrist“ fertig. Ein Jahr später folgen der Zusammenbruch und die Einweisung in die Psychiatrische Klinik der Universität Jena.

In seinem Buch wirft Nietzsche dem Christentum vor, es erschaffe eine Scheinwelt, die nichts mit der Realität gemeinsam habe. Das Christentum verfälsche die Wirklichkeit durch Interpretationen, erdachten Wesen und Bedeutungen, und es stelle die Natur als direkten Gegenbegriff zu Gott dar. (Kap.15)

Der Machtmissbrauch der Priester, welche mit dem Wort Gottes Angst und Gehorsam in die Köpfe der Gläubigen manifestieren, mache den Menschen zum Herdentier - beugsam und reuig (Kap.26).

Nietzsche sieht das Christentum als Gefahr, als Unterdrücker. Er selbst ist aufgewachsen in einer Familie von Theologen. Seine Kindheit war geprägt vom Glauben an Gott, Gebeten und christlichen Ritualen.

Wie ist es heute, mehr als 100 Jahre nach seinem Werk? Können sich Wissenschaft und Religion gleichberechtigt den sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen stellen? Wie ist die Stellung der Kirche im 21. Jahrhundert? Und woran glaubt der moderne Mensch eigentlich noch?

2. Mit, oder ohne Nietzsche:

Während ich das Buch „Der Antichrist“ las, fragte ich mich ständig, was wohl damals in Friedrich Nietzsche vorging. Was hatte ihn veranlasst ein solches Buch zu verfassen? War es ein schleichender Prozess der über Jahre einen Groll, eine Art Fanatismus in ihm aufbrodeln ließ? War er in seinem gesamten Leben immer wieder in Situationen geraten, die seine Skepsis forderten und förderten? Und war er immer wieder an seine persönlichen Grenzen gestoßen?

Er wollte die Umwertung aller Werte und wäre er nicht kurze Zeit später seiner Krankheit verfallen, hätte er weiter daran gearbeitet.

Interessant wäre gewesen, wie sein nächstes Werk ausgesehen hätte.

Ich stelle mir vor, er will aus einem Land ausziehen - dem Land der Geistlosen, der Mitleidenden, der Christen. Er ist rastlos und auf der Suche nach dem gelobten Land, dem Land in dem die Umwertung aller Werte stattfinden soll. Er weiß auch, er ist nicht allein - er muss Seinesgleichen erreichen, die Übermenschen.

Die Reise wird nie enden, denn ein sesshaft werden, bedeutet Zähmung und Stagnation.

Während die Gruppe der übermenschlichen Nomaden, sich höchsten kulturellem und geistigem Intellekt aller Mitreisenden erfreut, missionieren sie weltweit auf verschiedenen Stationen, die neuen Gesetze der Umwertung.

Sie nennen sich „Die fröhlichen Wanderer“, und erschaffen Gemeinden um hochintellektuelle Vorträge zu halten und die Mitmenschen zu überzeugen, über sich selbst hinaus zu wachsen, das bisherige Leben zu überwinden und an Stärke und Willen zur Macht zu gewinnen.

In den Vorträgen wird auch gepredigt, dass alles ein großes Missverständnis ist. Dass erst zu jetziger Zeit, durch die Möglichkeit der ausführlichen Recherche, wahrhaft erkannt werden könne, was in der Vergangenheit geschehen ist (vgl. Kap.36).

Es wird informiert über die korrupten Machenschaften der Vertreter des Christentums und darüber, dass, mit der Umwertung, jeder Einzelne zu mehr Selbstbewusstsein, Zufriedenheit und Frieden findet. Und zwar, weil er aus dem Labyrinth der negativen Scheinwelt heraustritt, in die Realität, die den Menschen mit sich selbst konfrontiert, mit seinen ureigensten Fähigkeiten und Instinkten.

Nietzsche als Erlöser der Mitleidenden, der wie Moses seine Gruppe von Anhängern auf den Weg der Umwertung führt und wie Paulus seine Lehren in der Welt missioniert. Nietzsche als Antichrist persönlich, der von Johannes prophezeite.

Die Verkörperung des Bösen - der Widersacher des Christentums.

Nietzsche der die Wahrheit erkennt, der über den Dingen steht.

In vielen Dingen, muss ich sagen, bin ich seiner Meinung.

Z.B. denke ich auch, dass die Mittel die angewandt wurden, um die Gesellschaft zu kontrollieren, falsch waren. Unterdrückung, Angst und Gehorsam (vgl.Kap.26) kann das Volk nur unglücklich machen. Unglückliche Menschen flüchten gern in Scheinwelten (vgl.Kap.15). Die christlichen Priester haben ihre Arbeit, in dem Sinne, gut gemacht und sich selbst, durch die Vormachtstellung und Ausbeutung, natürlich ein gesegnetes Leben beschert.

Sicherlich waren die Jahre bis 0 bis 1900 im heutigen Europa, bestimmt von Gewalt und Räuberei, Unsicherheit und Angst, Arbeitslosigkeit und Armut. Das Glück der Menschen lag im Überleben und Sattwerden. Ob daran nur das Christentum schuld ist, ist fraglich. Ob etwas anders eingetreten wäre, wenn es die Entstehung des Christentums nicht gegeben hätte, das weiß niemand.

Nietzsche erinnert mich an einen der vielen Propheten, die im Laufe der Zeit ihre Verbesserungsvorschläge auf dem Tisch des Lebens ausbreiten. Es ist gut, dass es diese Personen gibt. Auch wenn sich, durch ihre Visionen, nicht immer etwas zum Positiven verändert, obwohl dies mit ganzem Herzen angestrebt wird. Paulus hatte nach seiner Damaskus-Offenbarung, eine derartige Wandlung vollzogen und predigte nach gutem Gewissen, dass nur der Glaube an Jesus Christus, die Liebe zu ihm und nicht die Befolgung der Gesetze der Thora, schon die Menschen zu ihrem Frieden führt. Jeden Menschen, religionsunabhängig.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der Christ von Heute - Intentionen auf Grundlage: Friedrich Nietzsche "Der Antichrist"
Hochschule
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Veranstaltung
Sozialphilosophie
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V187084
ISBN (eBook)
9783656106500
ISBN (Buch)
9783656107644
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religion, Christentum, Gesellschaft, Werte, Nietzsche, Antichrist, Christ, Moral, Philosophie
Arbeit zitieren
Doreen Kutschke (Autor), 2010, Der Christ von Heute - Intentionen auf Grundlage: Friedrich Nietzsche "Der Antichrist", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187084

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