Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft

Der Einfluss von Samuel Richardsons Figuren in "Clarissa" auf Friedrich Schillers Charaktere in "Kabale und Liebe"

Titel: Der Einfluss von Samuel Richardsons Figuren in "Clarissa" auf Friedrich Schillers Charaktere in "Kabale und Liebe"

Seminararbeit , 2007 , 26 Seiten

Autor:in: Hannah Scharf (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich behaupte, daß alle Verführungsromane mit weiblichen Heldinnen aus dem abendländischen Kulturkreis ab Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. dem Modell Clarissa angehören.“ Diese These stellte Christine Lehmann in ihrem Modell Clarissa auf und versuchte, sie erfolgreich anhand von Vergleichen mit unter anderem Effi Briest von Fontane zu belegen und zu beweisen. Samuel Richardson und sein Werk Clarissa hatten zweifellos großen Einfluss auf zahlreiche Schriftsteller verschiedener Nationen, wie z.B. Rousseau, Goethe und Henry James. Seine beiden Hauptcharaktere Clarissa und Lovelace „sind geradezu literarische Archetypen, deren Symbolwert sich bis in unsere Zeit erhalten hat“.
Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, den unumstrittenen Einfluss Clarissas’ auf Schillers Kabale und Liebe, aufzuzeigen. Bei näherer Betrachtung der vorhandenen Sekundärliteratur zu den Werken und Auseinandersetzung mit der Thematik wird schnell deutlich, dass eine derartige Problemstellung zu allgemein gefasst und eine Präzisierung erforderlich ist. Der Themenbereich liefert etliche Ansätze für spezialisierte Vergleiche. Einige davon sollen hier zumindest kurz aufgezählt werden, da man sie – auch wenn sie kein Bestandteil dieser Arbeit sein werden – weder ignorieren noch unerwähnt lassen sollte: Eine äußerst interessante Gegenüberstellung bietet sich in Hinblick auf die Struktur, den Aufbau und die Sprache beider Werke an – auf der einen Seite der Briefroman Richardsons, auf der anderen der klassische Dramenaufbau Schillers –, die trotz völlig unterschiedlicher Gattungen so manche Parallelen aufweisen. Die Intention der Autoren wäre ein weiterer Aspekt, den zu untersuchen sich lohnen würde. Auch eine nähere Betrachtung der hier nicht behandelten, weniger im Mittelpunkt stehenden Figuren in Clarissa und die damit verbundene systematische Suche nach charakterlich und funktionell übereinstimmenden Eigenschaften im Wesen ihrer literarischen „Nachfolger“ wäre aufschlussreich.
Diese Arbeit wird sich im weiteren Verlauf auf den Einfluss von Clarissa auf Luise und den von Lovelace auf Ferdinand und andere männliche Akteure in Kabale und Liebe konzentrieren. Auch wenn es sicherlich interessant wäre, die signifikanten Unterschiede zwischen den Protagonisten zu analysieren, beschränkt sich das Nachfolgende auf die Gemeinsamkeiten. Darüber hinaus sollen auch Analogien bezüglich der Rahmenhandlung und -situation, der Thematik und wichtigen Motiven herausgearbeitet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer und literarischer Hintergrund

3. Die Werke im Vergleich

3.1 Rahmensituation, Thematik und Leitmotive

3.2 Figuren

a) Clarissa und Luise

b) Lovelace, Ferdinand und weitere

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den literarischen Einfluss von Samuel Richardsons Roman Clarissa auf Friedrich Schillers bürgerliches Trauerspiel Kabale und Liebe. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse Gemeinsamkeiten in der Personenkonstellation, den zentralen Motiven und den historischen Hintergründen aufzuzeigen, um Richardsons Werk als literarisches Vorbild für Schillers Charaktere und dramatische Strukturen zu etablieren.

  • Analyse der historischen Rahmenbedingungen der Aufklärung und des Sturm und Drang.
  • Vergleich der Protagonisten hinsichtlich ihrer moralischen und charakterlichen Eigenschaften.
  • Untersuchung zentraler Leitmotive wie Tugend, Herz, Tod und Gewalt.
  • Analyse der Rolle der Frau und des patriarchalen Drucks in beiden Werken.
  • Betrachtung der rhetorischen Strategien und der Funktion des Briefes in der Handlung.

Auszug aus dem Buch

a) Clarissa und Luise

Luise weist sehr viele Charakterzüge und Eigenschaften auf, die denen Clarissas gleichen. An diesen weiblichen Protagonisten kann man den Einfluss Richardsons auf Schiller besonders gut beobachten und analysieren.

Die Ausgangssituation der beiden Frauen ist im Großen und Ganzen – wie bereits in Punkt 3.1 erläutert – die gleiche. Des Weiteren, und das ist eine äußerst essentielle Parallele, sind sowohl Clarissa als auch Luise die Verkörperung der Empfindsamkeit, der Tugend und der damit verbundenen Reinheit. Richardsons Heldin weist alle Eigenschaften auf, die ein Tugendkatalog ihrer Zeit propagieren würde: Mitgefühl, Gottesliebe und -gehorsam, Ehrlichkeit, Bescheidenheit etc. Wie in Punkt 2 erwähnt, wurde Tugend auch gleichsam mit Unschuld verbunden, wenn nicht sogar synonym verwendet, und Clarissas – und auch Luises – Tugend äußert sich in ihrer körperlichen und geistigen Reinheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Richardsons Clarissa als literarischer Archetyp fungiert und untersucht den Einfluss des Werks auf Schillers Kabale und Liebe.

2. Historischer und literarischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die Epochen der Aufklärung und des Sturm und Drang sowie die Rolle der Frau und das puritanische Ideal im 18. Jahrhundert.

3. Die Werke im Vergleich: Der Hauptteil analysiert Parallelen in der Rahmenhandlung, den Leitmotiven und den Charakterentwicklungen, wobei insbesondere die Rollen von Clarissa, Luise, Lovelace und Ferdinand betrachtet werden.

3.1 Rahmensituation, Thematik und Leitmotive: Hier werden die strukturellen Analogien und zentralen Motive wie Tugend, Liebe und die Bedeutung des Herzens untersucht.

3.2 Figuren: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf den Vergleich der weiblichen und männlichen Hauptcharaktere und deren Funktion im dramatischen Kontext.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den unumstrittenen literarischen Einfluss von Richardsons Werk auf Schillers Stück.

Schlüsselwörter

Clarissa, Kabale und Liebe, Friedrich Schiller, Samuel Richardson, Empfindsamkeit, Aufklärung, Sturm und Drang, Tugend, Moral, Herz, Literaturvergleich, Briefroman, bürgerliches Trauerspiel, Patriarchat, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den inhaltlichen und strukturellen Einfluss von Samuel Richardsons Roman Clarissa auf das Drama Kabale und Liebe von Friedrich Schiller.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der historische Kontext des 18. Jahrhunderts, die Rolle der Tugend und des weiblichen Tugendbegriffs, sowie die Darstellung der Charaktere als literarische Archetypen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel der Arbeit ist es, die unbestreitbaren Parallelen in der Personenkonstellation und den Motiven nachzuweisen und zu zeigen, wie Schiller durch Richardson beeinflusst wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, bei der ausgewählte Motive und Figureneigenschaften beider Werke gegenübergestellt werden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden neben den Rahmenbedingungen vor allem die Charaktere Clarissa und Luise sowie die männlichen Gegenparts Lovelace und Ferdinand analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Empfindsamkeit, Tugend, Herz, bürgerliches Trauerspiel und literarischer Einfluss.

Inwiefern spielt der Begriff „Herz“ eine besondere Rolle im Text?

Das „Herz“ fungiert für die Protagonisten als moralische Instanz und Beurteilungsmaßstab, wobei es sowohl bei Richardson als auch bei Schiller eine zentrale Vokabel darstellt.

Wie wird das Motiv der „Vergewaltigung“ in beiden Werken differenziert?

Während die Vergewaltigung bei Richardson physisch durch Lovelace vollzogen wird, arbeitet Schiller bei Luise verstärkt mit verbaler und emotionaler Gewalt durch ihr familiäres und soziales Umfeld.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss von Samuel Richardsons Figuren in "Clarissa" auf Friedrich Schillers Charaktere in "Kabale und Liebe"
Hochschule
Universität Stuttgart  (Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
„Väter und Töchter“
Autor
Hannah Scharf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
26
Katalognummer
V187766
ISBN (eBook)
9783656115601
ISBN (Buch)
9783656620785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuere Deutsche Literatur Väter und Töchter Motiv Vater Motiv Tochter Samuel Richardson Clarissa Friedrich Schiller Kabale und Liebe empfindsame Literatur Empfindsamkeit Briefroman Motiv Tugend Bürgerliches Trauerspiel 18. Jahrhundert Sturm und Drang
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannah Scharf (Autor:in), 2007, Der Einfluss von Samuel Richardsons Figuren in "Clarissa" auf Friedrich Schillers Charaktere in "Kabale und Liebe" , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187766
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum