Physisch-geographische Genese und touristische Potenziale der Hohen Tatra


Seminararbeit, 2010

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Physisch - geographische Genese der Hohen Tatra
2.1 Geographische Einordnung des Tatra Gebietes
2.2 Klimatische Gegebenheiten der Hohen Tatra
2.3 Die Entstehungsgeschichte und der geologisch-tektonische Bau der Hohen Tatra

3 Touristische Potenziale der Hohen Tatra
3.1 Die Unterschiedlichen Schwerpunkte des Tourismus
3.1.1 Gesundheitstourismus im slowakischen Hochland
3.1.2 Der städtisch-kulturelle Tourismus in der Tatra-Region
3.1.3 Naturfremdenverkehr und Skitourismus
3.2 Zakopane - Das touristische Zentrum der polnischen Tatra im Vergleich zum Wintersportgebiet St. Anton am Arlberg in Österreich

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Zerklüftete Felsen, weitläufige Landschaften, tiefe Canyons, präparierte Skipisten und heiße Thermalquellen. All diese Elemente findet man im flächenmäßig kleinsten Hochgebirge der Welt, der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten. Die Entstehungsgeschichte dieses Höhenzuges ist ebenso faszinierend wie seine Bedeutung in heutiger Zeit. Ein fast vergessenes Fleckchen Erde in der Grenzregion zwischen Polen und der Slowakei, das zwar einige wenige begeisterte Sympathisant vorzuweisen hat, aber dennoch als weitestgehend unbekannt gilt. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Entstehung der Hohen Tatra geben. Es stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Karpatengebirge und den Ostalpen besteht.

Des Weiteren wird die Entwicklung des touristischen Potenzials dieser Region näher erläutert. Es wird der Frage nachgegangen, in wie weit sich das Gebiet um die Hohe Tatra während der letzten Jahrhunderte entwickelt hat und vor allem, wie das Reservoir an touristischen Kapazitäten ausgebaut wurde.

Die Arbeit soll die Region um die Hohe Tatra näher erläutern, den geologisch-tektonischen Werdegang des Gebirges beschreiben und die fremdenverkehrliche Nutzung der Slowakei und Polens im Bereich der Hohen Tatra darlegen.

2 Physisch-geographische Genese der Hohen Tatra

Die Karpaten sind sowohl aus geologischer als auch aus morphologischer Sicht der östliche Fortlauf der Alpen. Das Gebirge gliedert sich in insgesamt drei Teile, die Westkarpaten im Grenzgebiet zwischen Polen und der Slowakei, die Waldkarpaten, die sich vom Ostrand der Westkarpaten in süd-östlicher Richtung bis hin zu den Ostkarpaten in der Ukraine erstrecken, sowie die Südkarpaten, die wiederum im Zentrum von Rumänien in West-Ost-Richtung verlaufen (SUCCOW 1990:159).

Die folgende physische Karte zeigt den gesamten Verlauf der Karpaten durch alle vier Nationen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Physische Karte der Karpaten

Quelle: www.google-maps.de

Die Hohe Tatra in den Westkarpaten zählt zu den kleinsten Hochgebirgen der Welt. Als Hochgebirge wird im Allgemeinen eine größere Vollform bezeichnet, „die sich bedeutend über den Meeresspiegel erhebt und über spezielle ökologische Merkmale verfügt“ (LESER 2005:351). Der höchste Berg der Slowakei, der Gerlachovský mit einer Höhe von 2655 m befindet sich im Zentrum der Hohen Tatra und ist gleichzeitig auch der höchste Berg der Karpaten. Der höchste Berg auf polnischer Seite ist der Rysy, zu Deutsch -Meeraugspitze-, mit einer Höhe von 2503 m. Es wird vermutet, dass die Hohe Tatra während des Paläozoikums entstanden ist, aber sich erst vor etwa 1 Million Jahre als kontinentales Hochgebirge stabilisierte. Das heutige Erscheinungsbild ist auf die Aufeinanderfolge von Eiszeiten, Vergletscherungen und Eisschmelzen zurückzuführen. Ihren typisch alpinen Charakter erhielt das Gebiet nach der letzten Eiszeit, der Weichsel-/Würmeiszeit vor rund 9000 Jahren. Das Gebiet um die Hohe Tatra ist geprägt von glazialen Formen, so sind beispielsweise Trogtäler, zerklüftete Grade, Kare, Moränenwelle und Gletscherseen in weiten Teilen der Region zu finden. Diese alpinen Grundelemente weisen darauf hin, dass die Karpaten und die Ostalpen in engem tektonischem Zusammenhang stehen. „Die Westkarpaten stellen zweifelsfrei die Fortsetzung der nördlichen Falten- und Deckenzüge der Ostalpen dar“ (BARSCH/KRÜGER 1989:234).

2.1 Geographische Einordnung des Tatra Gebirges

Die Hohe Tatra bildet den nördlichsten Teil des 1200 km langen Karpatenbogens und zählt zu den Westkarpaten. Das Hochgebirge erstreckt sich auf einer Länge von rund 51 km zwischen den Gebirgspässen Hucianska und Zdziarska zu beiden Seiten der polnisch-slowakischen Grenze (GAWIN/SCHULZE 2006:10). Die Einordnung im Gradnetz der Erde zeigt, dass sich das Gebiet um die Hohe Tatra auf einer geographischen Breite von etwa 49° und einer geographischen Länge von 19°50’ befindet. Die Hohe Tatra gehört zu einem Fünftel zu Polen und zu vier Fünfteln zur Slowakei. Das gesamte Areal ist als Nationalpark deklariert und steht unter besonderem Schutz der UNESCO. Die aus touristischer Sicht wichtigste Stadt in diesem Gebiet ist Zakopane im Norden, auf polnischem Territorium.

2.2 Klimatische Gegebenheiten der Hohen Tatra

Die klimatischen Bedingungen in einem der kleinsten Hochgebirge der Welt sind zweifelsohne sehr außergewöhnliche. An 120 Tagen im Jahr liegen die Durchschnittstemperaturen in der Hohen Tatra unter dem Gefrierpunkt und etwa 25 % aller Niederschläge fallen als Schnee (GAWIN/SCHULZE 2006:13). Das Klima ist zum einen geprägt durch die östliche Lage des Gebirges, zum andern durch die vertikale Gliederung des Gebirgslaufs, sowie durch eine erhebliche Nord-Süd-Differenzierung vor allem im Hinblick auf die Niederschlagssummen. Das folgende Diagramm zeigt die klimatischen Gegebenheiten der Hohen Tatra in nordwest-südöstlichem Verlauf von Zakopane im Norden bis Poprad im Süden des Gebirges.

Tab.1: Klimawerte der Hohen Tatra

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Barsch/Krüger 1989:239 Entwurf: Eigener

Deutlich wird vor allem die Differenzierung der Niederschlagswerte. Beträgt die Jahresniederschlagsmenge in Zakopane 1107 mm, so liegt sie im südlich gelegenen Poprad bei lediglich 579 mm. Auch die Vegetationsperiode bei einer Mitteltemperatur von etwa 5°C ist in Poprad mit 190 Tagen höher als in Zakopane. „Die innere klimatische Differenzierung des Gebirgskomplexes ergibt sich primär aus den Höhenlagen und der Exposition einzelner Räume“ (BARSCH/KRÜGER 1989:239). Zurückzuführen ist diese Unterteilung auf die unterschiedliche Sonneneinstrahlung, die Temperaturgegensätze und die Niederschlagsverteilung. Außerdem bildet der Gebirgskomplex eine natürliche Barriere für den, aus Süd-Westen kommenden Westwind. So entsteht der so genannte -Halny-, ein Föhnwind, von dem vor allem die Stadt Zakopane betroffen ist. Hauptsächlich in den Sommermonaten kommt es zu intensiven vertikalen Luftmassenaustauschprozessen, die häufig zu Gewittern führen. Die folgenden beiden Klimadiagramme verdeutlichen die klimatischen Unterschiede zwischen den beiden Städten Zakopane im Norden und Poprad im Süden der Hohen Tatra zusätzlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Klimadiagramm Poprad

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Klimadiagramm Zakopane

Quelle: www.klimadiagramme.de Quelle: Succow 1989:162

Diese klimatische Differenzierung in der Region der Hohen Tatra bedingt die Ausbildung von insgesamt sechs Vegetationshöhenstufen. Die unterste, submontane Höhenstufe war vor der Besiedelung des Gebietes geprägt von Eichen- und Hainbuchenmischwäldern, heute jedoch findet man hier vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche vor. Der montane Tannen- und Buchenwald besteht gegenwärtig nur noch zu etwa 3 % aus Laubbäumen, denn ganze 70 % der Tatrawälder werden von Fichten eingenommen. Die montane Höhenstufe ist stark forstwirtschaftlich geprägt und für die Bevölkerung, im Hinblick auf den Export von Holz, auch von kommerziellem Interesse. In der folgenden hochmontanen Höhenstufe ist die natürliche Baumgrenze zu finden, die mittlerweile bei einer Höhe von etwa 1600 m liegt. Vor der Besiedelung der Region und den damit verbundenen fortschreitenden Rodungen der Wälder, lag diese Grenze 200 m höher. Oberhalb von 1600 m beginnt die subalpine Zone, die von Sträuchern, Bergkiefern und blühenden Pflanzen aller Art dominiert wird. Es folgt die alpine Höhenstufe, wo auf Grund der klimatischen Verhältnisse, der Bodenbeschaffenheit und der Exposition viele verschiedene Arten von Gräsern, Moosen und Flechten zu finden sind. Bei etwa 2250 m eröffnet sich die höchste, die subalpine Stufe der Hohen Tatra. Abbildung vier zeigt die Abfolge der einzelnen Höhenstufen und nennt den jeweiligen dazugehörigen Vegetationstypen (SUCCOW 1989:159-163).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Höhenstufen der natürlichen Vegetation in den Westkarpaten

Quelle: Succow 1989:163

Die vorherrschenden Pflanzenarten, aber auch die Tierwelt in den Karpaten sind ähnlich denen der Alpen und dies wiederum lässt darauf schließen, dass ein Zusammenhang zwischen den Westkarpaten und den Ostalpen bestehen muss.

2.3 Die Entstehungsgeschichte und der geologisch-tektonische Bau der Hohen Tatra

Genauso wie auch die Alpen zählt der Karpatenbogen zu den jüngeren Gebirgen der Erde. Die alpidische Faltung der Hohen Tatra fand hauptsächliche vor etwa 60 Millionen Jahren im Alttertiär statt, ebenso wie die Faltung der Ostalpen (Haltenberger 1962:397). Das kleine Hochgebirge besteht vornehmlich aus Graniten, wobei in einigen Teilen im Norden der Hohen Tatra auch kristalliner Schiefer und kalkreiches Sedimentgestein aus der Trias zu finden sind (SUCCOW 1989:159).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Physisch-geographische Genese und touristische Potenziale der Hohen Tatra
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Regionalseminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V187952
ISBN (eBook)
9783656113553
ISBN (Buch)
9783656114123
Dateigröße
1508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hohe Tatra, Polen, Zakopane, Westkarpaten, Slowakei
Arbeit zitieren
Julia Braun (Autor), 2010, Physisch-geographische Genese und touristische Potenziale der Hohen Tatra , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187952

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