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Christlich-ethische Überlegungen zur medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS

Titel: Christlich-ethische Überlegungen zur medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS

Examensarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: 1

Autor:in: Janka Vogel (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die medikamentöse Behandlung von Kindern/ Jugendlichen ist deshalb risikobehaftet, da sie sich noch in der körperlichen und geistigen Entwicklung befinden. Kaum ist bekannt, inwieweit die eingesetzten Medikamente Hirnschäden verursachen können oder die kindliche Entwicklung anderweitig gefährden können. Hinzu kommt, dass es sich bei dem eingesetzten Medikament um ein Amphetamin mit hohem Suchtfaktor handelt und derzeit noch Studien zur Langzeitwirkung der Substanz fehlen. In zunehmendem Maße werden Kinder und Jugendliche häufig jahrelang mit Medikamenten behandelt, deren Neben- und Langzeitwirkungen unbekannt sind, bei denen allerdings ein hohes Abhängigkeitsrisiko besteht; diese Substanzen fallen zum Teil unter das Betäubungsmittelgesetz. Außerdem wird durch die Einnahme eines Medikamentes dem Betroffenen suggeriert, er sei krank. Nicht zu unterschlagen ist also das Stigma, dem Kinder/ Jugendliche mit der Diagnose ADHS ausgesetzt werden.
Andererseits haben jahrelange Erfahrungen mit den pharmakologischen Wirkstoffen gezeigt, dass den Betroffenen durch die Einnahme von Medikamenten wie z.B. Ritalin® ein vergleichsweise normales Leben ermöglicht werden kann. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - etwa in Kita, Schule, Ausbildungsstätte, Familie – ist für viele Kinder/ Jugendliche mit dem hyperkinetischen Syndrom ohne die Einnahme von besagten Medikamenten häufig kaum oder gar nicht möglich. Die Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit steigert die Leistungsfähigkeit und eine in den Griff bekommene Impulskontrolle ermöglicht soziale Beziehungen, ja schränkt sogar die zuweilen auftretende Gefährlichkeit/ Aggressivität jener ADHS-Kinder, die ihre Impulse nur schwer kontrollieren können, erheblich ein.
Ein Medikament, dessen genaue Wirkweise ebenso unbekannt wie dessen Langzeitwirkungen (Abhängigkeit?) ist, was aber gleichzeitig dem Betroffenen in den meisten Fällen einen fast normalen Alltag ermöglicht. Hier stehen die Rechte des Kindes einerseits und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Normen andererseits auf dem Prüfstand. Darf die Gesundheit und Persönlichkeit des Kindes/ Jugendlichen um den Preis seines Funktionierens in der Gesellschaft aufs Spiel gesetzt werden?
Die UN-Kinderrechtskonvention stellt das Wohl des Kindes vornean; sich dem anschließend wird hier ethisch zu prüfen sein, ob die medikamentöse Behandlung von Kindern/ Jugendlichen mit ADHS ihrem Wohl dienlich sein kann und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Wohle des Kindes

2. ADHS gibt es – und gibt es nicht?

2.1 Situationsanalyse

2.1.1 Etablierung eines Krankheitsbildes

2.1.2 Wissenschaftstheoretische Einwände

2.1.3 Marktwirtschaftliche Fakten und Zahlen

2.1.4 Unheilbar!?

2.1.5 Ursachenforschung anhand der Bindungstheorie

3. „Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“

3.1 Biblisch-theologischer Befund

3.1.1 Der Mensch als Gemeinschaftswesen

3.1.2 Gottes Wirken am und durch den Menschen

3.1.3 Anthropologische Grundpositionen der Schöpfungsberichte

3.1.4 Der Mensch als Dreiheit

3.1.5 Krankenheilungen und Dämonenaustreibungen als Zeichenhandlungen

3.1.6 Des Menschen Aufgabe

3.1.7 Kinder in der Bibel

4. Hilfe zum Leben

4.1 Prüfung von Normen und Gütern

5. Zur Beziehung berufen

5.1 Urteilsentscheid

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADHS aus christlich-theologischer Perspektive unter Berücksichtigung des Kindeswohls und gesellschaftlicher Normen.

  • Kritische Analyse der ADHS-Diagnose und ihrer wissenschaftstheoretischen Grundlagen
  • Wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie im Kontext der ADHS-Diagnostik
  • Anthropologische und biblisch-theologische Sicht auf den Menschen, Gesundheit und Leid
  • Rechtliche und ethische Prüfung des Kindeswohls gegenüber gesellschaftlichen Funktionsanforderungen
  • Reflektion über pädagogische und beziehungsorientierte Alternativen zur bloßen Pharmakotherapie

Auszug aus dem Buch

Etablierung eines Krankheitsbildes

Das Krankheitsbild ADHS ist relativ jung. 1987 nahm die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung das hyperkinetische Syndrom ins „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM) auf. Vorangegangen waren diesem Schritt viele Versuche, die Hintergründe des Phänomens zu beschreiben. Peter R. Breggin zeichnet diesen Weg kritisch nach: „Zuerst nannten die Psychiater die Hyperaktivität eine Gehirnkrankheit. Als man keine Krankheit im Gehirn fand, veränderten sie in ‚minimal brain disease‘ (MBD) (geringfügiger Gehirnschaden). Als kein minimaler Gehirnschaden nachgewiesen werden konnte, formten die Fachleute das Konzept in ‚minimal brain dysfunction‘ (geringfügige Störung des Gehirns) um. Da keine minimale Gehirndysfunktion bewiesen werden konnte, wurde das Etikett zur ‚attention deficit disorder‘ (ADD) (Aufmerksamkeitsstörung)“. Hier wird schon deutlich, dass die Eindeutigkeit darüber, dass es sich bei ADHS um eine Krankheit im klassischen Sinne handelt, keineswegs von vornherein gegeben ist. Es gibt geradezu eine allgemeine Entzweiung darüber, ob im Fall von ADHS eine kindliche Verhaltensstörung dem heutigen biologistisch-naturwissenschaftlichen Paradigma folgend pathologisiert wird oder ob es sich beim hyperkinetischen Syndrom wirklich um eine wissenschaftlich nachweisbare Krankheit (mit hirnphysiologischen Ursachen) handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Wohle des Kindes: Einführung in das ethische Problem der medikamentösen Behandlung von Kindern mit ADHS anhand einer Fallschilderung und der Fragestellung nach dem Kindeswohl.

2. ADHS gibt es – und gibt es nicht?: Detaillierte Situationsanalyse, die die wissenschaftliche Eindeutigkeit des ADHS-Krankheitsbildes infrage stellt und wirtschaftliche Interessen sowie die Bindungstheorie beleuchtet.

3. „Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“: Erarbeitung eines biblisch-theologischen Fundaments, das den Menschen als Gemeinschaftswesen betrachtet und das biblische Verständnis von Heil und Heilung in den Kontext der Problematik setzt.

4. Hilfe zum Leben: Ethische Prüfung der medikamentösen Praxis anhand gesellschaftlicher Normen, wie der UN-Kinderrechtskonvention und dem Grundgesetz, sowie eine kritische Hinterfragung des Nutzens von Pharmakotherapien.

5. Zur Beziehung berufen: Fazit und Urteilsentscheid, der eine einseitige Fokussierung auf Medikamente ablehnt und stattdessen die Bedeutung stabiler zwischenmenschlicher Beziehungen und christlicher Nächstenliebe betont.

Schlüsselwörter

ADHS, Pharmakotherapie, Ethik, Kindeswohl, Bindungstheorie, Anthropologie, biblische Anthropologie, medikamentöse Behandlung, Methylphenidat, Ritalin, Gesellschaftsnormen, Kinderrechte, Christliche Ethik, Diagnostik, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Implikationen der medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen, bei denen die Diagnose ADHS gestellt wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die medizinisch-wissenschaftliche Einordnung von ADHS, die wirtschaftlichen Interessen der Pharmakonzerne, die biblisch-theologische Anthropologie und die ethische Prüfung des Kindeswohls.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die weit verbreitete medikamentöse Behandlung bei ADHS dem Wohle des Kindes dient oder ob sie primär als Instrument zur gesellschaftlichen Anpassung fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ethische Analyse durchgeführt, die sich auf eine wissenschaftstheoretische Situationsanalyse und eine biblisch-theologische Exegese sowie die Anwendung ethischer Normen stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine kritische Dekonstruktion des Krankheitsbildes ADHS, eine Analyse wirtschaftlicher Faktoren und eine Gegenüberstellung dieser Befunde mit christlichen Menschenbildern und Grundrechten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ADHS, Pharmakotherapie, christliche Ethik, Kindeswohl, Bindungstheorie und anthropologische Grundpositionen definieren.

Wie steht die Autorin zur medikamentösen Behandlung?

Die Autorin lehnt weder Medikamente grundsätzlich ab, noch befürwortet sie eine reine Pharmakotherapie; sie plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang, der die Persönlichkeit des Kindes und die Ursachenforschung in den Vordergrund stellt.

Welche Bedeutung hat das biblische Menschenbild für die Argumentation?

Das biblische Menschenbild dient als Korrektiv zur rein funktionalistischen Sichtweise, indem es den Menschen als Schöpfung Gottes und Gemeinschaftswesen betont, der nicht allein durch seine „Funktion“ in der Gesellschaft definiert wird.

Welche Rolle spielt die Pharmaindustrie in der Analyse?

Die Pharmaindustrie wird kritisch beleuchtet, insbesondere hinsichtlich ihrer ökonomischen Interessen an der Etikettierung von Verhalten als krankhaft und dem damit korrespondierenden Anstieg der Medikamentenverschreibungen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Christlich-ethische Überlegungen zur medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS
Hochschule
CVJM-Kolleg Kassel
Note
1
Autor
Janka Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V187971
ISBN (eBook)
9783656115083
ISBN (Buch)
9783656115755
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom ADS Aufmerksamkeitsdefizitstörung Hyperkinetisches Syndrom Ethik christlich Ritalin Kinder Jugendliche Medikamente Pharmakotherapie Pädagogik Behandlung UN-Kinderrechtskonvention Kindeswohl Bibel Zappelphilipp Theologie Bindungstheorie biblische Anthropologie Humanität Eltern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janka Vogel (Autor:in), 2011, Christlich-ethische Überlegungen zur medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187971
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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