Reflexion der archetypischen Zugänge zur ökonomischen Psychologie


Hausarbeit, 2011

13 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Erklärung

1. Einleitung

2. Die Entpsychologisierung der Ökonomie

3. Rückkehr der Psychologie in die Ökonomie

4. Archetypen und Ökonomische Psychologie

Literaturverzeichnis

Erklärung

Der geforderte Arbeitsnachweis für die Leistungsfeststellung des Moduls BP2 bedarf einer kurzen Erklärung. Aus Gründen der logischen Abfolge und zur Förderung des Ver- ständnisses, wurde in den Punkte 1.-3. die Rolle und Bedeutung der Psychologie in den Wirtschaftswissenschaften, die zur modernen Wirtschaftspsychologie geführt haben, kurz erläutert. Die geforderte Reflexion findet unter Punkt 4. statt. Eine wissenschaftliche Argumentation fällt hier schwierig, letztlich bleibt ein Erklärungsversuch des eigenen Standpunktes. Hier wird das Wissen über die mythologische Herangehensweise in der Vorlesung vorausgesetzt, um das Ausmaß dieser Arbeit nicht noch weiter auszudehnen.

1. Einleitung

Die ökonomische Psychologie als Teil der Wirtschaftspsychologie wird seit Mitte des 20.Jhdt als eigenständige Disziplin entwickelt. Dabei steht der Versuch im Mittelpunkt, durch moderne Ökonomie und die Psychologie, das Verhalten von Menschen im wirt- schaftlichen Kontext zu erklären. Ansätze zur Erklärung des Verhaltens von Individuen in der Ökonomie führten zum Modell des homo oeconomicus, wobei psychologische Aspekte wenig Berücksichtigung fanden. Ökonomie und Psychologie waren aber nicht immer so weit von einander entfernt. In ihren Anfängen beschäftigten sich Vertreter wie Adam Smith, Jeremy Bentham und Alfred Marshall sehr wohl mit psychologischen As- pekten. Dieser psychologische Gehalt der Ökonomie ging aber im Laufe des 20.Jhdts verloren. Nachdem der homo oeconomicus auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen angewandt wurde, wurden die Grenzen dieses Modells, und somit auch die begrenzten Erklärungsmöglichkeiten der Ökonomie auf menschliches Verhalten aber deutlich sicht- bar. Der ökonomische Ansatz wurde um Einsichten aus der Sozialpsychologie erwei- tert.1

Eine weiter Sichtweise oder Qualität auf moderne ökonomisch geprägte Entwicklungen liefert Bernard A. Lietaer. Er versucht einen Zusammenhang zwischen dem von C. G. Jung entwickelten Konzept des kollektiven Unbewussten und dem (aus seiner Sicht) Scheitern des aktuellen Finanzsystems herzustellen.

Es folgt eine Darstellung der Entwicklung der ökonomischen Psychologie, sowie eine Einschätzung zum Konzept von Lietaer.

2. Die EntPsychologisierung der Ökonomie

Klassische Ökonomen des 18. Und 19.Jhdts waren bereits der Überzeugung, dass für Konzepte wie Präferenzen und Einstellungen von Menschen, psychologische Prozesse entscheidend sind. Mit dem Beginn der ökonomischen Wissenschaft um 1930 und dy- namischen Entwicklungen in deren Forschung, ging dieser psychologische Gehalt aber mehr und mehr verloren. Am Konzept des Nutzens kann dies exemplarisch gezeigt wer- den2:

Die Utilitaristen des 18. und 19. Jhdts. hatten ein sehr breites Verständnis von Nutzen und warenüberzeugt, dass dieser einer Analyse zugänglich und messbar sei. Ihre Ver- treter stellten umfassende Ü berlegungenüber den Inhalt menschlichen Nutzens an, und gingen dabei von einer hedonischen Qualität menschlicher Erfahrungen aus. Jeremy Bentham beispielsweise unterschied nicht weniger als vierzehn verschiedene Kompo- nenten von Nutzen. Dabei umfassten Leiden und Genuss (pain and pleasure) sehr viele verschiedene hedonische Erfahrungen aus greifbaren, aber vor allem auch aus nicht greifbaren Gütern wie „ pleasure of sense, wealth, skill, amity, a good name, power, pie- ty, benevolence, malevolence, memory, imagination, expectation, relief and the pleasu- res dependent on association “ (Bentham 1789/1996: 34-35). Edgeworth (1881) wollte den Nutzen sogar mit einem zu der Zeit noch nicht erfundenen „ Hedonometer “ messen. Er ging von einem kardinalen Nutzen aus und nahm an, dass individuelle Wohlfahrtspo- sitionen mit Hilfe des Konsumniveaus beschrieben werden können. (Frey, Benz 2002)

Ab den 1930-er Jahren vollzog sich aber eine Wendung hin zu einem rein materiell und rational basierten Nutzenkonzept. Robbins erklärte eine direkte Messung von Nutzen für unmöglich, er postulierte: Nutzen ist nur indirektüber die tatsächlichen Wahlhandlungen von Individuen zwischen verschiedenen Gütern beobachtbar.

Hicks und Allen zeigten noch 1934, dass die Nachfragetheorie vollständig aus einem ordinalen Nutzenkonzept abgeleitet werden kann. 1938 formulierte dann Samuelson die allgemeinen behavioristischen Grundlagen der noch heute gültigen Standardtheorie.3

Damit jedoch der Nutzen tatsächlich im Wahlverhalten reflektiert wird, sind gewichtige Anforderungen an das Entscheidungsverhalten der Individuen gestellt; diese machen den Kern der neoklassischen Verhaltensannahmen aus. Individuen müssen gut (oder sogar vollständig)über die zu Verfügung stehenden Alternativen informiert sein; sie müssen korrekte Erwartungenüber die Konsequenzen ihrer Wahlhandlungen bilden; und sie müssen ihre Wünsche - und nur ihre eigenen Wünsche - in logisch konsistenter Weise verfolgen. Diese Bedingungen haben sich auch in anderen zentralen theoreti- schen Grundlagen der Neoklassik niedergeschlagen, mit denen in der Ö konomie das Verhalten von Menschen im wirtschaftlichen Bereich beschrieben werden. Beispiele sind die Theorie der Erwartungsnutzenmaximierung (aufgebaut auf den vonNeu- mann/Morgenstern Axiomen, vgl z.B. Schoemaker 1982, Machina 1987), die Theorie rationaler Erwartungen (Muth 1961, Lucas und Prescott 1971) oder die Spieltheorie (z.B. Dixit und Nalebuff 1997, Holler und Illing 2000). (Frey, Benz 2002)

All diese Überlegungen lassen keinen Raum für psychologische Einflussfaktoren, somit bilden sie die Grundlage für das Modell des homo oeconomicus.

[...]


1 Vgl. Frey, Benz 2002

2 Vgl. Frey, Benz 2002

3 Vgl. Frey, Benz 2002

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Reflexion der archetypischen Zugänge zur ökonomischen Psychologie
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V187173
ISBN (eBook)
9783656105022
ISBN (Buch)
9783656105671
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reflexion, zugänge, psychologie
Arbeit zitieren
Ralph Scherzer (Autor), 2011, Reflexion der archetypischen Zugänge zur ökonomischen Psychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187173

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