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Die unheimliche Fähigkeit seinen eigenen Doppelgänger zu sehen

Ovids Narcissus und Oscar Wildes "The Picture of Dorian Gray" im Vergleich

Titel: Die unheimliche Fähigkeit seinen eigenen Doppelgänger zu sehen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Riccarda J. Schneider (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine literarische Motivik wie das „Doppelgängertum“ eröffnet mehrere Fragen: Was passiert mit Menschen, die fähig sind, ihren eigenen Doppelgänger zu sehen? Was geschieht, wenn ein Mensch sich von seinem eigenen Abbild erotisch angezogen fühlt und erkennen muss, dass der Andere er selbst ist?
Sich einer solchen Wahrheit zu stellen, bedeutet sich einer Illusion zu berauben und der Realität zu stellen. Diese Diskrepanz zwischen erwünschten Schein und tatsächlichen Sein bildet ein Spannungsverhältnis, das ein Gefühl der Unheimlichkeit in sich aufkommen lässt. Jedoch inwiefern ist diese Empfindung „unheimlich“ und wie kann eine solche Sinnesempfindung sprachlich zum Ausdruck gebracht werden?
Diesen und ähnlichen Fragen möchte ich in der vorliegenden Hausarbeit nachgehen. Aus diesem Grund möchte ich einen Vergleich der literarischen Figuren Narcissus aus den Metamorphosen des Ovids und Dorian Gray, dem Protagonisten aus dem gleichnamigen Roman The Picture of Dorian Gray, anstellen, um vor dem Hintergrund des Aufsatzes Das Unheimliche von Sigmund Freud festzustellen, wie sich beide Charaktere damit auseinandersetzen, dass sie ihren Doppelgänger sehen – sei es auf der Wasseroberfläche oder einer Leinwand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das unheimliche (Selbst-)Bildnis

3. Die Vergänglichkeit des (Selbst-)Bildnisses

4. Der unheimliche Kunstdiskurs

5. Die Veränderlichkeit des (Auto-)Porträts

6. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Doppelgängers bei Narcissus aus Ovids Metamorphosen und Dorian Gray aus Oscar Wildes Roman vor dem Hintergrund von Sigmund Freuds Aufsatz "Das Unheimliche". Ziel ist es, die psychologische und philosophische Auseinandersetzung der Figuren mit ihrem eigenen Abbild zu vergleichen und die Zusammenhänge von Veränderlichkeit, Identität und Wahrnehmung aufzuzeigen.

  • Das psychologische Phänomen des "Unheimlichen" nach Sigmund Freud.
  • Die Spiegel- und Doppelgängermotivik in antiker und moderner Literatur.
  • Die Rolle der Materialität von Bildern und Spiegelbildern in der Identitätskonstitution.
  • Vergleich der Begriffe "Veränderlichkeit" und "Vergänglichkeit" in beiden Erzählungen.
  • Die Funktion von Kunst und Porträts als Projektionsfläche menschlicher Abgründe.

Auszug aus dem Buch

Das unheimliche (Selbst-)Bildnis

In den Metamorphosen des lateinischen, antiken Autors Publius Ovidius Naso, der unter dem Namen „Ovid“ in die Literaturgeschichte einging, ist eine Episode niedergeschrieben, in der sich die Nymphe Echo in den Jüngling Narcissus verliebt. Echo hat die Gabe die gesagten Worte anderer Wesen zu wiederholen, sodass Narcissus ein befremdliches Gefühl ihr gegenüber hegt und sich von ihr abwendet. Obwohl Lesende annehmen könnten, dass darin das tragische Element der Narcissus-Erzählung liegen würde, ist es vielmehr die Tatsache, dass der Jüngling sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt, als er es auf der Wasseroberfläche einer Quelle erblickt.

Kurzum, Narcissus kann Echos Liebe nicht erwidern, aber die zu sich selbst!? Der geflügelte Ausdruck der „narzisstischen Liebe“ nimmt in dieser Episode seinen Ursprung. Dennoch entwickeln zeitgenössische Lesende das Gefühl der Befremdlichkeit nicht allein aufgrund der Eigenliebe der Figur, sondern eher in der scheinbaren Paradoxie der Erzählung.

Dieser augenscheinliche Widerspruch im Wesen der Figur des Narcissus, der sich vom Nachhall seiner Worte mittels der Nymphe Echo abgestoßen fühlt, aber seinem Spiegelbild amouröse Gefühle entgegenbringt, kann entkräftet oder zumindest abgemildert werden, wenn Lesende bedenken, dass es sein Spiegelbild und nicht seine Stimme ist, das ihn liebestoll werden lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die psychoanalytische Deutung des "Unheimlichen" ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zum Umgang mit dem eigenen Doppelgänger bei Narcissus und Dorian Gray.

2. Das unheimliche (Selbst-)Bildnis: Dieses Kapitel analysiert die Paradoxie der narzisstischen Liebe bei Narcissus und die materielle Wahrnehmung seines Spiegelbildes.

3. Die Vergänglichkeit des (Selbst-)Bildnisses: Hier wird der Tod des Jünglings und seine Metamorphose als logische Konsequenz seines Scheiterns im Spiegelstadium betrachtet.

4. Der unheimliche Kunstdiskurs: Dieses Kapitel beleuchtet, wie das Gemälde in "The Picture of Dorian Gray" als autonomer Akteur wahrgenommen und vermenschlicht wird.

5. Die Veränderlichkeit des (Auto-)Porträts: Hier wird die Dynamik des Bildnisses untersucht, das im Gegensatz zum realen, ewig jungen Dorian Gray dessen moralischen Verfall reflektiert.

6. Konklusion: Das Schlusskapitel fasst die vergleichenden Erkenntnisse zusammen und stellt die Gemeinsamkeiten in der Problematik von Schein und Sein in beiden Werken heraus.

Schlüsselwörter

Doppelgänger, Unheimliche, Narcissus, Dorian Gray, Ovid, Oscar Wilde, Metamorphosen, Spiegelbild, Narzissmus, Identität, Bildnis, Vergänglichkeit, Veränderlichkeit, Psychologie, Literaturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Begegnung mit dem eigenen Doppelgänger anhand von Ovids Metamorphosen und Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Identitätsbildung, die psychoanalytische Deutung des "Unheimlichen", Schönheit, Jugend sowie die Vergänglichkeit menschlicher Existenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie die Figuren Narcissus und Dorian Gray ihr eigenes Abbild als unheimlichen Doppelgänger begreifen und welche Rolle dabei die Konzepte der Veränderlichkeit und Vergänglichkeit spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, die durch die psychoanalytische Theorie von Sigmund Freud und Konzepte des Lacanschen Spiegelstadiums gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des Spiegelbildes bei Narcissus und des verfallenden Porträts bei Dorian Gray unter Einbeziehung der jeweiligen Diskurse über Kunst und Moral.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Doppelgänger, Unheimlichkeit, Narzissmus, Identitätsspaltung und die Dialektik von Schein und Sein.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Wassers bei Narcissus von der des Bildes bei Dorian Gray?

Während das Wasser bei Narcissus eine natürliche, aber trügerische Reflexion bietet, fungiert das Gemälde bei Dorian Gray als ein aktives, moralisch aufgeladenes "Tagebuch" des Alterns und Verfalls.

Warum wird Dorian Grays Porträt als "Schatten" bezeichnet?

Die Autorin nutzt den Begriff "Schatten" als Synonym für das Porträt, um die unheimliche und untrennbare Verbindung zwischen dem Protagonisten und seiner moralischen Verfehlungen zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die unheimliche Fähigkeit seinen eigenen Doppelgänger zu sehen
Untertitel
Ovids Narcissus und Oscar Wildes "The Picture of Dorian Gray" im Vergleich
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Künste und Medien)
Veranstaltung
Hauptseminar: Doppelgänger – Schatten – Spiegelbilder
Note
1,0
Autor
Riccarda J. Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V187377
ISBN (eBook)
9783656108924
ISBN (Buch)
9783656109266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doppelgänger Narcissus Dorian Gray Ovid „Metamorphosen” Oscar Wilde „The Picture of Dorian Gray“ Sigmund Freud „Das Unheimliche” Spiegelbilder Bildende Kunst in der Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Riccarda J. Schneider (Autor:in), 2010, Die unheimliche Fähigkeit seinen eigenen Doppelgänger zu sehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187377
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Leseprobe aus  18  Seiten
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