Earnings per Share nach IAS 33

Stand und Entwicklungsperspektiven


Hausarbeit, 2010
22 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Gegenwärtige Regelungen des IAS 33
2.1 Anwendungsbereich
2.2 Ermittlung
2.2.1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie
2.2.1.1 Bestimmung des Zählers
2.2.1.2 Bestimmung des Nenners
2.2.2 Verwässertes Ergebnis je Aktie
2.2.2.1 Bereinigung des Zählers
2.2.2.2 Bereinigung des Nenners
2.3 Ausweis und Angabepflichten

3. Künftige Entwicklungen
3.1 Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen
3.2 Unverwässertes Ergebnis je Aktie
3.3 Verwässertes Ergebnis je Aktie
3.4 Ausweis und Angabepflichten

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Das Ergebnis je Aktie (Earnings per Share, EPS) stellt eine bedeutende Rentabilitätskennzahl1 zur Bewertung der Ertragslage von Unternehmen und deren Vergleich dar.

Aufgrund der Tatsache, dass Kapitalanleger i.d.R. an kurz gefassten Daten zur Bewertung der Unternehmensleistung interessiert sind2 , hat sich die Kennzahl auch gegen die h.M. einiger Kritiker3 , dass ein Ergebnis je Aktie aufgrund der komprimierten Darstellungsweise zu verzerrten und irreführenden Ergebnissen führen könnte, als praxisrelevante und beliebte Größe etabliert. Diese Entwicklung ist u.a. darauf zurückzuführen, dass Finanzanalysten und Investoren mittels EPS eine unkomplizierte und rasche Prüfung anhand nur einer einzigen Kennzahl durchführen können4 . Dass die o.g. Kennzahl wiederum eine Ausgangsgröße für andere Kennzahlen, wie z.B. das Kurs-Gewinn-Verhältnis darstellt, auf dessen Basis man eine (vereinfachte) Unternehmens- bzw. Aktienbewertung leicht vornehmen kann, sei als ein weiterer Grund für ihre Popularität genannt.

Da sich die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in seiner einfachsten Form aus dem Quotienten von Periodengewinn und gewichteter Anzahl der sich in Umlauf befindlichen Aktien ergibt5 , erscheint die Ermittlung auf den ersten Blick keine Probleme aufzuwerfen. Bei näherer Betrachtung des Sachverhalts stellt sich jedoch schnell heraus, dass es zu etlichen Problemen im Detail kommen kann6.

So ist die Aussagekraft entscheidend davon geprägt, ob die Unternehmen die Ermittlung des EPS auf konsistente Art und Weise durchführen. Hieraus ergeben sich zwei voneinander abhängige Problemfelder: Die jeweils korrekte Bestimmung des Zählers (Periodenergebnis), sowie des Nenners (Anzahl Aktien)7 . Obwohl als Periodenergebnis grundsätzlich eine Größe nach Steuern8 herangezogen wird, existiert aufgrund bilanzpolitischer Maßnahmen doch ein gewisser Gestaltungsspielraum9 . Weiterhin birgt auch die Bestimmung der sich in Umlauf befindlichen Aktien Probleme. Als Beispiele hierfür seien die Behandlung von Änderungen der Aktienanzahl aufgrund von Kapitalerhöhungen, der Ausgabe von Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen genannt.

Um das Ziel der Vergleichbarkeit von verschiedenen Unternehmungen im gleichen Zeitraum und identischen Unternehmen im Zeitverlauf zu erreichen, bedarf es somit einheitlicher Regelungen10.

Dieser Regelungsbedarf wurde vom IASB erkannt und so wurde in Zusammenarbeit mit dem FASB eine einheitliche Regelung in Form des IAS 33 - Earnings per Share erarbeitet und 1997 beschlossen. Dadurch ist „(…)erstmals eine methodisch international einheitliche Grundlage für 11 eine Ergebniskennziffer geschaffen worden“11 Der Standard ist für die Geschäftsjahre ab 1998 anzuwenden. Im Zuge des Improvement Projects von Seiten des IASB wurde der Standard im Jahr 2003 in veränderter Form publiziert. Die überarbeitete Version ist ab dem 01.01.2005 zwingend anzuwenden, darf aber unter Verweis auf die Nutzung des Standards auch in früheren Berichtsperioden angewendet werden12. Diese Veränderungen betreffen nicht das Grundkonzept von IAS 33, sondern befassen sich hauptsächlich mit einer Reihe von komplexeren Problemen der EPS-Ermittlung wie z.B. der Berücksichtigung von Geschäftsfällen mit eigenen Eigenkapitalinstrumenten. Schließlich wurde im Jahr 2008 ein Standardentwurf zur Änderung von IAS 33 mit dem Titel „Simplifying Earnings per Share“ veröffentlicht, dessen Ziele die vereinfachte Berechnung des EPS zum Einen, sowie die Beseitigung bestehender Unterschiede zwischen IAS 33 und SFAS 128 zum Anderen darstellen.

Diese Arbeit soll zunächst einen Überblick über die gegenwärtigen Regelungen bzgl. Earnings per Share nach IAS 33 geben, die geplanten Neuregelungen durch das IASB im ED IAS 33 „Simplifying Earnings per Share“ darstellen und diese durch den Vergleich mit den aktuell geltenden Regelungen einer kritischen Würdigung unterziehen.

2. Gegenwärtige Regelungen des IAS 33

2.1 Anwendungsbereich

Der Standard verpflichtet alle Unternehmen, deren Stammaktien oder potenzielle Stammaktien öffentlich gehandelt werden oder die den öffentlichen Handel an einer Wertpapierbörse in die Wege geleitet haben, zur Angabe eines Ergebnisses je Aktie13 . Unternehmen, die EPS-Kennzahlen publizieren, haben diese in Übereinstimmung mit IAS 33 zu ermitteln und anzugeben14 . Weiterhin stellt es der Standard anderen Unternehmen frei, eine EPS-Kennzahl freiwillig zu veröffentlichen.

Wird dieses Wahlrecht in Anspruch genommen, sind jedoch die Regelungen des IAS 33 zwingend anzuwenden15 . Stellt ein Unternehmen sowohl Konzernabschlüsse, als auch Einzelabschlüsse auf, sind i.d.R. die konsolidierten Daten als Basis der EPS-Ermittlung heranzuziehen16.

2.2 Ermittlung

Grundsätzlich sind sowohl das unverwässerte, als auch das verwässerte Ergebnis je Aktie zu ermitteln. Der Unterschied in der Berechnung der beiden Größen liegt in der Anzahl der zugrunde zu legenden Aktien. Während beim unverwässerten Ergebnis je Aktie lediglich die im Umlauf befindlichen Stammaktien in die Größe mit einfließen, finden beim verwässerten Ergebnis je Aktie auch die potenziellen Stammaktien Berücksichtigung. Der Begriff der „Stammaktie“ ist in IAS 33.5 als „(…) Eigenkapitalinstrument, das allen anderen Arten von Eigenkapitalinstrumenten nachgeordnet ist“ definiert.

Unter der gleichen Textziffer sind auch „potenzielle Stammaktien“ definiert. Sie entstehen durch die Verbriefung eines Anrechts auf Stammaktien mittels Verträgen oder sonstigen Finanzinstrumenten gegenüber Dritten. Als Sachverhalte, die die Definition der „potenziellen Stammaktie“ erfüllen, seien hier exemplarisch Optionen und Optionsscheine, Wandelschuldverschreibungen und Bezugsrechte genannt. Zweck der Unterscheidung von unverwässertem und verwässertem Ergebnis je Aktie ist es eventuelle, zukünftig entstehende Ergebnisauswirkungen abzubilden, was vor allem für Investoren von großer Bedeutung ist.

Da die Ermittlung der Zählergröße aufgrund von unterschiedlichen Rechnungslegungsmethoden (wie beispielsweise die Inanspruchnahme von Bilanzierungswahlrechten) nicht bis ins letzte Detail vorgeschrieben werden kann, liegt das Hauptaugenmerk des Standards auf der Ermittlung des Nenners17.

2.2.1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Gem. IAS 33.10 ist das unverwässerte Ergebnis je Aktie anhand folgender Formel zu berechnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.1.1 Bestimmung des Zählers

Grundsätzlich versteht sich unter „Periodenergebnis“ das Ergebnis nach Steuern, welches den Stammaktionären des Mutternunternehmens zusteht. Dies bedeutet, dass alle Ergebnisbestandteile, welche nicht den Stammaktionären zuzurechnen sind, bereinigt werden müssen, damit sich Zähler- und Nennergröße sachlich entsprechen. Es dürfen daher nur solche Ergebnisbestandteile im Zähler erfasst werden, die mit den im Nenner aufgeführten Aktien korrespondieren.18 Konkret betrifft dies sowohl Ergebnisbestandteile, die den Inhabern von Vorzugsaktien zuzurechnen sind, als auch Ergebnisbestandteile, die Minderheiten zuzurechnen sind19. Weitergehende Korrekturen des Periodenergebnisses sind neben den vorgeschriebenen Bereinigungen um z.B. Zinsen und Steuern lt. IAS 33.13 nicht gestattet. Außerdem ist die Bestimmung des Periodenergebnisses unabhängig von Dividendenzahlungen. Dies gilt sowohl für Zahlungen der laufenden Periode, als auch für solche aus vergangenen Perioden. Sind die Dividendenzahlungen durch einen Beschluss der Gesellschafter abhängig, ist das Ergebnis erst dann um diese Zahlungen zu mindern, sobald ein solcher Beschluss vorliegt20.

[...]


1 vgl. Schütte, J. (2010), S. 201.

2 vgl. Epstein, B. J.; Jermakowicz, E. K. (2009), S. 997.

3 vgl. Epstein, B. J.; Jermakowicz, E. K. (2010), S. 885.

4 vgl. Buschhüter, M.; Striegel, A. (2009), S. 380.

5 vgl. IAS 33.10

6 vgl. Wagenhofer, A. (2009), S. 479.

7 vgl. Pellens, B.; Fülbier R. U.; Gassen, J. (2006), S.799.

8 vgl. Schmitz, J. (2002), S. 959.

9 vgl. IAS 33.1

10 vgl. Bonse, A.; Jannett S. (2007), S. 739.

11 Löw, E.; Roggenbuck, H. E. (1998), S. 659.

12 vgl. IAS 33.74

13 vgl. IAS 33.2 i.V.m. IAS 33.66

14 vgl. IAS 33.3

15 vgl. IAS 33.2

16 vgl. IAS 33.4

17 vgl. IAS 33.1

18 vgl. KPMG (2007), S. 162.

19 vgl. Zülch, H.; Hendler M. (2009), S. 174.

20 vgl. Freiberg, J.; Christian, D. (2009), S.1964.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Earnings per Share nach IAS 33
Untertitel
Stand und Entwicklungsperspektiven
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Professur für Internationales Management, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V187688
ISBN (eBook)
9783656112013
ISBN (Buch)
9783656111795
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechnungslegung, IFRS, IFRS-Rechnungslegung, IAS, International Accounting Standard, International Financial Reporting Standard, Earnings per Share, IAS 33, Ergebnis je Aktie
Arbeit zitieren
Stefan Kraft (Autor), 2010, Earnings per Share nach IAS 33, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187688

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