Ein Überblick über die Bedeutung der ägyptischen Götterwelt anhand von drei Hauptgottheiten


Seminararbeit, 2005

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schöpfungsmythen

3. Götter
3.1 Der Gott Osiris
3.1.1 Der Mythos des Osiris
3.1.2 Die Stellung des Osiris in Ägypten
3.2 Die Göttin Isis
3.2.1 Der Einfluss der Isis in Ägypten
3.2.2 Der Einfluss der Isis bis Heute
3.3 Der Gott Horus
3.3.1 Der Mythos des Horus
3.3.2 Die Stellung des Königs

4. Die Auseinandersetzung mit der Bibel

5. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Götterwelt der Ägypter war sehr groß, denn es gab nicht nur unzählige Götter und Göttinnen, sondern es gab auch noch Verschmelzungen zwischen verschiedenen Göttern, die neue Götter bildeten. Außerdem war die Götterwelt einem ständigen Wechsel unterzogen, da sich die Ränge und Aufgaben auch mit der Zeit veränderten. Die Götter erfüllten immer eine besondere Aufgabe und auch sie traten in bestimmten Erscheinungsformen auf. So wurde z.B. Osiris als mumifizierter Mensch mit einem Krummstab, einer Geißel und einer Atef-Krone dargestellt. Seine Haut wurde entweder grün/schwarz oder weiß gefärbt. Wobei grün/schwarz für die Fruchtbarkeit des Nils stand und weiß die Farbe der Mumifizierung war.[1] In dieser Weise hatten alle ägyptischen Götter ihr Erscheinungsbild und ihren Aufgabenbereich. Die Wichtigkeit der einzelnen Götter war jedoch von Ort zu Ort verschieden.

2. Schöpfungsmythen

Die Variabilität der Wichtigkeit der einzelnen Götter hing auch damit zusammen, dass es in Ägypten keine zentrale Macht gab, von der aus diese Religion ihren Ursprung genommen hat. Es war viel mehr so, dass es mehrere Kultstätten gab, die miteinander in Rivalität standen. Das lässt sich gut daran erkennen, dass es in Ägypten vier verschiedene Schöpfungsmythen gab, die nur teilweise oder gar nichts miteinander zu tun hatten.[2] In diesen verschiedenen Mythen wurden jeweils die eigenen Götter hervorgehoben, doch dies beeinflusste die Menschen nicht großartig. Sie sahen dies mehr als ein weiteres Zeichen der großen göttlichen Vielfalt und akzeptierten dies.In der Kultstadt Heliopolis vertrat man die Ansicht, dass es am Anfang ein Urmeer gab. Dieses hieß Nun. Aus ihm stieg dann ein Hügel herauf, auf dem das Heiligtum Heliopolis entstanden ist. Auf diesem Hügel erschien dann Atum, der sich selbst geschaffen hatte. Als Atum-Re schuf er dann das Licht um einen Gegensatz zum Urmeer (Nun) zu schaffen. Danach zeugte er mit seinem Schatten oder mit sich selbst den Luftgott Schu, den er ausspuckte, danach zeugte er Tefnut, die Feuchte, diese erbrach Atum. Er wurde auch der „Große Er-Sie“ genannt. Somit wird nach der Zeugung von Schu und Tefnut erstmals die Unterteilung in männliche und weibliche Götter erkennbar. Diese beiden zeugten dann zusammen wieder zwei Götter, nämlich Geb (männlich), die Erde, und Nut (weiblich), den Himmel. Aus der Verbindung dieser beiden entstanden dann Osiris, Isis, Seth und Nephthys, mit denen sich die Neunheit von Heliopolis vervollständigte. Diese Neunheit stellten die höchsten Götter in Heliopolis dar.[3]

3. Götter

Am Beispiel von Osiris, Isis und Horus beschreibe ich das Verhältnis der einzelnen Götter näher.

3.1 Der Gott Osiris

3.1.1 Der Mythos von Osiris

Aus dem Schöpfungsmythos von Heliopolis geht hervor, dass Osiris in die vierten Generation der Götter geboren wurde. In einem Mythos wird dann seine Geschichte beschrieben. Dort heißt es, dass Osiris die Menschen die Gesetze und die Landwirtschaft lehrte. Bevor Osiris herrschte, gab es nur Krieg und Kannibalismus, die Menschen waren Barbaren, doch durch Osiris erlangten sie die Zivilisation und ehrten die Götter. Osirsi war am Anfang nur König über die Stadt Busiris im Delta, doch bald wurde er der König über das ganze Land Ägypten. Nachdem er Ägypten die Gesetze und den Fortschritt gebracht hatte, zog er auch in andere Länder um die Menschen zu unterrichten.

Doch während seiner Abwesenheit plante sein Bruder Seth in zu töten. Er überzeugte 72 Männer ihm zu helfen und sie entwickelten einen Plan. Nachdem Osiris zurückgekehrt war, veranstaltete Seth eine große Willkommensfeier für seinen Bruder. Bei diesem Fest stellte Seth eine Kiste auf und derjenige, der in die Kiste passte, sollte die Kiste geschenkt bekommen. Natürlich war die Kiste für Osiris gemacht. Nachdem dieser sich in die Kiste gelegt hatte, schlug Seth diese zu und warf sie in den Nil. Der Nil trug sie ins Mittelmeer und am Ende strandete Osiris mit der Kiste bei Byblos. Dort verfing sich die Kiste in einem Baum. Dieser Baum wuchs über die Kiste und absorbierte sie völlig. Diesen Baum verwendete der König von Byblos, um eine Säule für seinen Tempel zu bauen. So stand Osiris nun im Tempel des Königs von Byblos.

Isis, die Frau und Schwester von Osiris, setze aber alles daran ihrem Bruder und Ehemann ein anständiges Begräbnis zu geben. So gab sie ihren jungen Sohn Horus der Göttin Wadjit in Obhut und suchte den Körper von Osiris. Sie fand heraus, dass sein Körper in der Säule des Tempels von Byblos steckte. Isis reiste nach Byblos und gewann dort die Gunst des Königs, indem sie sich in eine Taube verwandelte und andere Zauberkünste bewies. So konnte sie die Säule mit ihrem toten Mann zu sich nehmen. Nachdem sie wieder in Ägypten war, verbarg sie den Körper von Osiris im Sumpf und holte ihren Sohn Horus von der Göttin Wadjit ab. Währenddessen, fand aber ihr Bruder Seth Osiris im Sumpf. Er war überglücklich darüber, doch um diesmal ganz sicher zu gehen, zerteilte er den Körper seines Bruders in 14 Teile und verstreute sie in ganz Ägypten.

Nachdem Isis dieses erfahren hatte, fing sie an ganz Ägypten zu durchforschen, um doch noch ihrem Mann ein anständiges Begräbnis zu geben. Isis fand auch alle Teile bis auf den Penis. Von diesem ließ sie ein Duplikat anfertigen und bestattete dieses anstatt des Echten. So bekam Osiris am Ende noch ein Begräbnis.

Doch für Osiris war das ganze nicht ohne Vorteil, denn er wurde in der Zwischenzeit der Herr des Totenreiches.[4]

In verschiedenen Quellen wiedersprechen sich einige Einzelheiten dieses Mythos.

So heißt es in dem Buch „Das alte Ägypten - 3000 Jahre Geschichte und Kultur des Pharaonenreiches“ von Ame Eggebrecht auf der Seite 272, dass es zwei Horuse gab, einen alten und einen jungen. Der alte Horus wäre aus einer Pränatalenverbindung - d.h. vor der Geburt - zwischen Osiris und Isis entstanden. Der junge Horus wäre hingegen nach Osiris Tod entstanden, indem Osiris für einige Momente zum Leben zum erweckt wurde, so dass Isis in Form eines Sperberweibchens über ihm befruchtet werden konnte. Osiris starb danach wieder.[5]

3.1.2 Die Stellung von Osiris in Ägypten

Ab der 5 Dynastie war die Rolle von Osiris und Horus so gewachsen, dass sie im Leben der Ägypter, für den Pharao und seinen verstorbenen Vater standen. Das ging sogar so weit, dass daraus, nach dem der Pharao als Horus angesehen wurde und sein verstorbener Vater als Osiris, ein Dogma entstand.. Dies wurde dann so weiter getragen. Wenn ein König verstarb, wurde dieser wieder zum Osiris und sein Nachfolger zum Horus ernannt. Dies tat man damit der verstorbene König in die schützenden Hände von Isis eingehen konnte und so versorgt wurde. Nach dem Ende des alten Reiches und dem zeitweisen Niedergang des Königtums konnte jeder Verstorbene Osiris werden. Das führte dann dazu, dass die breite Masse Osirs

[...]


[1] Lucia Gahlin: Ägypten Götter, Mythen, Religionen, Hg. Anness Publishing Limted, Uk.2001; Übs. Katharina Lisson, Heinz Tophinke, Reichelsheim, 2001. S. 39-40

[2] Ebenda (Ebd.), S.48.

[3] Arne Eggebrecht: Das Alte Ägypten 3000 Jahre Geschichte und Kultur des Pharaonenreiches. München: C. Bertelsmann Verlag, 4 Auflage 1997, S.234

[4] L. Gahlin, S.56.

[5] A. Eggebrecht, S.272.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Ein Überblick über die Bedeutung der ägyptischen Götterwelt anhand von drei Hauptgottheiten
Hochschule
Bibelseminar Bonn
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V187847
ISBN (eBook)
9783656119050
ISBN (Buch)
9783656132042
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ägypten, Götter, Hauptgottheit, Osiris, Mythos, Isis, Horus, Bibel, Schöpfungsmythen, Kultstadt, Seth, König, Totenreich, Exodus, Jahwe
Arbeit zitieren
Master of Arts in Theology Volker Rahm (Autor), 2005, Ein Überblick über die Bedeutung der ägyptischen Götterwelt anhand von drei Hauptgottheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187847

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