Vilèm Flusser´s: Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft und im Denken einer Kultur, durch den fortschreitenden Prozess der Technologisierung

Am Beispiel des Internet


Essay, 2010

4 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Vilèm Flusser´s :

Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft und im Denken einer Kultur, durch den fortschreitenden Prozess der Technologisierung.

(Am Beispiel des Internet)

In einem Interview von Florian Rötzer im Oktober 1991 sagt Vilém Flusser, Technik würde sich auf das Bewusstsein zurückschlagen, in welchen die Veränderungen größer wären als in der Umwelt. Er sagt auch, der Umbruch eines neuen Zeitalters würde nie spontan geschehen, er würde in das Bewusstsein der großen Masse tröpfeln. (vgl. Telepolis)

Das Medium Internet, wurde 1990 der Öffentlichkeit für kommerzielle Zwecke zur Verfügung gestellt. Seit dem „tröpfelt“ es sich in das Alltagsgeschehen der Bevölkerung, verbreitet sich und macht sich mehr und mehr unabdingbar.

In seinem Buch: Ins Universum der technischen Bilder, beschreibt Flusser schon 1985 die telematische Informationsgesellschaft, welche bereits während des Kommunikationsprozesses damit beschäftigt ist neue Informationen, durch Rekombination der vorhandenen Informationen, zu prozessieren. Es gäbe kein einseitiges „Senden“ sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dialogen – also Sendern und Empfängern. (vgl. Flusser)

Sender und Empfänger treffen sich im World Wide Web zum Tauschen und Diskutieren von Ideen, Gelüsten, Vorlieben und Problemen. Persönliche Gespräche werden durch Chatrooms ersetzt. Statt aktiv in Vereinen tätig zu sein, engagiert man sich den jeweiligen elektronischen Interessengruppen der Anbieterplattform. Einkaufen ist Out, Online-Shopping ist In. Lernen wird zu E-Learning. Anstatt auf Menschen zuzugehen, funktionieren Singlebörsen. Anonymität wird zum Schutzschild der Bevölkerung und treibt die Isolation der Individuen voran. Zuneigung und Gefühle werden „gegruschelt“ – Meinung lässt sich eher aufschreiben als einem Mitmenschen persönlich zu offenbaren.

Gespräche im Chat lassen sich besser einseitig beenden als im wahren Leben. Rücksichtnahme wird nicht mehr gefordert, tradierte Benimmregeln müssen vor dem Bildschirm nicht eingehalten werden. Mimik und Gestik sind nicht mehr wichtig. Der User beschränkt sein Gegenüber auf den partikulären Interessensaustausch, er vertraut sich einem virtuellen Intellekt an. Er erwartet nichts menschliches, sondern Berechnung.

Wie Flusser in seinem Buch anspricht, sitzen die Teilnehmer isoliert vor den Computern und vereinsamen. Trotz der Vernetzung, dem großen globalen Zusammenhalt und den vielen Freunden mit denen man tagtäglich über weite Entfernungen kommunizieren kann – vereinsamen die Individuen, verlieren zunehmend ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten, sowie Kreativität und Fantasie. Informationen müssen kurz und knapp gehalten werden um so viele wie möglich speichern zu können. Das kulturelle Empfinden stumpft immer mehr ab und das seelische Leiden der Bevölkerung nimmt immer mehr zu. Kontakt-und Verlustängste, Unselbständigkeit und persönliche Unsicherheit sind die Folge.

Der Mensch, der von Natur aus das Bedürfnis nach Nähe und Zusammenhalt hat, begibt sich auf der elektronischen Suche nach Ausgleich in eine Rationalitätenfalle. Während der Einzelne also versucht im Internet Frieden zu finden, wird die gesamte Bewegung vermutlich leider nur Unfrieden ernten.

"Der Konsens zwischen Bild und Mensch beruht auf dem Unwillen des Menschen,

sich zu sammeln, ebenso wie auf der Absicht der Bilder, die Menschen zu zerstreuen.

Das unglückliche Bewußtsein ist aber die einzige Bewußtseinsform überhaupt,

denn das Glück ist bewußtlos.

Die Leute wollen sich zerstreuen, um bewußtlos glücklich zu werden."

(Flusser 1985, S. 73).

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Vilèm Flusser´s: Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft und im Denken einer Kultur, durch den fortschreitenden Prozess der Technologisierung
Untertitel
Am Beispiel des Internet
Hochschule
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
4
Katalognummer
V187232
ISBN (eBook)
9783656107118
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Flusser, Kultur, Technologisierung, Gesellschaft, Internet
Arbeit zitieren
Doreen Kutschke (Autor), 2010, Vilèm Flusser´s: Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft und im Denken einer Kultur, durch den fortschreitenden Prozess der Technologisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187232

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