[...] In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich deshalb die schulischen Bildungserfolge sowie die
geschichtliche Entwicklung von Migrantengruppen aufzeigen und dabei das Haupt-
Augenmerk auf die Gruppe der Menschen mit muslimischen Migrationshintergrund legen und
Gründe und Zusammenhänge aufzeigen, warum gerade diese Gruppe besonderen Problemen
bei der schulischen Bildung ausgesetzt ist. Des Weiteren möchte ich dabei auch versuchen,
verschiedene Vorurteile und Klischees, die man im Alltag häufig über eben diese
Personengruppe zu hören bekommt, auf ihre Richtigkeit überprüfen. Dazu möchte ich
Vergleiche zu anderen Migrationsgruppen sowie geschichtliche und kulturelle Hintergründe
aufzeigen.
Im ersten Kapitel werde ich dabei zunächst allgemein klären, was die Begriffe „Ausländer“
und „Migrationshintergrund“ eigentlich bedeuten und genauer differenzieren, wie viele und
was für Menschen es sich dabei eigentlich handelt . Des Weiteren werde ich dann die
geschichtliche Entwicklung von Menschen mit muslimischen Migrationshintergrund in
Deutschland darstellen und anhand dessen auch versuchen, erste Erklärungsansätze zu liefern,
warum diese Menschen unter besonders schweren Voraussetzungen leiden, insbesondere, was
Bildungschancen angeht. Im dritten Kapitel werde ich dann versuchen, anhand der
gewonnenen Erkenntnisse auf die schulische Situation der Migrantenkinder und die dortigen
Probleme durch Bildungsbenachteiligung einzugehen. Es folgt ein abschließendes
Gesamtfazit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. „Ausländer“ oder „Mensch mit Migrationshintergrund“? Versuch einer Begriffsklärung
1.1 Wer ist hierzulande eigentlich Ausländer und wer nicht? Versuch einer Definition
1.2 Muslime in Deutschland - aktuelle Situation
2. Geschichte muslimischer Menschen in Deutschland
2.1 Die Anfänge bis zu dem 50er Jahren
2.2 Die Entwicklung ab den 50er Jahren bis heute
3. Bildungsbenachteiligung bei Schülern mit muslimischem Migrationshintergrund
3.1 Grundsätzliches
3.2 Schulische Leistungen von muslimischen Migrantenkindern im Überblick
3.3 Nach der Schule: Übergang in den Beruf
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit muslimischem Migrationshintergrund in Deutschland. Ziel ist es, unter kritischer Beleuchtung öffentlicher Debatten und Vorurteile aufzuzeigen, inwieweit soziale, kulturelle und politische Faktoren – insbesondere die Geschichte der Gastarbeiteranwerbung – den Bildungserfolg beeinflussen.
- Begriffliche Differenzierung zwischen „Ausländer“ und „Mensch mit Migrationshintergrund“
- Historische Entwicklung muslimischer Einwanderung in Deutschland
- Analyse der schulischen Leistungssituation und des Übergangs in das Berufsleben
- Überprüfung gängiger Vorurteile und Klischees durch empirische Erkenntnisse
Auszug aus dem Buch
1.2 Muslime in Deutschland - aktuelle Situation
Nachdem wir nun geklärt haben, was die Begriffe „Ausländer“ und „Migrationshintergrund“ bedeuten und wie viele dieser Menschen es in Deutschland gibt, wollen wir uns nun dem eigentlichen Thema der Arbeit nähern und uns im Speziellen der Gruppe mit muslimischem Migrationshintergrund widmen, ist es doch diese Bevölkerungsgruppe, die aus verschiedenen Gründen immer wieder besonders in den Fokus der öffentlichen Debatte gerät. Keine andere Bevölkerungsgruppe wird heute zutage mit so viel Misstrauen und so vielen Vorurteilen begegnet, wobei auch leider bei einigen Leuten dieses Misstrauen und die Vorurteile längst in Hass und Rassismus umgeschlagen sind. Bereits während der Golfkriege Anfang der 90er Jahre wurden Misstrauen und feindselige Stimmung gegen muslimische Menschen durch Politik und Medien in aller Welt geschürt, der Alltagsrassismus gegen „orientalische“ Mitbürger nahm in Westeuropa und den USA zu (vgl. Auernheimer 1992). Ironischer Weise nahm der Autor dieses 1992 verfassten Textes an, dass das Feindbild gegen islamische Menschen „mittlerweile“ wieder als „überholt“ anzusehen sei und der Rassismus gegen die „orientalischen“ Mitbürger wieder abgenommen hätte. Nicht vorausahnen konnte man damals freilich, dass nur neun Jahre später ein schreckliches Ereignis die Vorurteile und den Rassismus gegen muslimische Menschen neu und so stark wie nie zuvor entfachen würde: Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 und weitere islamistische Terror-Anschläge in verschiedenen Teilen der Welt haben dazu geführt, dass Menschen muslimischen Glaubens mit besonderem Misstrauen begegnet, rassistische und xenophobe Ressentiments gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe, resultierend aus Terror-Angst, haben stark zugenommen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum gerade diese Menschen hierzulande auch aus anderen Gründen so im Fokus der Debatte um Zuwanderung und Ausländerpolitik stehen, denn es ist ja nicht alleine der Fanatismus und die Unterstützung des Terrorismus, an der ja ohnehin nur auf eine kleine Minderheit an Muslimen, die sogenannten Islamisten, beteiligt sind. Die überwiegende Mehrheit der Muslime hierzulande ist entgegen landläufiger Vorurteile weder religiös fanatisch noch integrationsunwillig.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl im Rahmen des Seminars und verortet die Untersuchung im Kontext öffentlicher Integrationsdebatten.
1. „Ausländer“ oder „Mensch mit Migrationshintergrund“? Versuch einer Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert und differenziert die verwendeten Fachbegriffe und setzt sich kritisch mit deren soziologischer und rechtlicher Bedeutung auseinander.
1.1 Wer ist hierzulande eigentlich Ausländer und wer nicht? Versuch einer Definition: Hier wird die Problematik statistischer Erfassung und die Heterogenität der Gruppe der „Ausländer“ analysiert.
1.2 Muslime in Deutschland - aktuelle Situation: Das Kapitel beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Wahrnehmung von Muslimen unter dem Eindruck medialer und politischer Diskurse.
2. Geschichte muslimischer Menschen in Deutschland: Eine historische Einordnung der muslimischen Präsenz, beginnend bei frühen Kontakten bis hin zur Anwerbung von Gastarbeitern.
2.1 Die Anfänge bis zu dem 50er Jahren: Die Darstellung zeigt auf, dass muslimische Kontakte nach Deutschland weit vor der Gastarbeiterära bestanden.
2.2 Die Entwicklung ab den 50er Jahren bis heute: Dieses Kapitel analysiert die Phase der Gastarbeiteranwerbung, deren Scheitern an gesellschaftlicher Integration und die Auswirkungen auf die heutige Struktur.
3. Bildungsbenachteiligung bei Schülern mit muslimischem Migrationshintergrund: Dieser Hauptteil widmet sich der Analyse schulischer Erfolgschancen und der Auswirkungen von Bildungsbenachteiligung.
3.1 Grundsätzliches: Hier werden theoretische Dimensionen der Integration definiert, die für den Bildungserfolg maßgeblich sind.
3.2 Schulische Leistungen von muslimischen Migrantenkindern im Überblick: Eine statistische und qualitative Untersuchung der Bildungsabschlüsse und schulischer Hürden.
3.3 Nach der Schule: Übergang in den Beruf: Dieser Abschnitt thematisiert die prekäre Situation beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die komplexen Ursachen der Bildungsbenachteiligung und betont die Notwendigkeit differenzierter Betrachtungsweisen.
Schlüsselwörter
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Muslime in Deutschland, Gastarbeiter, Integration, Schulleistungen, Vorurteile, Diskriminierung, Stereotype Threat, Zuwanderungspolitik, Bildungschancen, kultureller Hintergrund, soziale Ungleichheit, Berufsbildung, Diversität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Rahmenbedingungen der Bildungsbenachteiligung von Schülern mit muslimischem Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernpunkten gehören die begriffliche Abgrenzung von Migrationshintergründen, die historische Entwicklung muslimischer Einwanderung sowie die soziopolitischen Faktoren, die den Schulerfolg beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, pauschale Vorurteile über mangelnden Bildungserfolg muslimischer Schüler zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass die Ursachen primär in verfehlten integrationspolitischen Entscheidungen der Vergangenheit liegen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und Statistiken, um die Thematik abseits polemischer Debatten fundiert zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die schulischen Leistungen in verschiedenen Bildungsinstitutionen sowie die speziellen Herausforderungen beim Übergang in das Berufsleben unter Berücksichtigung von Herkunft und Geschlecht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Bildungschancen, Integrationsdimensionen, Gastarbeitergeschichte und strukturelle Benachteiligung geprägt.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Generationen für das Ergebnis?
Der Autor stellt fest, dass sich die Bildungsergebnisse in der zweiten und dritten Generation in Deutschland lebender Migranten tendenziell verbessern, was die pauschale Abwertung dieser Bevölkerungsgruppe entkräftet.
Warum wird der Begriff „Ausländer“ als anachronistisch bezeichnet?
Der Begriff ist soziologisch zu eng gefasst, da er den Fokus einseitig auf die Staatsangehörigkeit legt und dabei die komplexen sozialen Realitäten von Menschen mit Migrationshintergrund verkennt.
- Quote paper
- Torsten Scholz (Author), 2011, Bildungsbenachteiligung am Beispiel von Schülern mit muslimischem Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187270