Innerhalb unserer Untersuchung „Jugendkulturarbeit in der Sozialpsychiatrie – Im Karussell der Identitätsangebote“ werden wir Zusammenhänge zwischen dem Anstieg psychischer Erkrankungen junger Menschen und der sich in unserer Gesellschaft schwierig gestaltenden Erfüllung von Entwicklungsaufgaben als Ausgangspunkt nehmen. Dieses Kapitel erfüllt die Funktion, zunächst den Anlass, die Struktur sowie die Problembeschreibung der Bachelorarbeit zu beschreiben.
1.1. Anlass der Bachelorarbeit
Im Rahmen dieser Bachelor Arbeit beschäftigen wir uns mit Jugendkulturangeboten als mögliche Antwort auf Identitätsfragen für psychisch erkrankte junge Menschen. Der genaue Altersabschnitt stellt hier die späte Adoleszenzphase dar. Unsere Untersuchung ist in der Stadt Lingen durchgeführt worden. Hier ist ein breites Angebot an Sozialpsychiatrischen Hilfen angesiedelt. Die Stadt Lingen umfasst 51.625 Einwohner, davon sind 25.506 männlich und 26.119 weiblich. Lingen liegt im Landkreis Emsland. Der Landkreis Emsland stellt auch die strukturellen Organe wie den Sozialpsychiatrischen Dienst. Wobei hervorzuheben ist, dass die Stadt ein eigenständiges Jugendamt hat. Die restlichen Städte im Emsland werden über den Fachbereich Jugend des Landkreises Emsland gesteuert. In unserer Erhebung haben wir 7 relevante Hilfeeinrichtungen befragt. Der Anlass unserer Forschungsarbeit war die Praxiserfahrung innerhalb der sozialpsychiatrisch ausgerichteten Einrichtungen. Weiterhin haben wir im Verlauf des Studiums ein Projekt initiiert, welches sich vornehmlich mit den verschiedenen Jugendkulturen beschäftigt (http://www.passtheword.de). Zielgruppe dieses Projektes sind psychisch Erkrankte junge Menschen und wir konnten im Verlauf eines Jahres bereits erste Erfahrungen innerhalb des Projektes sammeln. Weitere Anlässe der Untersuchung waren der Anstieg psychischer Störungen bei Jugendlichen und die damit verbundene Frage nach adäquaten Hilfeleistungen.
Wir haben in unserer täglichen Arbeit den Eindruck gewonnen, dass Angebote mit jugendkulturellem Hintergrund im Raum Lingen bei den lokalen Hilfesystemen kaum angeboten werden. Ähnlich gestaltete es sich bei den strukturellen Organen, wie dem sozialpsychiatrischen Dienst. Durch erste Recherchen konnten wir unsere Annahmen verfestigen. Innerhalb dieser Untersuchung werden wir nun die Gegebenheiten erschließen, die dazu beitragen, dass in der Stadt Lingen keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte...
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
1.1. Anlass der Bachelorarbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
1.3. Problembeschreibung zur Untersuchung
1.4. Forschungsfragen
1.4.1. Operationalisierung der Begrifflichkeiten
1.5. Ziele der Forschung
1.6. Zusammenfassung
2. HINTERGRÜNDE
2.1. Sozialpsychiatrische Hilfen in der Stadt Lingen
2.1.1. Strukturelle Organe
2.1.2. Hilfesysteme
3. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
3.1. Identität
3.2. Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
3.3. Funktionen der Jugendkultur
3.3.1. Jugendkultur und Entwicklungsaufgaben im Zusammenhang
3.3.2. Abgrenzung
3.3.3. Ausdruck
3.3.4. Lebenswelten
3.3.5. Intelligenz und Kreativität
3.4. Psychische Störungen in der Adoleszenz
3.4.1. Lernbehinderung
3.4.2. Störungen mit unkontrolliertem Verhalten
3.4.3. Störungen mit überkontrolliertem Verhalten.
3.4.4. Essstörung
3.4.5. Neue Störungen
3.5. Zusammenfassung
4. FORSCHUNGSMETHODIK
4.1. Forschungsstrategie und Design
4.2. Forschungsverfahren
4.2.1. Erhebungsverfahren
4.2.2. Aufbereitungs- und Auswertungsverfahren
4.3. Beschreibung der Stichprobe
4.4. Zusammenfassung
5. ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG
5.1. Auswertung der Interviewprotokolle
5.2. Beantwortung der Forschungsfragen
5.3. Zusammenfassung
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN
6.1. Empfehlungen
6.3. Gütekriterien qualitativer Forschung
6.3.1. Validität
6.3.2. Objektivität
6.3.3. Repräsentativität
6.4. Reflexion der Untersuchung
7. FAZIT
8. ANLAGEN
A. Interviewleitfaden
B. Protokolle der Interviews
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gründe für das Fehlen organisierter Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte junge Menschen in der späten Adoleszenzphase in der Stadt Lingen. Dabei werden Versorgungslücken identifiziert und Handlungsempfehlungen für soziale Hilfesysteme abgeleitet.
- Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Identitätsentwicklung
- Funktionen der Jugendkultur in der Adoleszenz
- Sozialpsychiatrische Hilfestrukturen in Lingen
- Anforderungen an zielgruppengerechte Angebote
- Strategien zur Netzwerkoptimierung in der Sozialarbeit
Auszug aus dem Buch
1.1. Anlass der Bachelorarbeit
Im Rahmen dieser Bachelor Arbeit beschäftigen wir uns mit Jugendkulturangeboten als mögliche Antwort auf Identitätsfragen für psychisch erkrankte junge Menschen. Der genaue Altersabschnitt stellt hier die späte Adoleszenzphase dar.
Unsere Untersuchung ist in der Stadt Lingen durchgeführt worden. Hier ist ein breites Angebot an Sozialpsychiatrischen Hilfen angesiedelt.
Die Stadt Lingen umfasst 51.625 Einwohner, davon sind 25.506 männlich und 26.119 weiblich. Lingen liegt im Landkreis Emsland. Der Landkreis Emsland stellt auch die strukturellen Organe wie den Sozialpsychiatrischen Dienst. Wobei hervorzuheben ist, dass die Stadt ein eigenständiges Jugendamt hat. Die restlichen Städte im Emsland werden über den Fachbereich Jugend des Landkreises Emsland gesteuert. In unserer Erhebung haben wir 7 relevante Hilfeeinrichtungen befragt.
Der Anlass unserer Forschungsarbeit war die Praxiserfahrung innerhalb der sozialpsychiatrisch ausgerichteten Einrichtungen. Weiterhin haben wir im Verlauf des Studiums ein Projekt initiiert, welches sich vornehmlich mit den verschiedenen Jugendkulturen beschäftigt (http://www.passtheword.de). Zielgruppe dieses Projektes sind psychisch Erkrankte junge Menschen und wir konnten im Verlauf eines Jahres bereits erste Erfahrungen innerhalb des Projektes sammeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel erläutert den Anlass, die Problembeschreibung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2. HINTERGRÜNDE: Hier werden die relevanten sozialpsychiatrischen Hilfesysteme und strukturellen Organe in der Stadt Lingen vorgestellt.
3. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel verarbeitet relevante Literatur zu Identitätsfindung, Entwicklungsaufgaben, Jugendkultur und psychischen Störungen.
4. FORSCHUNGSMETHODIK: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Handlungsforschung und das problemzentrierte Interview als Erhebungsmethode begründet.
5. ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG: Die Ergebnisse der Interviews werden analysiert, kategorisiert und in Bezug auf die Forschungsfragen interpretiert.
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Dieses Kapitel bietet Empfehlungen zur Netzwerkoptimierung und reflektiert die Qualität der Untersuchung.
7. FAZIT: Eine abschließende Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und ein Ausblick auf die zukünftige Arbeit im Projekt.
8. ANLAGEN: Enthält den Interviewleitfaden und die Protokolle der geführten Experteninterviews.
Schlüsselwörter
Jugendkulturarbeit, Sozialpsychiatrie, Adoleszenz, Identitätsfindung, Psychische Erkrankungen, Hilfesysteme, Lingen, Handlungsforschung, Entwicklungsaufgaben, Netzwerkarbeit, Integration, Experteninterview, Jugendamt, Sozialpädagogik, Identitätsdiffusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum in der Stadt Lingen keine organisierte Jugendkulturarbeit für psychisch erkrankte junge Menschen in der Adoleszenzphase existiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Schnittstelle zwischen Jugendkultur, sozialpsychiatrischer Unterstützung und der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, Gegebenheiten für das Angebotsdefizit aufzudecken und Empfehlungen zu formulieren, um professionelle Hilfesysteme zur Schaffung jugendkultureller Angebote zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen qualitative Sozialforschung, spezifisch problemzentrierte Experteninterviews mit Vertretern verschiedener Lingener Hilfseinrichtungen im Rahmen einer Handlungsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Identität und Jugendkultur sowie die methodische Beschreibung und die anschließende Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendkulturarbeit, Sozialpsychiatrie, Adoleszenz, Identitätsfindung, psychische Erkrankungen und Netzwerkarbeit.
Wie bewerten die Einrichtungen das Thema Jugendkultur?
Die befragten Fachkräfte bewerten das Potenzial der Jugendkulturarbeit positiv, sehen jedoch Schwierigkeiten in der Finanzierung, den Netzwerkstrukturen und einem mangelnden Bewusstsein bei den übergeordneten Stellen.
Welche Rolle spielt die Netzwerkarbeit?
Die Netzwerkarbeit gilt als kritischer Faktor; eine bessere Kooperation zwischen Jugendamt, sozialpsychiatrischem Dienst und den Einrichtungen wird als essenziell für die Implementierung neuer Hilfsangebote erachtet.
- Arbeit zitieren
- David Ezin (Autor:in), Daniel Wehmeyer (Autor:in), 2010, „Im Karussell der Identitätsangebote“ - Jugendkulturarbeit in der Sozialpsychiatrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187663