Die Untersuchung reflektiert das Seelsorgeverständnis unter besonderer Berücksichtigung der Seelsorge an alten Menschen. Danach wird die seelsorgerliche Praxis des Autors dokumentiert und ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Reflexion des eigenen Seelsorgeverständnis
1.1. Biblisch-theologische Erörterung zum Wesen der Seelsorge an alten Menschen
1.2. Reflexion meiner Rolle als Seelsorger
1.3. Besonderheiten des Lebens alter Menschen
1.4. Vorschläge für die Praxis der Seelsorge an alten Menschen
2. Die Praxis meines Seelsorgeprojektes
2.1. Kontext des Projektes
2.2. Eine Seelsorgebeziehung bahnt sich an
2.3. Der 1. Besuch: Mitsein am Altenbett
2.4. Der 2. Besuch: „Sie sind immer so lieb zu mir“
2.5. Der 3. Besuch: „Mein Sohn ist wieder da“
3. Auswertung des Seelsorgeprojektes
4. Bibliographie
4.1. Fachliteratur
4.2. Quellen aus dem Internet
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit reflektiert die seelsorgerliche Praxis mit hochbetagten Menschen im Kontext einer Ausbildungsgemeinde. Das primäre Ziel ist es, ein theoretisch fundiertes Verständnis für die besonderen Bedürfnisse dieser Lebensphase zu entwickeln und dieses in konkreten Besuchsbegegnungen praktisch zu erproben und auszuwerten.
- Theologische Begründung der Seelsorge an alten Menschen
- Reflexion der seelsorgerlichen Rolle und Identität
- Herausforderungen und Besonderheiten der Lebenssituation im hohen Alter
- Methodische Gestaltung und Grenzen der Altenseelsorge in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2.3. Der 1. Besuch: Mitsein am Altenbett
Bevor ich Frau B. besuchte, meldete ich mich an der Rezeption an, indem ich mich kurz vorstellte. Bereitwillig und freundlich wurde mir beschrieben, wo Frau B. wohnt.
Ich klopfe an ihrer Tür. Danach konnte ich nicht sagen, ob von innen ein deutliches „Herein“ gerufen wurde. Einen kleinen Laut bilde ich mir ein vernommen zu haben. Doch ist mir bewusst, dass alte Menschen vielfach schlecht hören und deswegen auch schlecht reagieren können. So öffne ich mit großer Vorsichtigkeit die Türe zu ihrem Zimmer.
Ich blicke nach rechts. Dort steht die Tür zum Bad auf. Hier hatte ich Frau B. das letzte Mal vorgefunden. Aber das Bad ist leer. Auch auf dem Stuhl vor ihrem Fenster sitzt sie nicht. Ich gehe langsam vor und schaue vorsichtig um die Ecke der Wand die Bad und Wohnbereich des Apartments trennt. Da liegt Frau B. in ihrem Bett. Für einen kurzen Augen Blick denke ich, dass sie das Zeitliche gesegnet hat. Leise klopfe ich nochmals auf den Türrahmen.
Vikar (V): Hallo Frau B., ich würde Sie gerne besuchen. Darf ich reinkommen?
Frau B. (B): ist noch etwas verschlafen. V geht an die Aufstehseite ihres Bettes. B wacht aus ihrem Dämmerzustand auf und sagt: Wer sind Sie?
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demographische Relevanz alter Menschen in der Kirchengemeinde und begründet das Interesse an einer poimenischen Arbeit zum Thema Altenseelsorge.
1. Reflexion des eigenen Seelsorgeverständnis: Dieses Kapitel erörtert theologisch das Wesen der Seelsorge, reflektiert die Rolle des Seelsorgers und beleuchtet die spezifische Lebenssituation alter Menschen sowie Ansätze für die seelsorgerliche Praxis.
2. Die Praxis meines Seelsorgeprojektes: Hier werden die Rahmenbedingungen des Projektes in der Seniorengemeinde dargelegt und drei konkrete Besuchsbegegnungen anhand von Verbatim-Protokollen dokumentiert.
3. Auswertung des Seelsorgeprojektes: In der Auswertung wird die erlebte Praxis unter Rückgriff auf die eingangs formulierte Theorie reflektiert und kritisch in Bezug auf Methoden und persönliche Erkenntnisse bewertet.
4. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur sowie die genutzten Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Altenseelsorge, Seelsorgeverständnis, Hohes Alter, Praktische Theologie, Biografiearbeit, Besuchsbesuche, Lebensende, Resignation, Nächstenliebe, Poimenik, Sterbebegleitung, Generationendialog, Gemeinschaft, Sinnfindung, Religionsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Reflexion und praktischen Erprobung von Seelsorge an alten Menschen in einer Kirchengemeinde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die biblisch-theologische Begründung, die Rolle des Seelsorgers, die Lebensbesonderheiten alter Menschen und die methodische Gestaltung von Besuchen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie zukünftige Pfarrer und Pfarrerinnen alten Menschen kompetent und menschlich begegnen können, besonders im Hinblick auf eine nicht-therapeutische, begleitende Seelsorge.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Reflexion der Praxis auf dem Hintergrund der Theorie, ergänzt durch Verbatim-Protokolle von konkreten Seelsorgebesuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung von drei Besuchen bei einer 90-jährigen Bewohnerin eines Altersheims.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Altenseelsorge, Lebensende, Nächstenliebe, Poimenik, Biografiearbeit und Generationendialog.
Wie geht die Arbeit mit dem Thema "Tod" um?
Das Thema wird im Gespräch mit der betroffenen Seniorin als Teil des Lebens ("normal") thematisiert, wobei die Arbeit die Bedeutung einer unreligiösen Sichtweise betont.
Welche Bedeutung hat der "Körperkontakt" in der Praxis der Arbeit?
Der Körperkontakt, wie das Halten der Hand, erweist sich als wesentlich, da er Nähe und Begleitung signalisiert, besonders wenn die verbale Kommunikation aufgrund von Schwäche eingeschränkt ist.
Welche Erkenntnisse werden zum Thema "Biographiearbeit" gewonnen?
Der Autor stellt fest, dass klassische Biographiearbeit bei demenzkranken oder sehr schwachen Personen oft nicht umsetzbar ist, und betont stattdessen die Bedeutung des einfachen "Daseins" und der alltäglichen Unterhaltung.
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- Daniel Steffen Schwarz (Author), 2011, Seelsorge an alten Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187794