In jedem Text und in jedem Gespräch stößt man auf Wendungen wie
jmdm. ins Wort fallen, aus der Haut fahren, die Katze im Sack kaufen,
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen etc.
Die vorliegende Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die Thematik und die Schwierigkeiten beim Übersetzen von Phraseologismen geben und mögliche Lösungswege aufzeigen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Idiomen, die den größten Teil der Phraseologismen ausmachen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Phraseologismus?
2.1. Definition: phraseologische Verbindung
2.2. Definition: Phraseologie im engeren Sinne
2.2.1. Polylexikalität
2.2.2. Festigkeit
2.2.3. Idiomatizität
3. Einteilung von Phraseologismen
4. Die Funktion des Phraseologismus
5. Äquivalenztypen
5.1. Absolute Äquivalente, in der Phraseologie auch 1:1-Entsprechungen genannt
5.2. Partielle Äquivalente, auch bekannt als Teil-Entsprechungen
5.3. Äquivalentlose Phraseologismen, auch bekannt als Null-Entsprechungen
6. Hilfsmittel für die Übersetzung
7. Phraseme als übersetzerische Herausforderung
8. Wortspiele
8.1. Worum es bei Wortspielen geht
8.2. Verfahren für das Übersetzen von Wortspielen
9. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Herausforderungen bei der Übersetzung von Phraseologismen und Wortspielen vom Deutschen ins Englische.
- Definition und Merkmale von Phraseologismen (Polylexikalität, Festigkeit, Idiomatizität)
- Klassifizierung verschiedener Arten von Phrasemen und deren Funktionen
- Analyse von Äquivalenztypen im übersetzerischen Kontext
- Strategien zur Übersetzung von Wortspielen zwischen unterschiedlichen Sprachsystemen
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Polylexikalität
„Der Phraseologismus besteht aus mehr als einem Wort“ (Burger 2007:14 f.). Dies scheint eine einfach zu überprüfende Vorraussetzung zu sein. Doch hinsichtlich der Wörter gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, was als Wort zählt und was nicht. Bei Wörtern wird unterschieden in Autosemantika (Inhaltswörter) mit eigener Bedeutung, wie schwarz oder fahren, und Synsemantika (Funktionswörter) ohne Inhalt, wie an und zu (vgl. auch Donalies 2009:8). Man ist sich uneinig darüber, ob es sich bei den zwei Wörtern um Autosemantika handeln muss, oder ob die Wortverbindung auch aus einem Inhalts- und einem Funktionswort, oder sogar, und dieser Meinung ist auch Burger, nur aus Funktionswörtern (z. B. bis zu im Sinne von „maximal“) bestehen kann. Fleischer (1997²:29) hierzu: „Legen wir weiter fest, dass ein Phraseologismus eine Wortverbindung ist, die mindestens ein autosemantisches Wort enthält [...]“. Als Obergrenze phraseologischer Wortverbindungen gilt weithin der Satz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass idiomatische Wendungen aufgrund ihrer sprachlichen Besonderheiten eine Herausforderung für Übersetzer darstellen.
2. Was ist ein Phraseologismus?: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Phraseologismus über zentrale Kriterien wie Polylexikalität, Festigkeit und Idiomatizität.
3. Einteilung von Phraseologismen: Hier werden unterschiedliche Kategorien von Phrasemen wie Idiome, Kollokationen und Routineformeln systematisch vorgestellt.
4. Die Funktion des Phraseologismus: Das Kapitel beleuchtet den pragmatischen und stilistischen Nutzen von Phraseologismen, insbesondere in der Werbung und Literatur.
5. Äquivalenztypen: Es wird erörtert, inwiefern Entsprechungen zwischen deutscher und englischer Sprache als absolute, partielle oder Null-Äquivalente klassifiziert werden können.
6. Hilfsmittel für die Übersetzung: Dieses Kapitel kritisiert die mangelnde Präzision aktueller Wörterbücher bei der Handhabung phraseologischer Einheiten.
7. Phraseme als übersetzerische Herausforderung: Der Autor diskutiert die Schwierigkeiten, die Bedeutung eines Phraseologismus über den Kontext und die kulturelle Ebene zu vermitteln.
8. Wortspiele: Hier wird der kreative Umgang mit Sprache untersucht und Strategien zur Übertragung von Wortspielen aufgezeigt.
9. Schlussbemerkung: Das Fazit unterstreicht die Bedeutung von Phraseologismen als unverzichtbares „Salz in der Suppe“ einer Sprache.
Schlüsselwörter
Phraseologismus, Übersetzung, Idiomatik, Äquivalenz, Polylexikalität, Festigkeit, Linguistik, Wortspiele, Kontrastive Analyse, Sprachvergleich, Idiome, Übersetzungswissenschaft, Semantik, Pragmatik, Sprachgebrauch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Phraseologismen und deren Übersetzung von der deutschen in die englische Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Phraseologismen, deren Klassifizierung, ihre Funktion in Texten sowie die methodischen Herausforderungen bei ihrer Übersetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die Komplexität bei der Übersetzung idiomatischer Wendungen zu geben und mögliche Lösungsstrategien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte linguistische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur sowie der kontrastiven Untersuchung von konkreten Sprachbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Einteilung in Funktionsklassen, die Diskussion von Äquivalenztypen und eine spezifische Analyse des Umgangs mit Wortspielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Phraseologismus, Idiomatik, Äquivalenztypen, Wortspiele und Kontrastive Linguistik.
Wie unterscheidet der Autor zwischen absoluten und partiellen Äquivalenten?
Absolute Äquivalente bieten eine 1:1-Entsprechung in Struktur und Bedeutung, während bei partiellen Äquivalenten nur eine strukturelle oder semantische Teilidentität vorliegt.
Warum sind Wörterbücher bei der Übersetzung von Phrasemen oft unzureichend?
Der Autor bemängelt, dass vielen Wörterbüchern detaillierte Informationen zu Stilmerkmalen, Konnotationen und den spezifischen Verwendungskontexten von Phraseologismen fehlen.
Was ist laut Autor das größte Hindernis bei der Übersetzung von Wortspielen?
Das größte Hindernis ist, dass Wortspiele oft fest in der spezifischen Struktur und Kultur der Ausgangssprache verwurzelt sind und bei einer wörtlichen Übersetzung ihr Witz verloren geht.
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- Sonja Liesen (Author), 2011, Idiomatische Wendungen - Phraseologismen und ihre Übersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187435