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Merkmale und Probleme der Verwaltung in den von Deutschland besetzten Gebieten zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Titel: Merkmale und Probleme der Verwaltung in den von Deutschland besetzten Gebieten zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 41 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Matthias Hirschböck (Autor:in)

Organisation und Verwaltung - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das nationalsozialistische Regime war charakterisiert durch den sogenannten Führerstaat, bei dem an der Spitze das Staatsoberhaupt Adolf Hitler stand, auf den alles ausgerichtet war. Das deutsche Staatsgebiet war nach der erfolgreichen Expansionspolitik im Verlauf des 2. Weltkrieges besonders abhängig von einer damit einhergehenden Expansion der Verwaltung, die Beschlüsse und Gesetze, aber in erster Priorität den Willen des Führers oktroyierte. Der straff organisierte und hierarchisch funktionierende Verwaltungsaufbau war einer der Machtbasen eines totalitären und besonders in den Ostgebieten verhassten Besatzungsstaates. Die hohen Beamten als Träger der Verwaltung in den Protektoraten, Reichskommissariaten und Generalgouvernements, wie die besetzten Gebiete auch genannt wurden, handelten weder nach rechtsstaatlichen Prinzipien oder orientiert an einer verfassungsmäßigen Ordnung, sondern setzten zum einen den Willen des Führers, aber im besonderen ihren eigenen Machtanspruch auch gegen erhebliche Widerstände der Bevölkerung durch. Die Verwaltung der besetzten Gebiete handelte nicht primär im Fahrwasser der Ideologie oder der Parteipolitik der NSDAP, aber sie gründete das Fundament auf dem Hitlers Anweisungen und Befehle fußen konnten. Die Verwaltung mitsamt der eingesetzten hohen Beamten exekutierte und kontrollierte weniger zum Wohle der Gemeinschaft, sondern zur eigener Bereicherung und Sicherung der Macht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

I. Überblick über den Aufbau und die zentrale These

II. Anforderungen und Grundsätze der Verwaltung in der Demokratie

B. Hauptteil

I. Gegenüberstellung der Verwaltung mit dem Leitbild der ideologisierten Menschenführung

1. Führung und Führerstaat

2. Menschenführung und Staatsverwaltung

a. Die "Dualisten"

b. Die "Unitarier"

II. Strukturmerkmale des NS- Staates aus verwaltungsgeschichtlicher Sicht

1. Politik

2. Verwaltung

3. Spezielle Charakterzüge der Ostverwaltungen außerhalb des Reichsgebiets

4. Symptome des Führerstaates in Bezug auf die Justiz

III. Die Verwaltungsorganisation und der Verfahrensablauf in den besetzten Gebieten

1. Reichsprotektorat Böhmen und Mähren

a. Die Zerschlagung der tschechischen Identität

b. Die Führungsstile von Reichsprotektor und Staatsminister

c. Protektoratsverwaltung

2. Generalgouvernement Polen

3. Reichskommissariate

a. Reichskommissariat Norwegen

b. Reichskommissariat Niederlande

4. Chefs der Zivilverwaltung (CdZ)

5. Rosenbergs Ostministerium

a. Überlegungen Hitlers und Grundtatbestände für die Verwaltung in den besetzten russischen Gebieten

b. Alfred Rosenberg und seine Organisation

c. Personalstruktur

d. Äußerungen Hitlers zur Verwaltungsführung (Implementation) im Osten

C. Resümee

D. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Merkmale und die spezifischen Probleme der Verwaltung in den von Deutschland besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es, den Dualismus zwischen der nationalsozialistischen Parteidoktrin und der traditionellen Verwaltungspraxis zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Spannungen zu administrativen Instabilitäten und einem Erosionsprozess rechtsstaatlicher Normen führten.

  • Die ideologische Konzeption der "Menschenführung" im Vergleich zum bürokratischen Verwaltungshandeln.
  • Die Diskrepanz zwischen rechtsstaatlichen Grundsätzen der Weimarer Republik und der NS-Verwaltungspraxis.
  • Die Analyse spezifischer Besatzungsformen wie Reichskommissariate, Protektorate und Gebiete der Zivilverwaltung.
  • Die Untersuchung von Machtkämpfen zwischen Parteiinstanzen und staatlichen Verwaltungsapparaten.
  • Der Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf die Justiz und das Verwaltungspersonal in besetzten Gebieten.

Auszug aus dem Buch

Die "Dualisten"

Ihr wichtigster Vertreter Reinhard Höhn (daneben verschrieben sich dieser Auffassung auch noch Erich Becker und Theodor Maunz) forderte, daß die alten Werte und Theorien entwertet werden müssen und wollte die Verwaltung von der Führung strikt getrennt wissen. Der Staat und die Verwaltung seien bloße Befehlsempfänger ohne Innenleben, ein "zu blindem Gehorsam verpflichtetes Vollzugsinstrument", das auf dem absolutistischen und obrigkeitlichen Staat- Untertanen- Verhältnis aufbaue. Die Verwaltung steht also dualistisch auf der einen Seite und die Partei als Führungskraft auf der anderen (zur Organisation und Gliederung der NSDAP siehe Anhang D.II.).

Es kam nun zu dauernden Konfrontationen und Interessenkonflikten zwischen Parteispitzen und Verwaltungsoberen (Dualismus), ob der Art und Weise des Führens und Lenkens.

Verwaltung sei etwas grundsätzlich anderes als und sogar ein Gegensatz zur Menschenführung, die primär im Parteiinteresse liege.

So stellten die "Dualisten" dem Verwaltungshandeln die Menschenführung gegenüber, was in untenstehender Tabelle verdeutlicht werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verwaltungslehre und die These vom Dualismus zwischen Partei und staatlichem Verwaltungsapparat im Nationalsozialismus.

B. Hauptteil: Detaillierte Auseinandersetzung mit der NS-Führungslehre, der Struktur des NS-Staates und der Analyse verschiedener Besatzungsverwaltungen wie dem Protektorat Böhmen und Mähren oder den Reichskommissariaten.

C. Resümee: Fazit über das Spannungsfeld zwischen totalitärer Führung und normativer Verwaltung, das trotz aller ideologischen Differenzen in Formen der Kollaboration mündete.

D. Anhang: Grafische Darstellungen zur organisatorischen Gliederung der NSDAP und der Dualismus-Struktur zwischen Staat und Partei.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Führerstaat, Verwaltung, Menschenführung, Dualismus, Besatzungsverwaltung, Reichskommissariat, Zivilverwaltung, Herrschaftssystem, Rechtsstaat, Ideologie, Kompetenzstreitigkeiten, Protektorat, Machtgefüge, Bürokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit den administrativen Strukturen und den daraus resultierenden Problemen in den unter deutscher Besatzung stehenden Gebieten während des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Führungslehre des Nationalsozialismus, der Konflikt zwischen Parteidoktrin und staatlicher Verwaltung sowie die Untersuchung spezifischer Besatzungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den administrativen "Dualismus" zwischen Partei und Verwaltung zu beleuchten und aufzuzeigen, wie dies zur Instabilität und Erosion rechtsstaatlicher Grundsätze beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine verwaltungsgeschichtliche Analyse, die den Vergleich zwischen demokratischen Verwaltungsprinzipien und der NS-Praxis sowie die Auswertung zeitgenössischer Quellen und Forschungsliteratur nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Führung, die Strukturmerkmale des NS-Staates und detailliert die verschiedenen Verwaltungsverfahren in besetzten Territorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Führerstaat, Menschenführung, Dualismus, Besatzungsverwaltung, Reichskommissariat und administrative Willkür.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Dualisten" und "Unitariern" eine Rolle?

Diese Unterscheidung verdeutlicht den internen Streit im NS-Regime darüber, ob die Verwaltung als rein ausführendes, neutrales Instrument (Dualisten) oder als Teil der ideologischen Führung (Unitarier) fungieren sollte.

Was zeigt das Beispiel des Protektorats Böhmen und Mähren?

Das Beispiel illustriert den Prozess der "politischen Annexion" und der gezielten Zerschlagung nationaler Identitäten durch ein System von Terror und konkurrierenden Führungsstilen innerhalb der Besatzungsbehörden.

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Details

Titel
Merkmale und Probleme der Verwaltung in den von Deutschland besetzten Gebieten zur Zeit des Zweiten Weltkrieges
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Institut für Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar Ideologie und Herrschaft im Dritten Reich
Note
1,3
Autor
Matthias Hirschböck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
41
Katalognummer
V1871
ISBN (eBook)
9783638111454
ISBN (Buch)
9783638682664
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Merkmale Probleme Verwaltung Deutschland Gebieten Zeit Zweiten Weltkrieges Hauptseminar Ideologie Herrschaft Dritten Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Hirschböck (Autor:in), 2002, Merkmale und Probleme der Verwaltung in den von Deutschland besetzten Gebieten zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1871
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Leseprobe aus  41  Seiten
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