In dieser Arbeit wird ein ursprünglich aus den USA stammendes, von dem Bürgerrechtler Saul D. Alinsky (1909-1972) entwickeltes Modell namens Community Organizing (CO) als Beispiel selbstermächtigter Zivilgesellschaft besprochen. Dieses wird seit gut zehn Jahren auch in Deutschland erprobt – einmal abgesehen von Ansätzen der Gemeinwesenarbeit, die schon seit langem Methoden des Modells für die lebensweltorientierte Sozialarbeit nutzt. Im Rahmen pluralistischer Gesellschaften wird CO vor folgender Frage entwickelt: „Wie können Menschen an der Gestaltung der Gesellschaft teilhaben und gemeinsam Verantwortung für ihre Gemeinwesen wahrnehmen?“ Dies ist eine der zentralen Herausforderungen moderner Demokratien wie auch metropolitaner Städte und eine der zentralen Fragen dieser Arbeit wird sein, ob staatliche Initiativen zur Aktivierung der Bürger wie das Bund-Länder Programm Soziale Stadt zu deren Bewältigung genügend beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Untersuchungsgegenstand
- 1.2 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
- 1.3 Begriffsklärung
- 2. Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung
- 2.1 Herausforderungen städtischer Entwicklung
- 2.2 Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft - Theoretischer Zugang
- 2.2.1 Bürgerbeteiligung als Teil kommunaler Entwicklungskonzepte
- 2.2.2 Zivilgesellschaft - Eine begriffliche Eingrenzung
- 2.3 Grenzen staatlicher Beteiligungspraxis
- 2.3.1 Das Programm Soziale Stadt und Quartiersräte als Beteiligungsverfahren
- 2.3.2 Kritik an staatlichen Beteiligungsverfahren
- 2.4 Zwischenfazit
- 3. Community Organizing und Stadtentwicklung
- 3.1 Community Organizing - Einführung
- 3.1.1 Ein US-amerikanisches Modell in Deutschland
- 3.1.2 Ziele, Ansprüche und Aufbau
- 3.1.3 Community Organizing als Akteur organisierter Zivilgesellschaft
- 3.2 Community Organizing und kommunale Politik
- 3.2.1 Bemächtigung der Bürger - Eine Chance auch für Benachteiligte?
- 3.2.2 Politik, Macht und Mitbestimmung
- 3.2.3 Konflikt oder Kooperation?
- 3.3 Zwischenfazit
- 4. Fazit und Ausblick
- 5. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Bürgerbeteiligung für eine erfolgreiche Stadtentwicklung, wobei Community Organizing als Modell zur lokalen Aktivierung der Zivilgesellschaft im Fokus steht. Die Arbeit analysiert Herausforderungen städtischer Entwicklung im Kontext von sozialer Ungleichheit und Partizipationsansprüchen der Bürger.
- Herausforderungen städtischer Entwicklung und soziale Ungleichheit
- Bürgerbeteiligung und die Rolle der Zivilgesellschaft
- Grenzen staatlicher Beteiligungspraxis
- Community Organizing als alternatives Modell
- Potenziale und Herausforderungen von Community Organizing in der kommunalen Politik
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 (Einleitung): Die Einleitung führt in das Thema Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung ein und skizziert die Forschungsfrage und das methodische Vorgehen. Sie hebt die wachsende Bedeutung von Bürgerbeteiligung und die Herausforderungen der städtischen Entwicklung hervor.
Kapitel 2 (Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung): Dieses Kapitel beleuchtet die Herausforderungen städtischer Entwicklung, definiert Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft, und analysiert kritisch staatliche Beteiligungsverfahren wie das Programm „Soziale Stadt“.
Kapitel 3 (Community Organizing und Stadtentwicklung): Dieses Kapitel stellt Community Organizing als alternatives Modell zur Bürgerbeteiligung vor, beschreibt dessen Ziele und Aufbau und analysiert seine Anwendung in der kommunalen Politik.
Schlüsselwörter
Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung, Zivilgesellschaft, Community Organizing, Soziale Stadt, Partizipation, kommunale Politik, soziale Ungleichheit, lokale Aktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Community Organizing (CO)?
Community Organizing ist ein aus den USA stammendes Modell zur Selbstermächtigung der Zivilgesellschaft, entwickelt von Saul D. Alinsky, um Menschen zur gemeinsamen Gestaltung ihres Lebensumfelds zu aktivieren.
Welche Rolle spielt das Programm "Soziale Stadt"?
Es ist ein Bund-Länder-Programm zur Aktivierung von Bürgern in benachteiligten Stadtteilen, das jedoch oft für seine staatlich gesteuerten Grenzen in der Beteiligungspraxis kritisiert wird.
Was sind die Ziele von Community Organizing in Deutschland?
Ziele sind die Förderung der Teilhabe, die Übernahme von Verantwortung im Gemeinwesen und die Stärkung der Machtposition von Bürgern gegenüber Politik und Verwaltung.
Wie unterscheidet sich CO von staatlicher Bürgerbeteiligung?
Während staatliche Beteiligung oft "von oben" initiiert wird, setzt CO auf Selbstorganisation und den Aufbau eigenständiger Machtstrukturen der Bürger.
Ist CO auch für benachteiligte Bevölkerungsgruppen geeignet?
Ja, ein zentraler Anspruch von CO ist es, gerade benachteiligten Menschen Gehör zu verschaffen und sie zur aktiven Mitbestimmung zu befähigen.
- Arbeit zitieren
- Mario Schneider (Autor:in), 2011, Bürgerbeteiligung für eine erfolgreiche Stadtentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187425