Mit der beruflichen Ausbildung junger Menschen verfolgt unsere Gesellschaft das Ziel, die Betriebe mit Fachkräften zu versorgen und das Innovationspotential innerhalb der Betriebe zu fördern.
Bis zum Jahr 2020 werden Arbeitsprozesse – wo immer es möglich ist – automatisiert. Übrig bleiben die Betriebe mit komplexen Arbeitsabläufen. Produktionsorientierte Tätigkeiten und primäre Dienstleistungen werden immer mehr verschwinden. Dagegen wird die Nachfrage nach sekundären Dienstleistungen wie zum Beispiel Beratung, Betreuung, Lehre, Management, Forschung und Entwicklung weiter ansteigen.
Die Anforderungen an das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte werden also zukünftig stetig steigen. Hierauf muss die berufliche Bildung reagieren, wenn sie „up to date“ sein will. Dazu gehört, dass sie sowohl selbst nachhaltig ist, als auch als Impulsgeber für eine nach¬haltige Entwicklung in unserem Land fungiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und Fragestellung
1. Begrifflichkeiten
1.1. Berufliche Bildung
1.2. Beruf
1.3. Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung
2. Bildungstheoretischer Hintergrund beruflicher Bildung
2.1. Abriss
2.2. Ausbildung im Dualen System
2.3. Allgemeinbildung vs. Berufsbildung
3. Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung?
3.1. Lebenslanges Lernen als Herausforderung
3.2. Persönlichkeitsbildung und Handlungsorientierung
3.3. Beständigkeit durch Wandel
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die berufliche Bildung in Deutschland die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, um einen entscheidenden Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten, und wie sie auf die steigenden Anforderungen an das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte reagieren kann.
- Bedeutung von Beruf und beruflicher Bildung im Wandel
- Stellenwert des Dualen Systems der Berufsausbildung
- Verzahnung von beruflicher Bildung und nachhaltiger Entwicklung
- Herausforderungen durch lebenslanges Lernen und Persönlichkeitsbildung
Auszug aus dem Buch
1.1. Berufliche Bildung
In Deutschland findet die berufliche Bildung im sog. „Dualem System“ statt, d. h. das Auszubildende abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule ausgebildet werden. Obwohl die Qualifikationsanforderungen der Betriebe einem ständigen Wandel unterworfen sind hat sich der Begriff des „Ausbildungsberufs“ bis heute gehalten und ist gesellschaftlich anerkannt. Das Berufsbildungsgesetz aus dem Jahre 1969 bildet den gesetzlichen Rahmen und schreibt vor, dass jeder Beruf nach einer bestimmten Ausbildungsordnung ausgebildet werden muss. Der schulische Teil der Berufsausbildung ist Ländersache und wird in Form von Schulgesetzen festgelegt.
Der sog. „Ausschließlichkeitsgrundsatz“ zementiert das deutsche Konzept der berufsorientierten Ausbildung.2 Damit ist gewährleistet, dass Jugendliche bzw. junge Erwachsene Berufe erlernen, in denen sie nicht auf die Kompetenzen beschränkt werden, die dem aktuellen Bedarf ihrer Betriebe entsprechen, sondern darauf vertrauen können, dass sie umfassende Handlungskompetenzen erwerben. Dazu kommt, dass jeder Beruf über ein eigenes Qualifikationsprofil verfügt, sodass die Ausbildungsabschlüsse deutschlandweit vergleichbar sind, weil sie einheitlichen Qualitätsansprüchen genügen müssen. So können Betriebe sicher sein, dass alle Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung über die nötigen Kenntnisse verfügen. Andererseits eröffnet sich dem Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten. Dies verschafft ihm ein erhebliches Maß an beruflicher Unabhängigkeit.
Das skizzierte Ausbildungssystem hat sich in Deutschland etabliert und ist in der Gesellschaft fest verankert. Die Ursprünge dieses Systems reichen bis in die Zeit der Industrialisierung zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Fragestellung: Die Arbeit thematisiert die Rolle der beruflichen Bildung bei der Versorgung der Betriebe mit Fachkräften und deren Potenzial als Impulsgeber für eine nachhaltige Entwicklung.
1. Begrifflichkeiten: Hier werden zentrale Termini wie Beruf, berufliche Bildung sowie Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung definiert und historisch verortet.
2. Bildungstheoretischer Hintergrund beruflicher Bildung: Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtliche Entwicklung, das Duale System sowie das Spannungsfeld zwischen Allgemein- und Berufsbildung.
3. Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung?: Es wird untersucht, inwieweit Nachhaltigkeit bereits in der beruflichen Bildung verankert ist und welche Rolle lebenslanges Lernen sowie Persönlichkeitsbildung spielen.
4. Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Zukunftsfähigkeit der beruflichen Bildung angesichts des stetigen Wandels der Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
Berufliche Bildung, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Duales System, Berufsbildung, Lebenslanges Lernen, Handlungsorientierung, Persönlichkeitsbildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte, Qualifikation, Berufsbildungsgesetz, Strukturwandel, Kompetenzentwicklung, Beruflichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der beruflichen Bildung im Kontext einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind das Duale System, die Definition von Berufsbildern, das Konzept der Nachhaltigkeit sowie die Anpassungsfähigkeit der beruflichen Bildung an moderne Arbeitsmarktanforderungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist zu klären, ob die berufliche Bildung die Aufgabe erfüllen kann, einen maßgeblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten, und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bildungstheoretischer sowie aktueller berufsbiografischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition zentraler Begriffe, die Darstellung bildungstheoretischer Hintergründe sowie die Untersuchung von Aspekten wie lebenslangem Lernen und Handlungsorientierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie berufliche Bildung, Nachhaltigkeit, lebenslanges Lernen, Duales System und Kompetenzentwicklung maßgeblich charakterisiert.
Warum wird das Duale System als Schutzwall bezeichnet?
Das Duale System wird als Schutzwall gegen Jugendarbeitslosigkeit gesehen, da es eine breite berufliche Grundbildung ermöglicht und junge Menschen aktiv in betriebliche Abläufe integriert.
Welche Bedeutung kommt der Persönlichkeitsbildung in der heutigen Berufsausbildung zu?
Persönlichkeitsbildung gewinnt an Bedeutung, da der moderne Arbeitsmarkt verstärkt außerfachliche Fertigkeiten wie Selbstorganisation, Verantwortungsbewusstsein und Flexibilität einfordert.
Wie steht die Autorin zur Zukunft der Beruflichkeit?
Trotz des Wandels und neuer Anforderungen an Flexibilität sieht die Autorin kein Ende der Beruflichkeit, da Berufe weiterhin Identität stiften und als Motor für gesellschaftliche Entwicklungen fungieren.
- Arbeit zitieren
- Susanne Ahmadseresht (Autor:in), 2010, Bildet eine berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187837