Ist die Motivation zum Sporttreiben bei den Schülern höher, wenn sie selbst bei der Themenwahl und der Organisation, der Durchführung und der Auswertung des Schulsportunterrichts beteiligt sind?
Im Allgemeinen wird die Motivation Sport zu treiben neben dem Kompetenzzuwachs, der Anerkennung, dem sozialen Miteinander und dem Erleben von Körpersensationen, die dem Handelnden als lustvoll erscheinen, mit Spaß und Genuss assoziiert. Bereits in den ersten Stunden meiner Arbeit in der Schule konnte ich feststellen, dass Schüler eher weniger motiviert sind beim Sportunterricht mitzumachen. Die Teilnahme erfolgte mit wenig Lust und Sätzen, wie „Wir müssen immer tun, was die Lehrer sagen.“ Lange Umkleidezeiten der Schüler, häufiges Fehlen und Vergessen der Sportbekleidung waren Indiz für die mangelnde Motivation am Sportunterricht. Mein Anliegen ist es die Motivation der Schüler zum Sporttreiben zu fördern. Dabei finden sich in der Literatur einige Ansätze.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Konzeption der Arbeit
2. Definition Motivation
3. Die Lerngruppe 8d
3.1 Beschreibung allgemein
3.2 Motivation und Verhalten einzelner Schüler/ Schülergruppen im Sportunterricht
4. Sachanalyse
5. Didaktisch-methodisches Vorgehen und Dokumentation der Durchführung
5.1 Planung des didaktisch-methodischen Vorgehens
5.2 Didaktisch-methodisches Vorgehen und Dokumentation einzelner Aspekte
5.2.1 Themenwahl
5.2.2 Auswahl der Lernziele und Unterrichtsinhalte
5.2.3 Expertengruppen
5.2.4 Helfer
5.2.5 Reflexion der Trainingsstunden
5.2.6 Auswertung und Bewertung
5.2.7 Abschlussturnier
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Erhöhung der Schülerbeteiligung an der Planung, Durchführung und Auswertung des Sportunterrichts die Motivation der Schüler in der Sekundarstufe I steigern kann, um sie langfristig für ein lebenslanges Sporttreiben zu begeistern.
- Motivationstheoretische Grundlagen und pädagogische Ansätze im Schulsport.
- Partizipative Unterrichtsgestaltung durch Schülergruppen.
- Einsatz von Expertengruppen und Helfern zur Binnendifferenzierung.
- Reflexionsphasen und eigenverantwortliche Leistungsbewertung im Sport.
- Praktische Erprobung am Beispiel der Sportart Handball in einer achten Klasse.
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Expertengruppen
Die Zusammenstellung der Expertengruppen bedurfte meiner Hilfe, weil die Jugendlichen unsicher waren, wie sie beginnen sollten. Ich schlug vor, dass diejenigen Schüler, die bisher keinerlei Handballerfahrung hatten, sich mit bekannten Lernzielthemen befassen. Aus dem bisher behandelten Thema Basketball war das Passen und Fangen sowie das Dribbling bekannt und sollte überwiegend wiederholt und unter Beachtung handballspezifischer Regel, gefestigt werden. Den Handballerfahrenen schlug ich vor, den Stemm- und Sprungwurf zu vermitteln und das Abwehr- und Angriffspiel zu thematisieren. Dieser Vorschlag wurde sofort für gut befunden und angenommen. Aufgrund dessen verlief die Gruppeneinteilung zu den sechs Themen ohne größere Schwierigkeiten.
Unter dem Gesichtspunkt „wie erreichen wir unsere Lernziele“ planten die Schüler in der dritten Theoriestunde Stationen, Spiele und Übungsformen, die Leistungsüberprüfung und ein Handballturnier gegen eine andere achte Klasse. Die dritte Sportstunde, die im Klassenzimmer stattfand, bot den Schülern die Möglichkeit der gemeinsamen Planung. Literatur, das Internet, Übungsformen und Anregungen, die von den Schülern aus den Vereinen eingeholt wurden, dienten als Grundlage zur Planung der einzelnen Übungsstationen und Spielformen.
Die Motivation der Schüler bei der Vorbereitung in der Theoriestunde war hoch. Jedoch waren die Heranwachsenden nicht motiviert zu Hause weiterzuarbeiten. Das Mitbringen von Literatur und die selbstständige Recherche wurden nur von N. übernommen. Von meiner Seite stand den Schülern ebenfalls Handballliteratur mit vielfältigen Spiel- und Übungsformen zur Verfügung. Auch das Gestalten von Plakaten erfolgte ausschließlich in der Schule. Die Fertigstellung der Plakate als Hausaufgabe wurde nur durch erneute Aufforderung erledigt. Nach Befragung der Schüler konnte ich feststellen, dass die Jugendlichen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand unangenehm finden und nicht freiwillig bereit sind auch noch im Sportunterricht mit Hausaufgaben betraut zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme von Bewegungsmangel und Übergewicht bei Jugendlichen und begründet die Notwendigkeit, den Sportunterricht motivierender zu gestalten.
2. Definition Motivation: Dieses Kapitel definiert motivationale Prozesse im Sport, unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation und erörtert Fördermöglichkeiten durch Lehrkräfte.
3. Die Lerngruppe 8d: Es erfolgt eine detaillierte Charakterisierung der Lerngruppe, unterteilt in verschiedene Motivationstypen, um das Ausgangsniveau für die Erprobung zu bestimmen.
4. Sachanalyse: Dieses Kapitel analysiert das Sportspiel Handball hinsichtlich seiner Eignung für den Lehrplan und die Rahmenbedingungen der spezifischen Schulsituation.
5. Didaktisch-methodisches Vorgehen und Dokumentation der Durchführung: Der zentrale Teil dokumentiert die praktische Umsetzung der Schülerbeteiligung bei Themenwahl, Planung, Expertenarbeit, Leistungsbewertung und Turnierdurchführung.
6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet den Erfolg der Methode hinsichtlich der Motivationssteigerung und reflektiert die Übertragbarkeit in den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Schülermotivation, Sportunterricht, Schülerbeteiligung, Handball, Expertenarbeit, Leistungsbewertung, Eigenverantwortung, Sekundarstufe I, Bewegungsförderung, Unterrichtsplanung, Binnendifferenzierung, Partizipation, Lernzielauswahl, Reflexion, Sportdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Motivation von Schülern in der Sekundarstufe I durch gezielte Möglichkeiten der aktiven Schülerbeteiligung im Sportunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der partizipativen Unterrichtsgestaltung, der Förderung von Eigenverantwortung, dem kooperativen Lernen sowie der Anpassung des Unterrichts an die Bedürfnisse der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie die Einbeziehung der Schüler in Planung, Gestaltung und Auswertung den Spaß und die Motivation am Sporttreiben nachhaltig erhöhen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autorin wählte einen handlungsorientierten Ansatz, bei dem die Schüler selbst zu Planern und Experten ihres Sportunterrichts wurden, begleitet durch Befragungen und Reflexionsrunden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil dokumentiert die konkrete Durchführung einer Handballeinheit, von der Themenfindung über die Arbeit in Expertengruppen bis hin zur Organisation eines Abschlussturniers und der selbstständigen Notengebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Partizipation, Schülermotivation, Handball, Selbstständigkeit, Reflexion und handlungsorientierter Sportunterricht.
Welche Rolle spielen die "Expertengruppen" im Konzept der Autorin?
Expertengruppen dienen dazu, Schülern Verantwortung zu übertragen, ihr spezifisches Wissen (z. B. aus Vereinen) einzubringen und den Unterricht durch fachliche Beratung der Mitschüler aktiv mitzugestalten.
Wie bewerten die Schüler die eigenverantwortliche Notengebung?
Die Mehrheit der Schüler empfand die Benotung durch ein Mitschülergremium gemeinsam mit der Lehrkraft als fairer und transparenter als eine rein lehrerzentrierte Bewertung.
Welches Haupthindernis identifiziert die Autorin für die Umsetzung ihres Konzepts?
Das Hauptproblem sind die knappen zeitlichen Ressourcen im regulären Schulalltag sowie die mangelnde Bereitschaft der Schüler, zusätzliche Arbeit in Form von Hausaufgaben für das Fach Sport zu leisten.
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- Stephanie Weil (Autor), 2009, Motivationsförderung im Sportunterricht. Die Möglichkeiten der Schülerbeteiligung in der Sekundarstufe I, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187754