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Gauguins Paradies

Die Entstehung des Mythos über die tahitianische Vahine und seine Verbreitung und Rezeption bis heute

Titel: Gauguins Paradies

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: BA Nora Demattio (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Karibik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wer kennt sie nicht, die Bilder von wunderschönen, braun gebrannten, barbusigen Mädchen, die mit Blumen(-kränzen) geschmückt am Strand sich räkelnd schüchtern und zugleich aufreizend in die Kamera blicken, oder die mit einem Baströckchen um ihre Hüften die selbigen Kreisen lassen.
Mit der Entstehung sowie Rezeption dieser und noch mehr „Klischee-Bilder“ - die wesentlich zum Mythos über die Frauen Tahitis beigetragen haben -, von der Entdeckung der Insel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis heute, werde ich mich im Zuge meiner Arbeit befassen.
Den Beginn stellt eine Illustration der ersten Berichte der Entdecker dar, sowie eine Auseinandersetzung mit der Abbildungsweise in den ersten Zeichnungen und Kupferstichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Im darauf folgenden Punkt werde ich die Bedeutung des französischen postimpressionistischen Künstlers Paul Gauguin erläutern, der von 1891-1893 auf Tahiti lebte, und eine Vielzahl an Malereien, die weibliche Personen zeigen, herstellte.
Das Kapitel Die tahitianische Frau als Vahine setzte sich mit der Definition von Vahine auseinander und zeichnet exemplarisch die schrittweise Entwicklung vierer Klischee-Bilder bis heute nach.
Das Ende meiner Arbeit gibt schließlich einen Einblick in die Problematik einer Gegenüberstellung von Aussagen westlicher Frauen - anhand von Berichten der im Jahr 1847 auf Tahiti gewesenen Ida Pfeiffer - als „weibliche Sichtweise“.
Ziel meiner Arbeit ist es, die Entstehung eines Mythos nachzuskizzieren, der einerseits den dominanten und prägenden Einfluss der westlichen männlichen Sichtweise demonstriert, die in der tahitianischen Vahine „Exotik“ und „Erotik“ eins werden lässt, und wie sich die Entwicklung dieses Mythos in den bildlichen Darstellungen zeigt. Andererseits möchte ich auch die Wehrlosigkeit gegen solche Zuschreibungen verdeutlichen und auch beweisen, dass man/frau viel zu leicht das werden kann, was ein dominanter Diskurs über einen sagt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Entstehung des Mythos – Tahiti und seine Entdeckung

2.1 Die ersten Berichte

2.2 Die „edle Wilde“ - Erste bildliche Darstellungen bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

3. Gauguins Paradies und seine Frauen

3.1 Die Vahine in Gauguins Bildern von 1891 - 1893

4. Die tahitianische Frau als Vahine

4.1 Die Entwicklung der gängigsten Klischee-Bilder bis heute

4.1.1 Die blumengeschmückte Schönheit

4.1.2 Die Frau und die Kokosnuss

4.1.3 Das tanzende Mädchen

4.1.4 Die badende Schönheit - heimlich beobachtet

5. Eine weibliche Sichtweise?

Wahrnehmung fremder Weiblichkeit durch die Frau

6. Conclusio

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Verbreitung des westlichen Mythos über die tahitianische Vahine. Ziel ist es, den prägenden Einfluss männlicher Sichtweisen auf die bildliche Darstellung der tahitianischen Frau von der Entdeckung der Insel bis heute nachzuvollziehen und die Mechanismen der Fremdzuschreibung kritisch zu dekonstruieren.

  • Historische Genese des Tahiti-Mythos in Reiseberichten des 18. Jahrhunderts
  • Die Rolle Paul Gauguins bei der visuellen Konstruktion des Paradieses
  • Analyse vierer zentraler Klischee-Bilder der Vahine (Blumen, Kokosnuss, Tanz, Badende)
  • Untersuchung weiblicher Perspektiven als Re-Aktion auf männliche Ideale (Ida Pfeiffer)
  • Reflexion über Machtstrukturen und Geschlechterbilder im kulturellen Diskurs

Auszug aus dem Buch

2.1 Die ersten Berichte

Es war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als eine Insel entdeckt wurde, die als Paradies in die Annalen der westlichen Geschichtsschreibung eingehen sollte. Mit den Seereisen Samuel Wallis`, Louis-Antoine de Bougainville`s, James Cook`s und Don Domingo de Boenechea`s, nimmt der Mythos um Tahiti, die Schönheit der Landschaft, seiner Bewohner und vor allem um seine Frauen, die Vahines, seinen Anfang.

Insbesondere die Schilderungen von Bougainville erreichen mit seinen Vergleichen zu antiken Vorbildern schnell große Berühmtheit und tragen zur Manifestation der Vorstellungen über das Fremde Eiland im großen Maße bei. „Bougainville`s reports of Venus-like women with “the celestial form of a goddess“, and of the people`s uninhibited attitude towards matters sexual, swept througt Paris like wildfire.“ (Blond/Brash 2006:25)

Er berichtet etwa von Liebesszenen unter Musikbegleitung in aller Öffentlichkeit, bei denen sich ein tahitianisches Mädchen mit einem Seefahrer den Freuden der freien Liebe hingibt, sowie von Tänzen voller lasziver Gesten. (vgl. Bougainville 1980:182 ff)

Der Eindruck, den Tahiti auf ihn hinterlassen hat, zeigt sich auch in dem ihm verliehenen Namen „Neu Kythera“, in der klassischen antiken Überlieferung die Insel, an die Venus (Aphrodite) - die Göttin der Liebe - gespült worden, oder aus der Muschel gestiegen ist. (vgl. Meißner 2006:13)

Aber auch James Cook und bringt von seinen Seereisen Berichte eines „Arkadien“ mit, wobei neben den antiken Vergleichen auch biblische, wie eines „Garten Eden“, eines „irdischen Paradieses“ herangezogen werden. (vgl. ders. 2006:14)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Themas, des Untersuchungsgegenstandes und der Zielsetzung der Arbeit, die den Fokus auf die Dekonstruktion des Tahiti-Mythos legt.

2. Die Entstehung des Mythos – Tahiti und seine Entdeckung: Analyse der historischen Reiseberichte und der frühen bildlichen Darstellung des „edlen Wilden“ als Konstrukt europäischer Wunschwelten.

3. Gauguins Paradies und seine Frauen: Untersuchung von Paul Gauguins Werk und seinem Einfluss auf die künstlerische Festschreibung der tahitianischen Frau als Teil der paradiesischen Natur.

4. Die tahitianische Frau als Vahine: Detaillierte Analyse der vier prägenden Klischee-Bilder der Vahine und deren fortschreitende Sexualisierung in der visuellen Kultur.

5. Eine weibliche Sichtweise? Wahrnehmung fremder Weiblichkeit durch die Frau: Untersuchung der Reiseberichte von Ida Pfeiffer als kritische, wenn auch von Neid geprägte weibliche Gegenperspektive zu den männlichen Konstruktionen.

6. Conclusio: Zusammenfassende Reflexion über die Beharrlichkeit des Mythos und die Bedeutung einer kritischen kulturwissenschaftlichen Betrachtung der Fremdzuschreibung.

Schlüsselwörter

Tahiti, Vahine, Mythos, Exotik, Erotik, Paul Gauguin, Kultur- und Sozialanthropologie, Fremdzuschreibung, Geschlechterbilder, Klischee-Bilder, Orientierung, Voyeurismus, Identitätskonstruktion, Ida Pfeiffer, Südsee.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und kulturelle Verbreitung des Mythos über die tahitianische Vahine von der Zeit der ersten europäischen Entdecker bis heute.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die europäische Wahrnehmung der Südsee, die Kunstgeschichte am Beispiel Paul Gauguins, die Analyse medialer Klischees und die Rolle von Geschlechterrollen in der Reiseliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie westliche männliche Sichtweisen die Identität der tahitianischen Frau konstruiert haben und wie diese Bilder bis in die heutige Zeit als ein dominanter Diskurs fortbestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Reiseberichten, bildlichen Darstellungen (Gemälden und Fotografien) sowie theoretischen Texten zu Identität und Alterität basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entdeckung Tahitis, die künstlerische Verarbeitung durch Gauguin, eine detaillierte Analyse spezifischer Bildklischees sowie eine kritische Untersuchung weiblicher Reiseberichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mythos, Vahine, Exotik, Fremdzuschreibung, Geschlechterbilder und Identitätskonstruktion.

Wie prägte Paul Gauguin das Bild der Vahine?

Gauguin verortete in Tahiti seine Sehnsucht nach Ursprünglichkeit. Durch die Einbettung der Frauen in die Natur in seinen Gemälden schuf er ein idealisiertes Bild, das die Vahine zum ewigen, passiven Objekt männlicher Begierde stilisierte.

Was bedeutet der Begriff „Klischee-Bild“ in diesem Kontext?

Hierunter versteht die Autorin stereotypisierte Darstellungsweisen der tahitianischen Frau, etwa als „blumengeschmückte Schönheit“ oder „badende Schöne“, die männliche Fantasien bedienen und von der Realität entfremdet sind.

Welche Bedeutung hat der Bericht von Ida Pfeiffer?

Pfeiffers Bericht dient als Fallbeispiel für eine „weibliche Sichtweise“. Die Autorin zeigt jedoch auf, dass diese Perspektive keine Dekonstruktion des Mythos darstellt, sondern eine Reaktion, die von Neid und den eigenen Moralvorstellungen geprägt ist.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gauguins Paradies
Untertitel
Die Entstehung des Mythos über die tahitianische Vahine und seine Verbreitung und Rezeption bis heute
Hochschule
Universität Wien  (Institut der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien)
Note
1,0
Autor
BA Nora Demattio (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
32
Katalognummer
V187470
ISBN (eBook)
9783656107866
ISBN (Buch)
9783656108399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tahiti Ozeanien Mythos Vahine Klischee-Bilder Sexualität Ästhetik Gaugin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Nora Demattio (Autor:in), 2008, Gauguins Paradies, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187470
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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