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Zwischen Neutralität und Intervention - Die evangelische Kirchenpolitik Hitlers

Titel: Zwischen Neutralität und Intervention - Die evangelische Kirchenpolitik Hitlers

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tobias Knecht (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beschäftigt man sich mit dem Thema Kirchenpolitik im Nationalsozialismus fallen bei der ersten sorgfältigen Recherche drei wesentliche Aspekte ins Auge. Erstens ist die NS-Kirchenpolitik radikal auf das Ziel hin ausgerichtet die Religion aus dem öffentlichen Leben zurückzudrängen um sie allmählich zu beseitigen. Zweitens sollte die Religion im Dritten Reich nicht ersatzlos abgeschafft, sondern durch eine neue totalitäre Weltanschauung, der Ideologie des Nationalsozialismus, ersetzt werden und drittens erlangt man die Erkenntnis, dass auch die Ziele der NS- Kirchenpolitik von keiner anderen Person als dem damaligen Reichskanzler Adolf Hitler persönlich festgesetzt und fanatisch vertreten wurden.
Wird besonders bei dem zuletzt genannten Punkt ersichtlich, dass die Begriffe Hitler-Bewegung und Nationalsozialismus häufig nicht ohne Grund gleichgesetzt werden, soll die vorliegende Seminararbeit dennoch verdeutlichen, dass besonders in der realen Kirchenpolitik der Hitler-Diktatur polykratische Kräfte herrschten, die ungleiche und sich rivalisierende Meinungen vertraten und somit eine geradlinige NS-Kirchenpolitik unmöglich machten.
Des Weiteren ist bei der Auseinandersetzung mit jenem politischen Themenfeld unverkennbar, dass Hitler der Kirchenpolitik große Aufmerksamkeit entgegenbrachte.
Lothar Kettenacker spricht in Bezug auf kirchenpolitische und konfessionelle Fragestellungen sogar von einer Obsession Hitlers, die bei seiner Anschauung einen enorm hohen Stellenwert gleich nach dem „doktrinären Antisemitismus“ einnahm.
Ist jene graduelle Bewertung Kettenackers durchaus diskutabel, weist die These dennoch auf die hohe Bedeutsamkeit des Themas „Kirchenpolitik im Nationalsozialismus“ hin.
In Anbetracht jener Themenrelevanz soll in den folgenden Kapiteln die Kirchenpolitik der Nationalsozialisten im Zeitraum ihres Einflusses analysiert werden. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf die kirchenpolitischen Interessen Hitlers gerichtet sowie Bezug zu anderen NSDAP-Mitgliedern und kirchenpolitischen Kräften in der Weimarer Republik und dem Dritten Reich genommen werden. Da die ausführliche Betrachtung der katholischen sowie der evangelischen Kirchenpolitik den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, soll in den folgenden Kapiteln lediglich auf die evangelische Kirche eingegangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Kirchenpolitik der NSDAP in der Weimarer Republik

2.1 Die Kirchenpolitik der Indifferenz in den Anfangsjahren der jungen Republik

2.2 Der Wandel der NS- Kirchenpolitik im Kontext politischer Interessen

2.3 Die Etablierung der „DC“ als kirchenpolitischer Arm der NSDAP

3 Hitlers Kirchenpolitik im Dritten Reich

3.1 Die zweigleisige Kirchenpolitik in den Anfangsjahren der Machtergreifung

3.2 Von der Reichskirche zum Reichskirchenministerium

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der NSDAP und der evangelischen Kirche im Zeitraum von 1920 bis 1945. Ziel ist es, Hitlers ambivalente Kirchenpolitik zu analysieren, die zwischen taktischer Annäherung zur Machtkonsolidierung und dem langfristigen Ziel der Ausschaltung christlicher Institutionen schwankte, und dabei aufzuzeigen, wie innerparteiliche Differenzen und kirchlicher Widerstand den politischen Kurs beeinflussten.

  • Entwicklung der nationalsozialistischen Kirchenpolitik von der Weimarer Republik bis zum Ende des Dritten Reiches.
  • Die Funktion der "Deutschen Christen" als kirchenpolitischer Arm der NSDAP.
  • Die Transformation von einer Gleichschaltungspolitik hin zu einer radikalen Ausschaltungspolitik.
  • Die Rolle Hitlers als zentraler Akteur sowie das Wirken innerparteilicher Kräfte.
  • Die Resilienz kirchlicher Strukturen gegenüber staatlicher Einflussnahme.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Kirchenpolitik der Indifferenz in den Anfangsjahren der jungen Republik

Die erste offizielle Quelle nationalsozialistischer Kirchenpolitik eröffnet sich dem Geschichtswissenschaftler bei der Betrachtung des am 24.2.1920 im Festsaal des Münchener Hofbräuhauses verkündeten Parteiprogramms der NSDAP. Das von Adolf Hitler, Anton Drexler und Gottfried Feder herausgearbeitete 25-Punkte-Programm, welches am besagten Tag durch Hitler bei der ersten Parteisitzung der NSDAP verlesen wurde, behandelt im Punkt 24 die Frage der Beziehung zwischen Staat und Kirche wie folgt:2

„Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, so weit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- oder Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt des positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden.“3

Die späte Stellung des kirchenpolitischen Themas innerhalb des Programms sowie die oberflächliche und indifferente Formulierung des Programminhaltes weisen darauf hin, dass die NSDAP diesem politischen Themenfeld nur marginal Bedeutung schenkte. Unter der Bekundung eines „positiven Christentums“ mimten die Nationalsozialisten Kirchenfreundlichkeit und stellten eine mögliche Synthese des nationalsozialistischen Gedankenguts mit dem christlichen Glauben in Aussicht. Dennoch lässt bereits jener Punkt die angestrebte Hierarchie zwischen Staat und Kirche seitens der NSDAP erkennen, indem das „Sittlichkeits- und Moralgefühl der Rasse“ als oberstes Handlungsprinzip postuliert wird, an dem sich auch die Kirche zu orientieren hätte. Eine mögliche Synthese zwischen beiden Kräften wäre somit nur unter Dominanz des Nationalsozialismus möglich, woraus die kirchenpolitische Tendenz des NS in ihrem Wesentlichen ablesbar wird.4

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, die Entwicklung der NS-Kirchenpolitik unter Hitler zu untersuchen, und führt in die Thematik der ambivalenten Haltung des Regimes gegenüber den Kirchen ein.

2 Die Kirchenpolitik der NSDAP in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel analysiert die anfangs indifferente Haltung der NSDAP sowie den strategischen Wandel zur "Wertschätzung" der Kirche, um Wählerschichten zu gewinnen.

2.1 Die Kirchenpolitik der Indifferenz in den Anfangsjahren der jungen Republik: Untersucht wird das frühe NSDAP-Parteiprogramm von 1920, welches durch die vage Formulierung des "positiven Christentums" Konflikte vermeiden wollte.

2.2 Der Wandel der NS- Kirchenpolitik im Kontext politischer Interessen: Beschrieben wird der Übergang zur "Wertschätzung" ab 1930, bedingt durch das Ziel, die NSDAP als Massenpartei zu etablieren.

2.3 Die Etablierung der „DC“ als kirchenpolitischer Arm der NSDAP: Fokus auf die Gründung und den Aufstieg der "Deutschen Christen", die versuchten, eine Synthese zwischen Nationalsozialismus und Christentum herzustellen.

3 Hitlers Kirchenpolitik im Dritten Reich: Analysiert wird Hitlers ambivalente Politik nach der Machtergreifung, die offiziell pro-christliche Rhetorik mit einer verdeckten Ausschaltungspolitik verband.

3.1 Die zweigleisige Kirchenpolitik in den Anfangsjahren der Machtergreifung: Untersucht wird das Bestreben, einerseits als "frommer Reichskanzler" zu agieren und andererseits die Kirche durch Organisationen wie die "DC" unter Druck zu setzen.

3.2 Von der Reichskirche zum Reichskirchenministerium: Dargestellt wird das Scheitern der staatstreuen Reichskirche und die darauf folgende Radikalisierung des Regimes.

4 Zusammenfassung: Abschließende Synthese, die den Zickzackkurs der NSDAP betont und die Widerstandsfähigkeit der Kirchen durch deren inneren Pluralismus hervorhebt.

Schlüsselwörter

NSDAP, Kirchenpolitik, Nationalsozialismus, Positives Christentum, Deutsche Christen, Gleichschaltung, Reichskirche, Adolf Hitler, Kirchenkampf, Bekennende Kirche, Reichskirchenministerium, Religionspolitik, Weimarer Republik, Drittes Reich, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen der NSDAP und der evangelischen Kirche in der Zeit von 1920 bis 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des "positiven Christentums", die Rolle der Glaubensbewegung "Deutsche Christen" und die wechselnden kirchenpolitischen Strategien der Nationalsozialisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage analysiert, warum die Kirchenpolitik der NSDAP so ambivalent war und wie das Regime versuchte, die Kirche zu instrumentalisieren oder auszuschalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primäre Quellen, Reden Hitlers, Parteiprogramme und zeitgenössische Dokumente auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Weimarer Jahre der Indifferenz, die Strategie der Machtkonsolidierung durch "Wertschätzung" und die Phase des Kirchenkampfes ab 1933.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kirchenpolitik, Gleichschaltung, Reichskirche, NS-Regime, Glaubensbewegung und Widerstand.

Warum lehnte Hitler eine Zusammenarbeit mit der "Deutschen Glaubensbewegung" zunächst ab?

Hitler sah in der Kirche vorerst ein nützliches Instrument zur Massenbeeinflussung und wollte die Mehrheit der christlich geprägten Bevölkerung nicht durch zu radikale antichristliche Bestrebungen verschrecken.

Was war der "Kompetenzwirrwarr" in der NS-Kirchenpolitik?

Die Arbeit beschreibt, dass es innerhalb der NSDAP keinen einheitlichen Plan gab, da verschiedene Akteure teils kirchenfeindliche, neutrale oder opportunistisch-freundliche Positionen vertraten.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Neutralität und Intervention - Die evangelische Kirchenpolitik Hitlers
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Note
1,0
Autor
Tobias Knecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V187566
ISBN (eBook)
9783656109310
ISBN (Buch)
9783656109570
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwischen neutralität intervention kirchenpolitik hitlers
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Knecht (Autor:in), 2011, Zwischen Neutralität und Intervention - Die evangelische Kirchenpolitik Hitlers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187566
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