Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens besagt, dass alles menschliche Leben wertvoller ist als alles nicht- menschliche Leben und dass es kein menschliches Leben von unterschiedlichem Wert gibt . Singer hat den Wert des Lebens einer Person in seinem Buch „Praktische Ethik“ aufgespalten in 1. das Leben eines Mitgliedes unserer Spezies und 2. in das Leben einer Person, er ist der Meinung das 1 sowie 2 jeweils einen besonderen Wert darstellt . Er argumentiert: Ein selbstbewußtes Wesen ist sich seiner selbst als einer distinktiven Enität bewußt, mit einer Vergangenheit und Zukunft, es kann seine Wünsche hinsichtlich seiner Zukunft formulieren.
Der australische Ethiker Peter Singer fordert, („… sich nicht länger von religiösen Autoritäten den Alltag und das Denken vorschreiben zu lassen, sondern aufgrund rationaler Überlegungen Entscheidungen zu treffen “. Peter Singer und Helga Kuhse vertreten die Meinung, dass sich diese Position der „Heiligkeit des (menschlichen) Lebens rational nicht verteidigen lässt. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so sähen sie es als Argument gegen Euthanasie, wenn vernunftbegabte Menschen, unabhängig von religiösen Einstellungen, überzeugt werden können .
Das Spannungsverhältnis von Glaube und Vernunft ist eines der großen Themen der Theologie und Religionsphilosophie.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Aktualität des Wertethemas
3 Der Glaube der Christen
3.1 Die christlich geprägte Überzeugung von der Heiligkeit des Lebens
3.2 Gebote und Werte im Evangelium
3.3 Christliche Grundwerte
4 Wertehierarchie oder Werterelativismus
5 Peter Singers Auffassung von Ethik
5.1 Der utilitaristische und der deontologische Ansatz
5.2 Wert des Mensch seins
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem christlichen Glauben und dem utilitaristischen Ethikverständnis von Peter Singer, wobei der Fokus insbesondere auf der Frage liegt, wie sich die Konzepte der „Heiligkeit des Lebens“ und der Wert einer „Person“ rational und moralisch begründen oder kritisieren lassen.
- Die kritische Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Heiligkeit des Lebens.
- Die Differenzierung zwischen der biologischen Zugehörigkeit zur Spezies Mensch und dem Status als Person.
- Der Vergleich zwischen utilitaristischen Ansätzen und christlichen Wertvorstellungen.
- Die Rolle der Vernunft und rationaler Argumentation in der modernen Ethik.
- Die Herausforderungen einer wertepluralistischen Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Das Prinzip der Heiligkeit des Lebens besagt, dass alles menschliche Leben wertvoller ist als alles nicht- menschliche Leben und dass es kein menschliches Leben von unterschiedlichem Wert gibt1. Singer hat den Wert des Lebens einer Person in seinem Buch „Praktische Ethik“ aufgespalten in 1. das Leben eines Mitgliedes unserer Spezies und 2. in das Leben einer Person, er ist der Meinung das 1 sowie 2 jeweils einen besonderen Wert darstellt2. Er argumentiert: Ein selbstbewußtes Wesen ist sich seiner selbst als einer distinktiven Enität3 bewußt, mit einer Vergangenheit und Zukunft, es kann seine Wünsche hinsichtlich seiner Zukunft formulieren.
Der australische Ethiker Peter Singer fordert, („… sich nicht länger von religiösen Autoritäten den Alltag und das Denken vorschreiben zu lassen, sondern aufgrund rationaler Überlegungen Entscheidungen zu treffen4“. Peter Singer und Helga Kuhse vertreten die Meinung, dass sich diese Position der „Heiligkeit des (menschlichen) Lebens rational nicht verteidigen lässt. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so sähen sie es als Argument gegen Euthanasie, wenn vernunftbegabte Menschen, unabhängig von religiösen Einstellungen, überzeugt werden können5. Das Spannungsverhältnis von Glaube und Vernunft ist eines der großen Themen der Theologie und Religionsphilosophie.
Ich werde in dieser Hausarbeit versuchen zu zeigen , dass das Verhältnis von Glaube, Vernunft und Wert einer Person aus der Perspektive von Peter Singer nur schwer verstehbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung skizziert die Problematik des Begriffs „Heiligkeit des Lebens“ und führt in Singers Unterscheidung zwischen menschlichem Wesen und Person ein.
2 Aktualität des Wertethemas: Dieses Kapitel thematisiert die philosophische Entwicklung des Wertbegriffs von der Antike bis zur Neuzeit und die daraus resultierende gesellschaftliche Orientierungskrise.
3 Der Glaube der Christen: Hier wird der christliche Glaube und dessen schwieriges Verhältnis zur Vernunft sowie zur Theodizee-Frage analysiert.
3.1 Die christlich geprägte Überzeugung von der Heiligkeit des Lebens: Untersuchung des christlichen Menschenbildes und dessen Unvereinbarkeit mit Singers positivistischer Sichtweise.
3.2 Gebote und Werte im Evangelium: Erörterung der biblischen Heilsbotschaft, die sich grundlegend von einem ethischen Wertekatalog unterscheidet.
3.3 Christliche Grundwerte: Darstellung der Kardinaltugenden und der anthropologischen Indikatoren des Christentums wie der Gottebenbildlichkeit.
4 Wertehierarchie oder Werterelativismus: Analyse der ethischen Rangordnung von Werten, insbesondere unter Rückgriff auf die Phänomenologie Max Schelers.
5 Peter Singers Auffassung von Ethik: Darstellung des universalen Standpunkts Singers, der ethisches Verhalten jenseits traditioneller religiöser Gebote fordert.
5.1 Der utilitaristische und der deontologische Ansatz: Vergleich der utilitaristischen Interessenethik mit deontologischen Ansätzen zur Handlungsbewertung.
5.2 Wert des Mensch seins: Identifizierung der Merkmale, die nach Singer eine Person ausmachen, wie Rationalität und Selbstbewusstsein.
6 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung zur Unvereinbarkeit des Konzepts der Heiligkeit des Lebens mit rationalen Argumenten und zur Bedeutung der Personwürde.
Schlüsselwörter
Peter Singer, Heiligkeit des Lebens, Utilitarismus, Ethik, Person, Menschenwürde, Vernunft, Glaube, Präferenzutilitarismus, Wertewandel, Max Scheler, Selbstbewusstsein, Euthanasie, Moral, Christentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethischen Positionen von Peter Singer, insbesondere seine Dekonstruktion des Prinzips der „Heiligkeit des Lebens“ im Vergleich zu christlichen Moralvorstellungen.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Religionsphilosophie, die normative Ethik, den Utilitarismus sowie die ontologische Definition der Person.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Verhältnis von Glaube, Vernunft und dem Wert einer Person aus der Perspektive Singers verstanden werden kann und wo die Grenzen seiner Argumentation liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine philosophisch-theologische Analyse vorgenommen, die durch den Vergleich von ethischen Theorien und Literaturanalysen geprägt ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Genese des Wertbegriffs, die christliche Ethik, die Wertphilosophie nach Max Scheler sowie Singers utilitaristischen Ansatz und seine Personendefinition.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Person, Utilitarismus, Heiligkeit des Lebens, Vernunft, Ethik und christliche Werte charakterisiert.
Warum unterscheidet Singer zwischen "menschlichem Wesen" und "Person"?
Singer unterscheidet diese Begriffe, um moralische Anforderungen an das Bewusstsein und die Zukunftsplanung zu knüpfen, anstatt allein an die biologische Spezies Homo sapiens.
Wie bewertet der Autor die Vereinbarkeit von Glaube und Singers Ethik?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Wert der Person für Singer zwar rational beweisbar ist, seine Ethik jedoch an Grenzen stößt, sobald Fragen der Legitimation des Tötens und religiöse Überzeugungen wie die Gottebenbildlichkeit des Menschen berührt werden.
- Arbeit zitieren
- Dipl.Pflegewirtin Jenny Enssle (Autor:in), 2011, Universeller Standpunkt der Heiligkeit des Lebens und des Wertes einer Person bei Peter Singer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187494