Neutestamentliche Wundergeschichten im Religionsunterricht der Sekundarstufe I. Unterrichtsplanung zu Mk 2,1-12


Masterarbeit, 2011

88 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Theoretischer Hintergrund
I. Der Begriff des Wunders
II. Die Wunder Jesu
1) Die Überlieferung der Wunder Jesu
2) Der Streit um die Wunder Jesu
3) Zur Form neutestamentlicher Wundergeschichten
4) Klassifizierung neutestamentlicher Wundergeschichten
a) Exorzismen
b) Therapien
c) Normenwunder
d) Rettungswunder
e) Geschenkwunder
f) Epiphanien
5) Die Funktion von Wundergeschichten

C. Überlegungen zur Didaktik von Wundererzählungen
I. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen der Schüler in der
Jahrgangsstufe 7/8
II. Grundfragen der Wunderdidaktik
III. Didaktische Ansatzpunkte

D. Schulbuchvergleich
I. Konzeption des Religionsbuches „Kursbuch Religion 2000 7/8“
II. Konzeption des Religionsbuches „Entdecken, verstehen und
gestalten 7/8“
III. Vergleich des Themas „Wunder“ in den Schulbüchern
1) Äußere Gestaltung
2) Aufbau der Unterrichtsreihen
3) Inhaltliche Schwerpunktsetzungen
4) Didaktische Konzeption
5) Methodische Möglichkeiten
6) Fazit

E. Historisch-kritische Exegese zu Mk 2,1-12
I. Verssegmentierung und Gliederung der Texteinheit
II. Kontextanalyse
1) Abgrenzung des Textes
2) Einbettung in den Kontext des Markusevangeliums
a) Makrokontext
b) Mikrokontext
III. Textanalyse
a) Sprachlich-syntaktische Analyse
b) Semantische Analyse
c) Narrative Analyse
d) Pragmatische Analyse
IV. Literarkritik
V. Formgeschichte
VI. Motivgeschichte
VII. Redaktionsgeschichte

F. Unterrichtsentwurf zu Mk 2,1-12
I. Einleitung
II. Bedingungsfeldanalyse
1) Lerngruppe
2) Vorwissen
3) Ergebnissicherung
III. Fachwissenschaftliche Analyse
1) Thema der Unterrichtsreihe
2) Reflexion der thematischen Aspekte der Unterrichtseinheit
3) Einordnung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit
4) Reflexion der thematischen Aspekte der Unterrichtsstunde
5) Ergebnissicherung
IV. Didaktische Analyse
1) Lehrplanbezug
2) Didaktische Konzeption der Unterrichtsstunde
3) Methodische Entscheidungen
4) Zielsetzung
a) Lernziele der Einheit
b) Kognitive Lernziele der Unterrichtsstunde
c) Emotional-affektive Lernziele der Unterrichtsstunde
d) Pragmatische Lernziele der Unterrichtsstunde

G. Fazit

H. Erklärung der Studierenden

I. Literaturverzeichnis

Der Anhang wurde für die Veröffentlichung aus urheberrechtlichen Gründen gekürzt. ANHANG

Anhang A: Schema für die Anfertigung eines Unterrichtsentwurfes

Anhang B: Materialien für die Unterrichtseinheit

M1: „Wunder gibt es immer wieder“ von Katja Ebstein M2: Satzanfänge: „Für mich war es ein Wunder“ M3: Zeitungsartikel

M4: Quiz „Wunder Erde - Wunder Leben“ M5: Das Weltbild der Bibel

M6: Text zu Wundern in der Antike M7: „Wunder gescheh‘n“ von Nena M8: „Beim Wunderrabbi“

M9: „Eine moderne Deutung der Blindenheilung“ von Wilhelm Wilms

M10: Bildausschnitt der Heilung der Schwiegermutter des Petrus M11: Gedicht „Hephata“ von Friederike Nestler

Anhang C: Materialien für die Unterrichtsstunde

M1: Vorlage für den Aufkleber „Gemeinsam sind wir stark“

M2: „Die Heilung des Gelähmten“ mit Dialogen und Gedanken füllen

M3: „Ich fühle mich wie gelähmt“

M4: Der gelähmte Mann kann durch Jesus wieder laufen M5: Merkmale einer Wundergeschichte

Anhang D: Verlaufsplan

A. Einleitung

Oft haben fromme Männer um sich eine eigene Scheu verbreitet. Sie schienen seltsame Kräfte zu besitzen, so wirkten sie aufs Volk. Diese Kräfte galten als zauberische, wundertätige, als solche über dem menschli- chen Maß. Zum Teil sollte das magische Kunststück diejenigen beeindru- cken und gewinnen, die von einer Predigt nicht gewonnen werden konnten, indem sie sie gar nicht verstanden. Zum Teil aber, über dieser Schauwirkung, wirkte im Wundermachen ein Sprengwille. Er suchte nicht nur das subjektiv, sondern auch das objektiv Gewohnte, also den üblichen Zusammenhang der Dinge aus den Angeln zu heben.1

Das von dem Philosophen Ernst Bloch 1980 im dritten Band seines Hauptwerkes „Das Prinzip Hoffnung“ beschriebene Phänomen lässt sich nicht nur in den anti- ken Wundererzählungen,2 sondern auch in den neutestamentlichen Wunderge- schichten festmachen. Indem Jesus Wasser in Wein verwandelt, Blinde und Lahme heilt, Tote erweckt und Dämonen austreibt, wirkt er magisch.3 Während sich die Menschen damals von diesen Wundertaten beeindrucken und fesseln ließen, tun sich die Menschen heutzutage mit den Geschichten oftmals schwer. Vor allem Schüler4 der Sekundarstufe I lassen sich von ihrer Ratio leiten und begegnen Wundern entsprechend kritisch. Damit bleibt ihnen jedoch das Er- fahren und Erleben von Wundern und der damit einhergehende „Sprengwille“ vorenthalten. Zugleich entgehen ihnen die mit den Wundergeschichten zum Aus- druck gebrachte Botschaft und damit auch wesentliche Anregungen für ihre Le- bensgestaltung.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Wunder in ihrer Vielfältigkeit darzulegen, um auf diese Weise ihre Bedeutsamkeit für die Schüler aufzuzeigen. Dabei soll deut- lich werden, dass es bestimmte didaktische Zugangswege gibt, die den Schülern ein Einlassen auf die neutestamentlichen Wundertaten, losgelöst von ihrem ratio- nalen Denken, ermöglichen. Mit einem abschließend skizzierten Unterrichtsent- wurf wird eine mögliche Umsetzung von Wundergeschichten vorgestellt.

Um diese Ziele erreichen zu können, werden Wunder zunächst in ihren fachwis- senschaftlichen Kontext eingeordnet und aus theologischer Perspektive beleuch- tet. Dazu wird der Begriff Wunder erläutert und die Wunder Jesu in ihrem Auf- bau, ihren Merkmalen und Intentionen dargelegt.

Des Weiteren ist eine Betrachtung der entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Schüler erforderlich, um den Unterricht entsprechend ihrer Bedürfnisse und Voraussetzungen gestalten zu können. Aus diesen Ausführungen werden Grundfragen der Wunderdidaktik und zugleich Schwierigkeiten im Umgang mit Wundern herausgearbeitet. Daran anschließend werden didaktische Ansatzpunkte für die Gestaltung des Unterrichts formuliert, die Hilfestellungen bei den genannten Problematiken bieten. Mit Hilfe eines Schulbuchvergleiches soll verdeutlicht werden, wie Unterrichtseinheiten zu diesem Themenbereich konzipiert sind und welche theoretischen und didaktischen Aspekte des Themas aufgegriffen werden.

Im Anschluss folgt zu Mk 2,1-12 - als Beispiel für eine neutestamentliche Wun- dergeschichte - eine Exegese, um auf diese Weise das für die nachfolgend skiz- zierte Unterrichtsstunde benötigte sachanalytische Wissen zu erarbeiten. Mit dem Unterrichtsentwurf wird dann aufgezeigt, wie „Die Heilung des Gelähmten“ im Unterricht thematisiert und erarbeitet werden kann. Im letzten Teil der Arbeit wird ein Fazit gezogen.

Der Arbeit wird die Bibelübersetzung nach Martin Luther zugrunde gelegt.5 Die darin enthaltenen Zwischenüberschriften werden als Überschriften für die Wundererzählungen verwendet. Zur Aufschlüsselung der verwendeten Abkürzungen wird auf das Abkürzungsverzeichnis der RGG verwiesen.6

B. Theoretischer Hintergrund

Im Folgenden wird der Begriff Wunder in seinen fachwissenschaftlichen Kontext eingeordnet.

I. Der Begriff des Wunders

Das heutige Wunderverständnis kann aus einer engeren und weiteren Perspektive betrachtet werden. Ein Wunder im eigentlichen, strengen Sinne liegt dann vor, wenn die gegenwärtig bekannte Naturordnung durchbrochen wird und wissen- schaftlich nicht mehr zu erklären scheint. Unter dem Blickwinkel des rationalen Denkens und des neuzeitlichen Weltbildes ist dieses naturwissenschaftliche Wun- derverständnis jedoch immer weniger haltbar geworden. Daher ist es heute weit- aus verbreiteter, in einem uneigentlichen und somit erweiterten Sinne von Wunder zu sprechen. Danach sind Wunder ungewöhnliche Ereignisse, die Erstaunen her- vorrufen und als unbegreiflich erscheinen, ohne dabei die Gesetzmäßigkeiten der Natur zu durchbrechen. Es geschieht etwas Unerwartetes wie beispielsweise 1954 beim „Wunder von Bern“. Die aufsehenerregende Wirkung dieses Ereignisses bestand im überraschenden Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die favorisierte Nationalmannschaft Ungarns.7

Ob Wunder - gleichviel ob nach engerem oder weiterem Verständnis - als wunderbare Zufälle oder als Eingriffe Gottes verstanden werden, ist Glaubenssache.8 Während das neuzeitliche Axiom - danach ist ein Wunder als ein durchbrechendes Ereignis der wissenschaftlich erfassbaren Naturkausalität zu verstehen - im Neuen Testament und seiner Umwelt nicht zu finden ist, weist das uneigentliche Wunderverständnis eine Nähe zum antiken Wunderverständnis auf. Allerdings wird dort die Erfahrung des Göttlichen stärker betont.9

In der griechischen Sprache gibt es für das heutige Wunderverständnis keinen einheitlichen Begriff. Dem deutschen Begriff Wunder entspricht im Griechischen am ehesten das Wort „qau/ma“,10 (das Wunderbare, die Verwunderung).11 Aller- dings taucht dieser Begriff im Neuen Testament nur einmal als Bezeichnung für die Heilungen Jesu in Mt 21,15 auf.12 Stattdessen wird oftmals von „įȪȞĮȝȚȢ“ (Machttat), „ıȘȝİ૙ȠȞ“ (Zeichen), das nur damit in Verbindung vorkommende „IJȑȡĮȢ“ (außerordentliche Erscheinung) sowie von „e=rgon“ (Werk) gespro- chen. Damit werden verschiedene Aspekte des Wunderbegriffs hervorgehoben. Mit „įȪȞĮȝȚȢ“ soll vor allem die sich in den Wundern Jesu erweisende Kraft Got- tes betont werden. „ıȘȝİ૙ȠȞ“ verweist auf Wunder als Zeichen für etwas Größe- res, Bevorstehendes und „e=rgon“ drückt aus, dass Jesus die Wunder im Einvernehmen Gottes bewirkt. Mit Hilfe der mit besonderen Sinnfüllungen verse- henen Begriffe wird im Neuen Testament das Heilshandeln Gottes an der Welt hervorgehoben und das bereits angebrochene Reich Gottes betont.13 Indem Jesus dem Leid ein Ende setzt und den Teufel in seiner Macht besiegt, stellen die Wun- der zugleich seine Vollmacht14 heraus, die den alltäglichen Erfahrungshorizont übersteigt und die göttliche Kraft erfahrbar werden lässt.15 In diesem Sinne kön- nen auch außergewöhnliche Ereignisse wie Dämonenaustreibungen, Totenerwe- ckungen oder Krankenheilungen als Wunder gelten, ohne in Widerspruch zu den Naturgesetzen zu stehen.16

Deutlich wird der besondere Charakter der Begrifflichkeiten, die im Neuen Testament für Wunder gewählt werden.17

II. Die Wunder Jesu

Keine andere literarische Gattung kommt im Neuen Testament so häufig vor wie Wundergeschichten,18 die vor allem in den Evangelien und der Apostelgeschichte zu finden sind. Die Person Jesu wird durch diese in besonderem Maße geprägt. Zu den Wundergeschichten zählen u.a. „Die Heilung eines besessenen Knaben“ (Mk 9,14-29), „Die Heilung eines Blinden“ (Mk 8,22-26), „Die Auferweckung der Tochter des Jairus“ (Mk 5,21-24.35-43), „Die Sturmstillung“ (Mk 4,35-41) und „Die Hochzeit zu Kana“ (Joh 2,1-11).

1) Die Überlieferung der Wunder Jesu

Bevor die Wundergeschichten in die Evangelien aufgenommen wurden, haben sie einen langen mündlichen Überlieferungsprozess durchlaufen. Sie existierten zu- nächst als Einzelerzählungen und wurden im Laufe der Zeit zu Wundersammlun- gen zusammengestellt. Die Wunderüberlieferung lässt sich in drei Bereiche unterteilen:

- in Logien, innerhalb derer Jesu selbst zu seinen Wundern Stellung bezieht
- in Einzelerzählungen, die die Wundertaten ausführlich schildern
- und Summarien, innerhalb derer die Evangelisten das Wunderwir- ken Jesu zusammenfassen und verallgemeinern.19

Dabei lässt die Überlieferung bestimmte Gesetzmäßigkeiten erkennen. So erfah- ren die Geschichten oftmals Veränderungen, die häufig durch eine Steigerung der wunderhaften Elemente deutlich werden. Hier gilt meistens die Regel: Die Er- zählung mit weniger wunderhaften Elementen ist dem älteren Traditionsstadium zuzuordnen. Ferner sind Dubletten oder Varianten ein weiterer Hinweis für einen Überlieferungsprozess. „Die Heilung zweier Blinder“ (Mt 9,27-31) ist beispiels- weise eine Wiedergabe der „Heilung von zwei Blinden bei Jericho“ (Mt 20,29- 34). Außerdem haben im Verlauf der Tradierung verschiedene Motive aus volks- tümlicher Wundertradition Eingang in die neutestamentlichen Wundergeschichten erhalten.20

Auch wenn es in der Forschung keine einheitlichen Ergebnisse zur Rekonstruktion der Überlieferungsgeschichte der Wundergeschichten gibt, kann davon ausgegangen werden, dass den Evangelisten Wundersammlungen vorlagen, die sie be- und verarbeitet haben.21

2) Der Streit um die Wunder Jesu

Zu den umstrittensten Themen der Theologie der letzten drei Jahrhunderte zählt die Debatte um die Historizität und eine angemessene Interpretation der neutestamentlichen Wundergeschichten.22

Bis in die Neuzeit wurden die biblischen Wunder - im Sinne einer supranaturalis- tischen Denkart - als Eingriffe Gottes in die von ihm geschaffene Naturordnung gesehen. Daher wurde an der Faktizität der Wunder Jesu, der in der Kraft Gottes wirkt, nicht gezweifelt.23 Im Zuge der Aufklärung, Industrialisierung und Techni- sierung entwickelte sich der Rationalismus, der die Vernunft in den Mittelpunkt des christlichen Glaubens rückte und den supranaturalistischen Glauben brüchig werden ließ.24 Der Theologe Carl Friedrich Bahrdt verstand die Wunder Jesu als Tatsachenberichte und wollte eine natürliche Erklärung für diese liefern. Er sah in den Wundergeschichten zeitbedingte Deutungen, die er durch adäquatere zu erset- zen versuchte. Bei der „Sturmstillung“ (Mk 4,35-41) ging er beispielsweise davon aus, dass sich in dem Moment, in dem Jesus seine Jünger mit „Schweigt still“ angefahren habe, zufällig das Meer beruhigte. Die Jünger hätten daher den Befehl auf den Wind bezogen.25

Der Theologe David Friedrich Strauß setzte mit seiner Wunderinterpretation neue Maßstäbe. Er legte die Wunder Jesu als Mythen aus, die Jesus unter Rückgriff auf alttestamentliche Wundertexte angehängt worden seien, um seine Messianität aufzuzeigen. Daher müssten die Wunder nicht auf ihre Historizität hin befragt werden, sondern seien theologisch zu interpretieren. Diese Vorstellung etablierte sich in den kommenden Jahren fest.26

Während Strauß die Quelle der neutestamentlichen Wundererzählungen hauptsächlich in der alttestamentlich-biblischen Tradition sah, hoben die Professoren fürs Neue Testament, Martin Dibelius und Rudolf Bultmann, unter religions- und formgeschichtlichen Überlegungen, hellenistische Parallelen hervor. Aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen den neutestamentlichen Wundergeschichten und altertümlichen Erzählungen der griechisch-römischen Antike schlossen sie auf die Nicht-Historizität der Wundererzählungen.27

In seiner „Formgeschichte des Evangeliums“ legt Dibelius dar, dass nicht nur ei- nige volkstümliche Motive, sondern auch ganze Wundergeschichten auf Jesus übertragen worden seien. Bultmann geht in seiner „Geschichte der synoptischen Tradition“ von einem hellenistischen Ursprung der Mehrheit der Wunderge- schichten aus. Er deutete die Geschichten als Ausformungen der urchristlichen Glaubensbotschaft, die aus dem Weltbild der Antike28 gewachsen und somit zeit- bedingt seien. Sie müssten daher im Horizont des neuzeitlichen Weltbildes dem rationalen Denken angepasst werden und könnten kein Glaubensgegenstand mehr sein.29

Im Anschluss an diese Betrachtungsweise wurden Wundergeschichten - unter Ausblendung der Frage nach ihrem historischen Kontext - lange Zeit unter der enthaltenen Glaubensbotschaft, dem Kerygma, betrachtet.30

Mit seiner tiefenpsychologischen Interpretation setzt Eugen Drewermann ganz neue Schwerpunkte. Indem er nicht an der Historizität der Wunder zweifelt, greift er wieder die rationalistische Betrachtungsweise auf. Allerdings sind die Wunder Jesu für ihn nicht ein Außer-Kraft-setzen der Naturgesetze, sondern vielmehr werde die Ebene des Unterbewussten des Kranken angesprochen, der wieder in Einklang mit sich selbst gebracht werden soll. Für die Wunder führt Drewermann oftmals fantasievolle psychosomatische Erklärungen an. So liege bei den Toten- erweckungen beispielsweise eine hypnoide Starre (Scheintod) vor.31

Heutzutage wird ein neuer Weg abseits von „Rehistorisierung“ und „Metaphorisierung“ beschritten.32 Der neutestamentliche Theologieprofessor Klaus Berger grenzt Wunder als „weiche Fakten“ von den „harten Fakten“ der Naturgesetze ab.33 Als weiche Fakten sind Wunder einem anderen Wirklichkeitsverständnis als dem heutzutage bekannten verpflichtet und entziehen sich der alltäglichen Wahrnehmung des Menschen. Berger strebt daher ein „mythisch- mystisches Wahrnehmen und Erleben“34 von Wundern an.35

Die Theologen Stefan Alkier und Bernhard Dressler sehen die Wundergeschich- ten als „fremde Welten“, die - unvoreingenommen von dem eigenen Wirklich- keitsverständnis - gelesen und entdeckt werden sollten.36 Mit diesem Neuansatz wird versucht, die Wunderfrage offen zu halten, um einer von dem heutigen Wirk- lichkeitsverständnis geprägten Interpretation der Wundergeschichten vorzubeu- gen.37

Deutlich wird, dass die Wunderdiskussion noch längst nicht abgeschlossen ist und der mehrdimensionale Streit bislang zu keinem einheitlichen Ergebnis geführt hat. Insgesamt kann aber festgehalten werden, dass neutestamentliche Wunderge- schichten - egal wie über die historische Frage entschieden wird38 - hauptsächlich vom Glauben der urchristlichen Gemeinde geprägt sind, die sich im Vergleich zu antiken Parallelen durch wenig Signifikantes abgrenzen. Es bleibt daher die Auf- gabe der Theologen, einen Sinngehalt der Wundergeschichten unabhängig von der Frage nach ihrer Faktizität zu finden.39

3) Zur Form neutestamentlicher Wundergeschichten

Gerd Theißen geht davon aus, dass an vier möglichen Orten der Wundergeschich- ten bestimmte Motive in unterschiedlichen Kombinationen auftauchen: Einlei- tung, Exposition, Mitte und Schluss. In der Einleitung werden einführende Motive verwendet, um die Situation und Handlungsträger zu beschreiben. In der Exposi- tion wird die Not formuliert und eine innere Spannung erzeugt, die im weiteren Verlauf der Erzählung gelöst wird. Die Not kann dabei durch Niederfallen, Bitten oder Hilferufe charakterisiert werden. Im Zentrum des eigentlichen Erzählgesche- hens steht die Wunderhandlung samt szenischer Vorbereitung und Konstatierung des Wunders. Als zentrale Motive sind hier Berührung, heilende Mittel, wunder- wirkendes Wort und Gebet zu finden. Im Demonstrationsschluss wird die Wir- kung des Wunders auf die Anwesenden durch finale Motive wie Admiration, Akklamation oder ablehnende Reaktionen beschrieben. Auch wenn dem Erzähler potenziell alle Motive zur Verfügung stehen, greift er in seiner Wundererzählung immer nur einen Teil auf. Dabei ist seine Auswahl insofern eingeschränkt, als dass der kompositionelle Ort bereits vorgegeben ist und er nur zwischen den da- zugehörigen Motiven wählen kann.40

4) Klassifizierung neutestamentlicher Wundergeschichten

Die heute weitestgehend anerkannte Formbestimmung der neutestamentlichen Wundergeschichten geht ebenfalls auf Theißen zurück.41 Er unterteilt die Erzäh- lungen im Anschluss an sein ermitteltes Inventar von 33 Motiven42 in sechs The- men: Exorzismen, Therapien, Normenwunder, Rettungswunder, Geschenkwunder und Epiphanien.43

a) Exorzismen

Im Zentrum des Wunderwirkens Jesu stehen die Exorzismen,44 die als am sicher- sten bezeugt gelten.45 Kennzeichnend ist insbesondere die Einnahme der mensch- lichen Subjektivität durch einen Dämon und die Auseinandersetzung zwischen Dämon und Exorzist unter Zuhilfenahme gleicher Waffen. Darüber hinaus ist die im Wesen des Dämons liegende zerstörerische Tätigkeit signifikant.46 Krankheit wird demnach als „Okkupation durch fremde Mächte“47 gedeutet. Indem Jesus dem Dämon als Antagonist gegenübertritt, zeigt er seine Stärke und überirdische Macht.48

Bedeutsam ist vor allem der eschatologische Horizont der Erzählungen. Jesus ging davon aus, dass der Satan vernichtet und die Wiederaufrichtung der Gottes- herrschaft bereits im Vollzug sei. Wenn der Dämon den Menschen verlasse, wer- de der Mensch wieder seinen ursprünglichen Zustand annehmen und die heilvolle Gottesherrschaft anbrechen.49 Beispiele für Exorzismen sind „Die Heilung eines besessenen Knaben“ (Mk 9,14-29) und „Die Heilung des besessenen Geraseners“ (Mk 5,1-20).50

b) Therapien

Ein weiterer Bereich der Wunder Jesu sind die Heilungen von Krankheiten. Im Unterschied zu den Dämonenaustreibungen findet in den Heilungsgeschichten keine Konfrontation mit einem bösen Geist statt, sondern an die Stelle des Macht- kampfes zwischen Jesus und Dämon treten Bilder einer heilenden Kraftübertra- gung.51 Beispiele hierfür sind „Die Heilung eines Blinden“ (Mk 8,22-26), „Die Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten“ (Joh 4,43-54) und „Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus“ (Mk 1,29-31). Jesus leistet mit seiner positiven Kraftausstrahlung Hilfe und beweist auf diese Weise seine himmlische Bega- bung.52 Damit kündigt er die Herrschaft des Reiches Gottes zeichenhaft an.53

Auch wenn nicht alle Erzählungen der Realität entsprechen, sind die meisten auf Ereignisse aus Jesu Leben zurückzuführen und heben seine Heilungstätigkeit her- vor. Während Jesus in manchen Fällen wie ein volkstümlicher Arzt handelt, be- wirkt er einen Großteil der Heilungswunder allein durch sein Charisma.54

c) Normenwunder

Normenwunder, mit Hilfe derer heilige Forderungen durchgesetzt werden sollen, können in begründete, belohnende und bestrafende Wunder unterteilt werden. Zu den begründeten Konflikten zählen Sabbatkonflikte, bei denen eine Rechtsfrage zur Diskussion gestellt wird, die durch ein Wunder entschieden wird. Diese bilden einen Kontrast zum ausschließlich am Gesetz ausgerichteten Leben des Juden- tums.55 Anders ist es bei den belohnenden Normenwundern, denn dort ist die Vor- schrift bereits festgelegt. Wer sie einhält, wird Rettung und Schutz erfahren wie Paulus in Apg 28,1-6. Bestrafende Normenwunder hingegen wollen gültige Normvorschriften mit Hilfe erzeugter Angst durchsetzen. Diese Form von Nor- menwunder fehlt im Neuen Testament fast völlig, lediglich die „Geschichte von Hananias und Saphira“ (Apg 5,1-11) sowie die „Geschichte vom verdorrten Feigenbaum“ (Mk 11,12-14.20-25) zählen hierzu.56

d) Rettungswunder

Im Mittelpunkt der Rettungswunder steht immer die Befreiung aus einer Notlage durch Überwindung gegnerischer Mächte. Weitere typische Elemente sind die Schilderung einer Notlage und entweder eine rettende Epiphanie, die durch das Eingreifen Gottes von außen geschieht oder ein rettender Passagier bzw. Gefan- gener, der die Notsituation selbst miterlebt hat. Besonders bekannt ist die „Sturm- stillung“ (Mk 4,35-41). Aber auch Gefangenenbefreiungen (Apg 12,1-17; 16,25- 33) zählen zu den Rettungswundern und weisen die genannten Züge auf.57

Auch wenn Rettungswunder ähnliche Themen wie Exorzismen aufgreifen, unter- scheiden sie sich von diesen. Während Rettungswunder Gegenstände betreffen (Wind, Schiffe), ist bei den Exorzismen die Rettung von Menschen zentral.58

e) Geschenkwunder

Geschenkwunder zeichnen sich durch die unerwartete Bereitstellung materieller Güter in Form von veränderten und vermehrten Lebensmitteln aus. Darüber hin- aus charakterisieren sich diese Erzählungen durch eine Spontanität der Wunder- handlung, eine Unauffälligkeit des Wundervorgangs und eine besondere Akzentuierung des Demonstrationsschlusses. Die Spontanität lässt sich daran er- kennen, dass das Wunder nie durch eine Bitte an Jesu ausgelöst wird, sondern immer auf dessen Initiative zurückgeht. Der Wundervorgang selbst zeigt keine Auffälligkeiten, was insofern bemerkenswert ist, als dass Geschenkwunder viel unwahrscheinlicher als Therapien oder Exorzismen sind. Auch werden keine nä- heren Angaben zur Ursache des Wunders gemacht. Damit einher geht die beson- dere Betonung des Demonstrationsschlusses, mit Hilfe dessen sich der Leser den eigentlichen Vorgang erschließen muss.59 Besonders bekannt ist die „Speisung der 5000“, die als Dublette in Mk 6,30-44; 8,1-9 und Joh 6,1-15 vorkommt.60

Aufgrund des fehlenden lebenspraktischen Bezugs werden die Geschenkwunder oftmals allegorisiert. Die „Speisung der 5000“ deutet Theißen zum einen mit Blick auf das Abendmahl, zum anderen aber auch als Ausdruck einer Sehnsucht nach Gütern. Damit werden in Geschenkwundern Grenzerfahrungen deutlich: „materielle Mangelsituationen werden transzendiert, konkrete Negativität wird überwunden“.61

f) Epiphanien

Prinzipiell kann jedes Wunder als Epiphanie erfasst werden. Im engeren Verständnis wird unter Epiphanie nicht nur die sich in Folgen äußernde Erscheinung, sondern auch die Erscheinung einer göttlichen Person verstanden. Andere Wunder sollten nur im übertragenen Sinne als Epiphanien bezeichnet werden. Kennzeichnend für diese Form sind allgemeine Motive, etwa visuelle und auditive Erscheinungen, geängstigte Reaktionen und das Offenbarungswort sowie spezifische Motive (z.B. Auftrag und Rettung). Diese sind beispielsweise in der Erscheinung Jesu gegenüber seinen Jüngern in Mt 28,8-10 zu finden.62

In der Forschung ist die Einteilung der Wundererzählungen in Gattungen umstritten. So wird dieser Klassifizierung entgegengehalten, dass eine strikte Trennung nicht möglich sei, da jede Wundergeschichte auch Aspekte anderer Wundertypen beinhalte.63 Auch wenn diesem Einwand zugestimmt werden kann, ist die Unterteilung sehr hilfreich, da auf diese Weise verschiedene Motive des Wunderhandelns Jesu hervorgehoben werden können. Zugleich zeigt die Klassifizierung, dass Jesus die Wundertaten ausführt64 und auf jeden Bereich der Welt mit seiner gestaltenden und wirkungsvollen Kraft einwirkt.65

Mit der Formbestimmung von Wundergeschichten werden bereits gewisse Ent- scheidungen über ihre Historizität getroffen. Theißen/Merz sehen den Ursprung der Exorzismen, Therapien und Normenwunder beim historischen Jesus,66 wes- halb sie oftmals auch unter dem Oberbegriff „Jesusgeschichten“67 subsumiert werden. Rettungswunder, Geschenkwunder und Epiphanien sind für Theißen/Merz stärker Produkte des nachösterlichen Glaubens.68 Daher werden sie auch als „Rettungs- und Bewahrungsgeschichten“69 bezeichnet. Es handelt sich hierbei um „legendarische Glaubenszeugnisse“,70 mit Hilfe derer sich das frühe Christentum zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn bekennen wollte, um diesen als über alles Menschliche hinausgehende Befähigten zu erhöhen. Zugleich werden in diese Erzählungen Erinnerungen an das öffentliche Wirken Jesu einge- flochten.71

Ihre unverwechselbare Eigenart gewinnen die Wunder durch die eschatologische Perspektive, die den Beginn der messianischen Heilszeit (Mt 11,5) anzeigt.72

5) Die Funktion von Wundergeschichten

Bernd Kollmann unterteilt die Funktion von Wundergeschichten in außergemeindliche und innergemeindliche.73

Die Überlieferung von Wundergeschichten ist vor allem auf die Missionspredigt des urchristlichen Gemeindelebens zurückzuführen. Wundergeschichten dienten dazu, die Hoheit Jesu hervorzuheben und zum Glauben an ihn als den Herrn über dunkle Mächte anzuregen. Neben dieser nach außen gerichteten Funktion über- nahmen sie auch innergemeindliche Aufgaben. In der Alten Kirche und auch noch in der neutestamentlichen Zeit war es üblich, Kranken Wundergeschichten vorzu- tragen, um ihnen auf diese Weise Mut für die Bewältigung der Krankheit zuzu- sprechen.74 Zugleich konnten Heilungswunder wie beispielsweise „Die Heilung eines besessenen Geraseners“ (Mk 5,1-20) oder „Die Heilung eines Blinden“ (Mk 8,22-26) zum eigenverantwortlichen Handeln auffordern.75

Deutlich wird, dass sich die neutestamentlichen Wundergeschichten nicht mit den sozialen und körperlichen Nöten abfinden. Sie protestieren gegen die menschliche Not, gegen menschliches Leid und wollen „konkrete, materielle, heilende Hilfe bringen“.76 „Wo immer man diese Geschichten erzählt, wird man sich nicht damit abfinden, daß es für zu viele zu wenig Brot, daß es für viele Kranke keine Heilung gibt, daß es für Gestörte keine Heimat in unserer Welt gibt!“77 Problematisch ist dabei, die Auflehnung in ein Verhältnis zur Unmöglichkeit menschliches Leid verhindern und nicht heilbare Krankheiten aufheben zu können, zu setzen. Entsprechend wird Jesu Wundergeschichten Paulus als ein ‚Wundercharismatiker‘ entgegengestellt, der nicht mal sich selbst heilen kann.78

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass der „Sitz im Leben“ der Wundergeschichten sehr vielschichtig ist. Aufgrund der Funktionszuschreibungen können sie als Glaubens-, Mut- und Hoffnungsgeschichten klassifiziert werden.

C. Überlegungen zur Didaktik von Wundererzählungen

Es schließt sich die Frage an, inwieweit Wunder in ihrer dargestellten Mannigfal- tigkeit für die Schüler von Bedeutung sein können. Für die Beantwortung dieser Frage sollen zunächst die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen79 der Schüler dargelegt werden, um in einem weiteren Schritt Grundfragen der Wun- derdidaktik und anschließend didaktische Ansatzpunkte formulieren zu können.

I. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen der Schüler in der Jahr- gangsstufe 7/8

Jugendliche wachsen heutzutage in der „Welt eines eindimensionalen Wirklichkeitsverständnisses [auf], wo nur das zum Wirklichen zählt, was sinnlich vorstellbar und experimentell nachweisbar ist“.80 Rationales Denken wird gefordert - nicht zuletzt durch die fortschreitenden Technologien, Medien und neuen Erkenntnisse der Naturwissenschaften.81

Die Rezeption von Wundergeschichten wird durch diese Alltagserfahrungen und die funktionale Sichtweise der Welt maßgeblich bestimmt.82 Mit welchen Denk- mustern konkret im 7./8. Schuljahr gerechnet werden kann und wie sich mensch- liche Religiosität in dieser Jahrgangsstufe darstellt, zeigen die Stufentheorien des Schweizer Pädagogen und Psychologen Fritz Oser und des Theologen und Philo- sophen Paul Gmünder83 sowie des amerikanischen Theologen James W. Fowler.84 Oser/Gmünder haben mit Hilfe von religiösen Dilemmageschichten85 die Ent- wicklung des religiösen Urteils bei Probanden unterschiedlichen Alters unter- sucht. Unter religiösem Urteil verstehen sie „jenes Regelsystem einer Person, welches in bestimmten Situationen das Verhältnis des Individuums zum Ultima- ten überprüft“.86 Dabei geht es ihnen nicht darum, ob ein Mensch an Gott glaubt oder nicht, sondern vielmehr wollen sie die Tiefenstruktur herausfiltern, auf deren Grundlage das Denken und Urteilen über religiöse Fragen erfolgt.87 Sie unter- scheiden fünf Stufen des religiösen Urteils, die nacheinander aufsteigend durch- laufen werden.88

Bei den 11- bis 12-Jährigen bzw. 13- bis 15-Jährigen konnten Oser/Gmünder die zweite und dritte Stufe ihrer Entwicklungstheorie nachweisen.89 Auf der zweiten Stufe erfolgt eine Orientierung an „Do ut des“ (Ich gebe, damit du gibst). Damit wird das Verständnis der ersten Stufe „Deus ex machina“ (Gott kann alles) inso- weit differenziert, als dass der Mensch nicht mehr von einer einseitigen Beeinflus- sung des Menschen durch das Ultimate ausgeht, sondern von einer wechselseitigen Beeinflussung zwischen Gott und Mensch. Er glaubt, dass er Gott durch Gebete beeinflussen kann. Daher steht Gehorsam für ihn in einem linearen Verhältnis zu seinem Wohlergehen. Entsprechend hält er weiterhin an der All- mächtigkeit des Letztgültigen fest.90

Diese Denkmuster entsprechen dem mythisch-wörtlichen Glauben der zweiten Glaubensstufe nach Fowler.91 Die Personen integrieren auf dieser Stufe „stories“, also Glaubensinhalte, Regeln und Erfahrungen in ihre eigenen Gedankenmuster, um auf diese Weise ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zum Ausdruck zu brin- gen. Dabei verstehen sie die Inhalte, Regeln sowie Symbole wortwörtlich und interpretieren sie eindimensional. Auch wenn diese Denkmuster hauptsächlich bei Grundschülern zu finden sind, treten sie vereinzelt noch bei Jugendlichen und Erwachsenen auf.92

Entsprechend dieser Merkmale von Oser/Gmünder und Fowler, verstehen Schüler auf diesen Entwicklungsstufen Wunder als ein „Tauschprinzip“, die Gott den Menschen als Gegenleistung für ihren Glauben entgegenbringt. Jesus wird im Sinne dieses supranaturalistischen Wunderverständnisses als Held gesehen, der wie ein Zauberer die Naturgesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen kann.93 Ein tiefe- res Verstehen der Wundergeschichten ist aufgrund ihres eindimensionalen Den- kens noch nicht möglich.

Im Übergang von der zweiten zur dritten Stufe differenziert sich - nach Oser/Gmünder - das religiöse Urteil weiter aus. Der Mensch sieht sich vollständig von dem Bereich des Letztgültigen getrennt, so dass er eine Beeinflussung des Oser/Gmünder, Mensch, 118. Die Probanden erhalten diese Dilemmageschichte und werden in einem standardisierten Interview dazu befragt. Vgl. Oser/Gmünder, Mensch, 120 f. Handeln Gottes durch sein eigenes Handeln negiert. Er nimmt sich als selbststän- diges, autonomes Wesen wahr, das - ebenso wie Gott - seinen eigenen Zustän- digkeitsbereich hat.94 Während der Mensch in dieser Entwicklungsstufe an Freiheit gewinnt, nimmt die Handlungsbefugnis des Letztgültigen in Bezug zur Welt ab.95 Entsprechend dieser Merkmale bezeichnen Oser/Gmünder diese Stufe auch als „Perspektive der absoluten Autonomie und des Deismus“.96 Die sich hier abzeichnende Autonomie des Menschen kommt auch in der Stufe des „synthetisch-konventionellen Glaubens“ von Fowler zum Ausdruck. In dieser Phase erweitert sich der Erfahrungsbereich des Menschen.97 Die unterschiedlichen Denkmuster und Überzeugungen, die er dort kennenlernt, integriert er in seine eigenen Vorstellungen98 und hinterfragt mit Hilfe von formalen-operationalen Denkstrukturen bisherige Denkmuster.99 Er tritt aus sich heraus und reflektiert seinen Glauben. Auf diese Weise kann er Unterschiede zwischen eigenen An- schauungen und der anderer festmachen. Dabei entwickelt er die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme.100 Inmitten dieser komplexen Strukturen muss der Glau- be „eine kohärente Orientierung“101 bilden, auf dessen Basis die Ausprägung der Entwicklung der Identität und Ausprägung der Persönlichkeit erfolgt. Vor allem Jugendliche befinden sich auf dieser Stufe, allerdings bleiben auch viele Erwach- sene auf dieser Stufe stehen.102

Mit dem Übergang zur dritten Stufe („Perspektive der absoluten Autonomie und des Deismus“) von Oser/Gmünder bzw. zum synthetisch-konventionellen Glau- ben von Fowler geraten die Schüler in einen Zwiespalt. Indem sie Eigenverant- wortung für ihr Tun und Handeln übernehmen, sind sie zugleich auch für das Wundergeschehen verantwortlich. Dabei passen ihre von der Vernunft geprägten Weltansichten nicht mit dem neutestamentlichen Wundergeschehen zusammen, das mit einem Eingreifen Gottes in die Welt rechnet. Entsprechend zweifeln sie an der Faktizität der Wunder. Allerdings entwickelt sich in dieser Altersstufe auch die Fähigkeit, Geschichten symbolisch zu deuten und damit die Möglichkeit Wundergeschichten tiefer zu durchdringen.103

Die Ausführungen zeigen, dass es für die Behandlung von Wundergeschichten im Religionsunterricht einer genauen Analyse der entwicklungspsychologischen Vo- raussetzungen der Schüler bedarf. Nur so kann der Unterricht an den entsprechen- den Entwicklungsständen ausgerichtet werden. Zugleich „bewahren [diese Einsichten] den Unterricht vor intellektueller Überforderung“104 und liefern Anre- gungen für didaktische Ansatzpunkte. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass es sich bei den vorgestellten Theorien um idealtypische Entwicklungsabläufe handelt, die in der Realität nicht genauso vorkommen. Denn die einzelnen Stufen werden längst nicht von jedem Schüler einer Altersgruppe erreicht.105

II. Grundfragen der Wunderdidaktik

Veröffentlichungen wie „Wundergeschichten der Bibel in der Grundschule?“106 (1966) von dem Theologen Klaus Wegenast oder „Kommen Wunder für Kinder zu früh?“107 (1995) von dem Theologen Werner H. Ritter spiegeln eine bis heute anhaltende Debatte über die Behandlung von Wundergeschichten im Religionsunterricht wider. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Wundergeschichten im Religionsunterricht behandelt werden sollen?108

Bis zur Veröffentlichung des Artikels von Wegenast galt es lange Zeit als selbst- verständlich und unkompliziert, Wunder zu behandeln. Seit den 60er Jahren wird nun die Eignung von Wundern für den Religionsunterricht generell und insbeson- dere für die Primarstufe diskutiert. Wegenast lehnt eine Behandlung von Wunder- geschichten in der Primarstufe ab. Dem schließen sich viele Religionspädagogen an und sprechen sich für eine Behandlung frühestens im siebten Schuljahr aus.109

[...]


1 Bloch, Hoffnung, 1540 f. Die verwendete Literatur ist in den Anmerkungen mit Kurztitel verzeichnet. Die vollständige Literaturangabe ist im Literaturverzeichnis zu finden.

2 Vgl. Pauly, Abschied, 96-98.

3 Vgl. Bloch, Hoffnung, 1541 f.

4 Aus sprachstilistischen Gründen sowie im Sinne eines besseren Verständnisses werden mit den Begriffen „Schüler“ und „Lehrer“ sowohl männliche als auch weibliche Schüler bzw. Lehrkräfte angesprochen.

5 Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Revidierte Fassung von 1984, Stuttgart 1999.

6 Redaktion der RGG (Hrsg.): Abkürzungen Theologie und Religionswissenschaften nach RGG4, Tübingen 42007.

7 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 9 f.

8 Vgl. ebd., 10.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. Pokorný/Heckel, Einleitung, 385.

11 Vgl. Bauer, Wörterbuch, 715.

12 Vgl. Pokorný/Heckel, Einleitung, 385.

13 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 11 f.

14 Vgl. Mk 2,2; 11,27-33.

15 Vgl. Pokorný/Heckel, Einleitung, 386.

16 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 10.

17 Vgl. ebd., 12.

18 Vgl. ebd., 58.

19 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 58.

20 Vgl. ebd., 58 f.

21 Vgl. ebd., 60.

22 Vgl. ebd., 14.

23 Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 260.

24 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 14.

25 Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 260.

26 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 15 f.

27 Vgl. ebd., 16.

28 Bultmann charakterisiert das antike Weltbild, das in weiten Teilen auch auf das Neue Testament zutrifft wie folgt: „Die Welt gilt als in drei Stockwerke gegliedert. In der Mitte befindet sich die Erde, über ihr der Himmel, unter ihr die Unterwelt. Der Himmel ist die Wohnung Gottes und der himmlischen Gestalten, der Engel; die Unterwelt ist die Hölle, der Ort der Qual. Aber auch die Erde ist nicht nur die Städte des natürlich-alltäglichen Geschehens, der Vorsorge und Arbeit, die mit Ordnung und Regel rechnet; sondern sie ist auch der Schauplatz des Wirkens übernatürlicher Mächte, Gottes und seiner Engel, des Satans und seiner Dämonen. In das natürliche Geschehen und in das Denken, Wollen und Handeln des Menschen greifen die übernatürlichen Mächte ein; Wunder sind nichts Seltenes.“ Bultmann, Testament, 12.

29 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 16.

30 Vgl. ebd., 17.

31 Vgl. ebd., 17 f. Darüber hinaus gibt es noch weitere Auslegungen der Wunder: Die biblische Theologie, vertreten von Karl Kertelge, Ulrich Busse u.a., die Hermeneutik der Verfremdung von Sigrid Berg und Horst Klaus Berg, die feministische Wunderhermeneutik vertreten von Luise Schottroff, Christa Mulack u.a. und die Rezeptionsästhetik von Hubert Frankemölle, Heike BeeSchroedter u.a. Vgl. die Aufstellung von Kollmann, Wundergeschichten, 180-182.

32 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 18.

33 Vgl. Berger, Wunder, 170.

34 Ebd.

35 Vgl. ebd.

36 Vgl. Alkier/Dressler, Wundergeschichten, 166. Alkier und Dressler wählen für den schulischen Unterricht das Bild des Raumschiff Voyagers. Das Lesen der biblischen Texte soll eine Entdeckungsreise sein, die Überraschungen, Fehlschläge und neue Einsichten mit sich bringt.

37 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 182.

38 Theißen und andere Wissenschaftler zweifeln nicht mehr daran, dass Jesus Wunder vollbracht hat. Allerdings werden in den Geschichten seine Taten in überhöhter Weise dargestellt. Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 274.

39 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 19.

40 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 82 f.

41 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 63. Bis dahin war vor allem die Einteilung von Bultmann und Dibelius üblich (vgl. Bednarzick, Angst, 75). Auf diese Klassifizierungen wird in der formgeschichtlichen Analyse der Exegese auf Seite 43 ff. noch näher eingegangen.

42 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 57-89.

43 Vgl. ebd., 94-125.

44 Wenn diese Wunder als Exorzismen bezeichnet werden, muss bewusst sein, dass die einen Exorzismus charakterisierende Beschwörung von Gottheiten oder Geistern für Jesus nicht überlie- fert ist. Kollmann spricht daher von Dämonenaustreibungen. Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 69.

45 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 69. Allerdings ist eine Abgrenzung der Exorzismen von den Therapien schwierig, weshalb nur wenige Exegeten in dieser Form ein eigenes Thema sehen. Z.B.: Theißen, Wundergeschichten, 94 f. In manchen Therapien gelten auch Dämonen als Krankheitsverursacher. Vgl. Burkill, Notion, 43 f.

46 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 95-98.

47 Ebd., 102.

48 Vgl. ebd.

49 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 78.

50 Im Weiteren soll jedoch im Anschluss an Bultmann von „Heilungswundern“ gesprochen werden, da dieser Begriff in der Literatur gebräuchlicher ist und Schüler diesem Begriff mehr entnehmen können. Auf Bultmanns Klassifizierung von Wundern wird in der formgeschichtlichen Analyse der Exegese zu Mk 2,1-12 auf Seite 43 ff. noch näher eingegangen.

51 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 98.

52 Vgl. ebd., 102.

53 Vgl. Pokorný/Heckel, Einleitung, 386.

54 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 80.

55 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 114 f. Der älteste Bericht von in Streitgesprächssituationen eingebundenen Heilungen am Sabbat findet sich in Mk 3,1-6 (vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 85). Während im antiken Judentum Sabbatheilungen nur bei Lebensgefahr erlaubt waren, heilt Jesus bewusst auch an diesem Tag nicht lebensbedrohlich erkrankte Menschen. Damit wollte er dem Sabbat seine ursprüngliche Intention als Vollendung der Schöpfung wiedergeben, indem der kranke Mensch wieder seinen schöpfungsgemäßen Zustand annimmt. Zugleich wollte er die als endzeitlicher Sabbat gedachte Gottesherrschaft sichtbar machen. Vgl. Kollmann, Wundergeschich- ten, 88 f.

56 Vgl. Theißen, Wundergeschichten, 115-117.

57 Vgl. ebd., 107-111.

58 Vgl. ebd., 107.

59 Vgl. ebd., 111-113.

60 Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 267.

61 Theißen, Wundergeschichten, 114.

62 Vgl. ebd., 102-106.

63 Vgl. Pokorný/Heckel, Einleitung, 387.

64 Auch wenn die ersten Christen von ‚Zeichen vom Himmel‘ sprachen, lehnte Jesus eine solche Bezeichnung ab, da er sich selbst als Subjekt der Taten sah, mit Hilfe derer er seine heilende und errettende Kraft zum Ausdruck bringen wollte. Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 279.

65 Vgl. Englert, Wundergeschichten, 187.

66 Vgl. Theißen/Merz, 268.

67 Ritter/Albrecht, Wunder, 262.

68 Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 268 f.

69 Ritter/Albrecht, Wunder, 262.

70 Kollmann, Wundergeschichten, 102.

71 Vgl. Theißen/Merz, Jesus, 268 f.

72 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 84.

73 Vgl. ebd., 66.

74 Die ursprünglichen Trägergruppen der Wundergeschichten sind eher in den unteren sozialen Schichten zu verorten. Denn die in den Texten angesprochenen Notsituationen wie Hunger oder Krankheit waren vor allem Probleme der weniger gut situierten Schichten. Vgl. Kollmann, Wun- dergeschichten, 65.

75 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 66.

76 Theißen/Merz, Jesus, 283.

77 Ebd.

78 Vgl. ebd.

79 Diese sind auf die 7./8. Klasse zugeschnitten, da für diese Altersstufe auch die skizzierte Unterrichtsstunde konzipiert ist.

80 Solymár, Jesus, 199.

81 Vgl. ebd., 199. Bultmann schrieb bereits Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts: „Der Gedanke des Wunders als Mirakel ist für uns heute unmöglich geworden, weil wir das Naturgeschehen als gesetzmäßiges Geschehen verstehen, also das Wunder als eine Durchbrechung des gesetzmäßigen Zusammenhangs des Naturgeschehens; und dieser Gedanke ist uns heute nicht mehr vollziehbar.“ Bultmann, Frage, 214.

82 Vgl. Lübking, Leben, 10.

83 Oser, Fritz/Gmünder, Paul: Der Mensch. Stufen seiner religiösen Entwicklung. Ein strukturgenetischer Ansatz, Gütersloh 41996. Die erste Auflage dieses Buches erschien 1984.

84 Fowler, James W.: Stufen des Glaubens. Die Psychologie der menschlichen Entwicklung und die Suche nach Sinn, Gütersloh 2000. Die Erstausgabe erschien 1981 in New York. Bereits Jean Piaget beschäftigte sich als Begründer der Kognitionspsychologie mit der Entwicklung von Denkstrukturen im Kindesalter. Da er religiöse Aspekte jedoch nur am Rande betrachtet, werden für die weitere Analyse die Untersuchungen von Oser/Gmünder und Fowler herangezogen. Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 183.

Darüber hinaus sei auf die Untersuchungen von Heike Bee-Schroedter: Neutestamentliche Wun- dergeschichten im Spiegel vergangener und gegenwärtiger Rezeptionen. Historisch-exegetische und empirisch-entwicklungspsychologische Studien, Stuttgart 1998; Hans Blum: Biblische Wun- der - heute. Eine Anfrage an die Religionspädagogik, Stuttgart 1997; Hanisch Helmut: Wunder und Wundergeschichten aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Eine empirische An- näherung, in: Zeichen und Wunder: Interdisziplinäre Zugänge, hrsg. von Werner H. Ritter und Michaela Albrecht, Göttingen 2007, 130-258 und Friedrich Schweitzer: Lebensgeschichte und Religion. Religiöse Entwicklung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter, Gütersloh 62007 verwiesen.

85 Es handelt sich hierbei um eine besondere Art der Problemstellung, die sich vor allem dadurch kennzeichnet, dass ein Konflikt zwischen zwei Werten besteht. Bei religiösen Dilemmas soll zwischen endlichen Sinnansprüchen und der „Frage nach der Einheit des Ganzen in einer religiös relevanten Konflikt- oder Kontingenzsituation“ ein Gleichgewicht geschaffen werden. Egal wie sich der Mensch dabei entscheidet, bleibt ein kognitives Ungleichgewicht bestehen, da Dilemmas keine befriedigende Lösung zulassen. Vgl. Oser/Gmünder, 116.

86 Ebd., 28.

87 Vgl. Schweitzer, Lebensgeschichten, 122.

88 Vgl. Oser/Gmünder, Mensch, 77-80. Allerdings erreicht nur ein geringer Prozentsatz die fünfte Stufe. Bei dem Paul-Dilemma erreicht beispielsweise kein Proband diese Stufe (vgl. Oser/Gmünder, Mensch, 181). Das Paul-Dilemma bildet die Grundlagen der Untersuchungen von Oser/Gmünder. Es enthält eine Mutterstruktur und weist folgende Ablaufstruktur auf: 1. Das glückliche Leben des Paul; 2. Die kritische Situation; 3. Reaktion von Paul angesichts dieser Not- situation; 4. Versprechen als Reaktion auf dieses Verhalten; 5. Positiver Ausgang (Lebensrettung); 6. Bedrängnis, das Versprechen einzuhalten bzw. nicht einzuhalten und 7. Entscheidung. Vgl.

89 Vgl. ebd., 181.

90 Vgl. ebd., 84 f.

91 Fowler geht in seiner Glaubenstheorie davon aus, dass der Mensch in seinem Leben bis zu sieben stufenähnliche Glaubensstile durchläuft. Glauben versteht er „als ein menschliches Phänomen, eine offenbar artspezifische Konsequenz der universalen Last des Menschen, Sinn finden oder herstellen zu müssen“. Fowler, Stufen, 54.

92 Vgl. ebd., 166.

93 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 186.

94 Vgl. Oser/Gmünder, Mensch, 86.

95 Vgl. Bee-Schroedter, Wundergeschichten, 203.

96 Vgl. Oser/Gmünder, Mensch, 86.

97 Aufmerksamkeit verlangen beispielsweise Freunde, Nachbarn, Familie, Schule oder Arbeit, Medien und Religion. Vgl. Fowler, Stufen, 191.

98 Vgl. ebd.

99 Vgl. ebd., 167.

100 Vgl. ebd., 191.

101 Ebd.

102 Vgl. ebd.

103 Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 187.

104 Ebd., 184.

105 Eine entscheidende Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die religiöse Sozialisation. Vgl. Kollmann, Wundergeschichten, 188.

106 Wegenast, Klaus: Wundergeschichten der Bibel in der Grundschule?, in: Glaube - Schule - Wirklichkeit, hrsg. von Klaus Wegenast, Gütersloh 1970, 156-160.

107 Ritter, Werner H.: Kommen Wunder für Kinder zu früh? Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule, in: KatBl 120/1995, 832-842.

108 „Und müssen es denn Wundergeschichten sein, die im Religionsunterricht behandelt werden?“ fragt Wegenast 1966 in seinem Aufsatz „Wundergeschichten der Bibel in der Grundschule?“ Vgl. Wegenast, Wundergeschichten, 45.

109 Vgl. beispielsweise Heinemeyer, Karl: Synoptische Wunder als Problem in der Religionspädagogik, Düsseldorf 1975.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Neutestamentliche Wundergeschichten im Religionsunterricht der Sekundarstufe I. Unterrichtsplanung zu Mk 2,1-12
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
88
Katalognummer
V187517
ISBN (eBook)
9783668438460
ISBN (Buch)
9783668438477
Dateigröße
813 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Anhang wurde für die Veröffentlichung aus urheberrechtlichen Gründen gekürzt.
Schlagworte
neutestamentliche, wundergeschichten, religionsunterricht, sekundarstufe, unterrichtsplanung
Arbeit zitieren
Sina Lethaus (Autor), 2011, Neutestamentliche Wundergeschichten im Religionsunterricht der Sekundarstufe I. Unterrichtsplanung zu Mk 2,1-12, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187517

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