Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Movies and Television

Empathie mit Tieren in dem Film 'Mikrokosmos- Das Volk der Gräser' von Claude Nuridsany und Marie Pérennou

Title: Empathie mit Tieren in dem Film 'Mikrokosmos- Das Volk der Gräser' von Claude Nuridsany und Marie Pérennou

Intermediate Examination Paper , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Deutsch (Author)

Communications - Movies and Television
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Eines ist jedoch sicher,
der Mensch ist alleine in seinem Universum, in dem sich nur selten seine Blicke mit denen
der Tiere kreuzen. Ein Gefühl der Vertrautheit stellt sich für einen kurzen Moment ein und
der Augenblick des gegenseitigen Erkennens beunruhigt den Menschen ein wenig. Dann
ruft der menschliche Verstand ihn wieder in sein eigenes Universum zurück und das Tier,
welches einen Augenblick zuvor noch Gefährte war, ist wieder in seiner Welt, deren Sprache
wir nicht kennen. Die Tiere bewohnen eine zur menschlichen parallelen Welt. Bei den
üblichen Haustieren, die den Besitzer umschnurren, ihn schwanzwedelnd an der Haustür
empfangen oder putzig piepende Geräusche machen gelingt bisweilen der Blick in die
fremde Welt der Tiere. Man kann sich einfühlen, die Tiere lieben und versuchen, seinen
Lebensraum zu teilen. Das Universum der Insekten ist von der „normalen“ Welt der
Haustiere, besonders aber von der der Menschen sehr weit entfernt, sie liegt an der Grenze
unserer Wahrnehmungsfähigkeit. Die Augen der Insekten betrachten uns und aus dieser
anderen Welt, sie sind eine Art Spiegel, der uns unsere eigene Merkwürdigkeit erkennen
lässt1. Die meisten Menschen vermögen sich mit „normalen“ Tieren ohne weiteres zu
identifizieren, eine Art Beziehung zu ihnen aufzubauen. Insekten dagegen sind das Ziel
zahlreicher Phobien und Ängste, da sie eine vom Menschen völlig fremdartige Gestalt
haben. Sie bewegen sich anders und sie kommunizieren anders. Der Film Mikrokosmos
handelt von genau diesen uns so fernen Tieren. Anhand dieses Films versuche ich in
meiner Arbeit offen zu legen, ob man den Empathiebegriff, an welchen eine schrittweise
Annäherung im ersten Teil der Arbeit erfolgt, auch auf die Insekten im Film Mikrokosmos
anwenden kann. Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge stehen am Beginn der
Arbeit einige Kapitel zu Inhalt, Entstehung und den Machern des Films. Darauf folgt ein
allgemeiner Ansatz aus der Psychologie, um die eigentliche Bedeutung vom Empathie zu
erläutern und diese final auf die Tierwelt zu übertragen. Im entscheidenden Kapitel des
Hauptteils werde ich mich auf einzelne Sequenzen des Films beziehen und an ihnen die
Mittel von Nuridsany und Pérennou, mit denen sie eine empathische Beziehung zwischen
Zuschauer und Insekt herstellen, offen legen.

1 NURIDSANY, Claude/PÉRENNOU, Marie. Mikrokosmos- Das Volk in den Gräsern. Bern: Scherz Verlag,
1997, S. 4 (Sigle: NURIDSANY/PÉRENNOU, Mikrokosmos)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Film Mikrokosmos

2.1 Inhalt

2.2 Claude Nuridsany und Marie Pérennou

2.3 Entstehung des Films Mikrokosmos

2.4 Rezeption des Films Mikrokosmos

3. Empathie

3.1.1 Empathie als allgemein kognitive Fähigkeit oder affektive Reaktion

3.1.2 Abgrenzung von Empathie und Mitleid

3.2 Empathie als prozesshaftes Geschehen

4.1 Empathie mit dem Tier

4.2 Was Mensch und Tier verbindet und gleichzeitig trennt

5.1.1 Empathie mit Insekten

5.1.2 Kleiner Exkurs

5.1.3 Die Liebe zu Insekten

5.2 Empathie in dem Film Mikrokosmos

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der menschliche Empathiebegriff auf die insektenartige Welt des Dokumentarfilms "Mikrokosmos – Das Volk der Gräser" angewendet werden kann. Dabei wird analysiert, wie die Regisseure durch spezifische filmische Mittel – wie Kameraeinstellungen, Sounddesign und die Fokussierung auf einzelne Lebenssequenzen – eine empathische Brücke zwischen dem menschlichen Zuschauer und den als fremd empfundenen Insekten schlagen.

  • Psychologische Grundlagen und Definitionen von Empathie und Mitleid.
  • Die Rolle der Anthropomorphisierung in der Mensch-Tier-Beziehung.
  • Die Bedeutung von Perspektive und visueller Identifikation im Tierfilm.
  • Analyse spezifischer Filmszenen hinsichtlich ihrer empathischen Wirkung auf den Zuschauer.

Auszug aus dem Buch

Empathie mit dem Tier

Die vorhergehenden Kapitel stellen zwar heraus, was man im allgemeinen unter Empathie versteht, jedoch habe ich mich bis hierhin nur auf Empathie mit anderen Menschen bezogen. Empathie setzt jedoch, wenn es ein sich einfühlen zwar erleichtert, eine Wesensgleichheit nicht zwingend voraus. In der Empathiefrage spielen Zoos, welche auch heute noch eine große Faszination und Anziehungskraft auf deren Besucher ausüben, eine große Rolle, da sie sich hier zwar in einer künstlich geschaffenen, aber trotzdem direkten Nähe zu den Tieren, befinden. Besonders die Gesichter der Tiere sind als Grund für diese seltsame Faszination zu nennen.

Fühlen wir doch eigentlich Empathie mit Lebewesen, Menschen, die uns möglichst ähnlich oder sympathisch sind, so hat das tierische Gesicht, mit seiner fremdartigen Physiognomie zunächst wenig mit diesem Gedanken zu tun. Sie unterscheiden sich vom Menschen neben ihrem Äußeren vielmehr in ihren stark differierenden Gewohnheiten und physischen Fähigkeiten. Trotz der fremden Materialität des Gesichtsausdrucks der Tiere meinen Zoobesucher jedoch einen vermeintlichen Charakterausdruck darin zu erkennen, da er ihn unweigerlich mit der menschlichen Physiognomie vergleicht. Diese Übertragung menschlicher Attribute, Situationen und Handlungsweisen auf das Tier bezeichnet man als Anthropomorphisierung. Der Tierbeschauer vergleicht sich selbst also mit dem Tier, anthropomorphisiert und schlüpft imaginativ in das Tier, er empfindet Empathie mit dem Tier, das er beobachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Kluft zwischen Mensch und Insektenwelt sowie Erläuterung des Forschungsziels, den Empathiebegriff auf den Film anzuwenden.

2. Zum Film Mikrokosmos: Beschreibung des Films, seiner Macher, der technischen Entstehung sowie der filmischen Rezeption.

3. Empathie: Theoretische Herleitung des Empathiebegriffs, Abgrenzung von Mitleid und Betrachtung als prozesshaftes Geschehen.

4.1 Empathie mit dem Tier: Untersuchung der Übertragbarkeit von Empathie auf Tiere, insbesondere durch Anthropomorphisierung.

4.2 Was Mensch und Tier verbindet und gleichzeitig trennt: Reflexion über die Rolle des Blicks und die (fehlende) Kommunikation zwischen Mensch und Tier.

5.1.1 Empathie mit Insekten: Analyse der spezifischen sensorischen und physischen Unterschiede zwischen Mensch und Insekt.

5.1.2 Kleiner Exkurs: Betrachtung der physikalischen Unterschiede wie Schwerkraft und Wahrnehmung.

5.1.3 Die Liebe zu Insekten: Dokumentation der persönlichen Auseinandersetzung mit Insektenliebhabern und deren Faszination.

5.2 Empathie in dem Film Mikrokosmos: Detaillierte Analyse ausgewählter Filmszenen und deren Beitrag zur Identifikation des Zuschauers mit den Insekten.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Films als Mittel zur Überwindung der Distanz zwischen Mensch und Natur.

Schlüsselwörter

Empathie, Insekten, Mikrokosmos, Anthropomorphisierung, Tierfilm, Dokumentarfilm, Perspektivübernahme, Mitleid, Wahrnehmung, Identifikation, Naturbeobachtung, Filmästhetik, Mensch-Tier-Beziehung, Insektenwelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie ein Dokumentarfilm über Insekten – eine Tiergruppe, zu der Menschen oft eine ambivalente Beziehung pflegen – durch filmische Gestaltung Mittel und Wege findet, beim Zuschauer Empathie zu erzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Definition von Empathie, dem Prozess der Anthropomorphisierung im Umgang mit Tieren sowie der filmischen Analyse zur Erzeugung von Nähe zwischen Zuschauer und Insekt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, offen zu legen, ob der Empathiebegriff erfolgreich auf die Welt der Insekten übertragen werden kann, wenn diese in einem filmischen Kontext (hier "Mikrokosmos") präsentiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Basis aus der Psychologie und Filmwissenschaft und kombiniert diese mit einer Sequenzanalyse des Films "Mikrokosmos", ergänzt durch Beobachtungen eines Testpublikums.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil befasst sich nach der theoretischen Fundierung der Empathie intensiv mit den filmischen Mitteln wie Musik, Kameraeinstellungen und Perspektivwechseln, um eine Identifikation des Zuschauers mit den Insekten zu ermöglichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Empathie, Anthropomorphisierung, Perspektivübernahme und die filmische Vermittlung von Naturerfahrungen geprägt.

Inwiefern spielt der "Blick" eine Rolle bei der Empathie mit Insekten?

Der Blick wird als zentrales Mittel der empathischen Verbindung beschrieben, obwohl Insekten oft keine pupillenförmigen Augen im menschlichen Sinne besitzen; die Arbeit hinterfragt, wie der Mensch dennoch versucht, diese Physiognomie zu interpretieren.

Warum ist die "Zeitwahrnehmung" der Insekten für das Thema relevant?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Insekten die Welt in einer anderen Zeitdimension erleben. Durch das Aufzeigen dieser Unterschiede im Film gelingt es dem Zuschauer besser, die "fremde" Lebenswelt zu verstehen und sich in die Akteure einzufühlen.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Empathie mit Tieren in dem Film 'Mikrokosmos- Das Volk der Gräser' von Claude Nuridsany und Marie Pérennou
College
Braunschweig Academy of fine arts  (Medienwissenschaft)
Course
PrSE 5309: Tierfilm: Darwin, Disney, Dinos
Grade
1,3
Author
Andrea Deutsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V18789
ISBN (eBook)
9783638230551
Language
German
Tags
Empathie Tieren Film Mikrokosmos- Volk Gräser Claude Nuridsany Marie Pérennou PrSE Tierfilm Darwin Disney Dinos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Deutsch (Author), 2003, Empathie mit Tieren in dem Film 'Mikrokosmos- Das Volk der Gräser' von Claude Nuridsany und Marie Pérennou, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18789
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint