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Oedipus - ein tragischer Held mit Fehlern?

Analyse von Sophokles' Werk "Oedipus"

Title: Oedipus - ein tragischer Held mit Fehlern?

Term Paper , 2009 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Vincenza Incorvaia (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit Ödipus hat Sophokles ein Werk geschaffen, das den Zuschauer bzw. den Leser vor die spannende Frage nach der Schuld bzw. der Unschuld des Protagonisten stellt.
Diese Diskussion besteht seit jeher und wird vermutlich nie enden, da es keine richtige Antwort gibt.
Ob man Ödipus nun für schuldig bzw. für nicht schuldig erklärt, ist davon abhängig, worin man die Ursache für das Unglück des tragischen Helden sucht. Sieht man die Gründe für das „menschliche Unglück“ in dem Handeln der Figur oder stürzt sie hauptsächlich durch das Schicksal bzw. durch Fremdeinwirkung in ihr Unglück?
Ist Ödipus' Blindheit und Selbstüberschätzung Schuld an seinem Schicksal oder ist er einfach das Opfer des Schicksals, das für ihn bestimmt war?1
Diese Arbeit basiert auf Aristoteles Meinung, dass ganz bestimmte Merkmale notwendig sind, um eine gute Tragödie zu schaffen.2 Aus diesen Merkmalen ergibt sich nämlich die Tragödie als „rein menschliches Geschehen“.3 Es ist keine Interpretation des gesamten Werkes vorgesehen, sondern die Betrachtung einiger Situationen, die aufzeigen, inwiefern Ödipus dem tragischen Helden nach Aristoteles entspricht. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht auch die Frage, inwiefern Ödipus selbst Schuld an seinem Schicksal trägt und welche Charaktereigenschaften für sein Scheitern von Bedeutung sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aristoteles' Poetik

3. Oedipus Charaktereigenschaften

3.1 Blindheit

3.2 Ödipus Selbstüberschätzung

4. Fazit

5. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Sophokles' Werk "König Ödipus" die Frage nach der Schuld und Unschuld des Protagonisten. Unter Einbeziehung der poetologischen Kriterien von Aristoteles wird analysiert, inwiefern Ödipus' spezifische Charaktereigenschaften wie Blindheit und Selbstüberschätzung zu seinem tragischen Scheitern beitragen.

  • Analyse des tragischen Helden nach Aristoteles' Poetik
  • Die Thematik der Schuldfrage bei Ödipus
  • Untersuchung der Charaktereigenschaft "Blindheit" als symbolisches und reales Motiv
  • Evaluierung der Rolle von Selbstüberschätzung und Impulsivität
  • Zusammenhang zwischen intellektueller Begabung und mangelnder Selbsterkenntnis

Auszug aus dem Buch

3.1 Blindheit

In der Theresias-Szene zeigt sich deutlich, dass Sophokles einen Schwerpunkt auf Ödipus Schwäche des Nicht-sehens legt. Denn er erlaubt sich an dieser Stelle des Stücks ein dauerndes Spiel zwischen dem blinden Sehenden und dem sehenden Blinden.

Ödipus lässt den Seher Theresias zu sich bestellen, denn dieser soll ihm helfen, den Mörder des Laios zu entlarven. Nach langem Zögern sagt Theresias, was er weiß: […] Ans Licht wird kommen: mit den eigenen Kinder lebt er zusammen, als ihr Bruder und ihr Vater, der gleiche Mann, ist er der Frau, der er entspross, Sohn und Gemahl und des Vaters Mitsäer und sein Mörder! […].

Die Details, die Theresias nennt, treffen genau auf die Vorhersage des Orakels von Delphi zu, die Ödipus erhalten hat (vgl. Ö 791 ff). Doch Ödipus glaubt ihm nicht und statt über die Worte des Sehers nachzudenken, beschuldigt er ihn, von Kreon gesandt worden zu sein, um ihn vom Thron zu stürzen (vgl. Ö 378ff).

Hier lässt sich klar Ödipus „Mangel an Hellhörigkeit“ erkennen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorhersage des Sehers und das Orakel nur zufällig übereinstimmen, ist eher unwahrscheinlich. Sophokles hat in dieser Szene bewusst den Blinden zum Sehenden und den Sehenden zum Blinden gemacht. Einen einzigen kurzen Augenblick des Überlegens gibt es, als Ödipus auf Theresias weiteren Andeutungen hin nachfragt, wer seinen wahren Eltern sind (vgl. Ö 438). Doch fällt er auch sofort wieder in seine Blindheit zurück, nachdem Theresias ihm etwas ausweicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Schuldfrage bei Ödipus ein und skizziert den methodischen Rahmen auf Basis der aristotelischen Poetik.

2. Aristoteles' Poetik: Hier werden die zentralen Anforderungen an eine Tragödie und das Konzept des tragischen Helden nach Aristoteles erläutert, wobei Ödipus als exemplarisches Beispiel dient.

3. Oedipus Charaktereigenschaften: Dieses Kapitel widmet sich den spezifischen psychologischen Dispositionen der Figur, die für den tragischen Ausgang wesentlich sind.

3.1 Blindheit: Die Analyse konzentriert sich auf die symbolische und wörtliche Blindheit des Protagonisten, insbesondere in der Auseinandersetzung mit dem Seher Theresias.

3.2 Ödipus Selbstüberschätzung: Hier wird aufgezeigt, wie Ödipus' Intelligenz und sein Stolz als "Rätsellöser" ihn zu übereilten Handlungen und einer Verkennung der Realität führen.

4. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Ödipus' Scheitern durch das Zusammenspiel seiner intellektuellen Größe und seiner charakterlichen Schwächen bedingt ist.

5. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Untersuchung der Ödipus-Tragödie.

Schlüsselwörter

Sophokles, König Ödipus, Aristoteles, Poetik, Tragödie, Tragischer Held, Schuldfrage, Blindheit, Selbstüberschätzung, Schicksal, Hamartia, Seher Theresias, Rätsellöser, Charaktereigenschaften, Antike Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Charakteranalyse von Sophokles' Ödipus und untersucht, inwieweit der Protagonist selbst die Verantwortung für sein tragisches Schicksal trägt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung fokussiert sich auf die aristotelische Theorie der Tragödie, die psychologischen Schwächen des Helden sowie das Spannungsfeld zwischen Vorbestimmung und eigenem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie bestimmte Merkmale und Charakterschwächen bei Ödipus das Einsetzen des tragischen Umschwungs vom Glück ins Unglück forcieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Originaltext von Sophokles unter den Maßstäben der Poetik des Aristoteles betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle von Blindheit und Selbstüberschätzung an konkreten Szenen des Stücks, wie etwa dem Dialog mit Theresias.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind das tragische Scheitern, die Hamartia (Fehlhandlung), die intellektuelle Selbstüberzeugung des Helden und die daraus resultierende Blindheit gegenüber der Wahrheit.

Warum spielt die Figur des Sehers Theresias eine so zentrale Rolle?

Theresias fungiert als Spiegel, der Ödipus mit der Wahrheit konfrontiert, jedoch durch Ödipus' impulsive und arrogante Abwehrreaktion in seiner Wirkung neutralisiert wird.

Ist Ödipus laut der Analyse ein reines Opfer des Schicksals?

Nein, die Analyse legt nahe, dass Sophokles eine Figur geschaffen hat, deren individuelles Handeln und deren Unfähigkeit zur Selbsterkenntnis maßgeblich zu ihrem Untergang beitragen.

Welche Bedeutung kommt der Intelligenz von Ödipus zu?

Obwohl Ödipus durch seine Lösung des Sphinx-Rätsels als überdurchschnittlich intelligent dargestellt wird, nützt ihm dieser Verstand in seiner Wut und bei der Suche nach der Wahrheit wenig, da sein Charakter der ruhigen Besonnenheit entbehrt.

Wie bewertet der Autor Ödipus' Verhalten am Ende des Stücks?

Der Autor stellt fest, dass Ödipus' Reue am Ende eher ein Selbstmitleid als ein tiefgreifendes Einsehen über die eigenen Fehler darstellt.

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Details

Title
Oedipus - ein tragischer Held mit Fehlern?
Subtitle
Analyse von Sophokles' Werk "Oedipus"
College
University of Tubingen  (Germanistik)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Vincenza Incorvaia (Author)
Publication Year
2009
Pages
10
Catalog Number
V187938
ISBN (eBook)
9783656116233
ISBN (Book)
9783656116592
Language
German
Tags
oedipus- held fehlern analyse sophokles werkes oedipus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vincenza Incorvaia (Author), 2009, Oedipus - ein tragischer Held mit Fehlern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187938
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