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Aristoteles - prohairesis und hekousion

Durch welche Kriterien definiert Aristoteles den Begriff des Gewollten (hekousion) und den des Vorsatzes (prohairesis)? Wie unterscheiden sich die Begriffe?

Titel: Aristoteles - prohairesis und hekousion

Seminararbeit , 2011 , 13 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Tamara Mödersheim (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Mensch führt jeden Tag eine Reihe von Handlungen aus. Meist welche über die er sich keine Gedanken machen muss. Doch wenn man beginnt darüber nachzudenken, welche Handlung angebracht und moralisch richtig ist und welche nicht, überlegt man vielleicht auch wo der Ursprung für die eigene Handlung liegt. Man wird oft für seine Handlungen gelobt oder kritisiert, aber worauf basiert dieses Lob / diese Kritik?

Ich folge in meiner Hausarbeit weitgehend der Gliederung von Aristoteles, weil mir diese als sehr sinnvoll erscheint. Ich beginne also mit dem Begriff des Gewollten (hekousios) indem ich die Kriterien zu Zwang und Wissen einzeln abarbeite. Danach geht es um den Begriff des Vorsatzes und seine Abgrenzung. Zum Schluss werde ich das Gewollte (hekousios) und den Vorsatz (prohairesis) vergleichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten

2.1 Der Begriff des Gewollten (hekousios)

2.1.1 Unterscheidung zw. gewollten u. ungewollten Handlungen

2.1.2 Ungewolltes Handeln durch Zwang

2.1.3 Gemischte Handlungen

2.1.4 Tadel und Lob

2.1.5 Erzwungenes Verhalten

2.1.6 Handeln gegen das Wollen und ohne das Wollen

2.2 Der Begriff des Vorsatzes (prohairesis)

2.2.1 Abgrenzung des Vorsatzes von verwandten Phänomenen

2.2.2 Rolle der Überlegung (boule)

2.2.3 Bestimmung des Vorsatzes

3. Unterscheidung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aristotelische Handlungstheorie, insbesondere die Differenzierung zwischen dem "Gewollten" und dem "Vorsatz", um die Grundlage für moralische Bewertung in Form von Lob und Tadel zu klären.

  • Analyse der Kriterien für freiwilliges und unfreiwilliges Handeln.
  • Untersuchung der Rolle von Zwang, Unwissenheit und Überlegung.
  • Abgrenzung des Vorsatzes von Begierde, Erregung, Wunsch und Meinung.
  • Vergleich zwischen der Bestimmung des Gewollten und des vorsätzlichen Handelns.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Unterscheidung zwischen gewollten und ungewollten Handlungen

Aristoteles begründet die Untersuchung des menschlichen Handelns damit, dass die Tugend (arete) offensichtlich damit zu tun hat, wie ein Mensch handelt. Denn größtenteils durch sein Handeln beweist ein Mensch seine Tugendhaftigkeit für die er Lob erfahren wird, doch falls er mit seinen Handeln zeigt dass er keine oder wenig Tugendhaftigkeit besitzt wird er Tadel erfahren. Die Handlungen sind also durch Lob und Tadel mit der Tugend (arete) verbunden.

Als nächstes stellt sich die Frage durch welche Handlungen ein Mensch Lob und durch welche Handlungen er Tadel erfahren wird. Beides, sowohl Lob als auch Tadel wird man nur erfahren, wenn die Handlung eine gewollte ist. Nur wenn man eine Handlung aus eigenem Wollen tätigt kann man dafür gelobt oder getadelt werden. Hier kommt der Begriff des Ungewollten ins Spiel, denn für ungewollte Handlungen kann man nicht gelobt oder getadelt werden. Wenn beispielsweise ein Kollege einem anderen Schaden will, indem er z.B. eine ihm negativ scheinende Sache dem Arbeitgeber verpetzt, diese sich aber als Etwas für den Arbeitgeber Positives herausstellt kann er dafür nicht gelobt werden, da er nur ungewollt etwas Gutes getan hat und eigentlich Schlechtes tun wollte.

Nehmen wir diesen Fall nun so an dass jemand nicht ungewollt Gutes tut sondern ungewollt Schlechtes tut, wird er dafür auch nicht getadelt werden. Ihm wird verziehen werden, weil er offensichtlich nicht wollte dass es so geschieht. Auf ungewollte Handlungen folgt also statt Lob oder Tadel eher Verzeihung oder sogar Mitleid. Diese Umstände bewegen Aristoteles dazu, das Gewollte (hekousios) vom Ungewollten (akousios) zu unterscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, der aristotelischen Gliederung folgend, die Begriffe des Gewollten und des Vorsatzes zu analysieren und zu vergleichen.

2. Begrifflichkeiten: Dieses zentrale Kapitel behandelt die Kriterien für das Gewollte (Zwang, Unwissenheit) sowie die Definition und Abgrenzung des Vorsatzes durch Überlegung.

3. Unterscheidung: Hier wird der abschließende Vergleich gezogen, der verdeutlicht, dass der Vorsatz zwar ein Gewolltes ist, aber durch den Aspekt der Überlegung enger mit dem Charakter und der Tugend verknüpft ist.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Handlungstheorie, Gewolltes, hekousios, Vorsatz, prohairesis, Tugend, arete, Zwang, Überlegung, boule, Lob, Tadel, Unwissenheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der aristotelischen Handlungstheorie, speziell mit der Frage, wann eine Handlung als gewollt gilt und welche Rolle der Vorsatz dabei spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ethische Bewertung menschlichen Handelns, die Abgrenzung von freiwilligem und erzwungenem Verhalten sowie die Bedeutung von Wissen und Überlegung für den Vorsatz.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das "Gewollte" vom "Vorsatz" unterscheiden lässt und inwieweit diese Kategorien für die moralische Beurteilung (Lob oder Tadel) eines Menschen maßgeblich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin folgt bei der Analyse weitgehend der Gliederung und Argumentationsweise von Aristoteles' Nikomachischer Ethik und nutzt eine werkimmanente Interpretation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Begriffs des Gewollten (unter Berücksichtigung von Zwang, Unwissenheit und gemischten Handlungen) und die Analyse des Vorsatzbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Aristoteles, hekousios, prohairesis, Tugend, Zwang und Überlegung definiert.

Warum spielt die Überlegung für den Vorsatz eine so zentrale Rolle?

Laut Aristoteles ist der Vorsatz ein mit Überlegungen verbundenes Streben nach Dingen, die in unserer Macht stehen; ohne den Prozess der bewussten Abwägung kann eine Handlung nicht als vorsätzlich gelten.

Inwiefern unterscheiden sich "Gewolltes" und "Vorsatz" bei Kindern oder Tieren?

Tiere und Kinder können zwar etwas wollen, sind jedoch unfähig, Überlegungen anzustellen, um ein Ziel gezielt zu erreichen; daher können sie kein vorsätzliches Handeln im Sinne des aristotelischen Vorsatzbegriffs zeigen.

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Details

Titel
Aristoteles - prohairesis und hekousion
Untertitel
Durch welche Kriterien definiert Aristoteles den Begriff des Gewollten (hekousion) und den des Vorsatzes (prohairesis)? Wie unterscheiden sich die Begriffe?
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2.0
Autor
Tamara Mödersheim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V187593
ISBN (eBook)
9783656111207
ISBN (Buch)
9783656110958
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles Antike Philosophie das Gewollte der Vorsatz nikomachische ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tamara Mödersheim (Autor:in), 2011, Aristoteles - prohairesis und hekousion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187593
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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