Über die Plausibilität und Aktualität des Phänomens der De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenzen


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011
27 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 De-Institutionalisierung

2 Prozess der De-Institutionalisierung
2.1 Ebenen der De-Institutionalisierung
2.2 Phänomene der De-Institutionalisierung

3 Folgen der De-Insititutionalisierung
3.1 Status quo in deutscher Wissenschaft, Politik, Medizin und Technik
3.1.1 Wissenschaft
3.1.2 Politik
3.1.3 Pflege und Medizin
3.1.4 Technik
3.2 Internationale und deutsche Trends im Vergleich
3.2.1 Frauenquote
3.2.2 Erwerbsquote
3.2.3 Lohn
3.2.4 Segregation

4 Resümee

Literaturverzeichnis

Einleitung

Laut der These von Bettina Heintz (2008: 231) sind wir heute mit einer Vielfalt von Formen und Intensitätsgraden von geschlechtlicher Differenzierung und Ungleichheit konfrontiert. In diesem Zusammenhang spricht sie von einer De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz, in der Geschlechterasymmetrien nicht mehr rechtlich und kulturell abgesichert sind, sondern zunehmend illegitim reproduziert werden.

Heintz´ Erklärungsversuch für diese Illegitimität der Reproduktion der Geschlechterdifferenz sind Interaktionen, die durch kulturelle Perzeption und damit einhergehenden Erwartungshaltungen und Verhalten geprägt sind. (vgl. 2008: 235) Grundlage der Ansicht ist die sozialkonstruktivistisch Auffassung des Geschlechtes als ein Konstrukt, das (historisch) konstruiert wurde und dekonstruiert, also verändert werden kann. Als Effekt sozialen Handelns und sozialer Institutionalisierungsprozesse basiert es nicht auf deren natürlicher Vorgabe. Inwiefern zeichnet sich tatsächlich ein Wandlungsprozess in Zeiten der Postmoderne als eine "De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz" ab, wo in funktional differenzierten Gesellschaften die Unterscheidung und Hierarchisierung der Geschlechter zunehmend dysfunktional wird und stattdessen andere Differenzierungslinien an Bedeutung gewinnen? Die Frage lautet also: Ist die Vorstellung der De-Institutionalisierung von Geschlechtsdifferenz als Prozess plausibel und aktuell?

Im Folgenden wird der De-Institutionalisierungthese Heintz´ (2008: 231) nachgegangen und diese - anhand ihres Verständnisse des Begriffes und des Prozesses - detaillierter nachgezeichnet. Der zweite Teil ihrer These weist darauf hin, dass sich trotz dieses De-Institutionalisierungsprozesses bestimmte Phänomene als persistent hinsichtlich der Geschlechterdifferenz erweisen. Dies gilt es anhand von Daten zu beweisen beziehungsweise zu widerlegen. Sind die Persistenzen universal oder auf bestimmte Phänomene oder Bereiche (Politik, Dienstleistung, Wirtschaft ect.) beschränkt? Abschließend soll der aktuelle Entwicklungsstand bis 2011 – national sowie international – anhand der existierenden Studien betrachtet werden, um eine allgemeingültigere Prüfung von Heintz´ These vornehmen zu können.

In der vorliegenden Arbeit fällt also der Blick auf historische Evolutionen, gegenwärtige Standards und Fakten und der zukunftweisenden internationalen Entwicklungen als prädiktive Trends.

1 De-Institutionalisierung

„De-Institutionalisierung ist (...) nicht gleichzusetzen mit der Auflösung einer Institution, sondern verweist zunächst nur auf Veränderungen ihrer Reproduktionsmechanismen“ (Heintz 2008: 234) aufgrund der existierenden Vielfalt an Formen und Intensitätsgraden geschlechtlicher Differenzierung und Ungleichheit. Laut Heintz (2008) basiert diese De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz auf der Durchsetzung des Gleichberechtigungsprinzips mit der Konsequenz, dass Geschlechterasymmetrien zunehmend illegitim werden, da sie nicht mehr rechtlich und kulturell abgesichert werden. (vgl. ebd.: 231f.) Nach Jepperson heißt das, dass Verhaltensprogramme (von Männer und Frauen gegenüber) eventuell unverändert bleiben, hingegen die Aufrechterhaltung der Institution – also die Lebensumwelt, in dem es ausgeübt wird – kontextabhängig und problematisch wird. Somit verliert nicht die Differenzierung zwischen den Geschlechtern an Bedeutung, sondern dass sich ihre Reproduktionsmechanismen verändert haben. (vgl. in ebd.: 234) Dies hat zur Folge, dass Hierarchien und Asymmetrien nur unter bestimmten Bedingungen konstruiert und gefestigt werden. De-Institutionalisierung heißt dann, dass Geschlechterdifferenz nicht mehr normativ (z.B. durch Gesetze) abgesichert ist und somit nicht mehr die Rolle als gesellschaftliches Ordnungsprinzip einnimmt, sondern im Sinne der Illegitimität kontextspezifisch und potentiell instabil wird. (vgl. ebd.: 235) Darüber hinaus, verweist Heintz (2001: 15) in einem früheren Artikel auf die De-Institutionalisierung als ein Konzept, das in der Soziologie oftmals unter dem weniger präzisen Terminus „Individualisierung“ diskutiert wird. Im Vorteil gegenüber der Individualisierung – die „aus dem Abbau normativer Vorgaben vorschnell auf Entstrukturierung und Auflösung schließt“ (Heintz 2001: 15) – ermöglicht der Begriff der Institution die Differenzierung zwischen seinen Phänomenen und Reproduktionsmechanismen. De-Institutionalisierung impliziert damit nicht zwingend den Bedeutungsverlust von Institution bzw. Verhaltensmuster, sondern wie bereits erwähnt, weist er lediglich auf die Veränderung bzw. Verschiebung der Reproduktionsmechanismen hin: Geschlechterungleichheit wird anstelle über explizite geschlechterdifferente Regelungen entweder „interaktiv oder über versteckte und vordergründige geschlechtsneutrale Arrangements erzeugt (oder eben auch nicht).“ (Heintz 2001: 15f.) Es kann also davon ausgegangen werden, dass somit die Konservierung der Geschlechterdifferenz zunehmend kontextspezifisch bedingt und insofern instabil ist. (vgl. ebd.: 16)

Kurz: Es ist für Heintz eine Entwicklung, hinter der sich die „Umstellung der Reproduktionsmechanismen von routineartigem Vollzug zu bewusstem und gezieltem Handeln: von ´enacting´ zu ´acting`“ (Heintz 2001: 15), verbirgt. Dies zieht unter anderem einen wachsenden Begründungszwang des eigenen Handelns im Zuge der Individualisierung, wachsende Entscheidungskompetenz bzw. -zwang des Individuums, sowie eine Entobjektivierung der Institution nach sich. (vgl. Heintz 2001: 15) Diese Entobjektivierung der Institution führt zu der Konsequenz, nicht mehr mit bloßen Rolleninhabern konfrontiert zu sein, sondern mit Individuen, womit die Kategorie Geschlecht leichter zugänglich und aktivierbarer gemacht wird. Laut Heintz bestehen „Institutionen (...) nicht von selbst, sondern müssen permanent reproduziert werden, auch wenn dies den Beteiligten nicht bewusst ist.“ (Heintz/ Merz/ Schumacher 2007: 263) Das ist ihr Ansatzpunkt zum Thema Interaktion, wie diese - durch ihre Mitglieder selbst – Geschlechterdifferenzen immer wieder neu – innerhalb der Institution - reproduzieren. Ihre analytische Unterscheidung zwischen Institution und ihren Reproduktionsmechanismen gehen auf die Vorschläge von Jepperson (1991) und Nedelmann (1995) zurück. Meint „Institution“ also kontinuierlich wiederkehrende Handlungs- und Interaktionsmuster ihrer Mitglieder, so verweist der Begriff der De-Institutionalisierung folglich auf einen Wandel der Reproduktionsmechanismen. Demzufolge können Institutionen in unterschiedlichem Maße institutionalisiert sein; sie unterscheiden sich in der Art der Reproduktionsmechanismen. Hohe Institutionalisierung heißt, dass Institutionen über habitualisiertes Verhalten reproduziert werden und entsprechende Verhaltenserwartungen internalisiert sind und nicht hinterfragt werden. (vgl. ebd.: 263)

Allmendinger & Podsiadlowski beschäftigen sich mit der Frage „(u)nter welchen strukturellen und kulturellen Konstellationen Geschlechterunterschiede sozial relevant und in Ungleichheit übersetzt“ (2001: 276) werden. Sie bezeichnen die Organisation – durch die Organisation der Organisation – als soziale Einheit, die die Kategorie Geschlecht aktiviert und diese Unterschiede sozial relevant gemacht werden. Sie beziehen sich auf Resultate der Segregationsforschung, die sich dem Ausmaß der geschlechtlichen Trennung am Arbeitsplatz und dessen Verbindung zu Merkmalen einer Organisation annimmt sowie der Diversitätsforschung, welche mögliche Ansätze zur Erklärung der Homogenisierungstendenzen nach Geschlecht in Organisationen bieten kann. So unterscheiden sie in ihrer Analyse zwischen vertikaler und horizontaler Segregation[1]. Hierbei handelt es sich um Unterschiede in Erwerbsquoten sowie die geschlechtliche Verteilung von Arbeitsfeldern nach Berufen, Tätigkeitsinhalten (horizontal) und hierarchischer Positionierung (vertikal). (vgl. ebd.: 276f.) Die Autorinnen gehen bei Betrachtung der Segregation im beruflichen Kontext davon aus, dass diese im engen Zusammenhang mit anderen Lebensbereichen wie insbesondere der Familie steht. Somit werden durch berufliche Segregation nicht nur Geschlechtsunterschiede bezeichnet, sondern diese auch reproduziert - auf Kosten der Frauen. Zentral ist die Annahme, dass durch Verringerung von Segregation auch geschlechtsspezifische Unterschiede in Erwartungen, Einstellungen und Entlohnung abgebaut werden. (vgl. ebd.: 279) Auf diverse Erklärungsansätze für diese Segregation wie Unterschiede im Humankapital - Bildungs- und Ausbildungsdefizite von Frauen - aufgrund geschlechtsspezifischer, berufsgerichteter Sozialisation und daran geknüpft ein geschlechtsspezifisches Berufswahlverhalten weisen die Autorinnen hin. Zudem gilt nach Born et al. 1996 und Gottschall 1990 (vgl. ebd.: 279) die Geschlechtstypik von Berufsgruppen in Verbindung mit Anforderungen an Frauenberufe als Ursache der Segregation oder darüber hinaus - basierend auf international vergleichenden Arbeiten (u.a. Chang 2000, Nermo 2000, Esping-Andersen 1999, 1990; Sainsbury 1996 in ebd.: 280) aufgrund sozialstaatlicher Politik. In letzterem Erklärungszusammenhang lässt sich nach dem Ausmaß von Dekommodifizierung – Grad der (Un)-abhängigkeit des Lebensunterhaltes von Erwerbstätigkeit, staatlicher Intervention zur Herstellung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und staatlichen Vorgaben zur Geschlechtergleichstellung durch „regulatory politics“ - unterscheiden.[2] (vgl. ebd.: 280) Diese vielzähligen Erklärungsansätze verweisen auf die Vielschichtigkeit der Erfassung des Problems des Abbaus der Geschlechterdifferenz in Organisationen.

2 Prozess der De-Institutionalisierung

Lange galt die Ungleichbehandlung der Geschlechter als „natürlich“ und legitim, basierend auf der im 19. Jahrhundert entwickelten Vorstellung einer grundsätzlichen Verschiedenheit zwischen Mann und Frau begründet in der evidenten körperlichen Andersartigkeit. Die Sonderbehandlung von Frauen wurde allerdings begründungsbedürftig als das Konzept der grundlegenden Verschiedenheit der Geschlechter durch die Auffassung ihrer prinzipiellen Gleichheit ersetzt. Die Durchsetzung des Gleichberechtigungsmodells war eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass geschlechtsspezifische Ungleichheit überhaupt wahrgenommen und als illegitim interpretiert werden konnte. (vgl. Heintz et al. 2007: 262f.)

Um dem Konzept Heintz´ (2008) einer De-Institutionalisierung kritisch zu beleuchten und auf Plausibilität zu prüfen, sollen im Folgenden die möglichen Ebenen kulturellen Wandels und geschlechtlicher Ungleichheit und ihre Phänomene skizziert werden.

2.1 Ebenen der De-Institutionalisierung

Ebenen des kulturellen Wandels:

Nach Buchmann/ Eisner (2001: 78) lassen sich kulturelle Prozesse, so auch der De-Institutionalisierungsprozess auf drei analytischen Ebenen differenzieren:

- gerichteter Wandel: Veränderungsprozesse, die ein eindeutiges Abbild des Verhältnisses zwischen der Zeit und ihren relevanten Wandlungsdimensionen liefern. Fokus: Was hat sich verändert? (Trends)
- Stabilität kultureller Wirklichkeit: kulturelle Reproduktion durch Traditionen, Sozialisation, Trägheit von Institutionen, Interessen machthaltiger Gruppen. Hier kann die Organisation als möglicher Stabilisator von kulturellen Rollen und Codes verortet werden. Fokus: Was ist relativ stabil geblieben?
- Diskontinuität kultureller Realität: Veränderungen ohne definierte Richtungsdimension wie Veränderung und Entstehen von – neuen - Werten bzw. Deutungsmustern. Fokus: Gibt es kulturelle Neuerungen und Innovationen die durch historische Umbrüche oder Zäsuren eingeleitet sind?

Auf der Ebene der Trends ist die Modernisierung mit ihren Phänomen der funktionalen Differenzierung von Ehe und Familie und die Institutionalisierung der Geschlechtergleichheit zu lokalisieren. Hinsichtlich der kulturellen Reproduktion müssen strukturelle Geschlechterdifferenzen trotz formaler Gleichheit betrachtet werden und i.S. der kulturellen Diskontinuität der Epochenumbruch in den 60er und 70er Jahren, was im Abschnitt 2.2 diskutiert wird. Im Sinne Buchmann und Eisner (2001) findet der Abbau von Geschlechterungleichheiten auf der Ebene des gerichteten Wandels als vielschichtiger Prozess der Modernisierung westlicher Gesellschaften statt. Die vielseitig erfassten gesellschaftlichen Entwicklungstrends weisen auf eine langfristige Abnahme der Geschlechterdifferenz hin, die auf der Entstehung moderner ökonomischer und politischer Institutionen basiert, die zu einer säkularen Machtverschiebung, einer graduellen Verschiebung sozialer Macht von Haushalt und Familie auf formale Organisationen in Politik und Wirtschaft geführt haben. (vgl. ebd.: 78-82)

Ebenen geschlechtlicher Ungleichheit

Heintz (2001: 16-23) folgt in ihrer Argumentation Luhmanns Ebenentypologie zur Differenzierung der Prozesse hinsichtlich der Herstellung und dem Abbau von Geschlechterungleichheit und unterscheidet folgende drei Ebenen:

- Interaktion: Rolle und Rollenverhalten und Rollenerwartung
- Organisation: Formalisierung von Institutionen
- Weltgesellschaft: Staat i.S. von Gesetzten, Wohlfahrt. Sozialeinrichtungen, Arbeitsmarkt

Das heißt, die im Folgenden aufgezeigten Phänomene der De-Institutionalisierung lassen sich also auf Makroebene sowie auf Mikroebene[3] differenzieren.

2.2 Phänomene der De-Institutionalisierung

Die Prozesse der De-Institutionalisierung sind mit Hilfe der vorab vorgenommenen Differenzierung folglich auf unterschiedlichen Ebenen zu verorten. In der vormodernen Gesellschaft waren Frauen und Männern verschiedene soziale Orte und Funktionen zugewiesen. Die Zuweisung wurde jedoch ständisch gebrochen. Mit der Auflösung der ständischen Ordnung wurde Vorraussetzung zur Geschlechterordnung mit Universalitätsanspruch geleistet. (vgl. Heintz 2001: 11) Im 19. Jahrhundert wurden Mann und Frau grundsätzlich als verschieden angesehen, deren Andersartigkeit sich in der körperlichen Differenz begründet. Es herrschte eine „natürliche“ Ungleichbehandlung nach dem Differenzmodell. Diese Vorstellung wurde abgelöst von dem Prinzip der grundlegenden Gleichheit, einer Semantik der Gleichberechtigung. Dies hat sich auch auf globaler Ebene institutionalisiert, indem Geschlechterverhältnisse weltweit affiziert wurden und sind. (vgl. Heintz 2001: 11; 2008: 232-234) Die Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben führte zur kontinuierlichen Abnahme geschlechterbezogener Binnendifferenzierungen in Familie und Ehe (vgl. Buchmann/ Eisner 2001: 81) und ging einher mit einer fortschreitenden Individualisierung und die Institutionalisierung von Geschlechtergleichheit durch graduelle Erweiterung von Mitgliedschaftsrechten. (ebd.: 81f.) (ebd.: 82)

Folgend die bedeutendsten Meilensteine auf den Ebene des gerichteten Wandels und der Weltgesellschaft:

Global

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gegenwärtig ist die Gleichstellungspolitik in Deutschland dem Arbeitsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugeteilt. Die Bundesregierung plant, einmal pro Legislaturperiode einen Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zur Darstellung der allgemeinen Gleichstellungssituation zwischen Männern und Frauen zu veröffentlichen.

[...]


[1] Segregation definieren Allmendinger/ Podsiadlowski als „zunächst unterschiedliche Konzentration von Männern und Frauen in Berufen, Wirtschaftsbereichen, Tätigkeitsgruppen und hierarchischen Positionen.“ (2001: 278)

[2] Studienergebnisse verweisen auch darauf, dass beispielsweise in traditionell familienorientierten Ländern die Segregation höher ist als in formal egalitären. (vgl. Allmendinger/ Podsiadlowski 2001: 280)

[3] Makroebene ist die gesamtgesellschaftliche Ebene, die makrosoziale Phänomene wie Kapitalismus, Urbanisierung, Wohlfahrt umfasst und somit die Gesellschaft des Ganzen einbezieht. Die Mikroebene hingegen bezeichnet die zwischenmenschliche Ebene und alles soziale Handeln. Mikrosoziale Phänomene sind also unter anderem Interaktionen, wirtschaftliches Handeln oder Berufswahl, was sich unter dem Begriff der sozialen Interaktionen zusammenfassen lässt.

[4] Dies hatte die Entstehung von Gleichstellungsbehörden und die Aufhebung von Arbeitsschutzgesetzen (Nachtarbeit) und Angleichung der Lehrpläne, sowie die zusätzliche Formulierung in Verfassungen von einem drittel der Länder, den Staat als aktiven Part in der Durchsetzung der Gleichberechtigung aufzunehmen, zur Folge.

[5] Im Vergleich dazu die Einführung des uneingeschränkten Frauenwahlrechtes 1902 in Australien, 1906 Finnland, 1913 Norwegen, 1915 Dänemark, 1918 u.a. Österreich, Polen, Kanada, Russland, Estland, Lettland und Vereinigtes Königreich, 1920 USA, 1928 Groß Britannien, 1930 Türkei, 1944 Frankreich, 1946 Italien, 1948 Belgien, 1950 Indien, 1963 Iran, 1971 Schweiz, 1984 Lichtenstein, 2003 Afghanistan und 2005 Kuwait. (vgl. Inter-Parliamentary Union 2011)

[6] Grundgesetz Art 3. (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Über die Plausibilität und Aktualität des Phänomens der De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenzen
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung)
Veranstaltung
Gender in Organisationen
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V187854
ISBN (eBook)
9783656113645
ISBN (Buch)
9783656114277
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechterdifferenzen, Bettina Heintz, gender pay gap, Gender, Diversity, Frauenquote, Segregation, Deinstitutionalisierung, Gläserne Decke, Frauen in Führungspositionen, Gender in Organisationen
Arbeit zitieren
Diplom-Kommunikationspsychologin Alexandra Mietusch (Autor), 2011, Über die Plausibilität und Aktualität des Phänomens der De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187854

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