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Informationsflut oder Wissensgesellschaft?

Titel: Informationsflut oder Wissensgesellschaft?

Essay , 2011 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Seehuber (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die individuelle Aneignung von Wissen nimmt in unserer Gesellschaft einen hohen
Stellenwert ein. Das Konzept der 'Industriegesellschaft' wurde längst von dem der
'Wissensgesellschaft' abgelöst, das den Aspekt des lebenslangen Lernens betont.
Während Menschen früher jahrzehntelang einen spezifischen Beruf mit mehr oder
weniger gleichbleibenden Tätigkeiten ausübten, so ist heute vom 'Wissensarbeiter' die
Rede, der sich flexibel auf neue Herausforderungen einstellen muss. In unserer immer
komplizierter entwickelten Welt wird die Wissensaneignung (nicht nur im Beruf) zu
Recht als sehr wichtig eingestuft. Schließlich ist ohne Wissen keine Handlungsfähigkeit
möglich, während Menschen mit erworbenem Wissen in der Lage sind, „etwas in Gang
zu setzen“1. Medien wie das Internet erleichtern den Zugang zu Informationen. Aber
werden sie auch zu Wissen verarbeitet? Kann das Internet tatsächlich zur
Handlungsfähigkeit beitragen oder schafft es aufgrund seiner Komplexität und Vielfalt
nicht eher Reizüberflutung und höchstens eingeschränkte Handlungsfähigkeit?
Betrachtet man die jüngsten revolutionären Ereignisse in den diktatorisch regierten
afrikanischen Ländern Tunesien, Ägypten und Libyen, so steht außer Frage, dass das
Internet Menschen handlungsfähig machen kann. Mancher Skeptiker mag an dieser
Stelle entgegnen, dass sich die über Jahrzehnte hinweg angestaute Wut der Bevölkerung
auch ohne die Möglichkeiten von Facebook, Twitter, YouTube oder verschiedenen Blogs
entladen hätte, doch durch das Internet und seine immense Geschwindigkeit wurden die
Machthaber der repressiven Regimes völlig „auf dem falschen Bein erwischt“2.
Machtlos mussten sie ansehen, wie sich die Massen formierten und binnen kürzester
Zeit zu Demonstrationen aufriefen, die noch vor einigen Jahren hohen
Planungsaufwand erfordert hätten. Während das Ausmaß von Protestbewegungen
früher von Regierungen durch eingeschränkte Berichterstattung in den zensierten
Staatsmedien kontrolliert werden konnte, so stellten Demonstranten über beispielsweise
YouTube problemlos und zeitnah Material über die aktuellen Geschehnisse zur
Verfügung. Dadurch konnten sie über die Zustände im Land aufklären – und
Protestaktionen initiieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wissensgesellschaft und das Internet als Werkzeug

2.1 Internet als Instrument der Handlungsfähigkeit

2.2 Web 2.0: Chancen und Risiken für die Informationsqualität

3. Herausforderungen an den professionellen Journalismus

3.1 Problematik des Häppchenjournalismus

3.2 Potenzial durch Commons-based Peer Production

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ambivalenz des Internets im Kontext der Wissensgesellschaft, wobei insbesondere hinterfragt wird, ob die digitale Informationsflut tatsächlich die Handlungsfähigkeit des Einzelnen stärkt oder durch Reizüberflutung und mangelnde Qualität eher einschränkt.

  • Der Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft
  • Das Internet als Katalysator für politische Partizipation (z.B. Arabischer Frühling)
  • Die Gefahren von Falschinformationen und Häppchenjournalismus
  • Die Rolle von Web 2.0-Anwendungen und Commons-based Peer Production
  • Anforderungen an den Journalismus als selektierende Instanz

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz der digitalen Handlungsfähigkeit

Die individuelle Aneignung von Wissen nimmt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Das Konzept der 'Industriegesellschaft' wurde längst von dem der 'Wissensgesellschaft' abgelöst, das den Aspekt des lebenslangen Lernens betont. Während Menschen früher jahrzehntelang einen spezifischen Beruf mit mehr oder weniger gleichbleibenden Tätigkeiten ausübten, so ist heute vom 'Wissensarbeiter' die Rede, der sich flexibel auf neue Herausforderungen einstellen muss. In unserer immer komplizierter entwickelten Welt wird die Wissensaneignung (nicht nur im Beruf) zu Recht als sehr wichtig eingestuft. Schließlich ist ohne Wissen keine Handlungsfähigkeit möglich, während Menschen mit erworbenem Wissen in der Lage sind, „etwas in Gang zu setzen“. Medien wie das Internet erleichtern den Zugang zu Informationen. Aber werden sie auch zu Wissen verarbeitet? Kann das Internet tatsächlich zur Handlungsfähigkeit beitragen oder schafft es aufgrund seiner Komplexität und Vielfalt nicht eher Reizüberflutung und höchstens eingeschränkte Handlungsfähigkeit?

Betrachtet man die jüngsten revolutionären Ereignisse in den diktatorisch regierten afrikanischen Ländern Tunesien, Ägypten und Libyen, so steht außer Frage, dass das Internet Menschen handlungsfähig machen kann. Mancher Skeptiker mag an dieser Stelle entgegnen, dass sich die über Jahrzehnte hinweg angestaute Wut der Bevölkerung auch ohne die Möglichkeiten von Facebook, Twitter, YouTube oder verschiedenen Blogs entladen hätte, doch durch das Internet und seine immense Geschwindigkeit wurden die Machthaber der repressiven Regimes völlig „auf dem falschen Bein erwischt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Begriff der Wissensgesellschaft und Aufwerfen der zentralen Fragestellung bezüglich der Internetnutzung und Handlungsfähigkeit.

2. Die Wissensgesellschaft und das Internet als Werkzeug: Analyse, wie das Internet einerseits politische Umbrüche begünstigt, aber andererseits durch Falschinformationen die Glaubwürdigkeit gefährdet.

3. Herausforderungen an den professionellen Journalismus: Untersuchung des Veröffentlichungsdrucks und des Phänomens des Häppchenjournalismus sowie der Chancen durch kooperative Wissensproduktion.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, dass die bewusste Verarbeitung von Informationen zu Wissenskontexten die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit in der Wissensgesellschaft ist.

Schlüsselwörter

Wissensgesellschaft, Internet, Handlungsfähigkeit, Web 2.0, Informationsflut, Journalismus, Häppchenjournalismus, Partizipation, soziale Netzwerke, Commons-based Peer Production, Medienkompetenz, Falschinformationen, Demokratisierung, Wissensarbeit, digitale Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das Internet in der modernen Wissensgesellschaft eher dazu beiträgt, Menschen handlungsfähig zu machen, oder ob die enorme Informationsmenge zu Überforderung und Qualitätsverlust führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind der gesellschaftliche Wandel zur Wissensgesellschaft, die Rolle sozialer Medien bei politischen Umbrüchen, die Krise des professionellen Journalismus und die Bedeutung von Web 2.0-Partizipation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der unbegrenzten Informationsvielfalt und der notwendigen Kompetenz zur Einordnung dieser Informationen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung, die aktuelle medientheoretische Konzepte auf aktuelle politische Ereignisse (wie den Arabischen Frühling) anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Chancen von Partizipation gegen die Risiken von Falschinformationen und oberflächlichem Konsumverhalten abgewogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wissensgesellschaft, Handlungsfähigkeit, Web 2.0, Informationsflut und Medienkompetenz sind die prägenden Begriffe.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Journalismus?

Der Autor sieht den professionellen Journalismus in der Pflicht, trotz des steigenden Veröffentlichungsdrucks als selektierende Instanz zu agieren, um eine Orientierung im Informationsdschungel zu ermöglichen.

Was ist mit dem Begriff der Commons-based Peer Production gemeint?

Damit beschreibt der Text Produktionsformen, bei denen Nutzer gemeinsam Inhalte (wie bei Wikipedia) erstellen, was demokratisierende Effekte haben kann.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Informationsflut oder Wissensgesellschaft?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Autor
Daniel Seehuber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V187588
ISBN (eBook)
9783656110088
ISBN (Buch)
9783656109877
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informationsflut wissensgesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Seehuber (Autor:in), 2011, Informationsflut oder Wissensgesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187588
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  5  Seiten
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